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Beitrag vom 23. August 2010 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Urlaubslektüre: Verkauft die Leser nicht für hummeldumm!

Tommy Jaud: HummeldummMit einer dürftigen Geschichte ein ganzes Buch zu füllen ist schwer – und auch in diesem Fall misslungen. Vielleicht wollte Tommy Jaud aber nur um viele Gags und Zoten herum eine Geschichte drapieren – leider ist auch dies misslungen.

Es war mein erstes Buch von Tommy Jaud, und es wird wohl auch das letzte bleiben. Ich kannte den Autor nicht, wusste nicht, dass er u. a. einer der Gag-Schreiber für Anke Engelke ist.

Auf diesem nicht besonders hohem Comedy-Niveau bewegt sich das gesamte Buch. Flache und unsäglich langweilige Gags reihen sich aneinander, die Protagonisten sind Klischeefiguren bis zum Unerträglichen.

Es geht um den Safari-Urlaub einer kleinen Reisegruppe in Namibia. Matze, der Ich-Erzähler, und seine Freundin Sina, die die Reise gebucht hat, sind mittendrin. Natürlich gibt es Ärger. Matze hält seiner Freundin ständig vor, sie habe nicht bedacht, dass die Mitreisenden einer solchen Safari wahrscheinlich nicht seinen Erwartungen entsprechen. Welche Erwartungen das sind, verrät er jedoch weder Sina noch dem Leser.

Matze hat im Vorfeld der Reise vergessen, eine Überweisung zu tätigen. Erst mit dieser Zahlung wäre für die beiden eine besichtigte Eigentumswohnung fest reserviert. Natürlich ist es die Traumwohnung, auf die sich beide freuen. Und natürlich muss Matze heimlich (warum eigentlich?) von Namibia aus diese Buchung hinbekommen, und natürlich geht fast alles schief.

Die Reisegruppe bestätigt natürlich die Befürchtungen Matzes. Recht bald ist klar, dass der Triathlet und Brenda etwas miteinander haben werden, dass es zum Krach zwischen Matze und seiner Freundin und einer anschließenden Versöhnung kommen wird. Ein weiterer Reiseteilnehmer will sich von seiner Frau scheiden lassen – auch diese Nebenhandlung ist absehbar.

Warum muss eine Reisegruppe nur aus Verlierern bestehen? Langweilig und Dumm! Hummeldumm?

So kommen zu schlechter Story und langweiligen Gags zu viele vorhersehbare Geschehnisse.

Der Versuch, Klischees zu bedienen, ist gründlich daneben gegangen. Männer trinken natürlich Alkohol, um mit ihrem Frust über die Frauen fertig zu werden. Und die Frauen haben selbstverständlich die üblichen Klischee-Problemchen. Gähn!

Ein Buch, das Lust aufs Lesen macht – aufs Lesen von besseren Büchern.

Georg Mehling

Tommy Jaud: Hummeldumm: Das Roman (Hochkaräter). Taschenbuch. 2012. FISCHER Taschenbuch. ISBN/EAN: 9783596174768. EUR 8,99 » Bestellen bei Amazon.de
Tommy Jaud: Hummeldumm. Hörbuch-Download. 2010. Argon Verlag. EUR 9,25 » Bestellen bei Amazon.de
Tommy Jaud: Hummeldumm: Das Roman (Fischer Taschenbibliothek). Taschenbuch. 2012. FISCHER Taschenbuch. ISBN/EAN: 9783596512379. EUR 9,99 » Bestellen bei Amazon.de
Tommy Jaud: Hummeldumm: Das Roman (Hochkaräter). Kindle Edition. 2010. Fischer E-Books » Herunterladen bei Amazon.de

17 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Uli schrieb am 27. August 2010 um 15:05 Uhr

    Na toll, und was soll mir der Beitrag des Herrn Mehling jetzt sagen? Dass ihm das Buch nicht gefallen hat. Und weiter? Soll er doch ein anderes lesen. Und wieso steht dann unter dem Verriss, wo man dieses fürchterliche Buch kaufen kann? Wer hat Herrn Mehling eigentlich den Platz zur Verfügung gestellt. Und wer zum Kuckuck ist Herr Mehling?
    Fragen über Fragen … :-)

  2. Sven schrieb am 30. August 2010 um 10:57 Uhr

    @Uli, naja, der Link steht da, damit du es kaufst und dir ein eigenes Urteil bildest und dann hier über das Buch einen Kommentar hinterlässt. Und, wer ist Uli??

  3. Uli schrieb am 31. August 2010 um 08:14 Uhr

    @Sven: Uli maßt sich jedenfalls nicht an, einen Verriss über ein Buch zu schreiben und ihn auf eine bekannten Plattform zu stellen. Insofern ist es völlig wurscht, wer ich bin. Die Frage ist vielmehr, wer ist Herr Mehling, dass es irgendwen interessieren könnte, ob ihm ein Buch gefällt? Ganz nebenbei: Wenn mir ein Buch nicht gefällt, setz ich nicht noch einen Hinweis drunter, wo es zu haben ist. Und wer ist eigentlich Sven … ;-)

  4. Groth schrieb am 31. August 2010 um 12:35 Uhr

    @ Uli, warum haben Sie dann diesen Artikel gelesen, wenn es sie überhaupt nicht tangiert was ein anderer über dieses Buch denkt?

  5. Uli schrieb am 31. August 2010 um 15:06 Uhr

    @Groth: Weil ich so ziemlich alle Artikel im LC lese.

  6. Andrea schrieb am 31. August 2010 um 20:40 Uhr

    Meine Güte, ich habe mir in geistiger Umnachtung dieses Buch auch gekauft (wahrscheinlich, weil es so schön orange war und mich angeleuchtet hat – eine andere Begründung fällt mir nicht ein – ach so ja, den “Millionär” von Jaud fand ich nicht so schlecht, war vielleicht ein Mikrogrund, “Hummeldumm” zu kaufen). Es war einfach die pure Zeitverschwendung. Aufgeblasener Klamauk.

  7. F.A. Hallé schrieb am 2. September 2010 um 08:39 Uhr

    Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. nebenbei, während ich Daten in den Computer eintippte; da war’s eine adäquate Ablenkung, die nicht viel Konzentration erforderte. Klar, das ist keine große Literatur; das will es offenbar auch nicht sein: Tommy Jaud ist es offensichtlich gelungen, zu DEM deutschen Urlaubslektüre-Autor der Gegenwart zu werden. Nach dem vierten oder fünften Buch in ebensowenigen Jahren zeigen sich längst Ermüdungs-Erscheinungen, klar, aber bis Jaud aus der Mode ist, wird er längst selber “Millionär” sein und für den Rest seines Lebens “Resturlaub” haben. Alles andere als “Hummeldumm”; eher gutes Marketing, gutes Timing und viel Glück! Das mag einem nicht gefallen, aber so läuft es offenbar in der Buchbranche!

  8. Sven schrieb am 4. September 2010 um 12:25 Uhr

    @Uli na, ist doch schön, dass Uli alle Artikel hier liest.
    Also, wo ist das Problem?? Herr Mehling ist doch hier schon öfter aufgetreten.
    Übrigens fand ich das Buch auch nicht gut, aber das ist für alle anderen als @Uli, nichts für ungut.

  9. Groth schrieb am 4. September 2010 um 18:49 Uhr

    *lol*

  10. Dietmar schrieb am 5. September 2010 um 19:21 Uhr

    So schlecht wie Georg das Buch hier darstellt ist es auch wieder nicht. Klar Literatur geht anders, aber hier handelt es sich um eine Urlaubslektüre, nicht um mehr aber auch nicht um weniger. Aber jeder der dieses Buch während einer Pauschalreise liest wird seine Mitreisenden dort wiederfinden. Und es gibt schon Stellen, zugegebenermassen zu wenige, an denen man herzhaft lachen kann.
    Was dieses – Who the fuck is …? – betrifft kann ich nur eines sagen: beenden.

  11. Robert schrieb am 6. Oktober 2010 um 14:07 Uhr

    Nichts gegen Gagschreiber von Fernsehspassmachern: Robert Gernhardt war Gagschreiber von Otto Waalkes.

  12. Brünierstift schrieb am 20. November 2010 um 19:29 Uhr

    Ich habe das Buch in meinem letzten Urlaub gelesen und ich fand es sehr unterhaltsam. Wie man weiss, über Geschmack läss sich nicht streiten -dem einen gefällt es, dem anderen nicht.

  13. Leonie 17 schrieb am 15. Februar 2011 um 18:49 Uhr

    Oh mein Gott.. & ihr seid erwachsene Menschen ?! .. Kindergarten ! So eine Unnötige Unterhaltung.. Lasst den Mann doch schreiben was er will . wenn er denkt es interessiert jemand soll er es halt denken. Wahrscheinlich hat er keinen anderen mit dem er sich unterhalten kann :D
    & wenn er das buch schlecht fand.. dann ist das halt so .. pech ;) .. ich fand es jedenfalls gut & bin der selben Meinung wie Uli . also lieber Sven . werd erwachsen :D

  14. Chris schrieb am 15. Mai 2011 um 20:36 Uhr

    1. Es mag Menschen geben, denen dieses Buch gefällt. Ich persönlich bereue die äußerst unnötige Verschwendung von über zehn Euro!

    2. Jeder hat das Recht seine Meinung zu äußern. Diejenigen von Euch Schlaubergern, die ein Problem damit haben, wären im 3. Reich besser aufgehoben gewesen – denkt mal drüber nach!

    3. Sich über kindliches (Kindergarten) Verhalten zu ärgern und sich anschließend selbst auf dieses Niveau zu begeben ist zumindest äußerst merkwürdig!!!

    4. Sollte jemand ein Problem mit meiner freien Meinungsäußerung haben: Ihr könnt mich ja verhaften lassen – oder zumindest von der Stasi überwachen :D

  15. karola23 schrieb am 22. Mai 2011 um 15:27 Uhr

    Ich fand dieses Buch anfangs extrem fürchterlich. Kennt jemand das Gefühl des “Fremdschämens”, so ging es mir. Als ich mich jedoch an den Schreibstil und den Humor gewöhnt hatte, las ich das Buch in einem Rutsch durch. Es war durchaus lustig und für einen kurzweiligen Zeitvertreib empfehlenswert. Es erwartet doch sowieso keiner große Literatur von Tommy Jaud, wie schon ein Vorschreiber sagte, “Urlaubslektüre”. Lg an alle

  16. Renate Blaes schrieb am 25. Oktober 2011 um 17:59 Uhr

    Warum eigentlich “hummeldumm?” Ist eine Hummel dumm? Ich finde nicht. Denn bekanntlich kann die Hummel nicht fliegen – aus physikalischen Gründen, sagt man.
    Das schert die Hummel aber einen feuchten Kericht – und sie fliegt trotzdem. Daraus schließe ich, dass eine Hummel nicht dumm, sondern ziemlich pfiffig ist.

    Übrigens: mir sind unbekannte Literaturkritiker lieber, als bekannte. Um ein Buch gut oder schlecht zu finden, muss man nicht Literatur studiert haben. Ich habe schon Bücher in die Tonne getreten (bei amazon verkauft), die von angeblichen Fachleuten über den grünen Klee gelobt wurden.

  17. Renate Blaes schrieb am 25. Oktober 2011 um 18:04 Uhr

    P. S.: @ Uli
    Bei Rezensionen ist es üblich, einen Hinweis auf die Bezugsmöglichkeiten des Buches zu machen. Das gebieten schon die Höflichkeit und der Respekt vor Autor und Verlag.

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