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Tolino Shine im ausführlichen Test: Kindle-Killer oder Kindle-Clone?

E-Book-Reader Tolino ShineAuf dem deutschen Markt gibt wieder ein neues E-Book-Lesegerät. Es hört auf den Namen Tolino, seinen Eltern geht es nicht so gut – zudem sind sie Konkurrenten: Der Tolino Shine ist das gemeinsame Lesegerät der Buchhandelsketten Thalia und Hugendubel-Weltbild (DBH), deren Umsätze rückläufig sind. Weltbild hat schon vor einiger Zeit Filialen geschlossen [1], und bei Thalia gehen ebenfalls nach und nach die Lichter aus. Das Gerät wird zudem in den seit Jahren kränkelnden Bertelsmann-Buchclub-Filalen verkauft. Und schließlich ist noch die Telekom dabei, die bei Kunden nicht immer den besten Ruf hat.

Trotz alledem will diese Allianz mit dem Tolino den Kindle-Reader des amerikanischen Amazon-Konzerns angreifen. Kann man das Ernst nehmen?

Wir haben den Tolino Shine ausführlich getestet.

Zum Test bitte hinten anstellen

Tolino in einer Weltbild FilialeWie bei unseren Tests [2] üblich, haben wir ein ganz normales Gerät aus der Serienproduktion erworben. Diesmal haben wir es nicht online bestellt, sondern in einer Weltbild-Filiale gekauft. Seit dem 7. März 2013 kann man den Tolino auch bei Thalia, in den Filalen des Club Bertelsmann und bei der Telekom erwerben, denn sie alle bieten die Hardware gemeinsam an.

Man kann als Pressevertreter zwar Testgeräte anfordern, allerdings heißt es dann zunächst: »Leider ist die Anzahl der uns zur Verfügung stehenden Testgeräte begrenzt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zunächst andere Prioritäten setzen müssen. Wir haben Ihre Anfrage vermerkt und Sie in unseren Verteiler aufgenommen.«

Tipp: Die verständliche Anleitung für den Tolino

Christine Peyton: Das Tolino-Buch - Die verständliche Anleitung

Wer als Tolino-Besitzer nach einem ausführlichen Handbuch sucht, in dem alle Tipps & Tricks beschrieben sind, der oder dem sei »Das Tolino-Buch – Die verständlcihe Anleitung« von Christine Peyton empfohlen.

Lesen Sie hier die ausführliche Rezension » [3]

Diese Aussage erstaunt. Ohne Frage wird es unzählige Anfragen von Websites und Blogs geben. Aber wäre es nicht sinnvoll, Testgeräte hundertfach an Blogger und Website-Betreiber zu senden, um von Anfang an im Netz deutlich präsent und verlinkt zu sein? Eigentlich müssten die Buchhändler doch wissen, dass ein Bestseller nicht durch eine Besprechung im Feuilleton entsteht, sondern durch die persönliche Empfehlung der Leser.

Anders als bei Apple kann die Hardware selbst kein Umsatzbringer sein, denn der Buchhandel verkauft traditionell Inhalte. Und dennoch schafft eine eigene Hardware-Plattform mehr Kontrolle darüber. Das weiß Apple und das weiß auch Amazon. Der Kindle ist seit Jahren auf dem Markt, das System aus Reader, Online-Shop und E-Book ist perfekt – allerdings auch perfekt abgeschlossen und abgeschirmt. Kritiker bezeichnen die Kindle-Plattform als goldenen Käfig. Dem Durchschnittskunden ist’s egal, sofern alles einfach und unkompliziert funktioniert. Wenn er sich im System bewegt, merkt er nichts von den Einschränkungen eines digitalen Rechtemanagements. Und solange er sein Amazon-Konto nicht auflösen will, macht er sich keine Gedanken darüber, ob ihm die Buchdateien wirklich gehören.

Es ist nicht so, dass die Buchhandelsketten nicht bereits eigene E-Reader im Angebot hätten. Prominentestes Beispiel war sicherlich der OYO, mit dem Thalia vor drei Jahren schon einmal als Amazon-Konkurrent angetreten ist. Den OYO gibt es heute nicht mehr. Und auch die Hugendubel-Weltbild-Gruppe wirft regelmäßig Billiggeräte auf den Markt, die sich rasch überholt haben.

Offenbar hat man erkannt, dass man mit dieser E-Book-Kleinstaaterei nicht gegen die Kindle-Marktmacht ankommt, und bietet ein gemeinsames Gerät an. Auf einer Pressekonferenz betonte die Tolino-Allianz, dass man damit auf einen Schlag die Nummer 2 auf dem deutschen E-Book-Markt sei – nach dem Kindle, aber vor Sony und Kobo.

Bildergalerie: Der Tolino Shine im Test (12 Bilder)

Nur ein Gerät und keine Plattform

Tolino ist ein Gerät und keine integrative Plattform. Es gibt keinen zentralen Online-Shop, und es gibt daher auch kein Selfpublishing-Programm à la Amazon KDP [6].

Der Verkauf der Inhalte läuft weiterhin dezentral über die Shops der Anbieter. Direkt im integrierten Shop auf dem Gerät kann man nur bei dem Anbieter einkaufen, bei dem man das Gerät erworben hat. Auf dem bei Weltbild gekauften Tolino ist nur der Weltbild-Shop integriert. Will man beispielsweise einen erotischen Roman kaufen, den es dort nicht im Sortiment gibt, weil Weltbild immer noch zu großen Teilen der katholischen Kirche gehört, so kann man sein E-Book auch bei Thalia oder einem anderen Shop kaufen, der E-Books im EPUB-Format mit oder ohne Adobe-DRM [7] anbietet. Aber eben nicht bei Amazon. Bei Amazon gekaufte Elektrobücher funktionieren auf dem Tolino nicht.

Bei Thalia gekaufte E-Books werden aber auf einem Weltbild-Tolino dargestellt. Dazu muss man diese erst auf einen Rechner herunterladen und mittels eines Kabels oder per Speicherkarte auf das Gerät übertragen. Nachtrag: Alternativ kann man die Thalia-Website auch mit dem im Tolino integrierten Browser ansteuern und die E-Book-Datei direkt aufs Gerät herunterladen. Für den »Fremdkauf« muss man eine Adobe-ID erstellen [8], die man dann im Tolino hinterlegt. Nicht ganz so simpel also. Wer von vorn herein weiß, dass er seine E-Books größtenteils bei Weltbild kaufen wird, sollte also den Tolino nicht unbedingt bei Thalia kaufen – und umgekehrt (Vielen Dank an Matthias Matting [9] für den Download-Hinweis).

Die Tolino-Allianz bewirbt dieses System als offen. Ohne Frage ist es offener als das Amazon-System – doch für den Kunden wird es wieder etwas komplizierter. Amazon-Kritiker haben nun jedoch ein weiteres alternatives Lesegerät, das den Standard EPUB [10] unterstützt, was der Kindle verweigert.

Ausgepackt: So fühlt sich der Tolino an

Tolino im SchuberAuf den ersten Produktabbildungen erscheint das Design wenig innovativ. Der relativ große Griffbereich unten erinnert fast an das alte Kindle 3er-Modell – nur ohne Tastatur, denn der Tolino bietet ein berührungsempfindliches E-Ink-Display in Schwarz-Weiß, das beleuchtet ist. Von der Auflösung und Schärfe der Schriftdarstellung entspricht es dem Kindle Paperwhite.

Verpackt ist das Gerät im schicken Schuber; die Gestaltung der Verpackung wirkt ansonsten nicht sonderlich wertig. Der Schuber ist wohl eher ein Resultat der Marketingstrategie, denn einzig auf ihm ist der jeweilige Verkäufer aufgedruckt. Die Packung darin ist neutral gehalten. Selbst die auf dem Schuber aufgeführte »TelekomCloud« wird innen nur zur »Cloud«.

Doch dann lächelt einen das Gerät beim Öffnen des Kartons an und stellt sich vor: »Ich bin tolino«. Das ist clever, denn es macht Technik sympathischer – man muss ja auch an die weibliche Zielgruppe eher technikskeptischen Zielgruppen denken. In der Verpackung befinden sich ansonsten nur noch eine Kurzanleitung und ein USB-Kabel.

Das Gerät liegt erstaunlich gut in der Hand und macht mit seiner leicht samtig anmutenden Oberfläche einen viel besseren Eindruck, als es die Vorab-Fotos befürchten ließen. Auf der oberen Kante hat es zwei Knöpfe: einen Schieberegler zum Ein- und Ausschalten des Gerätes und einen zum Ein- und Ausschalten der Hintergrundbeleuchtung. Natürlich lässt sich die Helligkeit über die Software dimmen, doch ist das Aktivieren der Beleuchtung per Taste eine praktische Sache gerade dann, wenn man im Dunkeln weiterlesen will und ein Softwareschalter auf dem Display nicht zu erkennen wäre. Laut den Anbietern hält der Akku bis zu 7 Wochen durch, bevor er wieder aufgeladen werden muss. Dies konnten wir natürlich noch nicht nachprüfen. Angenehm: Das Gerät kann nicht nur in einen Schlafmodus versetzt, sondern auch komplett ausgeschaltet werden.

Liegt gut in der Hand: Der Tolino ShineBei unserem Testgerät sitzt jedoch der obere Gehäuserand nicht plan auf dem Display – oder der Kleber hat sich dort gelöst. Auf jeden Fall ist ein deutlicher Knacklaut zu hören, wenn man auf die obere Gehäusefläche tippt.

Unten am Gerät gibt es – verborgen und geschützt unter einer Klappe – den USB-Anschluss und – wie erfreulich – die Einschubmöglichkeit für eine Micro-SD-Karte [11]. Mit ihr lassen sich anderswo erworbene E-Books auf das Gerät übertragen. Der Tolino selbst besitzt 2 Gigabyte Speicher für Buchdateien.

Schiebt man eine Micro-SD-Karte ein, so sucht das Gerät darauf selbstständig nach Titeln und bietet den Import in den Gerätespeicher an. Der Tolino erkennt und liest EPUB-Dateien mit und ohne DRM, Text- und PDF-Dateien.

Ohne eine Pinzette ist es uns nicht gelungen, die kleine Karte wieder aus dem Schlitz zu ziehen. Trotz »Entriegelung« springt sie nicht weit genug aus dem Einschubschlitz heraus, als dass man sie mit den Fingern greifen könnte.

Das Gerät setzt auf die digitale Rechteverwaltung des amerikanischen Anbieter Adobe [7]. Dies bedeutet, dass Daten an einen US-Server übertragen werden. Hier hat man die Chance vertan, dass das Gerät ausschließlich den deutschen Datenschutzbestimmungen unterliegt. Dies gilt auch für die optionale Möglichkeit, via Facebook direkt vom Gerät zu verkünden, was man gerade liest. Hier wäre zumindest ein Datenschutzhinweis angebracht.

Kauft man die E-Books im integrierten Shop, muss man sich um die Rechtefreischaltung nicht kümmern, und es läuft einfach wie bei Amazon. Die erstmalige Shop-Anmeldung erfolgt direkt auf dem Gerät, auf dem die Daten anschließend verschlüsselt hinterlegt sind. Zu jedem weiteren Kauf ist dann nur die Eingabe eines Passworts erforderlich. Zahlen kann man per Kreditkarte und Paypal, nach Bestätigung der Mail-Adresse via Web-Browser bietet uns das Gerät auch Kontoabbuchung und sogar Rechnungszahlung an.

Für anderswo gekaufte Adobe-DRM-geschützte Bücher kann man seine Adobe-ID ebenfalls einmalig im Gerät hinterlegen – allerdings immer nur eine. Leben zwei Personen in einem Haushalt, die E-Books mit jeweils eigener Adobe-ID kaufen, so müsste stets die eingetragene ID gewechselt werden, um die entsprechenden Bücher öffnen zu können. In der Praxis ist der Tolino also eher ein persönlich zugeschnittenes Gerät wie auch der Kindle. Familien sollten idealerweise E-Books nur mit einer Adobe-ID kaufen.

Wie der Kindle zeigt der Tolino die eigene Bibliothek entweder als Cover- oder Listenansicht an. Leider lassen sich – anders als beim Kindle – die Buchempfehlungen aus dem Shop des Anbieters nicht abschalten, somit werden ständig Daten an den Anbieter gesandt, wenn das Gerät mit dem WLAN verbunden ist.

Der Tolino-Clou: Befindet man sich unterwegs in Reichweite eines Telekom-Hotspots, von denen es nach eigener Aussage der Telekom über 11.000 in Deutschland gibt, so verbindet sich der Tolino selbstständig ohne Nachfrage und kostenlos mit diesem Netz. Auch das haben wir getestet, und es hat reibungslos funktioniert. Der Tolino hat zudem einen einfachen Browser integriert, mit dem man an den Hotspots im Web surfen kann – natürlich mit den üblichen Einschränkungen eines etwas trägen E-Ink-Displays in Schwarz-Weiß.

Will man das nicht, so schaltet man das WLAN einfach aus, wie man es auch während eines Fluges tun sollte.

Wie liest es sich auf dem Tolino?

Wie erwähnt entspricht das Display in Auflösung und Größe dem des Kindle Paperwhite [2]. Die Lesefläche ist im unteren Bereich, wo sich die LEDs befinden, sogar gleichmäßiger ausgeleuchtet als beim Kindle.

Typografisch arbeitet der Tolino etwas besser als der Kindle. Schusterjungen und Hurenkinder [12] werden bei der dynamischen Textaufbereitung vermieden, wodurch am Seitenende oder -anfang keine Absätze oder gar Kapitelüberschriften beginnen oder enden. Ebenso arbeitet der Tolino mit einer automatischen Silbentrennung, sodass der Blocksatz harmonischer ist als beim Kindle. Wie bei der algorithmischen Trennung üblich, wird dabei ganz selten auch falsch getrennt, wie beispielsweise ein zum in z-um.

Einstellbar sind nur Textgröße und Schrift. Zeilenabstand oder -länge sind nicht beeinflussbar. Ein Umschalten ins Querformat ist ebenfalls nicht möglich.

Hin- und wieder mussten wir im Test Fehler beim Rendern der Schrift feststellen. Mitten im Text haben plötzlich ein oder zwei Wörter dünnere Buchstaben. Gelegentlich wechselt dies im Wort. Blättert man vor und zurück ist alles korrekt dargestellt. Dieser Effekt tritt eher bei kleiner Schriftdarstellung auf. Es ist zu hoffen, dass solche Fehler in der nächsten Softwareversion behoben werden.

Zu hoffen ist auch, dass künftige Softwareversionen mehr bieten als derzeit. Nur eine Textsuche und das Setzen von Lesezeichen auf Textseiten sind möglich. Derzeit können Textstellen weder markiert noch mit Anmerkungen versehen werden. Auch ein Twittern von Textstellen ist nicht möglich.

Das Blättern erfolgt durch eine Wischgeste oder durch Tippen auf den rechten bzw. linken Displaybereich. Hält man das Gerät mit der linken Hand, muss zum Vorblättern zwingend gewischt werden, da der Daumen den rechten Tippbereich nicht erreicht. Der Kindle löst dies ergonomischer, indem der »Vorblätterbereich« zwei Drittel der Bildschirmfläche umfasst.

Das Blättern geht flüssig, lediglich bei PDF-Dateien benötigt der Aufbau der neuen Seite etwas länger. Ist man hier zu ungeduldig, so »verblättert« man sich schon mal. Eine Zoomgeste mit zwei Fingern kennt der Tolino nicht, jedoch eignen sich E-Ink-Geräte dazu ohnehin eher weniger. Wie auf jedem E-Ink-Gerät ist das Lesen von PDF-Dateien, speziell dann, wenn sie für ein größeres Format gestaltet sind, auch auf dem Tolino nicht sonderlich komfortabel.

Buchausleihe in Bibliotheken ist möglich

Wie erwähnt, können gekaufte DRM-geschützte E-Books nicht auf anderen Geräten und anderer ID gelesen werden, schließlich ist dies der Sinn von DRM.

Jedoch unterstützt der Tolino die Onleihe [13], die zahlreiche öffentliche Bibliotheken anbieten. Auch das ist ein Vorteil gegenüber dem Kindle.

Tolino und KindlesEine weitere Besonderheit des Tolino besteht darin, dass man die auf dem Gerät befindlichen E-Books in einen Online-Speicher übertragen kann, wenn das Gerät mit einem WLAN verbunden ist. Diesen Speicher stellt der Partner Telekom den Tolino-Nutzern kostenlos zur Verfügung. Sollte der Speicher auf dem Gerät wirklich einmal zu knapp werden, so kann man seine Bibliothek in die Cloud auslagern und die Titel auf dem Gerät löschen. Bei Bedarf kann man sie dann aus diesem Cloud-Speicher wieder auf das Gerät herunterladen. Ähnliches bietet zwar auch Amazon, doch beim Tolino können in diesem Speicher auch bei Dritten gekaufte Bücher abgelegt werden. E-Books per E-Mail an das Gerät zu senden, wie es Amazon bietet, ist nicht möglich.

Über diesen Cloud-Speicher synchronisieren sich auch etwaige gesetzte Lesezeichen.

Die Tolino-Allianz hat zudem Lese-Apps für iPhone und iPad sowie für Android-Geräte angekündigt, die zum Zeitpunkt des Test noch nicht alle zur Verfügung standen. Über die Cloud sollen dann Titel zwischen den eigenen Geräten ausgetauscht werden können, so wie es Amazon für seine Kindle-E-Books anbietet.

Technisch läuft auf dem Tolino übrigens im Hintergrund Googles Android-Betriebssystem in einer angepassten Version.

Zubehör: Und was gibt’s noch?

Bei den Tolino-Anbietern gibt es zahlreiche Schutzhüllen aus Leder, Neopren oder Filz. Nur in der Lederhülle kann das Geräte beim Lesen verbleiben. Da der Tolino nur minimal größer ist als der Kindle Paperwhite, passen beispielsweise auch die Tuff-Luff-Hüllen [14]. Jedoch unterstützt der Tolino nicht das automatische Ein- und Ausschalten beim Auf- und Zuklappen der Hülle.

Zudem gibt es bei den Anbietern einen Adapter, um das Gerät an der Steckdose aufzuladen. Allerdings funktioniert hier auch jeder andere USB-Netzadapter.

Fazit unseres Tolino-Tests

Tolino Shine - Testbewertung gut (1,7)Innovativ ist der Tolino nicht – weder technisch, noch optisch, noch softwareseitig. Statt Kindle-Killer ist er eher Kindle-Clone.

Und dennoch hat uns das »System Tolini«, das wir mal als »halboffen« bezeichnen wollen, im Test sehr gefallen. Die EPUB-Unterstützung, der Speicherkartenslot, die Cloud, der Hotspot-Zugang, der problemlose Import von E-Books und die Möglichkeit der Onleihe [13] – all das macht den Tolino zu einer durchaus Ernst zu nehmenden Kindle-Alternative.

Für Käufer, die sich – aus welchen Gründen auch immer – nicht in die schöne, aber geschlossene Kindle-Welt begeben wollen, könnte der Tolino eine gute Wahl sein, zumal er (derzeit noch?) rund 30 Euro günstiger ist als der vergleichbare Kindle Paperwhite [2].

Wer jedoch anlässlich der jüngsten kritischen Berichte über Amazon meint, den Tolino aus »politischen« Gründen zu kaufen im Glauben, damit den deutschen Buchhandel zu stärken, der könnte den Teufel mit dem Beelzebub austreiben: Hugendubel und Thalia gelten wegen ihrer starken Expansion in den letzten Jahren eher als Killer der bestehenden Buchhandelsstruktur. Speziell Thalia hat Traditionsbuchhandlungen wie beispielsweise Baedecker in Essen übernommen, bevor die Standorte dann aufgrund fallender Umsätze geschlossen wurden [15]. Zudem gehört Thalia zur Douglas Holding [16] (wie auch die gleichnamigen Parfümerien), die wiederum mehrheitlich einem amerikanischen Finanzinvestor gehört.

tolino shine eBook-Reader. 15 cm (6 Zoll) hochauflösendes Display mit integrierter Beleuchtung, WLAN. Micro-SD-Kartenslot. 99 Euro
Bei Hugendubel.de online bestellen [17]
Bei Thalia.de online bestellen [18]