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Titelbild und Titelei: So sieht ein Kindle-E-Book am Anfang aus

Kindle und BuchFast unbemerkt hat Amazon eine neue Funktion für E-Book-Selbstverleger eingeführt. Wer sein eigenes Buch für den Kindle veröffentlicht und verkauft, kann die Titelgrafik nun direkt in die Buchdatei einbetten lassen. Per Word erstellte E-Books ohne Titelgrafik sollten damit der Vergangenheit angehören.

Unser Ratgeber »Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen [1]« wurde daher aktualisiert und liegt in Ausgabe 4.1 vor.

Und da wir gerade dabei waren, beantworten wir die Frage, was nach der Titelgrafik kommt und wie die Titelei eines E-Books ausschauen sollte.

»Ihr Buchdeckelbild innerhalb Ihres Buches«

Die neue Option »Ihr Buchdeckelbild innerhalb Ihres Buches« [2]

Die neue Option »Ihr Buchdeckelbild innerhalb Ihres Buches«

Wer sein Manuskript bei Amazon als E-Book veröffentlichen und verkaufen will [3], der findet beim Upload der Titelgrafik nun eine neue Option »Ihr Buchdeckelbild innerhalb Ihres Buches«.

Sollten Sie als Ausgangsbasis für Ihr E-Book eine Word-Datei ohne Titelbild hochladen, so kann Amazon die getrennt übermittelte Grafik in die Buchdatei einbinden. Hierzu ist die Option beim Upload der Daten auszuwählen. Keinen Haken sollten Sie dort setzen, wenn Sie eine mit Calibre [4] erstellte Datei mit bereits eingebetteter Grafik hochladen, da Ihr Buch sonst zwei Titelgrafiken erhält.

Und was kommt nach der Cover-Abbildung? Wie sieht die Titelei eines E-Books aus?

Titelei: Die Buchseiten vor dem Inhalt

Titelei ist ein Fachbegriff der Buchherstellung. Er bezeichnet die Buchseiten vor dem eigentlichen Inhalt. Bei gedruckten und gebundenen Büchern hat sich hier bis heute eine Form erhalten, die teilweise historisch begründet ist.

Klappt man ein gebundenes Buch auf, so gehört das erste Blatt zum so genannten Vorsatzpapier, das meist etwas dicker als die folgenden Buchseiten ist. Der Vorsatz hält Umschlag und Buchblock zusammen. Er ist noch nicht Bestandteil der Titelei.

Danach folgt der eigentliche Buchblock mit dem so genannten Schmutztitel. Auf der Vorderseite befindet sich entweder ein kleines grafisches Motiv (z. B. ein Verlagssignet) oder der Buchtitel in Kurzform, die Rückseite bleibt in der Regel leer (Vakatseite), gelegentlich findet sich hier ein grafisches Motiv (Frontispiz), neuerdings auch Infos zum Autor.

Schutz vor Schmutz durch den Schmutztitel

Der Schmutztitel sollte früher den Buchblock vor Verunreinigungen schützen, denn Bücher wurden damals nicht gebunden verkauft, sondern tatsächlich als reiner Buchblock. Das Binden besorgte man für die eigene Hausbibliothek individuell. Der Schmutztitel war also tatsächlich der Schutz vor Schmutz, und er ist bis heute Bestandteil der Titelei.

Anschließend folgt die Titelseite mit Titel, Untertitel, Autor und Verlag. Auf der Rückseite befindet sich das Impressum.

Hat das Buch eine Widmung oder ein Motto, steht dieses auf der nächsten Seite, die Rückseite bleibt leer. Bei Widmung und Motto sind es entsprechend zwei Seiten mit leeren Rückseiten.

Anschließend folgt das Vorwort, das Inhaltsverzeichnis oder das erste Kapitel des Buches.

Egal ob fester Einband oder Taschenbuch, fast alle Bücher besitzen eine solche Titelei. Bei Taschenbüchern entfällt das Vorsatzpapier. Abweichungen sind natürlich möglich, beispielsweise findet man gelegentlich das Impressum am Schluss eines Buches.

Die ersten Seiten des Buchblocks sind also in der Regel wie folgt aufgebaut:

Es spricht nichts dagegen, eine solche traditionelle Titelei auch fürs E-Book zu übernehmen. Auf die leeren (Rück-)Seiten sollten Sie jedoch verzichten. Da es bei elektronischen Lesegeräten sozusagen nur rechte Seiten gibt, irritieren Leerseiten beim Lesen. Gelegentlich findet man solch mangelhaft umgesetzte Verlags-E-Books mit Leerseiten, wenn maschinell und ohne Nachkontrolle die Titelei 1:1 für die elektronische Ausgabe übernommen wurde.

Im Minimalfall eine Titelseite

Im Minimalfall sollte mindestens eine Titelseite mit Titel und Autor vorhanden sein, danach wird ohne Leerzeilen ein manueller Seitenumbruch eingefügt und der Text beginnt unmittelbar auf der Folgeseite.

Der Titel sollte in einer Textverarbeitung nicht mit der Formatvorlage Überschrift ausgezeichnet sein, da er keine Kapitelüberschrift ist. In der Regel ist er größer und fett formatiert, auf keinen Fall sollten Sie ihn jedoch unterstrichen auszeichnen. Amazon empfiehlt eine zentrierte Formatierung von Titel und Autor, was jedoch typografisch langweilig wirkt. Individueller wird Ihre Titelseite z.B. mit einer rechtsbündigen Zeilenausrichtung.

Übrigens: Wenn Sie ein Kindle-E-Book herunterladen, dann öffnet es sich in der Regel direkt am Textanfang (also bei der ersten Kapitelüberschrift). Der Leser sieht Titelgrafik und Titelei nicht, sondern nur, wenn er über das »Gehe zu…«-Menü zunächst die Titelseite direkt anwählt und dann weiterblättert.

Weitere Tipps finden Sie in unserem E-Book für Amazons Kindle

Cover der 6. Ausgabe: Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen [6]In unserem E-Book »Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen [1]« finden Sie weitere Tipps zur Erstellung digitaler Bücher.

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Zum Lesen des E-Book benötigen Sie kein Kindle-Gerät. Amazon bietet kostenlose Lese-Software für Kindle-Bücher [8] auch für mobile Geräte (iPhone, iPad, Android oder Desktop-PC und Mac an. Einmal erworbene Kindle-Bücher können Sie auf allen Geräten lesen.

Wolfgang Tischer: Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen - 6., nochmals erweiterte und überarbeitete Ausgabe [Kindle Edition] für Amazon Kindle (alle Modelle) [9] und die entsprechenden Apps für iPhone, iPad, Android, Mac und PC [8], 2012. literaturcafe.de.
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