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Textkritik: Zurückgestochen oder abgestochen?

Es saßen zwei Staaten beim Abendbrot
sich starr gegenüber im Gram,
dann sagte das [1] eine: »Mein Angebot:«,
und streckte hinüber den Arm [2],

»Nimm hin das Schmalz,
es bleibt bei mir
das Döschen Salz,
die Flasche Bier [3]

Das [4] andere sagte: »Ich esse nicht
ein Brot nur mit Schmalz ohne Salz,
und ohne das Bier schmeckt mein Nachtgericht
mir übler als salzloses Schmalz.«

»Dann biete ich
jetzt Bier und Salz,
begnüge mich
allein mit Schmalz.«

Das andere Land [5] hat im Groll gedacht:
Nur Betrug [6]!
Und eh sie der Gegner zur Tat gemacht,
ergreift es ein Messer: »Genug!«

Ein Stich geschwind
zur Feindesseit’, [7]
und beide sind
zum Krieg bereit.

© 2017 by Hannelore Furch [8]. Unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe - gleich welcher Art - verboten.
Zusammenfassende Bewertung [9]

Das wechselnde Metrum ist astrein durchgehalten: Handwerklich absolut überzeugend!
Aber inhaltlich? Absolut mangelhaft! Da bleibt nichts übrig und nichts hängen; das sollte wohl eine Parabel werden auf sich streitende Staaten oder Länder oder Männer oder Potentaten, aber das ist gründlich missglückt – Das gilt auch für die Überschrift zu diesem verunglückten Gedicht: Dafür habe ich nur ein Kopfschütteln übrig.

Die Kritik im Einzelnen [10]

zurück [11]

zurück [13]

zurück [14]

zurück [15]

zurück [16]

Es gibt weder Worte noch Wörter, die aus Lug und Betrug bestehen! Aber mit Worten und Wörtern lässt sich trefflich lügen und betrügen, und genau das ist gemeint: Der Landstaat bzw. das Staatland vermutet eine Lüge!
Auch dieser inhaltliche Unfug ließe sich im Einvernehmen mit dem Metrum ganz einfach beheben: Nur Worte sind’s, Lug und Betrug! zurück [17]

zurück [18]