Dass Verlage »bestimmen«, was die Leute lesen, ist ein weit verbreitetes Vorurteil und ein Irrtum. Denn es die Buchhändler, die entscheiden, ob sie dem Verlagsvertreter bestimmte Bücher abkaufen und in den Laden stellen. »Wie wird der Handel auf das Buch reagieren?« Das ist die Frage im Verlag.
Doch ein großer Teil des unabhängigen Buchhandels wird verschwinden. Durch die großen Ketten und das Aufkommen von eBooks, wird es kaum mehr unabhängige Buchhandlungen geben, die die literarischen Perlen im Programm der Verlage erkennen und ihren Kunden verkaufen. Bestimmen künftig nur noch Algorithmen in Online-Shops, was wir lesen sollten?
Nein, meint Vito von Eichborn, der Gründer und ehemalige Verleger des Eichborn Verlags. Um gute und literarische Bücher aus den Neuerscheinungen auszusieben, brauche es Menschen. Man könne in eine Suchmaschine nicht den Begriff »gutes Buch« eingeben und sinnvolle Ergebnisse erwarten.
Mallorca ist nicht nur Ballermann, Mallorca kann auch Kultur sein – und Literatur. Unter dem Motto »Durch Schreiben ordnet sich das Denken« bietet der Literaturagent und Ex-Verleger Vito von Eichborn erstmals eine Schreibwerkstatt auf der spanischen Mittelmeerinsel an.
Im Ambiente einer restaurierten Mühle kann sechs Tage intensiv an Texten gefeilt werden. Vito von Eichborn, so steht es in seiner Werkstatt-Beschreibung, ist dabei »Anreger und Moderator«. Wer den Gründer des Eichborn Verlags kennt, der weiß, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt und nicht nur zu den Texten der maximal 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmern offen seine Meinung sagen wird.
Der Workshop findet statt vom 30. August bis zum 4. September 2010. Die Kosten liegen bei 285 Euro, um Anreise und Unterbringung muss man sich selbst kümmern, Vito von Eichborn bietet für Schnellentschlossene eine Übernachtungsmöglichkeit an.
Der Name sagt es bereits: Vito von Eichborn ist einer der Gründer des bekannten Verlages, der bis heute seinen Namen trägt. Eichborn selbst ist dort bereits vor einigen Jahren ausgestiegen.
Heute gibt er seit über drei Jahren eine Buchedition bei Books on Demand heraus, um auf die Perlen im dortigen Programm aufmerksam machen, er ist Literaturagent für einige wenige Autoren, von denen er überzeugt ist – und auch sonst nach wie vor reichlich umtriebig.
Bereits in seiner Zeit als Verleger galt er als jemand, der immer deutlich seine Meinung sagt.
»Die Buchautoren leiden auf der Buchmesse«, stellt Eichborn fest, denn sie werden im medialen Betrieb von Jahr zu Jahr mehr vorgeführt. Aber ist dieses Schicksal nicht selbst gewählt? Wo gibt es Grenzen, was ein Autor zur Vermarktung seines Buches nicht tun sollte?
Was ist für Vito von Eichborn das Besondere an der Frankfurter Buchmesse? Und wie sollte man sich als Besucher vorbereiten, um in den gigantisch großen Hallen und in der Fülle der Bücher nicht verloren zu gehen? Im Buchmesse-Podcast berichtet er es.
Der Journalist, Publizist, Herausgeber, Ex- und Wieder-Verleger Vito von Eichborn plant eine neue Buchreihe. Unter dem Label »vitolibri1000« will er vergriffene Bücher aus den letzten 30 Jahren neu auflegen. Die Auflage pro Titel soll jeweils nur 1.000 Stück betragen. Damit sich ein solches Projekt überhaupt rechnet, setzt Eichborn auf Belletristik und narrative Sachbücher deutschsprachiger Autoren, um Übersetzungskosten zu sparen. Lektoratskosten würden bei einer Neuausgabe ebenfalls nicht mehr anfallen. »Ich denke an büttenartige Broschuren, es geht um die Inhalte, nicht also um kostenträchtige bibliophile Effekte«, so Eichborn.
Auch die Leser und Besucher des Literatur-Cafés sind aufgerufen, Vorschläge für zu unrecht vergriffene Bücher zu machen, die eine Neuausgabe verdient hätten. Eichborn: »Ich habe ein breites Spektrum, konnte ja bekanntlich noch nie E und U trennen. Starten möchte ich mit etwa einem Dutzend Titeln, habe jedoch keinerlei Zwänge.« Jedoch muss eine realistische Chance bestehen, dass von den Titeln auch 1.000 Exemplare verkauft werden.
Vito von Eichborn freut sich über Ihre Vorschläge, entweder per Mail an vitolibri(at)web.de oder direkt hier in den Kommentaren. Vito von Eichborn liest dort mit und gibt ggf. seinen Senf dazu.
Ein Kommentar von Vito von Eichborn löste vor kurzem die bislang längste und umfangreichste Diskussion zu einem Beitrag des Literatur-Cafés aus. Eichborn, der seinerzeit den gleichnamigen Verlag mitgründete, wurde deutlich: Verlage suchen nach Verkaufsqualität und literarische Qualität. Da beides so gut wie nicht zu finden ist, entscheidet im Zweifelsfall die Verkaufsqualität, denn Verlage sind nun mal Wirtschaftsunternehmen. Und: »Leser entscheiden über das Leben und Sterben der Inhalte. Sonst niemand.«
Mit einem Seminar im Hamburger Literaturhaus will von Eichborn demnächst weitere Einblicke ins Leben der Verlage geben. Von den Möglichkeiten und Methoden der Verlagssuche über Marktkriterien, Qualität und Verkaufsqualität bis hin zu Copyright, Verträgen, Nebenrechten und Marketing werde alle Dinge angesprochen, die der Autor wissen sollte, um Verlage und Buchhandel zu verstehen. Kurz und knapp (und völlig unliterarisch): Wie wird der Inhalt zur »Ware Buch« und was geschieht damit? Laut Eichborn soll das Seminar »informativ sein, Spaß machen, auch Illusionen nehmen.«
Mit 140 Euro (zzgl. MwSt.) ist das Tagesseminar von 10 bis 19 Uhr diesmal sogar erschwinglich. Es findet statt am 7. Oktober 2007, einem Sonntag. Interessierte können sich direkt bei Vito von Eichborn unter der eMail-Adresse vitolibri (at) t-online.de anmelden.
Selten hat einer unserer Beiträge so viele Kommentare bewirkt wie »Die wichtigsten Tipps eines Verlagslektors«. Darin hatten wir die Ratschläge eines Lektors zusammengefasst – und die größten Fehler, die Autoren in ihren Anschreiben machen. Und als allerwichtigsten Tipp gaben und geben auch wir immer jeder und jedem auf den Weg: Lesen, lesen, lesen!
Das allerdings spülte in den Kommentaren zum Beitrag wieder die geballte Welle der Vorurteile erfolgloser Autoren gegenüber deutschen Verlagen nach oben: Verlage denken nur ans Geldverdienen, Verlage kaufen lieber Bestsellerlizenzen in den USA und Verlage veröffentlichen lieber Manuskripte von Autoren, die opportun so ähnlich schreiben wie die Bestsellerautoren x und y, denn nur sowas verkaufe sich.
»Quatsch«, sagt dazu nun einer, der es wissen muss: Vito von Eichborn, der seinerzeit den Eichborn Verlag mitgründete und seit jeher den Verlagsbetrieb mit seinen offenen und provokanten Statements aufmischt. Eichborn diskutiert nun in seinem unverwechselbaren Stil mit – zumindest für eine gewisse Zeit.
Vermute, dass die Typen, die tagsüber am Hauptbahnhof Abos der Süddeutschen verticken, nachts als Türsteher arbeiten.10.02.2012 12:54 Uhrfrom Tweetings for iPhone
Vermute, dass die Typen, die tagsüber am Hauptbahnhof Abos der Süddeutschen verticken, nachts als Türsteher arbeiten.10.02.2012 12:54 Uhrfrom Tweetings for iPhone
Die Veranstaltungen sind vorbei. Die Abschlussfeier läuft. Danke an alle Besucher. Bis zum nächsten Jahr!17.09.2011 22:36 Uhrfrom web
Zum Abschluss heute abend: Susanne Heinrich, Thalstroem und das Eb: „WIR“ - eine Performance. Es gibt noch Karten! http://t.co/SRwkjbL817.09.2011 16:17 Uhrfrom web
Und das Forum des BBC World Service: Warum Grün das neue Rot ist mit Paul Harding, Tanja Dückers & Luis Berrios-Negron http://t.co/BmqLrM8d17.09.2011 09:58 Uhrfrom web
Um 14 Uhr beginnen wir mit 2 Veranstaltungen: THEATERTREFFEN: NEUE DRAMATIK AUS EUROPA. Lesungen und Autorenportraits http://t.co/yMu9bUpj17.09.2011 09:56 Uhrfrom web
Der letzte Festivaltag ist angebrochen. Letzte Chance dieses Jahr eine der tollen ilb-Veranstaltungen zu besuchen! #ilb201117.09.2011 08:59 Uhrfrom web
Forum d. BBC World Service: Gedanken der erfolgreichsten Schriftsteller und Denker: Warum Grün das neue Rot ist. Infos: http://t.co/2yZgqEts15.09.2011 16:58 Uhrfrom web
Das Forum des BBC World Service in Berlin! "Gedanken der erfolgreichsten Schriftsteller und Denker" Ist Berlin ein kulturelles Wunderkind?15.09.2011 16:56 Uhrfrom web
RT @literaturwelt: Gary Shteyngart mit „Super Sad True Love Story“ auf dem Berliner Literaturfestival: „I thought that Russia would... h ...15.09.2011 13:45 Uhrfrom web
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