Alle Beiträge, die von der literaturcafe.de-Redaktion mit dem Stichwort »verlage« versehen wurden.
Am 14. Juni 2007 hat das Literatur-Café seine erste Lesung in Second Life veranstaltet. Insgesamt drei Autoren lasen aus ihren Romanen, und mit 30 Avataren war die Veranstaltung überaus gut besucht. Für alle, die nicht dabei sein konnten und für die, die sich ebenfalls für virtuelle Lesungen interessieren, haben wir wie bei unserer ersten Veranstaltung wieder die wichtigsten Dinge in einem ausführlichen Bericht zusammengefasst. Außerdem gibt unsere Bildergalerie einen optischen Eindruck der Veranstaltung.
Gestern, am 3. Mai 2007, war also der große Tag. Das Literatur-Café hat zum ersten Mal eine eigene Veranstaltung in Second Life durchgeführt. Sehr bewusst war sie von uns als »Experiment« bezeichnet worden, denn wir sehen Second Life und den Hype darum durchaus kritisch. Auf der anderen Seite sollte man die Möglichkeiten, die diese Parallelwelt auch für Buchhandlungen und Verlage bietet, nicht ignorieren.
Mit unserer Vortragsveranstaltung »Lesen jetzt in Web 2.0?« wollten wir selbst herausfinden, was Veranstaltungen in Second Life wirklich bringen.
Das erste Fazit vorweg
Es war ein gelungener Abend und es hat großen Spaß gemacht! An die vierzig Avatare waren in der digitalen Landesvertretung von Baden-Württemberg vor Ort und genauso viele Teilnehmer hörten den Vortrag und die Diskussion über den Skypecast. Fast zwei Stunden dauerte die Veranstaltung.
»Lesen jetzt in Web 2.0?« heißt der Vortrag, den der Inhaber des Literatur-Cafés, Wolfgang Tischer, am 3. Mai 2007 um 20 Uhr (MESZ) in der digitalen Welt Second Life halten wird. Welche Möglichkeiten bieten Weblogs, Podcasts, MySpace, YouTube und Second Life für das Marketing im Buch- und Literaturbereich? Erreicht man damit neue Zielgruppen oder sollte man besser abwarten, um kein Geld zu verbrennen? Der Vortrag wird die Möglichkeiten anhand von Praxisbeispielen erläutern.
Sie können bei diesem Ereignis live dabei sein, dem Referenten Fragen stellen und das Gehörte gemeinsam diskutieren. Wie das funktioniert, ist hier genau beschrieben.
Nach nur sechs Wochen stellt Penguin Books das Mitschreibprojekt A Million Penguins ein. Mithilfe einer Wiki-Software sollte hier jeder an einem gemeinsamen Roman mitschreiben. In Weblogs und der Fachpresse wurde das Projekt gerade noch als Beispiel für die schöne neue Internetwelt der Verlage gefeiert, bei der die Leser aktiv beteiligt werden und so die »Markenbindung« verstärkt wird. »Verlage werden sich daher immer mehr zum Informationsmoderator entwickeln müssen«, mutmaßt eine Forschergruppe um Professor Figge von der HTWL Leipzig in der aktuellen Ausgabe des buchreport. Und auch die anderen beliebten Phrasen der PR-Berater durchziehen den Artikel.
Aber wie schon bei Second Life sieht die Wirklichkeit anders aus, als sie die Web 2.0-Fetischisten erträumen. Man kann schon froh sein, wenn die Projekte den Monat nach der entsprechenden Pressemeldung überleben. Die schönen neuen Marketingkonzepte, die die Berater derzeit den Verlagen und Autoren verkaufen (wollen), funktionieren offensichtlich nicht in der Praxis.
In der aktuellen März-Ausgabe des Branchenmagazins buchreport widmet man sich erneut dem Thema Podcasts in der Verlagswelt. »Podcasts sind in Verlagen noch nicht angekommen« lautet die Überschrift des zweiseitigen Beitrags (Seite 66/67). Der Autor Daniel Lenz stellt fest, dass insbesondere bei den deutschen Verlagen das Medium noch nicht genutzt oder nicht nachhaltig gepflegt werde. Lenz führt in seinem Beitrag die internationalen und nationalen Podcast-Beispiele auf, die auch wir bereits in unserem Podcast ausführlich besprochen haben: Diana Gabaldon und Dean Koontz oder Marco Polo und Die Arbeit der Nacht.
Das Medium, so Lenz, bliebe daher Initiativen von Einzelkämpfern überlassen. Einer davon: Wolfgang Tischer vom Literatur-Café. Wieder sehr schön: das Foto beim Beitrag, das Tischer mit dem Podcast-Award zeigt, den er stolz und mit Konfirmandenlächeln in die Kamera hält. Die weiteren Einzelkämpfer sind Autoren, die auf diesem Weg einen Verlag suchen und die mittlerweile zumindest innerhalb der Podcast-Gemeinschaft bekannt sind. Da wären Christian Heinke, der über das Medium bereits einen Verlag gefunden hat (Interview im Literatur-Café), Tim Cortinovis (»Herzfassen«) und Alexander Broy (»Die Urlauber«). Cortinovis, so ist dem Artikel zu entnehmen, hat sogar an der Wandsbeker Marktstraße in Hamburg ein 80-qm-Poster angebracht, um für seinen Podcast zu werben.
Zuletzt kommentiert