Nicht nur diejenigen, die unseren Podcast auf dem iPhone, iPod oder MP3-Player auf dem Weg zur Arbeit oder Uni hören, können sich freuen: endlich eine neue Folge und so umfangreich, dass es auch für die Rückfahrt reicht! Also gleich direkt hier über literaturcafe.de oder iTunes runterladen und anhören.
In Folge 32 geht es um die zahlreichen literarischen Aktionen und Wettbewerbe, die derzeit stattfinden. Dabei haben wir bei der Moderation ganz vergessen zu erwähnen, dass es da von knapp 2.000 Euro bis hin zum iPod touch allerhand zu gewinnen gibt. Das muss also an dieser Stelle erwähnt werden und natürlich finden Sie im Folgenden alle Links zu den erwähnten Wettbewerben.
Außerdem hören Sie in Podcast-Folge 32 drei Gedichte, und bei unserem literarischen Filmschnipselquiz gibt es wieder eine Literatur-Café-Tasse zu gewinnen.
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Kann das Internet ein unbekanntes Buch bekannt machen? Welche Chance haben heutzutage gute literarische Bücher, wenn sie von Elke Heidenreich nicht mehr in die Kamera gehalten werden? Wird ein Buch nur wahrgenommen, wenn es stapelweise in den Buchhandlungen liegt? Eine Präsentationsform, die sich die Buchhandelsketten von den Verlagen mit mehreren Tausend Euro bezahlen lassen – hier zählt der Preis, nicht Qualität.
Hermann Mensing hat mit »Pop Life« einen wunderbaren Roman geschrieben. Egal ob WDR oder Berliner Zeitung, die Kritiker sind begeistert – und auch die Leser. Ein 320 Seiten starkes Buch mit Lesebändchen und Fadenheftung, erschienen beim kleinen und feinen österreichischen Verlag »Luftschacht«. Ein Buch, das bereits unser Kritiker Malte Bremer in seiner Besprechung ausführlich vorgestellt hat.
Doch ein gutes Buch zu schreiben reicht nicht.
Hermann Mensing war zu Gast in der Redaktion des Literatur-Cafés und in einer Podcast-Sonderfolge berichtet er offen und ungeschminkt über das Leben eines Autors und der Schwierigkeit, mit seinem Buch von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden – und mag es noch so gut sein. Hier klicken und den vollständigen Text lesen »
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Barbara Rampf (Foto) hat ihre Magisterarbeit über das Thems »Podcasts« geschrieben. Als Podcaster der ersten Stunde haben wir damals unsere Hörer und Leser gebeten, Barbara Rampf bei ihrer Umfrage zum Thema zu unterstützen.
Jetzt arbeitet Barbara an ihrer Dissertation, und sie ist dem Thema Podcasts treu geblieben. Erneut möchte sie für ihre wissenschaftliche Arbeit von Podcast-Hörern und -Sehern wissen, wann sie wo wie lange welche Podcasts konsumieren, ob ob sich dadurch die Nutzungszeit anderer Medien geändert hat.
Daher heute unser neuer Aufruf: Wer den Podcast des Literatur-Cafés oder andere Podcasts hört, der sollte sich 10 Minuten Zeit nehmen und Barbara bei ihrer Magisterarbeit unterstützen. Die Umfrage ist bis Weihnachten 2009 online.
Hier klicken und an der Umfrage teilnehmen »

Foto: Birgit-Cathrin Duval
Es ist schön zu wissen, dass die Fans des Buchmesse-Podcasts mittlerweile schon darauf warten, und hier ist es: das Interview mit Roger Willemsen.
Es dürfte keinen Zweiten geben, der so viele und so unterschiedliche Bücher schreibt oder herausgibt. Er hatte einen Knacks, er gab uns sein Ehrenwort, stellte Tieren nach und sprach über Sex auf der Buchmesse.
Da ist es klar, dass es auch in diesem Jahr wieder ein besonderes Buch sein muss: Drei Monate lang streifte Roger Willemsen zusammen mit dem Fotograf Ralf Tooten durch die nächtliche thailändische Metropole. Entstanden ist ein literarischer Bildband, dessen Bilder und Texte Roger Willemsen mittlerweile auch als Bühnenshow präsentiert.
Wolfgang Tischer sprach mit dem Autorenteam über das Projekt, und er wollte auch wissen, warum bei diesem Thema dann doch wieder eine Frau auf dem Umschlag des Buches abgebildet sein muss. Doch ein Klischee?
Am Schluss des Gespräches geht der Blick wieder in Richtung USA. Roger Willemsen wurde nach seinem Afghanistan-Buch nahe gelegt, er möge in die USA besser nicht mehr einreisen. Was wird sich unter Obama ändern? Was ist von der Verleihung des Friedensnobelpreises zu halten?
Roger Willemsen, Ralf Tooten: Bangkok Noir. Gebundene Ausgabe. 2009. Fischer (S.), Frankfurt. ISBN/EAN: 9783100921062. EUR 26,95 (Bestellen bei Amazon.de)
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Foto: Birgit-Cathrin Duval
Elke Heidenreich hätte man Vieles fragen können: Warum sie mit »lesen!« im Internet aufhört und was aus der Geschichte mit jenem dubiosen Zuschussverlag geworden ist, der ihren Namen zum Kundenfang missbraucht hat.
Doch da wir mit Autoren sprechen, befragen wir heute Elke Heidenreich als Autorin. Gleich bei zwei Verlagen ist sie auf der Messe präsent: Da ist ihre Musik-Editon bei C. Bertelsmann und ihr neuer Roman »Alte Liebe«, den sie zusammen mit Bernd Schroeder geschrieben hat. Wir haben das Autorenteam am Hanser-Stand getroffen.
Die häufigste Frage, die den beiden zum Roman gestellt wird, ist die nach dem autobiografischen Anteil, die Leser und Journalisten immer gerne stellen. Ein Buch über ein älteres Ehepaar, über Lore und Harry, ist das die Geschichte von Elke und Bernd? Natürlich nicht. Daher stellen wir die Frage an die beiden Buchmarkt-Profis anders? Hemmt das Wissen, dass diese Frage unweigerlich kommen wird und alle das Buch für »wahr« halten werden, nicht beim Schreiben des Romans?
Und überhaupt: Wie schreibt man denn gemeinsam an einem Roman? Klappt das nur, wenn man wirklich als Ehepaar lange genug zusammengelebt hat und genau weiß, was der andere denkt?
Elke Heidenreich, Bernd Schroeder: Alte Liebe. Gebundene Ausgabe. 2009. Hanser. ISBN/EAN: 9783446233935. EUR 17,90 (Bestellen bei Amazon.de)
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Foto: Birgit-Cathrin Duval
Der Brenner ist wieder da! Als Wolf Haas vor drei Jahren u. a. im Gespräch mit Wolfgang Tischer verkündete, dass es keinen weiteren Band der beliebten Krimi-Reihe mit Kommissar Simon Brenner geben werde, war die Trauer der Fangemeinde groß.
Jetzt liegt zur Freude aller mit »Der Brenner und der liebe Gott« ein neuer Band vor. Wie kam es zu diesem Sinneswandel? Gab es Leserproteste gegen das Ende der Reihe? Drängte der Verlag? Weder noch. »Damals«, so Haas, »habe auch ich wirklich geglaubt, dass es der letzte Band sei.« Der Druck und die Erwartungshaltung der Leser waren seinerzeit groß, und es war die angenehme Freiheit, nachdem das Ende der Brenner-Geschichten verkündet war, in der sich Haas plötzlich selbst entspannt an einer neuen Story schreiben sah.
Die Brenner-Krimis leben von ihrer Sprache. War es schwer, sich wieder hineinzufinden? Wie entstand der Plot des neuen Romans? Bei Haas, so bekennt er im Gespräch, gilt der Grundsatz: Function follows form.
Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott. Gebundene Ausgabe. 2009. Hoffmann und Campe. ISBN/EAN: 9783455401899. EUR 18,99 (Bestellen bei Amazon.de)
Media-Datei: Herunterladen (Wiedergabedauer: 10:29 — 4.8MB)

Foto: Birgit-Cathrin Duval
Die Chinesin Lin Jun lebt seit einigen Jahren in Deutschland. Noch in China hat sie Germanistik studiert, und in diesen Tagen erscheint ihr Erstlingswerk, das sie in deutscher Sprache geschrieben hat: »Mein deutscher Geliebter« – verlegt im Droemer Verlag.
Lin Jun ist für die regelmäßigen Besucher von literaturcafe.de keine Unbekannte, denn sie war unsere Literatin 2007. Bereits damals war sie im Literatur-Café-Podcast zu hören. Vor zwei Jahren arbeitete sie noch an ihrem Manuskript und war auf Verlagssuche. Wir waren uns damals schon sicher: von der Autorin Lin Jun wird man noch einiges hören.
Und so ist es gekommen. Wir sitzen am Droemer-Stand und sprechen über ihr Buch. Ausführlich werden wir uns mit ihr nochmals in einer der kommenden Podcast-Folgen von literaturcafe.de unterhalten. Da »Mein deutscher Geliebter« punktgenau zur Messe erschien, war noch keine Zeit zur genauen Lektüre.
Freuen Sie sich also mit uns auf das Buch und ein weiteres ausführliches Gespräch mit der Autorin demnächst in diesem Podcast.
Lin Jun: Mein deutscher Geliebter. Gebundene Ausgabe. 2009. Droemer/Knaur. ISBN/EAN: 9783426198346. EUR 14,95 (Bestellen bei Amazon.de)
Media-Datei: Herunterladen (Wiedergabedauer: 9:03 — 4.2MB)

Foto: Birgit-Cathrin Duval
Bewusstseinsriese und intuitiver Launenmensch – mit Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe trafen einst zwei grundverschiedene Temperamente aufeinander. Ihre ersten Begegnungen gerieten nicht gerade herzlich: »Man müsste ihn penetrieren, ihm ein Kind machen!«, wütete Schiller einmal über seinen Konkurrenten.
Nachdem aber dem Jüngeren klar geworden war, dass hasserfüllter Neid vor allem ihn selbst lähmt, machte er eine Kehrtwende: Schiller entschloss sich zur Freundschaft. Erstaunlicherweise ging seine absichtsvolle Absichtslosigkeit auf. Die innige und zugleich produktive Verbindung der beiden Dichterheroen machte Epoche.
Warum für Rüdiger Safranski die Zeit reif war, an Goethe und Schiller als Freunde zu erinnern? Im Gespräch mit Eileen Stiller verrät er: Diese beiden hätten noch darauf abgezielt, einander wechselseitig zu steigern. Heutzutage aber sei Freundschaft oft nicht viel mehr als ein allzu gemütliches Sofa.
Rüdiger Safranski: Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft. Gebundene Ausgabe. 2009. Hanser Belletristik. ISBN/EAN: 9783446233263. EUR 21,50 (Bestellen bei Amazon.de)
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Am Buchmesse-Wochenende, wenn an den Publikumstagen nicht mehr nur die Fachbesucher auf den Gängen unterwegs sind, hat man den Eindruck, dass von den Verlagen die Autoren nach vorne geschoben werden, deren Gesichter aus dem Fernsehen bekannt sind.
Umso schöner, sich trotz Messetrubel im hinteren, etwas ruhigeren Bereich des Fischer Verlagsstands, an dessen Vorderseite sich die Massen drängeln, mit Peter Stamm unterhalten zu können.
Peter Stamm gilt als Meister des lakonischen und unprätentiösen Stils. Gerade dadurch wirken seine Geschichten umso glaubhafter und plastischer.
Sein neuer Roman »Sieben Jahre« ist ein herausragendes Werk im Bücherherbst 2009 – ein wunderbares Buch. Und es erstaunt umso mehr, im Gespräch mit ihm zu erfahren, dass Stamm beim Schreiben ganz offen an die Geschichte und die Figuren herangeht und selbst nicht weiß, wo alles Enden wird.
Peter Stamm: Sieben Jahre. Gebundene Ausgabe. 2009. Fischer (S.), Frankfurt. ISBN/EAN: 9783100751263. EUR 18,95 (Bestellen bei Amazon.de)
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Tina Uebel hat alles Mögliche zu erzählen, aber ganz gewiss nicht die »Wahrheit über Frankie«, wie der Titel ihres Agententhrillers verspricht (siehe auch Buchbesprechung hier).
Die Hamburgerin wollte eher eine Versuchsanordnung darüber liefern, wie sich Wirklichkeiten verbiegen, verzerren, verschieben lassen – weil sie fundamental nicht daran glaubt, dass es so etwas gibt wie eine objektive Wahrheit.
Tina Uebels in Protokollform geschriebener Roman basiert auf einem wahren Kriminalfall von 2002. Die beschriebene Perfidie von Gehirnwäsche und Psychodruck wirkt dadurch umso beklemmender.
Nicht jeder bringt das Charisma und die Skrupellosigkeit eines Frankie mit. Zumindest stellt das die Autorin beim Blick über die Brüstung der Buchmessehalle 3 fest. Aber sowieso lautet die viel spannendere Frage: Würde man selbst auf einen Frankie hereinfallen?
Tina Uebel: Die Wahrheit über Frankie: Roman. Gebundene Ausgabe. 2009. C.H. Beck. ISBN/EAN: 9783406590733. EUR 19,90 (Bestellen bei Amazon.de)
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