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Stichwort: offener brief

Alle Beiträge, die von der literaturcafe.de-Redaktion mit dem Stichwort »offener brief« versehen wurden.

Beitrag vom 18. September 2013 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, E-Books, Literarisches Leben

Bürgerbespitzelung: Petition von Schriftstellern mit unterzeichnen – und ein E-Book-Tipp

Juli Zeh ist Initiatorin der Petition gegen den Überwachungsstaat»Ist die Bundesregierung dabei, den Rechtsstaat zu umgehen, statt ihn zu verteidigen?« Diese Frage stellte die Schriftstellerin Juli Zeh in einem offenen Brief, der bereits Ende Juli in der FAZ veröffentlicht wurde.

Endlich wieder ein klares politisches Engagement von Schriftstellern, von denen man den Eindruck gewinnen konnte, sie wenden sich nur noch dann an die Politik, wenn es um die eigenen Interessen geht.

Von der digitalen Überwachung merken wir nichts, sie tut uns nicht weh, sie ändert nicht unseren Kontostand – und dennoch ist sie gefährlicher als alles andere, denn es geht um unsere Freiheit.

Machen Sie mit und zeichnen Sie die Petition online mit, bei der u.a. Feridun Zaimoglu, Jo Lendle, Tanja Dückers, Ingo Schulze und Josef Haslinger unterzeichnet haben. 70.000 Menschen sind bereits dabei.

Wer sich zudem eingehender mit dem Thema beschäftigen will, für den haben wir einen E-Book-Tipp zum Thema Überwachungsstaat und PRISM-Skandal.

Beitrag vom 14. Mai 2010 | Rubrik: Literarisches Leben

Mediacampus Frankfurt: Fachschullehrgang nimmt Stellung zum offenen Brief der Schüler

Mediacampus in Frankfurt SeckbachDie Diskussion über die Qualität und Ausrichtung der Ausbildung auf dem Frankfurter Mediacampus (früher: »Schulen des Deutschen Buchhandels«) geht in eine weitere Runde.

Zunächst verfassten die Schüler des 162. Kurses einen offenen Brief an die Geschäftsleitung, in dem sie die mangelhafte Branchenkenntnis externer Referenten, den Weggang kompetenter Lehrkräfte und den einseitigen Schwerpunkt der Ausbildung auf den »Neuen Medien« beklagen. Auf literaturcafe.de wurde über diesen Brief heftig diskutiert.

Jetzt melden sich in einer Stellungnahme die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 33. Fachschule
zu Wort. Sie haben Verständnis für die Verunsicherung und die Ratlosigkeit der Schüler und bemängeln die fehlende Kommunikation auf dem Campus. Es werden, so die Verfasser, »Worthülsen, wie E-Commerce, Fair Play, Team Work und Longlife Learning aufgeblasen, ohne diese mit Inhalten zu füllen«.

Anders als die Schüler, denen Kritiker mangelnden Praxisbezug und einen naiv-konservativen Blick auf das Buch vorwarfen, kann dies von der 33. Fachschule nicht behauptet werden. Hier handelt es sich um ausgebildete Buchhändlerinnen und Buchhändler, die in diesem Aufbaulehrgang unter anderem die Entwicklung und Umsetzung von Marketingkonzepten sowie die Personal- und Mitarbeiterführung lernen sollen.

Beitrag vom 8. Mai 2010 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Dokument: Offener Brief an die Geschäftsleitung des mediacampus Frankfurt von den Schülern des 162. Kurses

Offener Brief an die Geschäftsleitung des mediacampus Frankfurt von den Schülern des 162. KursesFrüher hieß er »Schulen des Deutschen Buchhandels«, heute ist er zum »Mediencampus« geworden: Der Ort auf den grünen Hügeln zwischen Seckbach und Bergen-Enkheim bei Frankfurt. Viele Buchhändlerinnen und Buchhändler aus ganz Deutschland haben hier während ihrer Ausbildung die Berufsschule besucht.

Schon die Namensänderung zeigt, dass man sich hier mehr der Zukunft zuwenden möchte. Der Buchhandel muss auf die Digitalisierung auch in seiner Ausbildung reagieren.

Doch wie dies geschieht, scheint bei den Auszubildenden nicht unbedingt auf Zustimmung zu stoßen. Mit einem offenen Brief wenden sich die Schüler des 162. Kurses, die heute ihre Zeugnisse erhalten und den Campus verlassen, an die Geschäftsleitung der Schule.

Ein Brief der Außenstehende verwundert.

Beitrag vom 17. Januar 2009 | Rubrik: Literarisches Leben

Offener Brief ans ZDF: Keine literarische Kaffeefahrten mehr

Brief an das ZDFDer Bundesverband der jungen Autorinnen und Autoren (BVjA) hat sich in die Diskussion um die Heidenreich-Nachfolge eingemischt und einen offenen Brief ans ZDF geschrieben. Darin fordert der Verband ein Ende der »spätabendlichen literarischen Kaffeefahrten, in denen Bücher von Prominenten nur in die Kamera gehalten und gelobt werden, wobei insbesondere Bücher aus dem Ausland oder Bestseller in der Heidenreich-Sendung häufig ihren Sendeplatz bekamen.«

Bereits mit der Ersatzsendung im Dezember habe man die Chance vertan »ein frisches Format etwa mit einem Moderator unter 35 Jahren und aufregender junger Literatur anzubieten und stattdessen auf eine lustlose Anpreisung von Büchern« gesetzt. Eine Wortwahl, die uns beim literaturcafe.de durchaus bekannt vorkommt.

Weiter fordert der BVjA »dass in der neuen Sendung wieder Bücher besprochen werden, und nicht nur über sie gesprochen wird«. Von diesem Sendeplatz solle, so der Verband, kein »Starallüren-Charakter« mehr ausgehen.

Beitrag vom 27. Juni 2006 | Rubrik: Notizen

Bildungspolitischer Unfall literaturportal.de

BildÜber das neue, vom Marbacher Literaturarchiv betriebene Angebot literaturportal.de hatten wir in einer früheren Notiz bereits vor der offiziellen Eröffnung ein vernichtendes Urteil gefällt.

Jetzt, nachdem das Portal offiziell auf einer Pressekonferenz des Kulturstaatsministers vorgestellt wurde, offenbart sich das ganze Desaster des Projekts.

Joachim Leser vom Blütenleser hat das Portal bereits sehr deutlich als das bezeichnet, was es am Ende geworden ist: digitaler Mist unter Schirmherrschaft der Bundesregierung.

Natürlich wird eine solche Kritik, wenn sie vom Betreiber eines anderen Literaturportals kommt, gerne mit Hinweisen wie “purer Neid” abgetan.

Wie wohltuend ist es daher, dass auch Wieland Freund in der Welt das Portal als “bildungspolitischen Unfall” bezeichnet.

Nun muss man zunächst auch wissen, dass dieses Portal eine Förderung von 150.000 Euro durch die Bundesregierung erhalten hat, sodass davon auszugehen ist, dass die Gesamtkosten des Projektes noch weitaus höher sind.

Wie wir schon in unserer Notiz festgestellt haben, wurde dafür ein Angebot geschaffen, dessen Inhalte bereits an anderer Stelle im Netz existieren und zumeist in qualitativ besserer Form anzutreffen sind.

Leser wie Freund kritisieren daher hauptsächlich die inhaltliche Qualität des Literaturportals. Freund bemängelt, dass es ohne Redaktion ohnehin keine Qualität geben kann und weist darauf hin, dass man sich für die Autorenporträts ohnehin im größeren Umfang bei der Wikipedia bedient hat. Ein Umstand der nebenbei bemerkt ohne Quellenangabe auch nicht rechtmäßig ist.

Allerdings ist es müßig, auf die vielen Fehler und Unzulänglichkeiten des Portals hinzuweisen*. In der Regel dienen öffentliche Projekte wie das Marbacher Literaturportal ohnehin meist nicht dazu, inhaltlich zu überzeugen. Die entsprechenden Fördergelder werden üblicherweise in Personalstellen umgesetzt, die für andere Dinge zum Einsatz kommen.

Das Resultat literaturportal.de ist somit exemplarisch, denn am Schluss – wenn der Geldgeber nachfragt, was denn nun aus dem Geld geworden ist – kopiert oder kauft man sich noch schnell bereits bestehende Inhalte zusammen. Am Ende steht dann eine erfolgreiche Pressemeldung des Geldgebers, wie auch hier geschehen.

Daher geht es nicht darum, dass das Geld bei anderen Portalen besser aufgehoben wäre und man mit dieser Summe beispielsweise das literaturcafe.de über Jahre hätte betreiben können, sondern dass all die Dinge, die qualitativ schlecht im literaturportal.de zusammengeschustert wurden, bereits in weitaus besserer Qualität und ohne staatliche Förderung existieren. Daher wird mit einem solchen Portal keine Literaturförderung betrieben, sondern es besteht vielmehr die Gefahr, dass ehrenamtliche und privatwirtschaftliche Initiativen zerstört werden.

Zum Glück wird sich Qualität durchsetzen und wenn das Literatuportal auf dem jetzigen Niveau bleibt, so wird es bereits in wenigen Monaten eine der vielen ungepflegten Ruinen im Internet sein. In diesem Fall wäre das zu hoffen, denn weiteres Geld zu investieren, würde die Dinge nur verschlimmern.

So bleibt uns nur, das zu wiederholen, was wir bereits in unserer ersten Notiz zum Thema vermerkt hatten: Was hätte man mit diesem Geld nicht alles Sinnvolles machen können! Wie hätte man nicht bereits bestehende Initiativen stärken können! Nicht nur im Internet, sondern auch außerhalb. Denken wir nur an die vielen Bibliotheken, die landauf landab geschlossen werden. Dass notwendige und wichtige staatliche Fördergelder für Literatur in solchen Projekten versenkt werden, ist mehr als traurig.

Wolfgang Tischer, literaturcafe.de

* Nachtrag: Auch hier ist die Antwort aus Marbach exemplarisch für die Reaktion öffentlicher Betreiber auf Kritik. In der Regel bedankt man sich bei den Kritikern für die Hinweise inhaltlicher Art und verspricht, diese Fehler schnell zu korrigieren. So findet sich nun im Bereich mit den Autoreninfos der folgende Text: Wir danken all unseren Lesern und Benutzern für ihre Kritik und Zustimmung nach dem Start des Literaturportals. Kritische Hinweise betrafen vor allem die Autorenbiografien. Wir nehmen Ihre Vorschläge und Anregungen gern in die Redaktion unserer Artikel auf und bitten unsere Leser, uns auch weiterhin mit wacher und kritischer Aufmerksamkeit zu begleiten. Im Sinne eines verbesserten Service haben wir damit begonnen, die Autorenportraits mit dem elektronischen Katalog des Deutschen Literaturarchivs Marbach (Kallìas) zu verknüpfen, so dass Sie von den Biografien auch Zugang zu unserem Archiv und zu unserer Bibliothek finden.

Anders gelesen bedeutet dies, dass das Literaturarchiv nicht in der Lage war, von Anfang an fehlerfreie Infos bereitzustellen. Wahrlich kein Ruhmesblatt, wenn das Literaturarchiv nun die Besucher der Website um “Vorschläge und Anregungen” bitten muss.

Dass das hausinterne Archiv von Anfang an nicht mit dem Literaturportal verbunden war, zeigt zudem, dass hier Synergien nicht genutzt wurden und Konzeption und Projektbeirat versagt haben. Mit den Projektmitteln wurde also laut Aussage aus Marbach zusätzlich nochmals ein schlechterer Datenbestand aufgebaut bzw. aus Quellen wie Wikipedia zusammenkopiert.

Nachtrag II: Mittlerweile ging zum Thema literaturportal.de ein offener Brief des literaturcafe.de an Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Wir halten Sie über die Antwort auf dem Laufenden.