Lukas Bärfuss im Interview: Hundert Tage – Buchmesse-Podcast 2008
Mit Lukas Bärfuss treffen wir uns in einem Restaurant außerhalb der Messehallen. Dadurch geriet das Interview zu einem der schwierigsten während der gesamten Messe, denn während des Gesprächs wurden die Nudeln aufgetischt und dampften dem hungrigen Dramaturgen stetig in die Nase. Dem ungeachtet reflektiert Bärfuss scharfsinnig und differenziert über die Notwendigkeit, mehr engagierte Literatur zu wagen. Intellektuelle, ob Schweizer oder nicht, tragen eine Verantwortung, und die heißt: nicht zu schweigen. Wie um diesen Anspruch selbst einzulösen, schrieb Bärfuss seinen ersten Roman über den Genozid in Ruanda. Das reale Grauen, dem an hundert Tagen im Frühjahr 1994 jeder siebte Bewohner des afrikanischen Staates zum Opfer fiel, ereignete sich vor den Augen der Vereinten Nationen.
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