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Stichwort: literaturportal

Alle Beiträge, die von der literaturcafe.de-Redaktion mit dem Stichwort »literaturportal« versehen wurden.

Beitrag vom 7. August 2015 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

literaturport.de ist wieder wie neu

literaturport.de

Kann man einen Beitrag zur überarbeiteten und aufgefrischten Literaturwebsite literaturport.de schreiben, ohne Hafen- und Schifffahrtsmetaphern und ohne Wörter wie »runderneuert« und »generalüberholt«?

Egal: Der preisgekrönte Literaturhafen im Netz wurde frisch renoviert. Grund genug, ihn wieder einmal anzulaufen. Denn im literaturport.de hat eine der bemerkenswertesten Autorendatenbanken festgemacht.

Beitrag vom 26. März 2011 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

litcolony.de: Das Literaturportal der lit.COLOGNE ging leise offline

Leise abgeschaltet: litcolony.delitcolony.de, das Literaturportal des Kölner Literaturfestivals lit.COLONY, ging Ende 2008 mit viel medialem Tamtam und einem genialen Coup online: Keine Geringere als Elke Heidenreich verkündete, sie werde nach ihrem Rausschmiss beim ZDF ihre Sendung »lesen!« Nun im Internet auf litcolony.de fortsetzen.

Doch es lief offenbar nicht so erfolgreich wie geplant: Elke Heidenreich beendete ihr Internet-Experiment offiziell Ende 2009.

Nun wurde vor einigen Tagen die Plattform komplett abgeschaltet.

Beitrag vom 25. Juli 2008 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Auch Bayern bastelt sich ein Literaturportal

Literatur in BayernKultur ist Ländersache. Das ist schon schwer genug. Aufgrund des Proporz’ ist es bereits dort nicht leicht, Kulturprojekte schnell und effizient umzusetzen. Da kämpft Baden gegen Württemberg, Franken gegen Bayern und so weiter

Wie kläglich allerdings die bundesweite Darstellung der Literatur im Internet ausschaut, kann man unter literaturportal.de bedauern. Nachdem die 150.000 Euro an Bundesmitteln verbraucht waren, was dem Angebot wahrlich nie anzusehen war, wird es seit 2 Jahren so gut wie nicht mehr gepflegt und ist zur mahnenden Internet-Ruine öffentlicher Projektarbeit verkommen.

Erfolgreicher war da Brandenburg und Berlin mit dem Literaturport. Von Anfang an etwas pfiffiger konzipiert und vor allen Dingen konsequent und engagiert gepflegt, ist es nachwievor ein ansprechendes Portal über die Literatur in und um die bundesdeutsche Hauptstadt. Zuletzt hat der Gewinn des Grimme Online Awards dem Portal weiteren Auftrieb gegeben.

Und jetzt bastelt auch Bayern an der Darstellung des literarischen Lebens im südlichen Bundesland.

Beitrag vom 11. Juni 2008 | Rubrik: Literatur online, Preise und Wettbewerbe

Grimme Online Award für literaturport.de in der Kategorie »Kultur und Unterhaltung«

Wie früher: SperrfristBeim Literarischen Colloquium Berlin und dem Brandenburgischen Literaturbüro können die Sektkorken knallen: Der Online-Literaturführer für Berlin und Brandenburg literaturport.de gewinnt in diesem Jahr den Grimme Online Award in der Rubrik »Kultur und Unterhaltung«. Der ebenfalls nominierte Lesesaal der FAZ ging leer aus. Obwohl der Literaturport keinesfalls eine sonderlich spektakuläre Website darstellt, ist die Auszeichnung der Berliner auch ein deutliches Signal an das Literaturarchiv in Marbach, dessen staatlich geförderte Literaturruine literaturportal.de daneben noch tiefer absackt.

Das Literarische Colloquium Berlin und das Brandenburgische Literaturbüro haben bewiesen, dass man mit weniger Mitteln ein besseres und jetzt auch ausgezeichnetes Literaturportal erstellen kann. Spätestens jetzt sollte darüber nachgedacht werden, ob es nicht zum neuen offiziellen bundesweiten Literaturportal ausgebaut werden sollte. Glückwunsch!

Überaus peinlich agierte dahingegen erneut das Adolf Grimme Institut.

Beitrag vom 9. April 2008 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Website-Kritik: Das Literaturportal Westfalen

Literaturportal WestfalenJetzt hat auch Westfalen seit einigen Tagen sein eigenes Literaturportal. Unter der Web-Adresse www.literaturportal-westfalen.de soll die Literatur dieser Region vom 15. Jahrhundert bis heute in ihrer Vielfalt präsentiert werden. Träger des Web-Angebots sind die Stiftung Westfalen-Initiative, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Nyland-Stiftung und der mentis Verlag.

Wie präsentiert sich die Literaturlandschaft Westfalen im Netz? Nach dem recht ansprechenden Literaturport aus Berlin-Brandenburg und der desaströsen bundesweiten Internet-Ruine literaturportal.de haben wir einen Blick auf das neue westfälische Angebot geworfen.

Nach dem Aufruf von www.literaturportal-westfalen.de der erste Schock: Das literarische Info-Portal startet mit einer sage und schreibe 5 Megabyte großen Flash-Animation! Ein Website-Einstieg wie aus der Internet-Steinzeit, wobei Modem- und ISDN-Anwender, die trotz DSL nachwievor zahlreich vertreten sind, geschätzte 12 Minuten warten müssten, bis sie diesen überflüssigen Schnickschnack zu sehen bekämen.

Beitrag vom 28. Oktober 2007 | Rubrik: Literatur online, Notizen

literaturportal.de: Wenigstens Walter Kempowski ist tot

Auch auf literaturportal.de ist Walter Kempowski totEin Internetangebot, das sich als »Beitrag zur kulturellen Bildung« bezeichnet und ein »Informationsdienst« sein will, muss ständig und stetig weiterentwickelt und aktualisiert werden. Wer das literaturcafe.de kennt, der weiß, dass wir ständig und stetig daran erinnern, dass literaturportal.de all das nicht ist. Der Betreiber ist kein geringerer als das Deutsche Literaturarchiv in Marbach und der eingangs formulierte Anspruch wurde von Bildungsminister Bernd Neumann in einer Rede und Pressemitteilung aus dem Jahre 2006 erhoben. Vom Ministerium wurde laut dieser Mitteilung ein Zuschuss von 150.000 Euro gezahlt, der dem dilettantisch zusammengeschusterten Projekt nie anzusehen war. Vom Start weg war es ein »bildungspolitischer Unfall«, wie es Wieland Freund in der Welt formulierte. Ein offener Brief des literaturcafe.de, in dem wir den Minister um Stellungnahme baten, sorgte zwar für reichlichen Wirbel bei den Projektbeteiligten, doch Neumann selbst zog es vor, dass Problem nach kohlscher Manier auszusitzen. Der Brief blieb unbeantwortet, was Antwort genug war, denn das Eingestehen von Fehlern zählt nicht zu den politischen Tugenden.

Beitrag vom 29. Mai 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Blick nach Marbach: tot

Seit langem verstorben: literaturportal.deMal wieder routinemäßig auf literaturportal.de geschaut, jenes Internet-Angebot des Literaturarchivs Marbach, das laut Aussage des Kulturstaatsministers 150.000 Euro an öffentlichen Fördergeldern erhalten hat, im Juni 2006 online ging, bereits seit Oktober 2006 redaktionell nicht mehr gepflegt wird und zur Ruine verkommen ist.

Noch im Februar 2007 begründete der Leiter der Direktionsabteilung im Deutschen Literaturarchiv Marbach, Roland Kamzelak, die fehlende Aktualität gegenüber der Stuttgarter Zeitung mit dem Urlaub des Redakteurs. Eine Aussage, die – sagen wir es offen – nichts weiter als eine Notlüge war, da dies bereits im Januar nicht mehr den Tatsachen entsprach. Und da die Stuttgarter Zeitung nicht unbedingt für ihre knallharte Recherche bekannt ist, durfte Kamzelak im gleichen Artikel ohne kritische Nachfrage die Kosten des Projektes auf 20.000 Euro runterargumentieren, und die StZ stellte in einem Kommentar die Frage, woher das literaturcafe.de nur die Zahl von 150.000 Euro habe. Dabei hätte man im Internet nur die Pressemeldung des Ministeriums aufrufen müssen.

Und heute, fast ein Jahr nach der Eröffnung? Keine Veränderung auf der Startseite des Portals. Die letzte Meldung stammt nachwievor vom Oktober 2006. Dass Ingo Schulze im März 2007 den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten hat, ist in seinem Autorenporträt nicht zu lesen. Die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2006, Katharina Hacker, sucht man in der Autorendatenbank vergebens.

So sieht also ein Jahr nach der Eröffnung das Portal aus, das, nach Aussage von Kulturstaatsminister Bernd Neumann, »die deutschsprachige Literatur und literarisches Leben abbilde«.

Beitrag vom 1. März 2007 | Rubrik: Literatur online

Literaturportal kann abgeschaltet werden

Kann in Marbach gezogen werden: der Stecker»Wir haben vielleicht den Fehler begangen, [das Literaturportal] nicht Literaturkalender zu nennen«, so stellte es jüngst Roland Kamzelak fest, der Leiter der Direktionsabteilung im Deutschen Literaturarchiv Marbach (wir berichteten mehrfach). Ein Fehler, der laut Ministerium mit 150.000 Euro an Bundesmitteln gefördert wurde.

Die Kalenderdaten werden jedoch nicht in Marbach gepflegt, sondern vom Kulturkurier in Berlin. Der hat jetzt unter der Adresse www.kulturkurier.de einen eigenen bundesweiten Kulturkalender gestartet. In diesem Kalender sind 1:1 auch die Literaturtermine enthalten, deren Extrakt im Marbacher Literaturkalender angezeigt wird.

Somit braucht man für einen Kalender in Marbach kein eigenes Portal mehr zu betreiben und kann Geld sparen, das der Bund künftig für wirkungsvolle Literaturförderung ausgeben könnte. Wenn man die Aussagen Kamzelaks richtig interpretiert, so ermöglichte die bisherige Förderung immerhin auch, dass der Online-Redakteur des Literaturportals sich offenbar einen viermonatigen Urlaub gönnen kann. Denn auch nach dem jüngsten kritischen Artikel der Stuttgarter Zeitung wurde die Startseite des Portals nicht aktualisiert. Offensichtlich kennt nur der Redakteur das Passwort und ist im Urlaub schlecht erreichbar.

Liebe Marbacher! RUFT! UNS! AN! Die Telefonnummer findet ihr im Impressum. Wir setzen uns in die S-Bahn, kommen zu euch und installieren auf eurem Server WordPress. Für euch machen wir das sogar kostenlos. Und auch das S-Bahn-Ticket zahlen wir. Ehrensache! Dann können alle eure Mitarbeiter – einschließlich Herrn Kamzelak – Minuten später bloggen, und die Texte sind sofort online.

Beitrag vom 8. Februar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Stuttgarter Zeitung zu den Marbacher Literaturportal-Pannen

Stuttgarter Zeitung vom 07.02.2007Die Stuttgarter Zeitung berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe von unserer Kritik am Marbacher Literaturportal. Leider hat man dort die FAZ-Zusammenhänge nicht ganz verstanden und stellt sie verwirrend und nicht korrekt dar.

Neben Zitaten aus unserem Artikel kommt in der StZ auch Roland Kamzelak, der Leiter der Direktionsabteilung im Deutschen Literaturarchiv Marbach, zu Wort. Bemerkenswert ist, dass Kamzelak mittlerweile die Kosten für das Portal mit 20.000 Euro beziffert. Eine Förderung durch das Bundesministerium in Höhe von 150.000 Euro habe es nicht gegeben. Diese Zahl stamme aus einer Vorlage, mit der der Minister das Projekt in einer Pressekonferenz vorgestellt habe. Mittlerweile habe man auf vieles verzichtet.

Beitrag vom 2. Februar 2007 | Rubrik: Literatur online

Börsenblatt über Literaturportale

Börsenblatt 2/2007Selbstverständlich müssen wir noch unserer Chronistenpflicht nachkommen und erwähnen, dass in der Ausgabe 3/2007 des Börsenblatts vom 18. Januar 2007, dem Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel, ein ausführlicher Beitrag über Literaturportale im Web zu finden ist (leider nur in der Ausgabe aus totem Holz, Seite 28). Da’s ja in der Regel etwas dauert, bis das Heft in der Buchhandlung oder Bibliothek jeden erreicht hat, kommt der Hinweis sicher nicht zu spät.

Der Autor Nils Kahlefendt nimmt die Aufregung um literaturportal.de zum Anlass, einmal zu schauen, welche Angebote es denn noch im Netz gibt. Insbesondere geht der Autor der Frage nach, wie sich die großen Portale gegen Blogs und Wikis behaupten, und Kahlefendt hat sich mit einigen Machern unterhalten.

Der Perlentaucher, so ist im Artikel zu lesen, plant eine Neugestaltung des Angebots, um mehr Gewicht auf Kommentarmöglichkeiten für Besucher zu legen. Auch ein Forum sei geplant. Der LiteraturPort hofft, sich nach einer Anschubfinanzierung von 29.000 Euro von Bund und Ländern in drei Jahren selbst zu finanzieren. Literaturkritik will sich durch Online-Abos und Werbung tragen. Das literaturcafe.de (also das Angebot, das sie gerade lesen) versteht sich als Vernetzungsplattform und auch immer mehr als Online-Dienstleister für die Verlagswelt. Joachim Leser vom bluetenleser.de will demnächst – neben dem aktuellen literarischen Fernseh- und Radioprogramm – Licht in den Dschungel der Literaturzeitschriften bringen.

Und in Marbach arbeitet man – wie berichtet – an Machbarkeitsstudien für das große Ganze.

Kahlefendt in seinem Fazit: Reichte es bislang, die einmal gefundene Nische intelligent zu besetzen und fleißig Perlen aus den Inhaltswüsten des Web zu picken, werden Portale ihre Mechanismen, dezentrale Kreativität und Produktivität zu bündeln, künfitg stark verfeinern müssen. Wer dies nicht beherzigt, wird nur allzu schnell seine letzte Ruhe im Cyberspace finden.

Beitrag vom 2. Februar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

150.000 Euro an Bundesmitteln für die Frankfurter Allgemeine Zeitung?

Ein aktueller Screenshot vom 02.02.2007Im Juni 2006 ging www.literaturportal.de online. 150.000 Euro an Bundesmitteln flossen in dieses überflüssige Portal, das das Literaturarchiv Marbach zu verantworten hat. Wir wollten in einem offenen Brief an Minister Neumann wissen, aus welchem Grund dieses Projekt eine solch hohe Fördersumme erhalten hat, die die Website in keiner Weise widerspiegelt. Der Brief blieb unbeantwortet. In der Tradition von Altkanzler Kohl sitzt der Minister das Problem aus. Allerdings wissen wir, dass unser Brief für einige Aufregung im Ministerium sorgte und der Minister gar nicht mehr gut auf das Portal zu sprechen ist.

Damals sagten wir bereits voraus, dass das Portal schnell zur Ruine werden wird. Ein aktueller Blick auf das Web-Angebot zeigt, dass unsere Prophezeiung schon nach einem halben Jahr eingetreten ist. Es hat sich seit der Eröffnung dort so gut wie nichts getan. Zuverlässig spuckt die Datenbank die aktuellen Autorengeburtstage als Kalenderblatt aus. Der Literaturkalender, der seinerzeit von den Marbacher Machern als eines der Kernstücke des Portals gelobt wurde, nennt für den heutigen Freitag für ganz Baden-Württemberg gerade mal fünf Literaturveranstaltungen – allein vier davon sind Dauerausstellungen.

Beitrag vom 22. Juli 2006 | Rubrik: Notizen

Literaturport gegen Literaturportal

Land gegen Bund»Der Literaturbetrieb hat diesen Sommer was zu lachen, denn es gibt jetzt das Literaturportal«, schreibt Robert Rudolf in der Maerkischen Allgemeinen. Hätte man für den digitalen Witz, den das Literaturarchiv Marbach produziert hat, nicht 150.000 Euro an öffentlichen Geldern grundlos und nahezu unsichtbar versenkt, so könnte man unbeschwerter Lachen. Wir warten zudem nach wie vor gespannt auf das Antwortschreiben von Staatsminister Neumann auf unseren offenen Brief.

Doch die Farce der öffentlich bezuschussten Literaturporale geht weiter. Gestern, am 21. Juli 2006, ging der Literaturport online. Auch das ist ein weiteres Literaturportal im Netz, für dessen Aufbau diesmal nicht Bundesmittel, sondern Landesmittel verwendet wurden. Denn der Literaturport soll hauptsächlich das literarische Leben in Berlin und Brandenburg digital abbilden.

Was findet man dort? Ein Autorenlexikon. Wie beim Marbacher Portal. Veranstaltungen. Wie beim Marbacher Portal. Hördateien mit Lesungen. Wie beim Marbacher Portal. Eine Übersicht über Preise und Stipendien. Wie beim Marbacher Portal.

Die Macher des bundesweiten Literarturportals kopierten oder kauften für 150.000 Euro überflüssigerweise nur das zusammen, was es ohnehin schon im Netz gab.

Und kopiert man in Brandenburg nun den Marbacher Dilettantismus, um noch einmal wertvolle und an anderen Stellen sinnvoller eingesetzte Gelder der Literaturförderung ins Netz zu blasen?

»Die haben bei uns abgekupfert.« So zitierte die Maerkische Allgemeine den Leiter des Literarischen Colloquiums am Berliner Wannsee (LCB), der den Literaturport entwickelte. Mit Landesmitteln will er daher gegen die Bundesmittel kämpfen und die Marbacher platt machen. Die Maerkische Allgemeine berichtet, dass Bayern und Sachsen-Anhalt schon angeklopft hätten. In fünf Jahren soll der deutschsprachige Raum nach dem berlin-brandenburgischen Konzept vernetzt sein.

Ja, man könnte in diesem Sommer wirklich laut lachen. Vor allen Dingen bei den kleinen Literaturzeitschriften, denen die öffentlichen Zuschüsse gekürzt oder gestrichen wurden. In den öffentlichen Büchereien und Bibliotheken, die mangels öffentlicher Gelder geschlossen werden, bei den vielen anderen privaten und ehrenamtlichen Literaturangeboten im Internet, denen nun Bund und Länder mit Steuergeldern Konkurrenz machen. Doch das Lachen klingt mehr nach Irrenhaus, denn nach Vergnügen.

Schaut man sich den Literaturport näher an, so lässt sich aber in der Tat deutlich erkennen, dass er dem bundesweiten Literaturportal qualitativ überlegen ist. Während das Marbacher Literaturportal die Daten lieblos und mit einer hohen Fehlerquote zusammengetragen hat, sind Darstellung und Aufbau des Literaturports wesentlich solider. An kleinen Details merkt man, dass man sich bei diesem Portal wirklich Gedanken gemacht hat. Die Wettbewerbe sind beispielsweise nach Ablaufdatum in Tagen geordnet. Und klickt man auf die Detaildaten, so merkt man, dass dort tatsächlich welche vorhanden sind. Während die Marbacher Meister des Copy-and-Paste bei den Fördereinrichtungen und Wettbewerben gerade mal die Selbstbeschreibungen der Veranstalter übernommen haben, sind die Infos beim Literaturport detaillierter und strukturierter aufgebaut. Hier hat man sich tatsächlich Gedanken über die Zielgruppe gemacht hat, die natürlich wissen will, an welchem Wettbewerb aktuell die Teilnahme noch lohnt oder für welche Stipendien man sich bewerben sollte. Ein sehr schöner Service.

Und auch die Gestaltung und der Zugriff auf die Regionen oder den Literaturkalender sind beim Literaturport gut gelöst. Doch bei den Inhalten hat auch dieser Kalender (noch?) nicht allzu viel zu bieten. Bei den wenigen Veranstaltungen finden sich aber durchdachte Details wie Links zu Routenplanern und vollständige Angaben zum Veranstalter und kein Kraut- und Rübensalat wie beim Literaturportal, das hier offensichtlich nicht mal auf Datenbanken zurückgreift.

Natürlich stellt sich auch beim Berlin-Branenburger Literturport die Frage, wie lange man diese Qualität durchhalten kann. Denn Qualität kostet Geld. Ein sich durch die Veranstalter selbst befüllender Veranstaltungskalender ist naives Wunschdenken. Ohne Redakteure, die den Daten ständig nachlaufen müssen, kann ein solches Angebot nicht betrieben werden. Ebenso sind gut strukturierte Datenbanken sinnvoll, die man in Berlin-Brandenburg anscheinend hat, in Marbach jedoch nicht.

Vor die Entscheidung gestellt, was man den tun sollte, um zu verhindern, dass weiterhin überflüssige Gelder verjubelt werden, so sollte man keine Kampfansage »Mit Landesmitteln gegen Bundesmittel« machen, sondern nach Durchsicht beider Angebote den Marbachern empfehlen, keinen weiteren Euro in ihr maues Literaturportal zu investieren, sondern die bundesweiten Daten, so sie überhaupt korrekt sind, ins Brandenburger Angebot zu übertragen und ihnen vielleicht auch noch das al im Domainnamen zu überlassen, um dann gemeinsam alles daran zu setzen, die Daten umfangreich und aktuell zu halten.

Aber das wird natürlich nicht passieren, denn zu unüberbrückbar sind die Animositäten zwischen Bund und Ländern. Außerdem müsste man sich am Marbacher Literaturarchiv dann selbst eingestehen, dass man sich mit dem Literaturportal extrem geschadet hat und ein Teil des ansonsten guten literarisch-dokumentarischen Rufes leichtfertig verspielt hat. Von den 150.000 Euro Bundesmitteln ganz zu schweigen.

Vielleicht wäre das aber wirkliche Größe. Ob man sie in Marbach hat?

Ach übringens: Die Adresse literaturpo.de ist aktuell noch frei!

Nachtrag/Presseschau:
Weitere online verfügbare Artikel über Literaturport und Literaturportal
Frankfurter Rundschau: Die FR weiß, dass der Literaturport einen Zuschuss von 23.000 Euro erhalten hat. Auch dort stellt man fest, dass der Literaturport auf den ersten Blick besser ausschaut als das Marbacher Portal. Als amüsant und absurd wird der Regionalbezug des Literaturport bezeichnet, der insbesondere bei “überregionalen” Schriftstellern wie Kafka jede allgemeinen Info ausklammert.
Die Welt: “So wird’s gemacht”, ruft Wieland Freund in der Welt den Marbachern zu. “Der Literaturport kommt einem doch vor wie ein lautes Ätsch”. Freund ist voll des Lobes für den Literaturport und berichtet, dass man in Marbach nun alles neu und anders machen will, wozu es aber wahrscheinlich schon zu spät sei.
FAZ: Sebastian Domsch fasst den Vergleich der beiden Portale gut zusammen: Nicht nur die zwei Buchstaben zeigen: Weniger ist oft mehr.

Beitrag vom 27. Juni 2006 | Rubrik: Notizen

Bildungspolitischer Unfall literaturportal.de

BildÜber das neue, vom Marbacher Literaturarchiv betriebene Angebot literaturportal.de hatten wir in einer früheren Notiz bereits vor der offiziellen Eröffnung ein vernichtendes Urteil gefällt.

Jetzt, nachdem das Portal offiziell auf einer Pressekonferenz des Kulturstaatsministers vorgestellt wurde, offenbart sich das ganze Desaster des Projekts.

Joachim Leser vom Blütenleser hat das Portal bereits sehr deutlich als das bezeichnet, was es am Ende geworden ist: digitaler Mist unter Schirmherrschaft der Bundesregierung.

Natürlich wird eine solche Kritik, wenn sie vom Betreiber eines anderen Literaturportals kommt, gerne mit Hinweisen wie “purer Neid” abgetan.

Wie wohltuend ist es daher, dass auch Wieland Freund in der Welt das Portal als “bildungspolitischen Unfall” bezeichnet.

Nun muss man zunächst auch wissen, dass dieses Portal eine Förderung von 150.000 Euro durch die Bundesregierung erhalten hat, sodass davon auszugehen ist, dass die Gesamtkosten des Projektes noch weitaus höher sind.

Wie wir schon in unserer Notiz festgestellt haben, wurde dafür ein Angebot geschaffen, dessen Inhalte bereits an anderer Stelle im Netz existieren und zumeist in qualitativ besserer Form anzutreffen sind.

Leser wie Freund kritisieren daher hauptsächlich die inhaltliche Qualität des Literaturportals. Freund bemängelt, dass es ohne Redaktion ohnehin keine Qualität geben kann und weist darauf hin, dass man sich für die Autorenporträts ohnehin im größeren Umfang bei der Wikipedia bedient hat. Ein Umstand der nebenbei bemerkt ohne Quellenangabe auch nicht rechtmäßig ist.

Allerdings ist es müßig, auf die vielen Fehler und Unzulänglichkeiten des Portals hinzuweisen*. In der Regel dienen öffentliche Projekte wie das Marbacher Literaturportal ohnehin meist nicht dazu, inhaltlich zu überzeugen. Die entsprechenden Fördergelder werden üblicherweise in Personalstellen umgesetzt, die für andere Dinge zum Einsatz kommen.

Das Resultat literaturportal.de ist somit exemplarisch, denn am Schluss – wenn der Geldgeber nachfragt, was denn nun aus dem Geld geworden ist – kopiert oder kauft man sich noch schnell bereits bestehende Inhalte zusammen. Am Ende steht dann eine erfolgreiche Pressemeldung des Geldgebers, wie auch hier geschehen.

Daher geht es nicht darum, dass das Geld bei anderen Portalen besser aufgehoben wäre und man mit dieser Summe beispielsweise das literaturcafe.de über Jahre hätte betreiben können, sondern dass all die Dinge, die qualitativ schlecht im literaturportal.de zusammengeschustert wurden, bereits in weitaus besserer Qualität und ohne staatliche Förderung existieren. Daher wird mit einem solchen Portal keine Literaturförderung betrieben, sondern es besteht vielmehr die Gefahr, dass ehrenamtliche und privatwirtschaftliche Initiativen zerstört werden.

Zum Glück wird sich Qualität durchsetzen und wenn das Literatuportal auf dem jetzigen Niveau bleibt, so wird es bereits in wenigen Monaten eine der vielen ungepflegten Ruinen im Internet sein. In diesem Fall wäre das zu hoffen, denn weiteres Geld zu investieren, würde die Dinge nur verschlimmern.

So bleibt uns nur, das zu wiederholen, was wir bereits in unserer ersten Notiz zum Thema vermerkt hatten: Was hätte man mit diesem Geld nicht alles Sinnvolles machen können! Wie hätte man nicht bereits bestehende Initiativen stärken können! Nicht nur im Internet, sondern auch außerhalb. Denken wir nur an die vielen Bibliotheken, die landauf landab geschlossen werden. Dass notwendige und wichtige staatliche Fördergelder für Literatur in solchen Projekten versenkt werden, ist mehr als traurig.

Wolfgang Tischer, literaturcafe.de

* Nachtrag: Auch hier ist die Antwort aus Marbach exemplarisch für die Reaktion öffentlicher Betreiber auf Kritik. In der Regel bedankt man sich bei den Kritikern für die Hinweise inhaltlicher Art und verspricht, diese Fehler schnell zu korrigieren. So findet sich nun im Bereich mit den Autoreninfos der folgende Text: Wir danken all unseren Lesern und Benutzern für ihre Kritik und Zustimmung nach dem Start des Literaturportals. Kritische Hinweise betrafen vor allem die Autorenbiografien. Wir nehmen Ihre Vorschläge und Anregungen gern in die Redaktion unserer Artikel auf und bitten unsere Leser, uns auch weiterhin mit wacher und kritischer Aufmerksamkeit zu begleiten. Im Sinne eines verbesserten Service haben wir damit begonnen, die Autorenportraits mit dem elektronischen Katalog des Deutschen Literaturarchivs Marbach (Kallìas) zu verknüpfen, so dass Sie von den Biografien auch Zugang zu unserem Archiv und zu unserer Bibliothek finden.

Anders gelesen bedeutet dies, dass das Literaturarchiv nicht in der Lage war, von Anfang an fehlerfreie Infos bereitzustellen. Wahrlich kein Ruhmesblatt, wenn das Literaturarchiv nun die Besucher der Website um “Vorschläge und Anregungen” bitten muss.

Dass das hausinterne Archiv von Anfang an nicht mit dem Literaturportal verbunden war, zeigt zudem, dass hier Synergien nicht genutzt wurden und Konzeption und Projektbeirat versagt haben. Mit den Projektmitteln wurde also laut Aussage aus Marbach zusätzlich nochmals ein schlechterer Datenbestand aufgebaut bzw. aus Quellen wie Wikipedia zusammenkopiert.

Nachtrag II: Mittlerweile ging zum Thema literaturportal.de ein offener Brief des literaturcafe.de an Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Wir halten Sie über die Antwort auf dem Laufenden.