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Stichwort: hype

Alle Beiträge, die von der literaturcafe.de-Redaktion mit dem Stichwort »hype« versehen wurden.

Beitrag vom 11. März 2009 | Rubrik: E-Books

Warum das eBook 2009 einen Hype erlebt, obwohl es 2003 bereits tot war

SONY PRS-505Im September 2003 stellt die US-amerikanische Buchhandelskette Barnes & Noble den Verkauf von elektronischen Buchdateien – den sogenannten eBooks – ein. Der Betrieb der Plattform lohnt sich nicht mehr. Die Firma Microsoft, die mit dem »Reader« eine Software auf den Markt gebracht hatte, die jahrelang Bestandteil jedes windows-mobile-basierten PDAs war, entwickelt das Programm seit Juni 2003 nicht mehr weiter. Der eBook-Pionier Gemstar, der seinerzeit das Lesen von eBooks auf dem sogenannten RocketBook revolutionieren wollte, stellt ebenfalls 2003 den Verkauf der Geräte ein.

Das eBook war 2003 tot. Der Hype ums Lesen auf batteriebetriebenen Geräten war kurz nach der Jahrtausendwende beendet. Vorbei die Galaveranstaltung eines eBook-Awards in der Frankfurter Oper.

Doch dann kam alles anders, denn dann kam Amazon und brachte im Herbst 2007 mit dem Kindle plötzlich wieder ein neues Lesegerät auf den Markt. Und der eBook-Hype begann erneut. Hier klicken und weiterlesen »

Beitrag vom 6. Februar 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Warum Twitter bei Verlagen und Buchhandlungen nicht funktionieren wird

Artikel von Wolfgang Tischer über Twitter auf boersenblatt.netEine neue Sau wird von den PR- und Marketingberatern durchs digitale Dorf getrieben: Twitter! War vor zwei Jahren Second Life noch das Nonplusultra, um neue Kunden zu gewinnen und nicht vollkommen von der modernen Welt, ja der Zukunft schlechthin abgeschnitten zu sein, so ist es nun Twitter. Und davor war es das Bloggen, das speziell für Verlage und Buchhändler ein tolles, neues und unmittelbares Instrument darstellen würde, um zu hören, was der Kunde wirklich will.

Und jetzt also ist Twitter der neue Hype. Twitter, so erzählt ein PR-Experte dem Börsenblatt, sei ein »neuer Weg der Zielgruppenansprache«, ein »guter Ausgangspunkt für Word-of-Mouth-Kampagnen« und schlechthin der hippe Kanal, um einen »echten Dialog« mit dem Kunden zu führen. Viele Buchhändler und Antiquare waren offenbar jahrelang in dem Irrglauben, dass sie dies im eigenen Laden tun würden.

Hier klicken und weiterlesen auf boersenblatt.net »

Beitrag vom 11. September 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Second Life: Was bleibt nach dem Hype? Lesung und Diskussion mit dem Buchautor Jörg Reichertz

Jörg Reichertz aka JoergPaul RodenbergerDie Veranstaltung findet statt am Donnerstag, 13.09.2007 um 20 Uhr auf der Lesebühne des Literatur-Cafés in Second Life

Selten zuvor wurde ein Thema so gehypt wie die digitale Parallelwelt »Second Life«. Egal ob SPIEGEL oder Tagesthemen, FOCUS oder Stern TV, alle berichteten euphorisch, und für viele galt SL als Zukunft des Internet.

Und selten zuvor war ein Thema so schnell »durch« wie Second Life. Erstmals mussten die Betreiber der digitalen Welt unlängst einen Rückgang der Nutzer verkünden – speziell der zahlenden. Ist also alles vorbei? War es, wie Wolfgang Tischer in einem Interview mit dem Buchreport meinte, nur ein Thema, das die Agenturen erfunden haben, »um den Kunden dort eine unnötige Präsenz zu verkaufen«?

Wir wollen dies am kommenden Donnerstag, 13.09.2007 um 20 Uhr mit dem Journalisten und Buchautor Jörg Reichertz diskutieren. Reichertz, dessen Alter-Ego in Second Life JoergPaul Rodenberger lautet, schrieb den Reiseführer »Second Life – Entdecke alle Möglichkeiten« (Smartbooks, Edition CHIP) und ist ein ausgezeichneter Kenner der virtuellen Welt.

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Beitrag vom 9. März 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

»Ein von den Medien aufgeblasener Chatraum mit Animation«

Noch im Bau: Der Online-Shop von BOLMan darf vom Newsletter der Frankfurter Buchmesse sicherlich keine journalistische Qualität erwarten. Schließlich schreibt man dort Pressemeldungen der Verlage ab und verkauft sie, als habe sich die Redaktion des Newsletters tatsächlich beispielsweise in Second Life umgesehen, um Verlagen und Autoren Marketingmöglichkeiten aufzuzeigen. Wäre man wirklich dort gewesen, so würde man nicht schreiben, dass die Hörlounge des DAV im NEON-Club zu finden sei. Das stand zwar in der Pressemeldung, stimmt aber nicht mit der fiktiven Wirklichkeit von Second Life überein. Wäre man dort gewesen, hätte man’s gemerkt.

Demnächst eröffnet auch die zum Douglas-Konzern gehörende Online-Buchhandlung BOL einen virtuellen Shop in Second Life. Aktuell wird noch fleißig gebaut. Die Eröffnung ist für den 16. März geplant. Wir waren heute schon einmal dort und haben bei den Bauarbeiten zugesehen. Interessant und bemerkenswert, dass man den BOL-Shop mit eigenen Mitteln und Mitarbeitern verwirklicht, denn für die Umsetzung ist der hauseigene Web- und Grafikdesigner zuständig, der sich die Baukenntnisse selbst beigebracht hat. So versenkt wenigstens BOL keine weiteren externen Mittel in der digitalen Welt.

Ganz anders die Europäische Union, die offensichtlich demnächst Steuergelder für den digitalen Mumpitz ausgegeben will. Gebt doch statt dieser Spielerei jedem EU-Bürger ein Eis aus, empfiehlt zu Recht medienrauschen.de.

Zum Glück gibt es beim Handelsblatt noch Journalisten, die sich nicht an der medialen Sexorgie beteiligen. Thomas Knüwer schreibt in seinem Weblog über das wahre Leben im zweiten: Auch wenn die Firmen auf die sparsam vorhandene mögliche Kundschaft zugehen, die sich angeblich in Second Life tummeln soll: Je näher sie auf die Konsumenten zugehen, desto schneller hauen die ab. Die meisten Firmenvertretungen sind ganztägig leergefegt und bieten ein traurig-peinliches Bild. … Damit will ich nicht sagen, dass Second Life nicht ohne Faszination ist. Aber letztendlich ist es ein von den Medien aufgeblasener Chatraum mit Animation.

Beitrag vom 5. März 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Brave New World: Die repetitive Banalität von Second Life

Tote Hose in der Hörlounge: Der DAV in Second LifeWer derzeit in den Medien nur die Berichte über die digitale Parallelwelt Second Life liest ohne sie einmal gesehen zu haben, der könnte den Eindruck gewinnen, dort etwas zu verpassen. Dass dem zum Glück nicht so ist, darüber haben wir bereits in unserer letzten Podcast-Folge gesprochen. Second Life ist ein typisches Hype-Thema, wie es sie in den Zeiten der sogenannten New Economy zahlreich gab. Dennoch kann es hilfreich sein, diesen Hype auch als Autor oder Verlag zu nutzen, um auf die eigenen Bücher aufmerksam zu machen. Auch hierzu haben wir Tipps in unserer letzten Podcast-Folge gegeben. Der Hörbuchverlag DAV ist ein gutes Beispiel dafür, wie weit Schein und Realität tatsächlich auseinanderliegen.

Einen sehr guten Eindruck, wie langweilig und banal diese Pixelwelt tatsächlich ist, gibt die britische Autorin Jenny Diski in einem ausführlichen Bericht, den sie für die NZZ geschrieben hat: »Second Life« ist nichts als Wiederholung. Es ist eine virtuelle Welt des Kaufens und Verkaufens, von Konsum und Profit, üppigem Dekor und politischer Apathie. Was Sie in dieser alternativen Welt kriegen, sind Kasinos, Stripteaselokale, Häuser, Wohnaccessoires, Kleider, Schmuck, Autos, Motorräder und Läden, in denen all diese Dinge an Cartoon-Figuren verkauft werden; Figuren, die ihre realen Besitzer repräsentieren und in Häusern auf dem virtuellen Land «leben», das sie gekauft haben, ihre Interieurs herausputzen, ihre Kleider, Frisuren und Schmuckstücke wechseln, ihre Autos fahren, in den Kasinos spielen und nackte Go-go-Girls beglotzen – vielmehr weibliche Cartoon-Figuren, die ihre gepixelten Brüste und Schamteile nach altbewährter, routiniert-lüsterner Manier darbieten. Bildung gibt es auch. Tutoren erklären, wie man aus Pixeln Dinge machen kann, und amerikanische Colleges offerieren Kurse für ihre zahlungspflichtigen Studenten. Von Sokrates in der Agora allerdings keine Spur.

Kritiker werfen solchen Berichten zwar immer wieder vor, die Faszination von SL erschließe sich nicht nach einmaligem Herumwandeln, sondern beginne meist erst dann, wenn man dort Grundbesitz erwerbe und beginne, sein eigenes digitales Heim zu bauen. Erst wer dort also Geld ausgibt, hat die Chance glücklich zu sein. Brave New World!

Beitrag vom 4. März 2007 | Rubrik: Podcast

Der gespenstische Erfolg eines Zombie-Podcasts

Gone with the Wind: Pole PoppenspälerSeit Wochen ist der Hörbuch-Podcast »Pole Poppenspäler« von Theodor Storm ganz oben in den Charts bei iTunes zu finden. Bis in die Top-10 im Bereich Kunst hat er es zeitweise gebracht und wird sogar von der iTunes-Redaktion als »neu und beachtenswert« eingestuft.

Beachtenswert ist dieser Podcast allerdings, denn: es gibt ihn nicht! Die Website zum Podcast verweist auf ein »Datei nicht gefunden« und die MP3-Dateien sind ebenfalls nicht vorhanden. Und das seit Wochen! iTunes verzeichnet eine von »Waltraud« erstellte 19 Minuten lange Episode, die es nicht gibt.

Dass dieser literarische Zombie-Podcast dennoch seit Wochen unter den Top-Podcast zu finden ist, ist leider ein weiterer Beleg dafür, dass man den angeblichen Erfolgen des Mediums Podcasts sehr misstrauisch begegnen sollte.

Vor drei Wochen haben wir übrigens Apple bereits das erste Mal auf diesen Umstand hingewiesen. Aber untote Puppenspieler leben scheinbar lang.

Nachtrag vom 11. März 2007: Zwischenzeitlich ist die Podcast-Leiche aus iTunes entfernt worden.