
Foto: Birgit-Cathrin Duval
Elke Heidenreich hätte man Vieles fragen können: Warum sie mit »lesen!« im Internet aufhört und was aus der Geschichte mit jenem dubiosen Zuschussverlag geworden ist, der ihren Namen zum Kundenfang missbraucht hat.
Doch da wir mit Autoren sprechen, befragen wir heute Elke Heidenreich als Autorin. Gleich bei zwei Verlagen ist sie auf der Messe präsent: Da ist ihre Musik-Editon bei C. Bertelsmann und ihr neuer Roman »Alte Liebe«, den sie zusammen mit Bernd Schroeder geschrieben hat. Wir haben das Autorenteam am Hanser-Stand getroffen.
Die häufigste Frage, die den beiden zum Roman gestellt wird, ist die nach dem autobiografischen Anteil, die Leser und Journalisten immer gerne stellen. Ein Buch über ein älteres Ehepaar, über Lore und Harry, ist das die Geschichte von Elke und Bernd? Natürlich nicht. Daher stellen wir die Frage an die beiden Buchmarkt-Profis anders? Hemmt das Wissen, dass diese Frage unweigerlich kommen wird und alle das Buch für »wahr« halten werden, nicht beim Schreiben des Romans?
Und überhaupt: Wie schreibt man denn gemeinsam an einem Roman? Klappt das nur, wenn man wirklich als Ehepaar lange genug zusammengelebt hat und genau weiß, was der andere denkt?
Elke Heidenreich, Bernd Schroeder: Alte Liebe. Gebundene Ausgabe. 2009. Hanser. ISBN/EAN: 9783446233935. EUR 17,90 (Bestellen bei Amazon.de)
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Foto: Birgit-Cathrin Duval
Immer noch ist Thomas Glavinic verwundert darüber, dass viele Leser das wirklich glaubten, was er in seinem letzten Roman »Das bin doch ich« geschrieben hat. Dabei war es nur eine Satire über das Literatenleben. Vielleicht hätte er seinen Ich-Erzähler nicht Thomas Glavinic nennen sollen. Aber dann, so Glavinic im Gespräch, hätte der Roman nicht funktioniert.
Sein neues Werk »Das Leben der Wünsche« ist wieder traditioneller erzählt. Ein Roman, der Protagonist und Leser in dunkle Abgründe reißt. Und alles nur, weil sich die Wünsche der Hauptperson auf mysteriöse Weise plötzlich erfüllen.
Wollte Glavinic den Märchen-Mythos der berühmten drei Wünsche entzaubern? Nein, sagt Glavinic, darum sei es ihm nicht gegangen. Märchen konnte er nie leiden. Er wollte herausfinden, welche Katastrophen entstehen, wenn sich nicht nur die bewussten, sondern auch die unbewussten Wünsche erfüllen.
Kaum ein deutschsprachiger Autor ist wandlungsfähiger als der in Wien lebende Thomas Glavinic. Daher lautet die Antwort auf Frage, ob demnächst von ihm wieder ganz was anderes zu erwarten sein wird, nur kurz: »Ja.«
Thomas Glavinic: Das Leben der Wünsche. Gebundene Ausgabe. 2009. Hanser Belletristik. ISBN/EAN: 9783446233904. EUR 21,50 (Bestellen bei Amazon.de)
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Buchbegeisterte Menschen kennen Juli Zeh und Ilija Trojanow als Romanautoren. Da ist beispielsweise Trojanows preisgekrönter Roman »Der Weltensammler« oder Juli Zehs Werke »Schilf« und »Adler und Engel«.
Für ein besonderes Projekt haben die beiden jetzt zusammengearbeitet. »Angriff auf die Freiheit« heißt das Buch, das bei Hanser erschienen ist. Ein Projekt, dessen Ursprung gewissermaßen im Stuttgarter Literaturhaus liegt, denn für eine Essay- und Veranstaltungsreihe schrieb Trojanow den Beitrag »Mit Sicherheit in den Untergang« über die bedenkliche Zunahme staatlicher Kontrolle und Überwachung. Die Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh, so die Legende der beiden, las den Beitrag in der Stuttgarter Zeitung, und aus einem eMail-Wechsel heraus entwickelte sich die gemeinsame Arbeit an diesem Buch und an einem Thema, das beiden gleichermaßen wichtig ist: die schleichende Aushöhlung demokratischer Grundwerte durch die Überwachungs- und Datensammelwut des Staates und der Wirtschaft. Hier klicken und den vollständigen Text lesen »
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In einer wunderbar leichten und doch präzisen Sprache erzählt Norbert Gstrein in seinem Roman von zwei Menschen, die kurz vor dem drohenden Krieg zwischen Serben und Kroaten nach Jugoslawien zurückkehren. Die eine, Marija, sucht den Ort ihrer Kindheit, der andere, »der Alte«, ein Faschist, der Jahre in Argentinien zubrachte, sieht seine Stunde gekommen und den Kommunismus endgültig am Boden. Erneut will er in den Krieg ziehen. Die beiden sind Tochter und Vater, doch glaubte Marija all die Jahre, dass ihr Vater bereits nicht mehr am leben sei.
Und dann ist da nach Ludwig, ein ehemaliger österreichischer Polizist, der nach einem tragischen Zwischenfall seinen Dienst quittiert hat und nun beim »Alten« als eine Art Söldner anheuert und zum Vermittler und Boten zwischen Vater und Tochter wird.
Im Buchmesse-Podcast erzählt der Österreicher Norbert Gstrein, wie er Personen und Handlung entwickelt hat und warum für ihn die »unreinen« und nicht perfekten Geschichten eigentlich die viel interessanteren und besseren sind.
Norbert Gstrein: Die Winter im Süden. Gebundene Ausgabe. 2008. Hanser Belletristik. ISBN/EAN: 9783446230484. EUR 19,90 (Bestellen bei Amazon.de)
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Die Zeitschrift Cicero veröffentlicht in ihrer April-Ausgabe 2008 eine Liste der 20 wichtigsten Verlage. Die Liste ist auch im Internet einsehbar. 20 Literaturexperten wurden gebeten, die ihrer Meinung nach drei wichtigsten Verlage zu benennen, aus denen die 20 Top-Verlage ermittelt wurden. Unter den Experten sind Feuilletonchefs großer Tageszeitungen, Literaturhausdirektoren und Leute wie Denis Scheck (druckfrisch) und Wolfgang Herles (aspekte).
Platz 1 der Liste verwundert nicht und ist absolut berechtigt: es ist der Hanser Verlag aus München. Erfreulich – und vielleicht gar nicht mal so erstaunlich -, dass es sich hierbei nicht um einen Konzernverlag handelt. Platz 2 geht an den S. Fischer Verlag. Ein Verlag mit Tradition und hervorragendem Buchprogramm. Dass auf Platz 3 nach wie vor der Suhrkamp Verlag steht, hätte man nicht erwartet. Nach den internen Auseinandersetzungen im Verlag, dem Weggang renommierter und wichtiger Autoren ist der Suhrkamp Verlag nicht mehr das, was er einst war. Doch bei den Literaturexperten wirkt offenbar noch die positive Vergangenheit nach.
Bereits auf Platz 4 steht ein Verlag, der der sogenannten Independent-Szene entstammt, also ein kleiner unabhängiger Verlag mit guten Programm: Kookbooks. Es folgen weitere Verlage, die man auf der Liste natürlich erwartet, wie z. B. Rowohlt, Diogenes, C.H.Beck, Kiepenheuer & Witsch, Kein & Aber, Eichborn, Tropen.
Spannend natürlich auch, wer nicht auf der Liste steht. Hier klicken und den vollständigen Text lesen »