Seriöse Verlagsautoren: »Nein, wir zahlen nicht!« (30) Anke: Lieber Michael Stein, weit gefehlt. Ich bin kein Alter Ego von Frau Küppers.... Tom Liehr: Liebe Frau Küppers, die sich wohlig an der Eiche reibende Sau verfügt... Michael Stein: Anke, warum schreibst Du Design Pavoni in Versalien, so wie es Frau...
Bewusstseinsriese und intuitiver Launenmensch – mit Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe trafen einst zwei grundverschiedene Temperamente aufeinander. Ihre ersten Begegnungen gerieten nicht gerade herzlich: »Man müsste ihn penetrieren, ihm ein Kind machen!«, wütete Schiller einmal über seinen Konkurrenten.
Nachdem aber dem Jüngeren klar geworden war, dass hasserfüllter Neid vor allem ihn selbst lähmt, machte er eine Kehrtwende: Schiller entschloss sich zur Freundschaft. Erstaunlicherweise ging seine absichtsvolle Absichtslosigkeit auf. Die innige und zugleich produktive Verbindung der beiden Dichterheroen machte Epoche.
Warum für Rüdiger Safranski die Zeit reif war, an Goethe und Schiller als Freunde zu erinnern? Im Gespräch mit Eileen Stiller verrät er: Diese beiden hätten noch darauf abgezielt, einander wechselseitig zu steigern. Heutzutage aber sei Freundschaft oft nicht viel mehr als ein allzu gemütliches Sofa.
Rüdiger Safranski: Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft. Gebundene Ausgabe. 2009. Hanser Belletristik. ISBN/EAN: 9783446233263. EUR 21,50 (Bestellen bei Amazon.de)
Für Amokläufe gibt es strenge, ungeschriebene Regeln. Diese gelten nicht nur für die Tat selbst, sondern auch für die Reaktionen der Presse, der Politiker, der »Experten« und »der Öffentlichkeit«. Visuell hat sich für einen Amoklauf in den Medien zudem das Bild des langhaarigen weiblichen weinenden Teenys durchgesetzt. Weinende Teenager kostet nach Angaben von w&v zwischen 20 und 100 Euro. Zum Standard gehört mittlerweile auch die Ankündigung der Tat im Internet.
Nach den Ereignissen in Winnenden wird die Schuld erwartungsgemäß bei Computerspielen (»Killerspielen«) gesucht. Dass ein männlicher Jugendlicher Counterstrike auf seinem Rechner hat, dürfte heutzutage mit fast 100%iger Sicherheit der Fall sein.
Dass die modernen Medien schuld sind und dass sie schlimmer eingeschätzt werden als die »alten« Medien davor, ist nichts Neues. Früher galten selbst Bücher als Nahrung für das Böse. Unter dem Titel »Morden mit Goethe, Hesse und Poe?« schrieb Johannes Näumann bereits 2002 über dieses Phänomen einen Artikel für das Literatur-Café. Anlässlich des Amoklaufs in Winnenden haben wir ihn nochmals durchgelesen und festgestellt, dass man nur den Tatort und den Namen des Täters ändern muss. Jetzt können Sie dies im Artikel sogar selbst mit einem Mausklick erledigen. Der Rest ist auch 7 Jahre danach noch topaktuell.
Der von Hermann Hesse in »Klein und Wagner« beschriebene Amoklauf trug sich übrigens in Degerloch zu. Das ist keine 25 km von Winnenden entfernt. Ein Zufall?
Goethe kennt jeder, denken Sie? Erst neulich verschlug es mir in der Filiale einer bundesweiten Buchhandelskette den Atem: Die sympathische Verkäuferin entgegnete auf meine Frage, ob sie nachschauen könne, ob eine Ausgabe des »Werther« vorrätig sei, mit unschuldigem Lächeln: »Schiller… nein, Goethe, oder? Schreibt der sich mit “oe”?« Der Schock sitzt tief. Daher zur Sicherheit die Info: Am 28. August hätte Goethe mit »oe« seinen 258. Geburtstag gefeiert.