Jetzt hat LITERA-Veranstalter Berthold Greif dem Börsenblatt mitgeteilt, dass es eine LITERA 2009 nicht mehr geben werde. Bis zuletzt hatte Greif betont, er plane nach der ersten Veranstaltung auch im kommenden Jahr wieder eine Buchmesse in Linz. Doch da blies ihm schon der Orkan ins Gesicht, denn säumige Mietzahlungen an das Design-Center beschäftigen die Gerichte, und Literaturpreisträgerin Margit Schreiner hat nach Medienberichten ihr Preisgeld immer noch nicht erhalten. Bereits vor der Messe wollte niemand so recht mit Greif zusammenarbeiten und letztendlich blieben öffentliche Fördergelder nahezu aus.
Greif selbst kämpfte und argumentierte bis zuletzt verbissen und gibt die Schuld den anderen. Er spricht u.a. auch hier im Literatur-Café von einem »Leidensweg« und »markanten rechtlichen Unterschieden«. Dass es eine zweite LITERA nicht geben werde, liege auch an einem »inakzeptablen und zutiefst beleidigenden Kampf einiger Medien, die mit unwahren, unrichtigen und verdrehten Schlagzeilen gegen die Litera auftreten«, so Greif in einem Interview mit Boersenblatt.net.
Die Frage, ob die Autoren noch ihre Preisgelder und Honorare erhalten werden, lässt Greif unbeantwortet.
Die erste Linzer Buchmesse LITERA endet so unrühmlich wie alles begann. Wie ORF und Standard berichten, hat das Linzer Design-Center, in dem die Messe im April 2008 stattfand, nachwievor einen Großteil der Miete nicht überwiesen bekommen. Die Sache wurde nun dem Gericht übergeben. Ebenso hat die Autorin Margit Schreiner, die den vom Veranstalter ausgelobten Belletristikpreis erhalten hat, noch keinen einzigen der 5.000 Euro Preisgeld gesehen. Auch Schreiner ziehe laut den Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft vor. Nochmals, so ist im Standard zu lesen, würde sie den Preis nicht annehmen. Ohnehin sei ihr die Sache bereits im Vorfeld »verdächtig« vorgekommen.
Dass der Veranstalter der Messe, die Linzer Kongressgesellschaft mit ihrem Chef Berthold Greif, finanziell auf dünnem Eis unterwegs ist, war bereite im Vorfeld der Messe offensichtlich. Bereits Anfang April drohte der Direktor des Design-Centers damit, die Hallen geschlossen zu lassen, wenn Mietvorauszahlungen nicht erfolgen. Die Reservierung für das Jahr 2009 habe das Center nun definitiv gestrichen, berichten die OÖN.
Eigentlich ist Österreich nur mehr mit der EM beschäftigt, in welcher Form auch immer. Die Literatur und die erste LITERA-Messe in Linz wurden schon fast wieder vergessen.
In meinem Bericht zur Literaturmesse hatte ich seinerzeit beanstandet, dass die Autoren von der Literaturmesse teilweise keine Bezahlung erhalten haben.
Heute nun eine gute Nachricht: Offenbar hat die Stadt Linz nachträglich einen Förderbeitrag für Autorenlesungen von 5.000 Euro bereitgestellt. Das zumindest teilt der Veranstalter der LITERA, die Linzer Kongressgesellschaft, in einer eMail an die Autoren mit.
Demnach erhalten Autoren für eine Lesung von maximal 30 Minuten 75 Euro. Wer eine »große Lesung« von maximal 1 Stunde gehalten hat, darf sich über 125 Euro freuen.
Dieser Schritt ist ein guter und richtiger hin zur langfristigen Etablierung der LITERA in Linz. Natürlich hoffe ich, dass die Honorare in Zukunft noch an die Empfehlung der IG Autoren angepasst werden können.
Seit Anfang Mai 2008 hat die Frankfurter Buchmesse eine neue Website, und es erstaunt zunächst, was da seit letzter Woche unter www.buchmesse.de zu sehen ist.
Wir haben einen Blick auf die neue Website der Messe geworfen und uns mit Marifé Boix-García unterhalten, die als Leiterin der Abteilung eServices der Frankfurter Buchmesse für den neuen Webauftritt verantwortlich ist.
Eine internationale Wirtschafts- und Kulturveranstaltung wie die Frankfurter Buchmesse im Internet abzubilden ist keine leichte Aufgabe. Zielgruppen wie Aussteller, Fachbesucher und Journalisten haben unterschiedliche Anforderungen an eine solche Site. Zahlreiche Kataloge und Datenbanken – vom Ausstellerverzeichnis bis zum Veranstaltungskalender – müssen abrufbar sein. Darüber hinaus ist die Frankfurter Buchmesse ein Service-Unternehmen, das nicht »nur« für fünf Messetage im Oktober zuständig, sondern ganzjährig aktiv ist und die deutsche Buchbranche auf zahlreichen Buchmessen weltweit repräsentiert.
Wenn Zwei bei etwas zusammentreffen, das für Beide das erste Mal ist, dann kann das mitunter schiefgehen. Oder es wird als erfolgreich empfunden, bis spätere Erkenntnisse die Qualität relativieren. Wie ist das nun, wenn eine junge Autorin mit ihrem ersten Buch zum ersten Mal auf der ersten Buchmesse Österreichs unterwegs ist?
Zuerst muss man sagen, dass die Bahnfahrt mit dem ÖBB-Eventticket, welches auch verbilligten Eintritt garantierte (nicht dass lesende Autoren Entritt zahlen hätten müssen), günstig und im deutschen ICE von Wien nach Linz auch sehr komfortabel war. Ungewohnter Luxus irgendwie. Am Bahnhof Linz konnte man ohne Probleme beim »Infopoint« die Buslinie bis zum Design-Center erfragen, praktischerweise gab es gleich drei Buslinien. Der Busticketautomat war da schon etwas unübersichtlicher, allerdings kann man das nicht den Messeveranstaltern anhängen. Die fehlende Werbung hingegen schon. Das erste Buchmesseplakat hing nämlich genau vor der dem Design-Center, das sich etwas hinter einem riesigen, leeren und rundherum begrünten Parkplatz verstecke. Es regnete.
Zu meiner Ankunftszeit, gegen 13 Uhr, war – gelinde gesagt – nicht viel los. Beim Hineingehen war das Erste, was man sah, der lange Stand des August von Goethe Zuschussverlags. Leicht erkennbar am großen »Wir suchen Manuskripte«-Schild. Ob die Autoren wissen, dass von ihrem Geld dermaßen überdimensionale Messestände und vier unterbeschäftigte Standbetreuerinnen bezahlt werden? Wahrscheinlich nicht.
Vom 23. bis 27. April 2008 findet in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz die LITERA statt. Als internationale Buchmesse von Rang war sie angekündigt, als dritte große Buchmesse im deutschsprachigen Raum neben Frankfurt und Leipzig. Neben internationalen Verlagen sollten dort hochdotierte Literaturpreise vergeben werden.
Tatsächlich scheint es jedoch nachwievor fraglich zu sein, ob die Messe überhaupt stattfinden kann, denn die Veranstalter leiden unter akuter Geldnot. Wie die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) berichten, hat der Direktor des Design-Centers in Linz angekündigt, die Tore geschlossen zu lassen, wenn der Veranstalter demnächst nicht das Geld für die Hallennutzung überweist.
Laut Veranstalter belaufen sich die Kosten der Messse auf 522.000 Euro, worin bereits Eigenleistungen im Wert von 254.000 Euro enthalten sein sollen. Bislang gibt es jedoch nur Fördergelder in Höhe von 10.000 Euro. Allein der Eröffnungsgast, der Dramatiker Peter Turrini, soll 3.000 Euro Gage bekommen. Land und Tourismusförderung haben die gestellten Förderanträge zurückgewiesen, wie die OÖN weiter berichtet, da der Buchmesse jegliches Konzept und die Wirtschaftplanung fehle.
Buchmessedirektor Jürgen Boos bemüht sich, die Wogen zu glätten: »Dass die großen Konzernverlage von Holtzbrinck und Bertelsmann nicht auf der diesjährigen Messe ausstellen, ist nicht automatisch das Ende der Frankfurter Buchmesse.« Bertelsmann und Holtzbrinck, zu denen Verlage wie Goldmann, Heyne, Rowohlt und Fischer gehören, hatten heute morgen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt gegeben, dass sie in diesem Jahr an ihren Messeständen keine Bücher ausstellen werden.
Aus Protest vor der zunehmenden Zahl von Raubkopien wollen die Konzernverlage ihre Stände mit leeren Regalen präsentieren. »Wir wissen«, so Bertelsmann-Sprecher Günther Weiß auf der Pressekonferenz, »dass dies auch ein harter Schlag für die Messe ist, jedoch müssen wir zu diesen drastischen Maßnahmen greifen, um den kriminellen Lesern vor Augen zu führen, welche Konsequenzen ihr Tun haben wird.«
Bereits jetzt ist die Zahl der verkauften Bücher auf 42% zurückgegangen. »Wenn sich an der gegenwärtigen Situation mit der zunehmenden Piraterie im Internet nichts ändert, werden Buchautoren über kurz oder lang dazu gezwungen sein, mit dem Schreiben aufzuhören«, so zitiert die Österreichische Zeitung Die Presse die britische Society of Authors.
Anlässlich der Vorgänge in Tibet gerät auch die Gastland-Präsentation Chinas bei der Frankfurter Buchmesse wieder in die Diskussion. 2009 soll sich das asiatische Land auf der Bücherschau darstellen. Darf die Kultur- und Wirtschaftsmesse die Plattform für die Präsentation eines diktatorischen Landes sein, das Andersdenkende blutig niederknüppelt, 1989 beim Tian’anmen-Massaker und aktuell in Tibet?
Bereits im Herbst des letzten Jahres haben wir Buchmessedirektor Jürgen Boos die Frage hinsichtlich der Zensur in China gestellt. »Mit Gästen spricht man durchaus auch über unangenehme Themen«, so Boos damals.
Uwe Wittstock stellt in seinem Kommentar in der WELT die Frage, wie weit dieser Dialog gehen soll. Wittstock: Aber bis zu welcher Grenze, bis zu welcher Zahl von Toten gilt dieses Argument? Werden sich beim Ehrengastauftritt Chinas tatsächlich nicht pekingtreue Tibeter präsentieren dürfen? Oder wird die Buchmesse 2009 eine prächtige Bühne sein für Diktatoren, die bei der Niederschlagung von Regimegegnern vor kaum etwas zurückschrecken?
Die Fragen bleiben einstweilen offen. Vielleicht sind ja bis 2009 die Vorfälle in Tibet auch wieder vergessen.
Wolf Hass ist vor allen Dingen durch seine Romane mit Kommissar Brenner bekannt geworden. Jetzt hat er eine Liebesgeschichte geschrieben. Obwohl so ganz stimmt das nicht, denn den Roman gibt es eigentlich gar nicht. Stattdessen unterhält sich Wolf Haas in seinem Buch mit der Reporterin der “Literaturbeilage” über den Roman. Ein konsequenter Schritt, so Haas im Interview, denn wenn in den Zeitungen sowieso schon alles von der Handlung verraten wird, dann kann man das mühsame Schreiben des Romans gleich überspringen. “Das Wetter vor 15 Jahren” ist ein unbedingter Lesetipp des Literatur-Cafés. Haas, der schon in seinen Brenner-Romanen alles andere als einen konventionellen Schreibstil hatte, schafft es auch mit seinem neuen Buch, den Leser zu überraschen.
Wolf Haas: Das Wetter vor 15 Jahren. Gebundene Ausgabe. September 2006. Hoffmann und Campe. ISBN 3-455-40004-3. EUR 18,95 (Bestellen bei Amazon.de)
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