Gestern war der erste Tag der Leipziger Buchmesse – und Selfpublishing natürlich das Thema. ZDF, dpa, MDR, noch einmal MDR und Deutschlandradio Kultur: So viele Interviewanfragen wie in diesem Jahr gab es beim literaturcafe.de noch nie. In unserer lauschigen Ecke im Digitalen Wohnzimmer löste fast ein Kamerateam das nächste ab. Und dazwischen stand Wolfgang Tischer als Referent und Moderator auf der Bühne der Halle 5. Die Veranstaltungen werden in den Tagen nach der Messe nach und nach als Podcast im literaturcafe.de online gehen für alle, die nicht in Leipzig sind.
Amazon als wichtigste Selbstverleger-Plattform ist in Leipzig allerdings nicht vertreten. Und dennoch versuchte der Konzern gestern Selfpublisher mit enormen Geldsummen zu beeindrucken, die die Selbstverleger verdient haben.
Zum Jahresanfang listet Amazon wieder die meistverkauften Kindle-E-Books des Vorjahres auf.
Es fällt auf, dass Amazon im Vergleich zum Vorjahr offensichtlich den Bewertungsalgorithmus geändert hat, denn es finden sich so gut wie keine 99-Cent-E-Books von Selfpublishern mehr unter den Top100-Büchern des Jahres 2012.
Verlagstitel haben deutlich mehr Gewicht im Amazon-Ranking bekommen, und selbstverlegte E-Books spielen keine bedeutende Rolle mehr.
Wir haben in unsere Log-Dateien geschaut, um herauszufinden, welche Beiträge im literaturcafe.de im vergangenen Jahr 2012 die populärsten waren. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese auch 2012 verfasst wurden. Soweit möglich, zählen wir Mehrfachaufrufe einer Seite durch die selben Besucher nur einmal.
Klare Erkenntnis: Auch das literaturcafe.de wird von amerikanischen Konzernen dominiert. Die meisten Besucherinnen und Besucher suchen nach günstigem Lesestoff fürs Kindle oder wollen wissen, wie man E-Books selbst veröffentlicht. Auch ein Beitrag über Apples iBooks ist ganz oben mit dabei. Lesen wird digital.
Erstaunlich: Platz 3 belegt ein deutscher Klassiker mit tödlichem Ausgang.
Das Team des literaturcafe.de wünscht Ihnen ein glückliches, friedvolles, erfolgreiches und gesundes Jahr 2013!
Anders als andere blicken wir erst auf das vergangene Jahr zurück, wenn es wirklich vorbei ist.
Daher lesen Sie heute am 1. Januar 2013 unseren ganz persönlichen Jahresrückblick 2012.
Zweifelssohne war für uns das vergangene Jahr geprägt durch die sogenannte Urheberrechtsdiskussion, einem Boom des Selbstverlegens mit zahlreichen Podiumsdiskussionen, einem handfesten Skandal und der Suche nach Seegeistern.
Xander Morus gehört nicht zu den Selfpublishern, die ganz oben in Amazons Kindle-Bestsellerliste stehen. Und dennoch verkauft er seine selbstverlegten E-Books stetig und mit Erfolg. Von seinen Erfahrungen hat Xander Morus in diesem Jahr in zwei Beiträgen für das literaturcafe.de berichtet, die auf großes Interesse stießen.
Kurz vor Jahresende wirft der Autor von Horrorgeschichten und Thrillern einen ganz persönlichen Blick auf die Selfpublishing-Szene und wie der Kampf der Selbstverleger um die begehrten Bestsellerränge immer härter wird.
Ja, es war erst in diesem Jahr gewesen – und scheint bereits wieder vergessen. Aber das Thema ist nicht vom Tisch.
»Das Netz 2012« fasst die wichtigsten netzpolitischen Diskussionen als buntes Magazin zusammen. Gleichzeitig ist es die erste Publikation des neuen iRights media Verlags.
Niemand bringt so viele Autoren- und Promi-Namen in einem Text unter wie sie: Barbara Fellgiebel. Regelmäßig schreibt sie über ihre Buchmesse-Impressionen in Frankfurt und Leipzig. Und man muss sich fragen, wie diese Frau das immer alles schafft.
Lesen Sie Barbara Fellgiebels Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse 2012 und erfahren Sie, wo die Autorin überall war, wo Sie nicht waren.
Doch von dieser enormen Veränderung des Buchmarktes merkt man am Messeprogramm nichts. Das Thema Selfpublishing findet quasi nicht statt. Stattdessen versucht die Messe, mit immer mehr Konferenzen und Partnerschaften beispielsweise die Brücke zur Filmbranche und Computerspiele-Industrie zu schlagen, um die »Story« in den Vordergrund zu stellen. Denn auch die Messe weiß, dass die Dominanz der Papierprodukte schwinden wird.
Wenn man jedoch genau hinsieht, findet man zum Thema »Selfpublishing« auf der Messe drei Diskussionsrunden, und Amazon hat erstmals erfolgreiche deutsche Selfpublishing-Autorinnen eingeladen, die Rede und Antwort, aber auch etwas abseits stehen.
Olga Martynova erhält in diesem Jahr den mit 25.000 Euro dotierten Bachmann-Preis bei den Tagen der Deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt. Der Titel Ihres Gewinner-Textes lautet Ich werde sagen “Hi!”.
Weitere Preise gingen an Matthias Nawrat (kelag-Preis, dotiert mit 10.000 Euro), Lisa Kränzler (3sat-Preis, 7.500 Euro), Inger-Maria Mahlke (Ernst-Willner-Preis, 5.000 Euro) und der Publikumspreis in Höhe von 7.000 Euro ging an Cornelia Travnicek. Mehr Infos im Twitterstream des literaturcafe.de und ein Interview mit der Bachmann-Preisträgerin im 6. Teil unseres Video-Podcasts.
Herr Lier! Ich finde Ihre Beiträge hier wundervoll. Ich frage mich nur, ob Sie nicht...B.E. Knoll18.05.13 04:05
Lieber Tom Liehr, Nachdem ich die Normseite vom Literaturcafe für meine Manuskripte verwende, habe ich...Verlagsautorin17.05.13 03:05
Zitat: "(ich habe, um das abermals zu betonen, KEINEN Roman per “Self-Publishing” veröffentlicht)" Korrigiere mich...Angela Charlotte Reichel17.05.13 11:05