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Beitrag vom 6. März 2014 | Rubrik: E-Books, Self-Publishing

Self-Publishing: Kurztexte selbst veröffentlichen und verkaufen – E-Short von BoD im Test

Screenshot: BoD ProduktauswahlDas E-Book hat Self-Publishing populär gemacht. Dabei muss es nicht immer ein Roman sein: Auch kurze Texte lassen sich digital verkaufen.

Self-Publishing-Pionier BoD aus Norderstedt bietet dafür das passende Produkt an. Mit BoD E-Short kann man Kurzgeschichten, Essays oder Blogtexte über nahezu alle Online-Shops verkaufen, verspricht der Anbieter.

Bei einer entsprechenden Preisgestaltung verdient man dabei sogar mehr als bei Amazon – und man erreicht weitaus mehr Leser.

Wir haben E-Short ausprobiert und einem ausführlichen Praxistest unterzogen.

Self-Publishing ist hip

Self-Publishing ist in, Self-Publishing ist hip! Fast täglich erreichen die literaturcafe.de-Redaktion Pressemeldungen zum Thema. Wieder gibt es irgendwo einen neuen Self-Publishing-Dienstleister, ein Verlag bietet nun einen Service für Self-Publisher an oder ein Distributor verkündet, dass die ein oder andere kostenpflichtige Option nun kostenfrei erhältlich sei. Am Klientel der Selbstverleger lässt sich derzeit offenbar einiges verdienen und die Konkurrenz der Anbieter ist groß.

Doch eine Meldung des Dienstleisters BoD ist einen näheren Blick wert. Schließlich kümmert man sich dort bereits seit Ende der 1990er um Selbstverleger, und mit der Print-on-Demand-Technik gab es endlich eine seriöse Alternative zu dubiosen Pseudoverlagen.

BoD ist mit dem Buchgroßhändler Libri verbunden und die Anbindung an den Buchhandel seit jeher ein großer Vorteil. Dennoch rümpfen immer noch einige Buchhändler die Nase, wenn sie eines dieser selbstverlegten Bücher bestellen sollen.

Mit E-Short startet BoD erstmals eine reine E-Book-Veröffentlichungsmöglichkeit. Bislang war dort immer das gedruckte Buch die Basis. Einige Autoren fanden das wenig flexibel.

Eine E-Short-Veröffentlichung darf nicht länger als 144.000 Zeichen, also rund 80 Seiten sein. Das ist keine technische Vorgabe, sondern eine produktstrategische Entscheidung.

Das E-Books kurz sein können, ist nicht neu. Auch Amazon hat bei seinem KDP-Programm keine Mindestlänge für selbst veröffentlichte Digitaltexte: Man könnte auch eine DIN-A4-Seite Text für 99 Euro verkaufen. Allerdings muss man sich auch damit den Leserbewertungen stellen. Ist der kurze Text sein Geld nicht wert, wird es negative Bewertungen geben – und das war’s dann.

Unser Testobjekt: Ein Kurzratgeber über die Normseite

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E-Short richtet sich an Autoren, die beispielsweise eine längere Erzählung veröffentlichen wollen – das wäre auch für Blogger interessant. Ein viel gefragter und informativer Blog-Beitrag kann so zusätzlich als E-Book angeboten werden.

E-Short-Bücher können für einen Preis von 0 bis 299 Euro angeboten werden. Und BoD verteilt sie an mehr oder wenige alle E-Book-Shops, von Amazon über Apple bis hin zu Google. Auch die wichtigen deutschen Plattformen wie thalia.de oder ebook.de sind mit dabei. Als Autor erhält man einheitlich für jedes verkaufte Buch 50% vom Nettoverkaufspreis, also dem Verkaufspreis ohne Mehrwertsteuer.

Vergleicht man das mit den immer wieder zitierten 70%, die man bei Amazon erhält, so sind das 20 Prozentpunkte weniger. Doch bei genauer Betrachtung ist das BoD-Angebot gerade bei niedrigpreisigen E-Books weitaus attraktiver, denn unter einem Preis von 2,68 Euro gibt es bei Amazon nur 35% Tantieme. Plötzlich liegen die Einnahmen via E-Short sogar 15 Prozentpunkte über denen bei Amazon! Das Gleiche gilt dann auch wieder für Preise über 10 Euro, die jedoch für Kurztexte eher theoretischer Natur sein dürften.

Und der Weg über E-Short bietet noch weitere Vorteile: Während bei Amazon für Autoren der minimale Preis bei 99 Cent endet, lassen sich via E-Short auch Texte für 49 Cent anbieten. Das kann gerade bei kurzen Texten ein angemessener Preis sein.

Und nicht nur das: E-Short-Bücher können auch dauerhaft kostenlos angeboten werden – und das über alle Shops hinweg. Wenn es also nur um die Verbreitung statt um das Geld geht, so ist dies ein guter Weg.

Selbstverständlich sind auch die bei Self-Publishern beliebten Rabatt-Aktionen möglich. BoD sorgt dafür, dass an alle Shops der aktuell korrekte Preis übermittelt und die Preisbindung eingehalten wird. Auch andere Elemente des Buches können laut BoD jederzeit kostenfrei geändert werden.

Eine E-Short Veröffentlichung kostet den Autor oder die Autorin einmalig 5 Euro. Verkauft man einen Artikel für 99 Cent, hat man diese Investition nach gut 10 Verkäufen wieder drin. Zur Einführung ist die Veröffentlichung sogar kostenlos.

Nachtrag: Wie BoD am 15. Mai 2014 mitteilte, bleibt E-Short auch nach der Testphase kostenlos, und für eine Veröffentlichung müssen keine Grundgebühren bezahlt werden.

Auch vertraglich beschreitet BoD mit E-Short neue Wege: Erstmals bindet man sich nicht länger an den Dienstleister. Mit einer Frist von vier Wochen kann der Vertrag mit BoD jederzeit gekündigt werden. Nicht möglich ist es, einzelne Shops auszuschließen und selbst zu bestücken.

Was E-Short von anderen Anbietern unterscheidet ist die Konvertierung des E-Books. Dieses wird nicht direkt als Word- oder EPUB-Datei zu BoD hochgeladen, sondern das digitale Manuskript wird in einem Online-Editor im Web-Browser erfasst.

Einen bestehenden Text kann man entweder Kapitel für Kapitel per Copy-and-Paste in den Editor übertragen oder eine EPUB-Datei in den Editor importieren. Da EPUB kein sehr gebräuchliches Format ist, wäre der Import von Word-Dateien wünschenswert. Laut BoD soll dieser noch folgen. In unserem Test auf der folgenden Seite erläutern wir, wie Sie eine EPUB-Datei erstellen. Denn gerade bei Texten mit Bildern ist der EPUB-Import praktischer.

Der Weg über den Online-Editor hat den Vorteil, dass man besser sieht, wie das fertige E-Book ausschaut, sodass man nach der Konvertierung keine bösen Überraschungen erlebt.

Zwischen-Fazit vor dem Test

In 48 Stunden kann man einen kürzeren Text in mehr oder weniger allen Online-Shops veröffentlichen, verspricht BoD. Im Online-Editor sieht man vorab, wie das E-Book aussehen wird, und bei einem niedrigen Preis erhält man höhere Tantiemen als bei Amazon.

Das BoD-Angebot klingt sehr gut. Wir haben E-Short in der Praxis ausprobiert. Unseren Test lesen Sie auf der folgenden Seite.

Kurzratgeber: Alles, was Sie schon immer über die Normseite wissen wollten

Cover: Die Normseite (mit Dokumentvorlage): Was Autoren über die Maßeinheit für Manuskripte wissen solltenIn unserem E-Book-Kurzratgeber »Die Normseite (mit Dokumentvorlage): Was Autoren über die Maßeinheit für Manuskripte wissen sollten« haben wir für Sie kompakt alle Infos zusammengestellt:

  • Wie berechnet man die Länge eines Manuskripts in Normseiten?
  • Welche Rolle spielt die Normseite heutzutage noch?
  • Ist die Normseite eine Dokumentvorlage für E-Books?
  • Welche Schrift und welche Schriftgröße sind korrekt?
  • Was gilt bei Schreibwettbewerben als Einheit?
  • Wie formatiere ich bei einer Normseite Abbildungen, Tabellen und spezielle Texte?
  • Theorie und Abrechnung: Wie viele Zeichen hat die Normseite wirklich?
  • Wie konvertiere ich ein Manuskript korrekt in Normseiten

Zum Lesen des E-Book benötigen Sie kein Kindle-Gerät. Amazon bietet kostenlose Lese-Software für Kindle-Bücher auch für mobile Geräte (iPhone, iPad, Android oder Desktop-PC und Mac an. Einmal erworbene Kindle-Bücher können Sie auf allen Geräten lesen.

Wolfgang Tischer: Die Normseite (mit Dokumentvorlage): Was Autoren über die Maßeinheit für Manuskripte wissen sollten. Kindle Edition. 2014. BoD E-Short für Amazon Kindle (alle Modelle) und die entsprechenden Apps für iPhone, iPad, Android, Mac und PC, 2012. literaturcafe.de.
E-Book für 1,49 Euro bei Amazon kaufen

Das E-Book finden Sie zudem im Apple iBook Store, im Google Play Store und in vielen anderen Online-Shops, wo es E-Books gibt.

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2 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Elli schrieb am 8. März 2014 um 07:38 Uhr

    Danke für diesen ausführlichen Test. Ich habe vor vielen Jahren für meine selbst veröffentlichten Bücher mit BoD begonnen und bin wegen der damals schlechten Vertragsbedingungen und zu hohen Preise zu Amazon (KDP und CS) gewechselt. Dieser Test und die neue Politik voin BoD lässt mich darüber nachdenken, einen neuen Versuch zu starten. Auch wenn ich mit Amazon sehr zufrieden bin, schätze ich die Anbindung an Libri bei BoD.

  2. Elli schrieb am 20. März 2014 um 09:48 Uhr

    Nun, es war einen Versuch wert. Leider funktioniert der Kundendienst bei BoD überhaupt nicht. Auf meine spezifische Mailanfrage zu diesem Artikel habe ich – trotz mehrfachen Nachhakens – auch nach drei Wochen noch keine Antwort von BoD. Falls das dazu führen soll, die gebührenpflichtige teure Hotline zu nutzen, hat es nicht funktioniert. So etwas passiert bei Amazon nicht. Der Service für Autoren dort reagiert sofort und ist stets darum bemüht, seine Selfpublisher glücklich zu machen.
    Damit ist nun BoD für mich gestorben.

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