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Beitrag vom 4. August 2011 | Rubrik: Literarisches Leben, Schreiben, Self-Publishing

Sachbuch: Vergesst Print on Demand und pfeift auf Verlage – selbst ist der Autor!

Buch: Affenmärchen - Arbeit frei von Lack & LederGebhard Borck hat mit »Affenmärchen« ein etwas anderes Wirtschafts-Sachbuch geschrieben.

Einen Verlag dafür hat er nicht gesucht.

Für ihn war von Anfang an klar, dass er das Buch selbst verlegen, bewerben und vertreiben wird.

Für literaturcafe.de hat Gebhard Borck seine Erfahrungen und Ratschläge aufgeschrieben und hier gibt er Tipps, wie man sein Buch erfolgreich selbst verlegt.

In meiner Beratergruppe prüfen wir unser Handeln nach dessen Sinn. So fragten wir uns unlängst auch, wie wir als Autoren von Sach- und Fachbüchern und Fachartikeln arbeiten? Auf Basis dieser Überlegungen gründeten wir die Edition sinnvoll·wirtschaften. Unsere Erkenntnisse über eine zeitgemäße sowie sinnvolle Art und Weise zu veröffentlichen, soll kein gut gehütetes Geschäftsmodell-Geheimnis unserer Edition sein. In diesem Artikel beschreibe ich, was ich auf dem Weg zum selbstverlegten Sachbuch erfahren habe, damit auch Sie zum Autor werden können.

Selbst zu verlegen ist heute kein Problem mehr – aber wie?

In diesem Jahr werden sich erneut viele aufmachen, um uns ihre Gedanken, Tipps und Ratschläge sowie Erfahrungen und Meinungen in Buchform mitzuteilen. Die allermeisten dieser Vorhaben – mehr als 95% – werden, wie jedes Jahr, von den Verlagen abgelehnt. Doch das ist im Zeitalter von Print on Demand kein Problem mehr, da wird man schnell selbst zum Verleger – so die Werbung. Ist es so einfach? Gibt es Stolpersteine? Geht es zeitgemäßer und besser als mit den Print-on-Demand-Dienstleistern – und wenn ja, wie?

Mit meinem Sachbuch Affenmärchen startete ich den Selbstversuch, wie man ganz einfach zum Verleger werden kann. Wo verbergen sich Fallen, welche Erfahrungen und Tipps sind hilfreich und wertvoll?

Warum überhaupt ein Sachbuch schreiben?

Allein die Antwort auf die Frage , warum man ein Sachbuch schreiben sollte, füllt ganze Buchregale. Deshalb hier meine wichtigsten Gründe:

  • Mein eigenes Buch bringt mir berufliche Reputation und Anerkennung.
  • Mit meinem Buch konzentriere ich die eigenen Gedanken, bringe sie auf den Punkt und schaffe somit einen Wert für alle Interessierten.
  • Mein Buch hat mehr Reichweite als jede Visitenkarte oder Werbebroschüre.
  • Potentielle Kontakte und Kunden können sich mit mir und meinen Gedanken auseinandersetzen, können mich prüfen, ohne mich persönlich kennenlernen zu müssen. Das spart ihnen und mir kostbare Zeit.
  • Bestehende Kontakte und Kunden können meine Ideen und Ansätze über mein Buch noch besser verstehen.

Warum (nicht mehr) zu einem Verlag gehen?

Die Antwort, warum man als Sachbuchautor nicht zu einem Verlag gehen sollte, füllt mindestens ebenso viele Buchseiten, wie die auf die Frage: Warum überhaupt ein Buch schreiben? Deshalb hier meine Erfahrungen, die den am häufigsten genannten Pro-Argumenten entgegenstehen:

  1. Aufgreifen und entwickeln der Idee
    Ihre Idee und das dahinter liegende Potenzial für den Markt zu erkennen, sehen Verlage keinesfalls als ihre Aufgabe, dazu haben sie gar nicht die Zeit. Will Ihre Idee überhaupt eine Chance haben, sollten Sie schon selbst ein entsprechendes Exposé – mehr dazu in meinem e-Book »Buch ja – Wie Sie ein professionelles Exposé für Ihr Sachbuch erstellen« – erarbeiten und vorlegen, damit Sie der entsprechende Lektor in der nächsten Programmsitzung empfehlen kann.
  2. Sauberes Lektorat des Buchs
    Das mag für Bestseller-Autoren und Lektoratslieblinge stimmen. Der ganz normale Erstlingsautor macht hierzu recht ernüchternde Erfahrungen. Korrigiert wird professionell, doch auf ein wertvolles und qualitätssicherndes inhaltliches Sparring wartet der Autor vergebens.
  3. Druck, Layout und ISBN
    Annahmen: Der der Verlag organisiert den Druck des Buches, übernimmt das Risiko der Druckkosten, macht ein professionelles Layout, räumt sich meist das Letztbestimmungsrecht beim Titel ein und besorgt ihm eine ISBN-Nummer.
 Von diesen Annahmen sollten auf jeden Fall die beiden Ersten und die Letzte stimmen. Sonst sind Sie bei einem Abstauber aber sicherlich nicht bei einem seriösen Verlag gelandet. Doch schon beim Layout und spätestens beim Titel sind Sie wieder selbst gefragt. Diesmal allerdings nicht nur als Quelle sondern oft als Verteidiger ihrer Inhalte – was deutlich anstrengender sein kann, weil es nichts mehr mit der Freude der inhaltlichen Gestaltung zu tun hat.
  4. Vertriebsunterstützung und Marketing
    Schon während der Bucherstellung werden Sie mit dem Verlag einen regen Austausch darüber haben, welches Verteilernetzwerk Sie selbst mitbringen. Nachdem das Buch dann gedruckt ist, werden Sie es auch dann nicht in den Buchregalen mittelgroßer deutscher Städte finden, wenn es bereits ihr zweites oder drittes Werk ist. Diese Gunst bleibt den vorhersehbaren Verkaufsschlagern vorbehalten. Die Hauptarbeit, Ihr Buch unter die Leute zu bringen, bleibt erfahrungsgemäß bei Ihnen.
  5. Wenn Sie keinen Verlag bekommen, dann eben als Print-on-Demand-Publikation
    Finger weg, denn es ist Ihr Geld! Print-on-Demand-Dienstleister bieten Ihnen eine Menge Leistungen an, die allesamt extra kosten, sei es das Lektorat, die Rechtschreibkorrektur, das Buchlayout oder die Präsentation Ihres Werkes auf Buchmessen. Am Ende all dieser vorab zu bezahlenden Leistungen sind Sie allerdings nicht selbst Verleger Ihres Buches, nein, der Verleger ist der PoD-Dienstleister, und dort liegen dann auch einige Rechte an Ihrem Werk, die sie vielleicht lieber selbst behalten hätten. Außerdem sind die Druckkosten des Buchs so hoch, dass Sie bereits einen hohen Verkaufspreis verlangen müssen, ohne selbst einen müden Euro verdient zu haben. Da werden die 35% – 70% Beteiligung bei der Publikation als E-Book über Amazon geradezu zu einem Lottogewinn.

Nachdem diese Punkte geklärt sind, verfolgen Sie nun anhand meiner Erfahrung mit Affenmärchen, wie es im Eigenverlag geht!

Bevor Sie veröffentlichen

Als Mensch und als Berater hatte ich schon eine ganze Weile die Sehnsucht, meine Gedanken zusammenzufassen und auf den Punkt sowie in eine saubere Argumentationskette zu bringen. Ein Kollege fragte mich in einem Gespräch: »Warum schreibst du nicht ein Buch?« Er selbst hatte bereits zwei Fachbücher geschrieben. Direkt nach der Frage kam der Ratschlag: »Es geht allerdings nicht darum, plump deine Meinung ‘rauszuposaunen. Also wenn du es machst, mach es professionell!«

Am Anfang stand daher weder ein Buchtitel, noch ein wirklich klarer Inhalt, außer der vagen Idee, über Sinnkopplung zu schreiben. Wie bei vielen anderen auch, war es die Sehnsucht, selbst ein Buch zu schreiben, die mich trieb.

Bevor ich allerdings Affenmärchen veröffentlichen konnte, wollte ich es als professionelles Buchprojekt umsetzen. Meine Erfahrungen dabei habe ich in zwei kurzen e-Books zusammengefasst:

Selbst verlegen leicht gemacht!

Nachdem Affenmärchen alle Schritte zu einem professionellen Sachbuch durchlaufen hatte – Autorenpositionierung, Exposé, reflektiertes Schreiben -, stellte sich die Frage nach der Veröffentlichung. Für die Inhalte von Affenmärchen fehlte den Verlagen der Mut, wie sich trotz professioneller Unterstützung durch einen erfolgreichen Literaturagenten herausstellte. Mein Buch wurde nicht etwa wegen seiner Thematik, meines Schreibstils oder anderen sachlich nachvollziehbaren Argumenten abgelehnt. Ihm wurde aus ideologischen Überlegungen die Publikation verweigert. Die Ablehnung lässt sich ungefähr so zusammenfassen: »Die Veröffentlichung des Werks können wir nicht mit unserem Gewissen vereinbaren.« Wackelpudding an die Wand zu nageln ist einfacher, als aus dieser Absage herauszufiltern, was zu ändern sei, um veröffentlicht zu werden. Meine Reaktion: Jetzt erst recht! Und zwar ohne Verlag. Nach der Rücksprache mit meinen Kollegen fanden sich noch folgende weitere Gründe für diesen Selbstversuch.

  • Die Auflagen für Erstautoren sind gering,
  • die Autorenhonorare kaum erwähnenswert,
  • die Reichweite eines durchschnittlichen Erstlingsbuches schafft meine Webseite auch – über die Zeit gesehen vermutlich sogar noch mehr – und
  • die Vermarktung macht maßgeblich der Autor über sein Netzwerk selbst.

Für mich liest sich die Bilanz einer Verlagsveröffentlichung dann so: Der Autor schreibt das Buch, sorgt für ein gutes inhaltliches Sparring, bewirbt, vermarktet, verschenkt und verkauft es und verliert üblicherweise alle Nutzungsrechte. Im Gegenzug gibt es vielleicht einen großen Namen auf dem Buchrücken.

»Nichts für mich!« dachte ich inzwischen und informierte mich über Print on Demand.

Schon bald war klar, dass ich es tatsächlich selbst machen kann, denn mehr Reputationsverlust ist das auch nicht, und selbst bei Print-on-Demand gibt man die Rechte zu einem Gutteil an den Dienstleister ab. Vor allem aus wirtschaftlichen Aspekten heraus ist die vollständige Eigenveröffentlichung tatsächlich interessant, wie Sie in Kürze lesen können!

Wer würde ein 200 Seiten starkes PDF-Dokument lesen?

Kaum zu diesen Erkenntnissen gekommen, war ich auch schon wieder am Ende meines Lateins. Wer würde mein 200 Seiten umfassendes Buch schon lesen, wenn ich es als PDF bei scribd, issuu oder slideshare bereit stelle? Ich auf keinen Fall! Doch wie denn dann?

Buch als Blog

Affenmärchen - Das Blog zum BuchAus der Not eine Tugend machen, das ist ein guter Slogan für neue Marktideen. Weil kaum jemand ein 200-seitiges PDF-Dokument herunterladen und lesen würde, galt es, das Buch in Häppchen zu stückeln und diese konsumentenfreundlich anzubieten. Möglichst so, dass ich so wenig Arbeit wie möglich damit habe und es dennoch angenehm zu lesen ist. 
Die Antwort auf all diese Anforderungen lautet: Blog-Plattform. Es gibt unterschiedliche, ich habe mich für wordpress.com entschieden, da ich es 1. schon kannte und mir 2. das Maillayout von WordPress sehr gut gefällt. Dazu ist es hilfreich zu wissen, dass in nahezu allen Unternehmen von allen Mitarbeitern E-Mails gelesen und weitergeleitet werden, während Blogs, Wickis und dergleichen mehr einen Verbreitungsgrad im einstelligen Prozentbereich haben. Von vielen Unternehmen werden sogar die entsprechenden URLs geblockt.

Mit dem Blog ist Ihr Werk veröffentlicht und Sie sind Autor!

Soll das heißen, das war‘s schon? Mitnichten! Ich erhielt bereits im Vorfeld der Publikation über WordPress Anfragen nach Affenmärchen im traditionellen, gedruckten Buchformat. Außerdem ist ein Buch aus Papier ein höchst effektives Marketinginstrument gerade für kleine Dienstleistungsunternehmen wie Berater, Trainer, Coaches etc..

Stellt sich die Frage, wie komme ich zum Buch?

Bücher drucken

Sucht man im Internet, finden sich recht schnell Anbieter, die einem dabei helfen, das eigene Buch herzustellen. Schwieriger ist herauszufinden, wer ein seriöser und fairer Anbieter ist. Meine Recherche hatte 2 wichtige Ergebnisse:

1. Kosten:

Im Netz finden sich viele Services, die eine Auflage ab einem Exemplar anbieten. Diese arbeiten offensichtlich mit einer Mischkalkulation, sodass Kunden, die höhere Auflagen bestellen (200 plus) fast schon unverschämt hohe Kosten bezahlen (meist noch deutlich über 10 EUR pro Stück), während die Kunden im kleinen zweistelligen Auflagebereich gute Stückpreise erhalten, teilweise unter 20,00 EUR.

Für Affenmärchen hatte ich bereits eine Liste von mehr als 50 Personen, denen ich das Buch schenken wollte. Zudem erhält jeder PerspektivGewinn-Teilnehmer unsrer Beratergruppe ein Exemplar unserer aktuellen Bücher und man möchte ja auch für die Zukunft gerüstet sein. So ist eine Erstauflage von 200 bis 500 Stück schnell erreicht!

Ergebnis der Kostenrecherche: Wenn die Auflage Ihres Buches ≥ 250 Stück ist, gehen Sie zu einer richtigen Onlinedruckerei und nicht zu einem Buchdruck-Service. Sollten Sie eine Auflage < 50 vorhaben, sind Sie im Buchdruck-Service ab einem Exemplar gut aufgehoben.

2. Rechte:

Wollen Sie wirklich ein Buch herausbringen und nicht einfach nur Ihre Urlaubserinnerungen für Verwandte und Freunde drucken, dann achten Sie genau auf die angebotenen Leistungen. Bei meiner Suche wurde für einigermaßen akzeptable Buchkosten immer zur Bedingung gemacht, dass ich eine Autorenvereinbarung mit dem Anbieter unterschreibe und dieser als Verlag ins Impressum aufgenommen wird.

Da ich aber meine Beratergruppe im Impressum stehen haben wollte, schieden all diese Angebote für mich aus. Sollte das für Sie kein Ausschlusskriterium sein, dann lesen Sie sich das Kleingedruckte gut durch, bevor Sie wieder für jedes weitere Format ihren Verlag um Publikationserlaubnis bitten müssen. 
Im Autorenvertrag von epubli etwa wird unter Absatz 3.4 vermerkt: »Der Autor wird sich während der Laufzeit des Vertrags jeder anderweitigen Verwertung des Werks selbst oder durch Dritte enthalten.« Das Kündigungsrecht innerhalb von 5 Tagen via Email aus Absatz 10.1 des Vertrags ist da natürlich ein Pluspunkt. Allerdings bleibt offen, warum der Autor das Werk nicht in anderen Formaten verwerten können soll, da ihm epubli ja nur dann ein Autorenhonorar bezahlt, wenn sich sein Buch auch verkauft.

Machen Sie Ihr Buch einzigartig

Wenn Sie für die Kosten und die Rechte eine Kombination gefunden haben, in der Sie selbst drucken und verlegen wollen, geht es zum nächsten Schritt: Machen Sie Ihr Buch einzigartig. Beschaffen Sie sich eine ISBN (Internationale Standard-Buch-Nummer)! Gehen Sie auf die Webseite zur deutschen ISBN-Vergabe und beantragen Sie eine Nummer. Für die Einzelnummer fallen etwas mehr als 70 EUR Kosten an.

Für Affenmärchen habe ich eine einzelne ISBN beantragt, die deutlich und direkt sichtbar auf dem Cover bzw. Buchrücken aufgedruckt und darüber hinaus noch im Impressum vermerkt ist.

Jetzt fehlt nur noch der Preis und dann kann das Geldverdienen losgehen. Auch der Preis Ihres Buchs muss deutlich sichtbar auf der Außenseite des Buchs gedruckt sein. Beachten Sie dabei, dass die Buchpreisbindung für alle Bücher gilt, auch für Ihr eigenes. Ein guter Überblick über die Rechtslage findet sich auf dieser Webseite.

Bücher verkaufen

Bis hierher hat es sich für Sie nur freiheitlich gelohnt, Ihr Buch selbst zu schreiben, zu erstellen und zu verlegen. Denn durch diesen Weg ist es Ihnen gelungen, die Rechte für alle weiteren Formate Ihres Buchs bei sich zu behalten. Doch wie wird jetzt ein Geschäftsmodell daraus, bei dem Sie mehr verdienen als mit einem Autorenvertrag bei einem Verlag?

Affenmärchen ist in einer Vorabauflage von 500 Stück erschienen. Die Herstellungskosten (Druck + ISBN) beliefen sich grob auf 2.200 Euro, was einen Einkaufspreis von 4,40 pro Buch bedeutet. Der Verkaufspreis ist netto 27,94 Euro pro Buch, was einen Erlös von 23,54 Euro pro Buch ergibt. Für die Herstellungskosten müssen 79 Bücher verkauft werden, ab dann können Sie Ihre Lektoren ausbezahlen und schließlich noch ein Autorenhonorar erwirtschaften. Schnell sind Sie so bei mehr als 2.000 Euro Verdienst. Dem gegenüber stehen ggf. 1.400 Euro Autorenhonorar fix, wenn Sie gut verhandeln bzw. bis zu 7% des internen Verkaufspreises vom Verlag an den Buchhandel pro verkauftem Buch (Verlagsabgabepreis).

Resümee

Das eigene Buch geschrieben und veröffentlicht zu haben ist nicht nur eine tiefe Sehnsucht, die viele Menschen im Zusammenhang mit den Inhalten Ihrer Arbeit in sich tragen. Gerade für Selbständige und Kleinunternehmen ist es auch ein sehr attraktives und wertvolles unternehmerisches Werkzeug, um neue Kunden anzuziehen und bestehende Beziehungen zu pflegen. Durch das Internet und seine Möglichkeit mit wenigen Klicks selbst nicht nur Autor, sondern auch hoch professioneller Drucker, Verleger und Vertreiber zu sein, wachsen die Anforderungen an Verlage. Bisher haben diese ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht und so eröffnen sich Handlungsräume für Sie.

Nutzen Sie also die Möglichkeiten unserer Zeit, es ist kein Hexenwerk! Dabei sollten Sie eines jedoch nicht vergessen: Wenn Ihre Inhalte oder die Qualität der Ausarbeitung nicht stimmen, sind Sie auf diesem Weg schneller im Abseits, als es jeder Verlag für Sie erreichen könnte!

Gebhard Borck

Gebhard Borck (Foto: privat)

Gebhard Borck, Jahrgang 1971, ist Mitglied der Beratergruppe sinnvoll·wirtschaften. Bereits Ende der 1990er Jahre befasste sich Gebhard Borck auch wissenschaftlich mit der Zukunft des Managements und hat seine Abschlussarbeit über Die Zukunft des Managements von selbststeuernden Prozessen verfasst

Affenmärchen ist sein erstes eigenes Buch, das er selbst verlegt hat. Über seine Erfahrungen berichtet er ausführlich in drei E-Books, die bei Amazon erhältlich sind:

Oder den Sammelband mit allen drei Teilen in einem E-Book:

Gebhard Borck freut sich über Rückmeldungen und Kommentare zu seinem Artikel, entweder direkt hier auf literaturcafe.de in den Kommentaren oder unter

www.affenmaerchen.de

Unter dieser URL kann das Buch auch bestellt werden.

10 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Robert schrieb am 5. August 2011 um 10:31 Uhr

    Alles wunderbar, solange die Selbstveröffentlicher sich dann nicht beklagen wenn sie im stationären Buchhandel nicht vertreten sind. Ich habe im Laden in der Woche drei bis vier Selbstveröffentlicher, die mir ganz begeistert ihre Gedichte, Märchen und Geschichten auf Kommission anbieten und sich dann wundern, daß das Interesse der Kunden für ihre Werke begrenzt ist.

  2. Rudy Gasson schrieb am 7. August 2011 um 12:43 Uhr

    Vielen Dank für diesen Beitrag, klingt sehr motivierend und vernünftig.
    Dennoch würde mich ja interessieren, wie es denn nun ausgegangen ist mit Ihrem Experiment.
    Deshalb würde ich mich freuen, wenn Sie noch folgende Fragen beantworten könnten, um die ganze Sache rund zu machen:
    1. Ist die Erstauflage verkauft? Auf dem Blog gibt es nämlich nur die Möglichkeit einer Vorbestellung zu 19,90 EUR, die nur dann wirksam wird, wenn 10.000+ Bücher bei Ihnen zu diesem Preis bestellt werden. Das kann mit den o.g. Zahlen nicht übereinstimmen.
    2. Wie hoch war der Gewinn bis jetzt? Ist die von Ihnen oben in Zahlen genannte Kalkulation tatsächlich aufgegangen?
    3. Haben Sie die gesamte Bestellabwicklung und den Versand selbst gemacht? Wieviel Arbeitszeit ist dafür angefallen bzw. wieviel hat das gekostet, wenn Sie es nicht selbst gemacht haben?
    4. Warum ist Ihr Buch nicht über Amazon erhältlich?

    Ich möchte nicht unken, mich interessieren die Antworten wirklich, weil das Bild, dass sie zeichnen, für mich ansonsten einfach nicht vollständig ist.

  3. Peter schrieb am 7. August 2011 um 16:03 Uhr

    Robert hat vollkommen recht: ein zentrale Frage der ganzen Selbstverlegerei wird hier vollkommen ausgeklammert, und die heißt Vertrieb. Im konkreten Fall mag das keine Rolle gespielt haben, weil die Abnehmer schon feststanden, aber ich kenne buchstäblich zahlreiche Fälle von stolzen Autor/inn/en, die hunderte von Exemplaren ihrer Werke, oft Autobiographien, für teures Geld haben drucken lassen und denn jetzt die Garage vollliegt (bis nach ihrem Tod die Erben den ganzen Mist auf den Müll schmeissen…). Das Problem lösen seriöse publishing on demand Verlage höchst hilfreich; auch eine E-book-Publikation entbindet von der schrecklichen Notwendigkeit, jedes bestellte Buch (wenn dann mal einer eins will…) einzeln mit Rechnung einzupacken und zu verschicken. Es ist kein Zufall, dass dieser Teil der Buchlogistik an die 50 % der Ladenpreise ausmacht!

  4. Tom Liehr schrieb am 8. August 2011 um 22:57 Uhr

    Affenmärchen – Ammenmärchen?
    Okay, es geht um Sachbücher, aber die im Abschnitt “Warum (nicht mehr) zu einem Verlag gehen” vorgetragenen Punkte entsprechen nahezu vollständig der zwar gebetsmühlenartig wiederholten, nichtsdestotrotz falschen Argumentation, mit der die Zuschussverlage – immer noch erfolgreich – auf Kundenfang sind. Von wegen, gutes Lektorat bekämen nur Bestseller(autoren) ab, beim Marketing müsse man sowieso selbst tätig werden usw. usf. – alles, mit Verlaub, ziemlicher Unsinn, den kaum ein Autor mit einem echten Verlagsvertrag in der Tasche bestätigen dürfte. Wenn die Verlage alle Autoren, die neu ins Programm genommen werden, so nachlässig behandeln – warum nehmen sie diese dann ÜBERHAUPT ins Programm? Um KEINE Bücher zu verkaufen? Aus ökonomischer Sicht, und Verlage sind ja zumeist (erfolgreiche) Wirtschaftsbetriebe, wäre das so sinnvoll wie der Erwerb eines Grundstücks auf dem Jupiter. Von solchen Aspekten abgesehen ist dieser in schlechtem Deutsch verfasste Beitrag nichts weiter als fadenscheinige Eigenwerbung für ein offensichtlich überteuertes Produkt. Liebes Literaturcafé, Ihr solltet mal wieder von der neuerdings energisch befahrenen Do-it-yourself-Verlegerei-Schiene runterkommen und echte Hilfen für Autoren anbieten. Danke vorab.
    Herzlich,
    Tom Liehr

  5. Gebhard Borck schrieb am 9. August 2011 um 17:45 Uhr

    @Rudy Gasson:
    1. und 2. Die Vorabauflage geht, wie auf der Webseite zu lesen, nur an unserer Beratergruppe persönlich bekannte Menschen. Augenblicklich sind zwischen 60 und 70 Exemplare verkauft – sprich ich bin kurz davor, die Erstellungskosten auszugleichen. Daneben gibt es die Bestellungen des Buchs für 19,90, die eingegangen allerdings noch nicht bedient sind. Da es augenblicklich weit weniger als 10.000 sind, werde ich diesen Interessenten wohl die Vorabauflage zum Kauf anbieten. Wo auch immer ich unterwegs bin, habe ich mein Buch dabei und “verschenke” es auch immer wieder an Interessenten und potentielle Kunden. Aus diesen Geschenken sind inzwischen zwei intensivere Kundenbeziehungen geworden. Noch kann ich nicht sagen, ob daraus Aufträge werden, doch die Zeichen stehen nicht schlecht. Dann hätte ich auf jeden Fall auf diesem Weg mein Einkommen gesichert. Ein Kunde kam nur aufgrund des Buches zustande und auch mit ihm bin ich auf einem guten Weg, das sich das Buch bezahlt macht.
    Ansonsten Verkaufe ich das Buch weiterhin, wenn ich Vorträge halte etc. und bin guter Dinge, die 50% der Vorabauflage auch an den Mann zu bringen, die meine Kalkulation wahr werden lässt.
    3. Die Bestellabwicklung und den Versand habe ich tatsächlich mit http://www.internetmarke.de, http://www.mecateo.de, meinen Händen, meinem Drucker sowie Computer selbst gemacht. Die Gesamtzeit dafür kann ich nicht abschätzen. Es lief nebenher, wenn ich sowieso Dinge für die Post zusammen gestellt habe. Auch habe ich immer mehrere Bestellungen gebündelt. Wie oben ersichtlich waren es allerdings auch keine 10.000 Exemplare. Diese hätte ich sicherlich zu einem Dienstleister gegeben. Was solche Dienstleister kosten habe ich noch nicht recherchiert.
    4. Mein Buch ist über Amazon nicht erhältlich, da es sich gezielt um eine limitierte Vorabauflage handelt. Sollten nicht ausreichend Bestellungen zusammen kommen, werde ich das Buch auch über Amazon erhältlich machen. Die dazu notwendigen Formulare etc. erhalten Sie, wenn Sie eine ISBN-Nummer beantragen.

    @Peter Ja, Vertrieb ist zum größten Teil ausgeklammert, denn der Beitrag befasst sich ja im Kern mit dem “sich selbst Verlegen”. Vertrieb ist natürlich ein Thema über das man sich Gedanken machen sollte und die hier erwähnten Möglichkeiten komplett ohne Papier via eBook das eigene Werk zu vertreiben wollte ich überhaupt nicht angreifen oder negieren. Auch nicht, dass der Vertrieb das Kernproblem jedes Autors ist, der mit seinen Büchern wirklich, wirklich, wirklich Geld verdienen und nicht nur eine Aufwandsentschädigung erreichen möchte. Selbst meine Kalkulation ist für die zwei Jahre Schreib- und Recherchearbeit nur ein Witz. Allerdings wäre ich auch dann nicht in irgendwelchen Buchhandlungsregalen aufgetaucht, wenn ich einen Autorenvertrag gehabt hätte. Wir gehen den Weg des Internets, des Vertriebs parallel zu Vorträgen, die wir halten, an Kunden und deren Kunden (als Geschenke), über Empfehlungen und stellen augenblicklich Überlegungen an, eigene physische Vertriebswege weit weg vom Buchhandel zu etablieren. Der einzige Buchhändler, der unserer Erfahrung nach – und hier spreche ich auch für meinen Kollegen, der bereits 4 Bücher über Verlage veröffentlich hat – in unserem Buchsegment, sprich dem Sachbuch, etwas bringt, ist Amazon und dafür brauche ich auch keinen klassischen Buchhandel.
    Ansonsten wäre es sicherlich spannend über den Vertrieb einen Artikel zu verfassen, allerdings ist der beim Sachbuch doch recht speziell oder besser gesagt, darüber wie Vertrieb bei einem Roman etc. aussehen kann, habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.

    @Karin Kunz-Toivonen Ich will gar nicht sagen, dass die PoD Dienste ihren Job nicht oder schlecht machen. Sie nehmen eben in Anspruch dann auch der Verlag zu sein und die Rechte am Buch zu haben. Zumindest die, die ich recherchiert habe. Wenn einem das egal ist und man sich die Arbeit mit Layouterstellung, Druckvorbereitung, Satz etc. nicht machen will oder kann, ist das sicherlich besser als der eigenen Sehnsucht ein Buch zu schreiben überhaupt nicht nachzugehen. Allerdings muss es auch nicht sein, wenn man das nicht machen möchte.

    @Tom Liehr 1. Ich habe kein Geschäftsmodell eines Zuschussverlags und will es auch nicht! Die 5 Punkte auf das Lektorat zur reduzieren, von dem ich schreibe, dass es handwerklich sehr wohl professionell ist, allerdings – und ich kann nur für den Sachbuchbereich sprechen – inhaltlich doch häufig zu wünschen übrig lässt. Das können Sie leicht bei der Lektüre von vielen Sachbüchern nachprüfen.
    Für mein Buch war ich auf der Suche nach einem Verlag, bevor ich mich entschied es selbst zu verlegen und meine Erfahrung ist, dass Ihre Chancen ohne ein von Ihnen selbst vorgelegtes Exposé im Sachbuchbereich schlicht gegen 0 streben, einen Verlag zu finden. Zur Vertriebsunterstützung und zum Marketing kann ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Allerdings kenne ich zwei Sachbuchautoren, die beide bereits mehrere Werke veröffentlicht haben und von denen einer sicherlich ein Bestsellerautor im Sachbuchbereich ist, dessen Bücher bereits in mehreren Auflagen und auch als Paperback erschienen sind. Beide sind sehr stark selbst unterwegs, um ihr Buch zu verkaufen und an den Kunden zu bringen. Beide verkaufen keine unerhebliche Anzahl von Büchern parallel zu ihren Vorträgen und an bereits bestehende Kunden. Bei einem kenne ich die Verkaufszahlen sehr genau und man kann sagen, weniger als ein Drittel der Verkäufe gingen über den Verlag und dessen Vertrieb sowie Marketing. Damit plappere ich niemandem den Mund, das sind schlicht meine Erfahrungen.
    Verlage nehmen neue Autoren ins Programm, weil es betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, schwarzen Schwänen eine Chance zu geben und Neues auszuprobieren. Zudem ist es dem Verlag, wie mein Selbstversuch zeigt, bereits bei sehr kleinen Auflagen ab 200 oder 250 Stück möglich, Geld zu verdienen. Selbst wenn er am Ende 700 Exemplare in den Schredder schickt. Also geht ein Verlag mit einem Erstautor kaum bis gar kein Risiko ein, so lange er seine Topseller gut platziert und verkauft.
    Ähnlich wie Sie will ich mit diesem Beitrag aufzeigen, dass man gar nicht zu Abzockern zu gehen braucht. Wenn man keinen Verlag findet, zu PoD, aus welchen Gründen auch immer nicht gehen möchte, kann man es auch selbst machen. Es ist kein Hexenwerk. Das ist die Botschaft.
    Es ist – mit Verlaub – ein Totschlagargument oder sogar ein Trugschluss, dass Verlage deshalb Erstlingsautoren aufnehmen und gut betreuen, weil sie wirtschaftlich oder ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen sind.
    Als Betriebswirt kann ich dazu nur sagen: Reichlich naiv, diese Vorstellung.
    Passender ist dieses Bild. Wenn Verlage keine Erstlingsautoren und Neuerungen ins Programm aufnehmen, segnen sie auf jeden Fall eher früher als später das Zeitliche. Dennoch kalkulieren sie das Erstlingsautorengeschäft sinnigerweise als Verlustgeschäft und freuen sich, wenn dem nicht so ist. Ob der Erstlingsautor ein Erfolg wird, so wissen auch die Verlage, hängt nicht unerheblich vom Autor selbst ab, sich zu verkaufen und darüber hinaus vom Zufall, gerade einen Nerv der Zeit zu treffen.
    Als Betriebswirt würde ich für diesen Teil meines Geschäfts nur das Risiko eingehen, das ich für unbedingt notwendig halte und versuchen es auf so viele Schultern (Erstautoren) zu verteilen wie für möglichst wenig Geld zu haben sind. Am Allerbesten mache ich die Schultern selbst vom Verkaufserfolg abhängig, um mein Risiko wirklich auf die unvermeidbaren Kosten zu senken.
    Wohlwissend, dass der eine oder die andre Starautorin und damit meine zukünftige Wirtschaftlichkeit darunter sein werden.

    Welches Produkt ist denn ihrer Meinung nach überteuert? Affenmärchen? Es ist kostenlos im Netz zu haben. Wie billig sollte es denn sein, damit es nicht mehr überteuert ist?

    Ich würde Sie bitten, Ihre meines Erachtens nach bisher eher fadenscheinige Argumentation zu erläutern oder mit Fakten aus Ihrer Erfahrung zu untermauern.
    Danke Vorab

    Beste Grüße
    Gebhard Borck

  6. Gebhard Borck schrieb am 10. August 2011 um 17:08 Uhr

    Hallo noch einmal!
    @Rudy Gasson
    Heute habe ich eine Email erhalten. Sie nimmt Bezug auf diesen Artikel und die Autorin bestätigt meine Erfahrungen. Zudem hat auch sie den Weg des Selbstverlages gewählt und von ihrem ersten Buch inzwischen – in grob einem Jahr – 1.100 Exemplare unter die Leute gebracht. Wie viele davon sie verkauft und wie viele sie verschenkt hat, hat sie nicht geschrieben. Doch sie war sehr zufrieden, die den Weg des Selbstverlags gewählt zu haben!
    Augenblicklich ist sie dabei, ihr zweites Buch auf demselben Weg zu verlegen und freut sich über die Anregung mit dem Blog.

    Beste Grüße
    Gebhard Borck

  7. Annorra schrieb am 11. August 2011 um 08:51 Uhr

    Ich liebe diese Art von Erfahrungsberichten auch. Im Grunde ist der Autor hier bezogen auf Kosten-Nutzen-Rechnungen zu vielen Schlüssen gekommen, zu denen ich auch längst gekommen bin.

    Was allerdings eher unterschlagen und kleingeredet wird, sind Marketing und Vertrieb. Gerade letzterer. PoD und Veröffentlichungsservices haben eben den Vorteil, dass man nicht selbst Rechnungen schreiben, Post verpacken und Post zum Potsamt bringen muss. Das sollte man beachten. Denoch würde auch ich die Online-Druckerei und keinen Buchdienstleister empfehlen. Durch Online-Druckereien hat man meist deutlich niedrigere Druckpreise

    @Tom Liehr: Wenn man schon von Gebetsmühlen redet, dann bitte auf beiden Seiten. Ja, hier werden die altbekannten Punkte wiederholt – aber genauso gebetsmühlenartig werden in der Literaturszene auch jene Punkte wiederholt, warum man unbedingt zu einem klassischen Verlag gehen sollte. Und was Sie hier im Literaturcafe in ihrer Serie “Warum werde ich nicht veröffentlicht? Oder: Die Große Manuskriptverschickung” schrieben, war mindestens ebenso der x-te gebetsmühlenartige Aufguss eines Diskurses.

  8. Renate Blaes schrieb am 29. September 2011 um 12:40 Uhr

    Vor einem Jahr habe ich aufgrund meiner vielfältigen Erfahrungen mit Verlagen, BoD und Literaturagenten einen jener verrufenen Zuschussverlage gegründet.
    Meine Autoren bekommen eine seriöse, bezahlbare und professionelle Dienstleistung.
    Ich arbeite mit ebenfalls seriösen Druckereien zusammen und gebe deren Kosten 1:1 an meine Autoren weiter. Das heißt, ich schlage auf die Druckkosten keinen Cent drauf, weil ich mein Geld mit Lektorat (das ich im übrigen mit Herzblut mache), Rechtschreibprüfung und Design verdiene.

    Ich berate und unterstütze meine Autoren bei der Vermarktung und bei der PR und weise auch im Vorfeld darauf hin, dass diese Aktitiväten sehr zeitaufwändig sind.

    Ein Buch zu schreiben kostet Zeit, es zu vermarkten ebenfalls.

    Übrigens: Bei meinen Romanen, die bei bekannten und klassischen Verlagen erschienen sind, habe ich PR und Werbung (Blog) in Abstimmung mit den jeweiligen Verlagen übrigens auch selbst gemacht. Und das sollte jeder Autor machen – egal, wie und wo er verlegt.

  9. Jochen Dieckmann schrieb am 7. November 2011 um 12:53 Uhr

    Ich kann die hier geschilderten Erfahrungen nicht bestätigen. Es sei denn, man ist zufrieden mit dem Verkauf von 60-70 Exemplaren oder von mir aus auch dem doppelten oder dreifachen dieser Menge. Dann mag der Selbstverlag am günsitgsten sein, denn der Kundenkreis ist für eine Privatperson ja durchaus überschaubar.
    Ich habe für mein Sachbuch den klassischen Weg gewählt und fühle mich durch “meinen” Verlag hervorragend betreut. (Allerdings bekam ich “nur” 2 Dutzend Bücher zum verschenken) Es gab/gibt mehr als die hier erwähnten 7 Prozent, ein gutes Lektorat, professionelles Korrekturlesen, erfolgreiche Vermittlung zu Journalisten von Print/Hörfunk/TV und mittlerweile die 4. Auflage und eine fünfstellige Anzahl verkaufter Bücher. Das hätte ich alleine, mit einem Erstlingswerk und mit Mund-zu-Mund-Propaganda nie geschafft.

  10. Birgit schrieb am 9. August 2017 um 11:44 Uhr

    Hallo Herr Borck,

    auch wenn der Artikel ja schon etwas älter ist, er ist genau das, wonach ich gesucht habe, vielen Dank! Ich schreibe gerade ein Kinderbuch und habe mich auch aus mehreren Gründen dagegen entschieden, meine Bücher einem Verlag vorzulegen. Zum einen möchte ich ungern meine Urheberrechte abgeben, zum anderen bleibt mir einfach zu viel Geld in diversen Kanälen stecken, die ich selbst vielleicht effizienter (für meine Bedürfnisse) organisieren könnte.

    Was mir jedoch am meisten Kopfschmerzen bereitet, ist tatsächlich der Vertrieb der Bücher. Die Kunden müssten dann ja praktisch zu den reinen Buchkosten auch noch den Versand zahlen, ich weiß nicht, wie viele potentielle Interessenten das abschreckt. Spätestens bei einer Übersetzung ins Englische und einer Vermarktung über D,AU,CH hinaus wird es dann wahrscheinlich nicht mehr in Eigenregie klappen. Ich bin allerdings noch guten Mutes und werden einfach mal versuchen, was alles so möglich ist.

    Vielen Dank auf jeden Fall für Ihren Beitrag, der mir wirklich sehr weiter geholfen hat.

    Viele Grüße
    Birgit

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