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Zuschussverlage

Von Zuschussverlagen und Pseudoverlagen können wir nur abraten! Als Autorin oder Autor sollten Sie nie für eine Veröffentlichung zahlen. Verlag kommt schließlich von »vorlegen«. Ein echter Verlag übernimmt das finanzielle Risiko für eine Veröffentlichung und beteiligt nicht den Autor an den Kosten. Weder direkt noch indirekt z. B. in Form von Pflichtabnahmen des Buches.
Unser Ratschlag ist simple: Finger weg, wenn ein vermeintlicher »Verlag« Geld von Ihnen will – egal wie des begründet wird.

Beitrag vom 24. Juni 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

Elke Heidenreich: »Ich bin über die Machenschaften der Deutschen Literaturgesellschaft empört«

Das Buch bei dem Elke Heidenreich angeblich als Herausgeberin auftritt, ist nun erhältlichOhne ihr Wissen veröffentlichte ein Zuschussverlag Texte von Elke Heidenreich in einem Buch, platzierte ein Foto von ihr formatfüllend auf dem Cover und machte sie zur Herausgeberin des schmalen Bändchens (wir berichteten).

Nun erreichte uns dazu eine Stellungnahme von Elke Heidenreich.

Sie schreibt uns:

»Ich bin über die Machenschaften der sogenannten Deutschen Literaturgesellschaft empört und habe damit nichts zu tun. Im Gegenteil, die Opfer solcher Zuschussverlage beklagen sich oft bei mir, dass sie sich betrogen fühlen.

Meine Verlage, werden juristische Schritte einleiten und prüfen, wie man gegen die Verwendung meines Photos und meiner Texte vorgehen kann.«

Wie es zu dieser merkwürdigen Buchveröffentlichung im Namen Elke Heidenreichs kommen konnte, das erläutern wir Ihnen in diesem Bericht »

Beitrag vom 24. Juni 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

Weniger illegal als erwartet: Texte von Elke Heidenreich erscheinen bei einem Zuschussverlag

Das Buch bei dem Elke Heidenreich angeblich als Herausgeberin auftritt, ist nun erhältlichUnlängst hatten wir berichtet, wie ein Zuschussverlag Elke Heidenreich ungefragt zur Herausgeberin eines seiner Bücher machte. Mit dem Namen der bekannten Buchkritikerin sollen offenbar zahlungswillige Buchautoren von der Seriosität des Verlages mit dem wohlklingenden Namen »Deutsche Literaturgesellschaft« überzeugt werden.

Unglaubliches ist passiert: Wir haben das Werk bei einer Online-Buchhandlung bestellt – und es liegt nun tatsächlich auf dem Redaktionsschreibtisch! Physikalisch zumindest ist es also keine Luftnummer.

Veröffentlicht Frau Heidenreich also doch Texte bei einem Zuschussverlag, der sich schon mal vom Autor eine Publikation für knapp 10.000,00 Euro bezahlen lässt und für bis zu drei Gedichte knapp 800,00 Euro an Autorenzuschuss verlangt?

Beitrag vom 8. Juni 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

»Ich habe auch schon gehört, dass einem Autor für sein Buch keine Kosten entstehen sollen.« [Nachtrag]

Werbung der Deutschen Literaturgesellschaft für eine angebliche Gedichtsammlung mit einem Vorwort von Marcel Reich-RanickiManchmal sind wir Don Quichotte. Wir kämpfen gegen Windmühlen und wiederholen wie Gebetsmühlen: Firmen, die von Autoren Geld verlangen, sind keine Verlage im eigentlichen Sinne – auch wenn sie sich selbst so nennen. Es sind im besten Falle Dienstleister, im schlechtesten Abzocker. Es ist nicht die Art von Verlagen, deren Werke man gemeinhin in den Buchhandlungen findet.

Es ist der Normalfall im Buchhandel, dass der Verlag das wirtschaftliche Risiko einer Veröffentlichung trägt und dem Autor ein Honorar zahlt. Nochmals deutlicher: Ein Autor erhält Geld vom Verlag, nicht umgekehrt. Wir schreiben es hier, hier, hier und an vielen anderen Stellen.

Doch dann wieder ein Windmühlenschlag ins Gesicht: In einem Kommentar zu einem Beitrag heißt es völlig ironiefrei und ernst: »Ich habe auch schon gehört, dass einem Autor für sein Buch keine Kosten entstehen sollen.«

Uns steht der Mund offen, denn wir ahnen, wie viel Potenzial für »literarische Abzocker« weiterhin besteht.

Beitrag vom 23. April 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

Prominente Autorinnen und Autoren unterstützen Fairlag-Initiative gegen unseriöse Verlagspraktiken

FAIRLAG - Aktionsbündnis für faire Verlage25 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, darunter Elfriede Jelinek, Günter Grass, Hellmuth Karasek, Tanja Kinkel, Rafik Schami und Elke Heidenreich, unterzeichnen anlässlich des heutigen Welttags des Buches und des Urheberrechts am 23. April 2009 die Fairlag-Erklärung von 50 Autorenverbänden und anderen Literaturinstitutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Sogenannte Zuschussverlage bzw. Pseudoverlage verlangen mit unseriösen Versprechungen und wohlklingenden Namen von jungen und unerfahrenen Autorinnen und Autoren oftmals Zahlungen im bis zu fünfstelligen Euro-Bereich.

Die prominenten Schriftstellerinnen und Schriftsteller unterstützen daher das »Aktionsbündnis für faire Verlage«, das im letzten Jahr ins Leben gerufen wurde, um auf solche Praktiken aufmerksam zu machen.

Beitrag vom 18. April 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

Dreist: Zuschussverlag macht Elke Heidenreich ungefragt zur Herausgeberin eines seiner Bücher [Nachtrag]

Screenshot: Deutsche LiteraturgesellschaftEinige Zuschussverlage, bei denen Autoren für eine Veröffentlichung zahlen, sind für ihre einschlägigen Methoden und ihr rigoroses Vorgehen gegen Kritiker berüchtigt. Um zahlungswillige Kunden zu ködern, wird dort oft mit wohlklingenden Autorennamen à la Schiller und Goethe geworben, die sich dagegen nicht mehr wehren können.

Umso mehr erstaunt es, dass ein Zuschussverlag mit der hochtrabenden Bezeichnung »Deutsche Literaturgesellschaft« mit dem Namen und dem Konterfei Elke Heidenreichs wirbt. Für Mai 2009 ist auf der Website des Verlages ein neuer Titel angekündigt, bei dem Elke Heidenreich scheinbar als Mitherausgeberin fungiert. Groß ist ihr Gesicht auf dem Cover abgebildet. »Bücher könnte ich lassen, Oper nie!« lautet der Titel (siehe Screenshot).

Wir haben bei Elke Heidenreich nachgefragt. Eindeutige und unmissverständliche Antwort: Elke Heidenreich kennt weder den Verlag noch das Buch. Sie würde auch nie bei »so« einem Verlag veröffentlichen.

Beitrag vom 17. April 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Schreiben, Zuschussverlage

Zuschussverlage: Autorenzahlungen müssen klar erkennbar sein – Ein Plädoyer

GARANTIERT ZUSCHUSSFREI 100% verlagsfinanziertIrgendwo muss es geheime Textvorlagen für ganz besondere Briefe geben. Zum Beispiel dafür, wie man von Autoren Geld verlangt. Die Argumente dieser Briefe ähneln sich nämlich wie ein faules Ei dem anderen.

»Große Verlage interessieren sich gar nicht mehr für neue Autoren und Literatur, sondern konzentrieren sich auf billige amerikanische Auslandslizenzen, die den Mainstream bedienen und schnelles Geld bringen.«
Aha, die großen Verlage sind böse, nicht an der Kunst, sondern nur am Geld interessiert. Wir sind anders, uns interessiert nur die reine Kunst, wir sind Idealisten und deshalb, lieber Autor, möchten wir von ihnen etliche Tausend Euro haben. Weil wir nicht am Geld interessiert sind wie die großen Verlage.

Beitrag vom 13. April 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

Weiblich, ledig, jung sucht Verlag

Screenshot: Wie die Bilder sich gleichenDa ist die Story wieder, diesmal in der Braunschweiger Zeitung. Selbst das zum Artikel gehörende, fast schon obligatorische Bild eines lachenden jungen Mädchens, das vor einem Computer sitzt und stolz das erste eigene Buch in die Kamera hält, haben wir z.B. vor zwei Jahren ähnlich in der Acher-Renche-Zeitung gesehen. Die immer gleiche Geschichte haben wir zudem im September des letzten Jahres im Südkurier gelesen.

Die oftmals traurige Wahrheit hinter diesen journalistisch fragwürdigen Geschichten haben wir damals bereits eindeutig beschrieben. Doch solange Lokalreporter sich scheinbar naiv und ahnungslos über einen angeblichen Bucherfolg mitfreuen, solange werden junge und ältere Menschen den Unterschied zwischen einem echten Verlag, einem Zuschussverlag und Print-on-Demand-Dienstleistern und damit zwischen einem wirklichen Erfolg und einem gekauften »Erfolg« nicht verstehen.

Beitrag vom 23. Januar 2009 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

Welche Verlage und Literaturagenten wir Ihnen empfehlen können

Verlag sucht AutorDie Meinung der literaturcafe.de-Redaktion ist eindeutig: Wer sein Buch bei einem Unternehmen veröffentlicht, das sich »Verlag« nennt, der sollte dafür kein Geld bezahlen. Ein Verlag trägt das finanzielle Risiko der Buchveröffentlichung allein.

Ebenso arbeiten seriöse Literaturagenten auf Erfolgsbasis. Erst wenn der Autor verdient, erhält der Agent einen Anteil daran.

Doch seit wir vermehrt vor Abzockern warnen, die sich als Literaturagentur ausgeben, aber es nur darauf abgesehen haben, eine maschinelle Rechtschreibprüfung teuer als »Lektorat« zu verkaufen, erreichen uns regelmäßig eMails mit der Frage: Welche Literatur-Agenturen und welche Verlage empfiehlt das literaturcafe.de?

Beitrag vom 23. Oktober 2008 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD unterstützen das Aktionsbündnis für faire Verlage

Fairlag-PodiumdiskussionÜber 45 Autorenverbände und andere Literaturinstitutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich jüngst zu einer gemeinsamen Initiative für mehr Fairness im Verlagsbetrieb zusammengeschlossen (Fairlag). Die Mitglieder setzen sich u. a. für eine faire Bezahlung von Autoren ein und informieren insbesondere junge und unerfahrene Schriftsteller über die Praktiken mancher Zuschussverlage.

Auf der Frankfurter Buchmesse stellten Imre Török (Verband deutscher Schriftsteller in ver.di/VS), Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren, Österreich) und Tobias Kiwitt (Bundesverband junger Autoren und Autorinnen/BVjA) das Aktionsbündnis in einer Podiumsdiskussion vor.

Im Vorfeld der Messe hatte sich zudem die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag für einen fairen Umgang zwischen Autoren und Verlagen ausgesprochen und sich klar für das Aktionsbündnis und das Engagement der Mitglieder ausgesprochen. Unmittelbar nach der Gründung des Aktionsbündnis’ für faire Verlage im April 2008 hatte sich bereits die SPD-Bundestagsfraktion mit den Mitgliedern der Initiative solidarisch erklärt. (Quelle: Montségur Autorenforum)

Beitrag vom 7. September 2008 | Rubrik: Literarisches Leben, Schreiben, Zuschussverlage

Die traurige Nachricht vom vermeintlichen Bucherfolg

Artikel im SüdkurierEine Nachricht, wie am 6. September 2008 im Südkurier, findet sich mit steter Regelmäßigkeit in den Regionalteilen meist kleinerer Zeitungen. Endlich, so ist dort fast schon stereotyp zu lesen, hat es Peter K. oder Lisa M. geschafft und nach jahrelanger ergebnisloser Suche einen Verlag gefunden. Ein Lebenstraum geht in Erfüllung, waren doch Freunde und Familie des angehenden Literaturtalents schon immer davon überzeugt, dass das Manuskript veröffentlicht werden muss.

So heißt es auch im Südkurier-Artikel, dass eine 32-jährige Autorin für ihr in der Schublade schlummerndes Manuskript nach 12 Jahren nun endlich einen Verlag gefunden hat. Das Buch werde »auf der Frankfurter Buchmesse im Herbst präsentiert« und »im nächstes Jahr für den Deutschen Jugendliteraturpreis angemeldet«.

Ebenso hätte dort stehen können, dass das Werk im nächsten Jahr für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen wird. Auch das wäre nicht gelogen, denn einen Brief nach Stockholm schicken kann schließlich jeder.

Beitrag vom 19. Juni 2008 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

Frankfurter Verlagsgruppe scheitert erneut vor Gericht gegen Kritiker

Das Hanseatische Oberlandesgericht in HamburgErst unlängst war die Frankfurter Verlagsgruppe, die unter ihrem Dach und in ihrem Umfeld einige Zuschussverlage versammelt, vor Gericht in erster Instanz gegen die Online-Enzyklopädie Wikipedia bzw. den Wikimedia-Verein gescheitert.

Am 18. Juni 2008 fanden nun gleich drei Verhandlungen vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg statt. Kläger waren die Frankfurter Verlagsgruppe Holding AG August von Goethe bzw. ihre Tochtergesellschaft Frankfurter Literaturverlag GmbH, jeweils vertreten durch Rechtsanwalt Christian Friedrich Jaensch.

Gegenstand waren Veröffentlichungen des Autorenhaus Verlags und auf der Website Autoren-Magazin.de, jeweils verantwortet von Manfred Plinke und vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Jan Bernd Nordemann.

Beitrag vom 20. Mai 2008 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

Frankfurter Verlagsgruppe will weiter gegen Wikipedia klagen

Frankfurter Verlgagsgruppe will weiter gegen Wikipedia klagenDie Frankfurter Verlagsgruppe will gegen ein Urteil des Landgerichts Köln Berufung einlegen und weiter gegen die Web-Enzyklopädie Wikipedia bzw. den deutschen Wikimedia Verein klagen, wie heise online heute berichtet.

Die Verlagsgruppe sieht offenbar die Gefahr, dass sie durch kritische Äußerungen im Internet wirtschaftlich geschädigt wird. Da zur Verlagsgruppe Zuschussverlage gehören, bei denen Autoren für ihre Buchveröffentlichungen selbst zahlen, fürchtet man offenbar, die Autoren könnten aufgrund der kritischen Beiträge von einer Veröffentlichung bei der Verlagsgruppe absehen und zu Alternativen wie BoD.de oder Lulu.com wechseln. So zitiert heise aus der Pressemeldung der Verlagsgruppe: »Es kann nicht sein, dass sich im Internet rechtsfreie Räume etablieren, in denen Konkurrenten unter Phantasienamen falsche Tatsachen über missliebige Wettbewerber verbreiten dürfen.«

Damit akzeptiert die Verlagsgruppe das Urteil des Landgerichts Köln nicht, in dem dieses die entsprechenden Passagen im Wikipedia-Artikel als Meinungsäußerung oder wahre Tatsachenbehauptung für zulässig befand (wir berichteten). Der genau Wortlaut kann in der Urteilsbegründung nachgelesen werden (PDF-Download/1,2 MByte).

Nach Meinung von heise online habe die Gruppe daher mit einer Berufung keine große Aussicht auf Erfolg.

Beitrag vom 17. Mai 2008 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

Zuschussverlag verliert Gerichtsstreit gegen Wikipedia und muss kritische Äußerungen hinnehmen

Urteil im Namen des VolkesWie heise online und die Wiener Zeitung berichten, klagte die Frankfurter Verlagsgruppe gegen den Verein Wikimedia Deutschland, da sie sich in einem Wikipedia-Eintrag über das Unternehmen verunglimpft sah. Wie in der 20-seitigen Urteilsbegründung nachzulesen ist (PDF-Download/1,2 MByte), ging es u. a. um Einträge und Aussagen zur Verlagsgruppe wie

»… sie wähle bewusst wohlklingende Namen und Bezeichnungen von ähnlich renommierten Verlagen und Vereinigungen, um so potenzielle Autoren zu täuschen. …«

und

»… Da man hierbei nicht von einem Verlag im eigentlichen Sinne sprechen kann, bezeichnen sich die Unternehmen selbst als Dienstleisterverlage…«

sowie weiterer vier im Artikel gemachter Aussagen, die sich zum Teil auch auf einen kritischen Beitrag der ZDF-Sendung WISO bezogen bzw. diesen als Quelle anführten.

heise online schreibt: »Alle sechs beanstandeten Passagen sind nach Überzeugung des Gerichts hinzunehmen, da es sich zumeist um wahre Tatsachenbehauptungen oder zulässige Meinungsäußerungen handelt«.

Beitrag vom 23. April 2008 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

Für einen fairen Umgang zwischen Verlag und Autor – Autorenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz veröffentlichen gemeinsame Erklärung

FAIRLAG - Aktionsbündnis für faire VerlageMit einer sogenannten »Fairlag-Erklärung« haben sich heute namhafte Autorenverbände und andere Institutionen des Literaturbetriebs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an die Öffentlichkeit gewandt. Die Unterzeichner, die sich zu einem »Aktionsbündnis für faire Verlage« zusammengeschlossen haben, wenden sich in dem am Welttag des Buches (23. April 2008) veröffentlichten Text insbesondere gegen die schwarzen Schafe der sogenannten »Zuschussverlage«. Bei »Zuschussverlagen« ist die Zahlungsbereitschaft des Autors das ausschlaggebende Kriterium für die Veröffentlichung. Diese »Verlage« kehren das Verlagsprinzip somit um, indem sie keinerlei finanzielles Risiko tragen.

Besonders junge und unerfahrene Autoren werden nach Meinung der Autorenverbände von den unseriösen Unternehmen der Branche über »die Gefahren derartiger Publikationen auch nicht aufgeklärt«. So werde den Autoren aufgrund ihrer »erkauften Veröffentlichung« oft die Chance genommen, auf dem Literaturmarkt und bei anderen Verlagen Fuß zu fassen. Außerdem gingen einige der »Verlage« juristisch oder durch Diffamierungen vehement gegen Kritiker vor.

Beitrag vom 16. April 2008 | Rubrik: Literarisches Leben, Zuschussverlage

»Für Meinungsfreiheit« – Autorenverbände wollen sich von Verlagsgruppe nicht einschüchtern lassen

Ausschnitt aus der Presseinfo des VSEigentlich ist es noch gar nicht offiziell: Am 23. April 2008, dem Welttag des Buches, planen nahezu alle namhaften Autorenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit zu treten. Es ist vorgesehen, dass sich die Autorenvertretungen in dieser sogenannten »Fairlag-Erklärung« für einen fairen Umgang zwischen Verlagen und Autoren aussprechen. Hierzu gehöre es nach Meinung der Autorenverbände auch, dass ein Autor für eine Veröffentlichung vom Verlag Geld bekommt – und nicht umgekehrt. Die geplante Erklärung blickt daher kritisch auf die sogenannten Zuschussverlage, wobei sie dieses Geschäftsmodell jedoch nicht mit Bausch und Bogen verdammt. Vielmehr soll sich die Erklärung gegen die schwarzen Schafe der Branche richten, die nach Meinung der Autorenverbände mit den Autoren alles andere als fair umgehen und ihnen offenbar Versprechungen über Erfolge und Verkaufspotenziale machen, die nicht immer der Wirklichkeit entsprächen. Unerfahrene Autoren laufen hier Gefahr, durch Unwissen und Naivität eine mögliche Karriere durch eine Veröffentlichung in einem Zuschussverlag mit weniger gutem Ruf zu verbauen.

Noch ist der Text der Erklärung in der internen Diskussion, doch ist ein Entwurf offenbar im Vorfeld der »Frankfurter Verlagsgruppe Holding AG August von Goethe« zugespielt worden. Diese lässt nun die Muskeln spielen und versucht, die Autorenverbände einzuschüchtern und droht ihnen über einen Rechtsanwalt per Fax mit juristischen Schritten, falls diese die Erklärung unterzeichnen.

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