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Maltes Meinung

Die Textkritik im literaturcafe.de

Für den Autor eines Textes ist eine begründete Auseinandersetzung über Sprache, Stil, Aufbau und Inhalt hilfreicher als dumpfe Lobhudelei oder pauschale Verurteilung. Weil man auch aus Fehlern anderer lernen kann, gibt es diese Rubrik. Ungefähr einmal im Monat erscheint ein neuer Text.

Der Rezensent: Malte Bremer, Jahrgang 1947, studierte Germanistik in Freiburg, liest viel, schreibt, (veröffentlicht aber nichts, und wenn, dann nur im literaturcafe.de), misstraut allen Adjektiven, ist Brillenträger und Weintrinker.

Sie wollen hier auch Ihren Text besprechen lassen? Dann verwenden Sie für Einsendungen bitte ausschließlich unser Formular, das Sie hier finden, und lesen Sie die Teilnahmebedingungen aufmerksam durch.

Textkritik vom 8. August 2013 | Textart: Lyrik
Brillen: Keine BrilleKeine BrilleKeine BrilleKeine BrilleKeine Brille

Haltlos

von Sabrina Fritzsche

Die Blumen, die erfrieren,
Erneuern schöner sich.
So mußt‘ ich dich verlieren,
Um zu gewinnen dich.

Das schrieb Friedrich Rückert in seiner Sammlung »Trost und Erbauung«.

Etwas Trost und Erbauung braucht auch unser Textkritiker Malte Bremer, der es nicht mit Blumen, sondern mit erfrorenem Sinn und Glück zu tun hat. Leider führt dies nicht zu Glückseis. Und auch nicht zu positiven Textbesprechungen.

Textkritik vom 16. Juli 2013 | Textart: Prosa
Brillen: BrilleBrilleBrilleBrilleKeine Brille

Karfreitagsprozession

von Ella Rosenmichel

Textkritiker Malte Bremer schaut sich einen Prosabeitrag an. Sein Zusammenfassendes Urteil: eine leise, hintersinnige Kurzgeschichte.

Die kleinen Mängel im Text sind schnell behoben. Oft sind es überflüssige Adjektive. Eine »Hauptstraße« muss keine »einzige« und abgestandener Kaffee wird immer »alt« und selten frisch sein. Zudem hat der Text ein regionales Problem am laufen. Doch das sind Kleinigkeiten.

Textkritik vom 20. Juni 2013 | Textart: Lyrik
Brillen: BrilleBrilleBrilleBrilleBrille

Liebe

von Derry Verleger

Ein »feines, überraschendes, pfiffig sauberes kleines Gedicht« hatte unser Textkritiker Malte Bremer diesmal vorliegen und vergibt dafür 5 Lesebrillen – die Höchstwertung.

Doch da wäre noch eine Kleinigkeit, da könnte man noch … Malte Bremer macht einen Vorschlag, ist nicht ganz zufrieden, aber dann doch, denn er traut dem Verfasser durchaus zu, daran weiter zu arbeiten, wenn es denn tatsächlich nötig sein sollte.

Textkritik vom 10. April 2013 | Textart: Prosa
Brillen: BrilleKeine BrilleKeine BrilleKeine BrilleKeine Brille

Anna und die Nachbarskinder

von Sieglinde Schwierczinski

Kennen Sie das? Sie lesen einen Text und alles wird Ihnen vom Autor erklärt und erläutert. Der Autor hält sie offenbar für dumm – oder traut der eigenen Geschichte und Erzählkraft nicht.

Doch auch das kann noch getoppt werden, indem die Personen im Text ihr eigenes Handeln für den Leser kommentieren. Nicht nur der Autor, sondern auch seine Charaktere halten Sie für dumm.

Solche Texte mag man nicht lesen – es sei denn, man ist Textkritiker im literaturcafe.de und seziert einen solchen Text, damit andere daraus etwas lernen können.

Textkritik vom 11. Februar 2013 | Textart: Lyrik
Brillen: BrilleBrilleBrilleBrilleBrille

Remarkation

von Volker Weist

Bei dem Gedicht, das sich Malte Bremer diesmal angesehen hat, beginnt das Spiel mit Andeutungen, Assoziationen und Mehrfachbedeutungen bereits im Titel.

Es sei inhaltlich und formal überaus gelungen, meint unser Textkritiker, und im Detail gibt es daher nichts zu kritisieren oder anzumerken.

Textkritik vom 5. Januar 2013 | Textart: Lyrik
Brillen: BrilleBrilleKeine BrilleKeine BrilleKeine Brille

Honigtage

von Renate Tank

Die Tage sind trüb, da wollen wir uns heute zumindest lyrisch der Sonne zuwenden. Textkritiker Malte Bremer schaut sich ein kurzes Gedicht an, dem er attestiert, dass es handwerklich zwar sauber gearbeitet sein, doch am Inhalt hapere es.

Das stimmige Metrum wird durch unpassende oder abgegriffene Adjektive gestört. Und auch am Bild mit Kleid sollte die Autorin noch arbeiten.

Obwohl Bilder oder Vergleiche fantasievoll genutzt werden können, sollten sie dennoch in sich logisch sein, denn sonst hängen auch diese Bilder schief, was ja – wie wir spätestens seit Loriot wissen – für den Betrachter unangenehme Folgen haben kann.

Textkritik vom 13. Dezember 2012 | Textart: Prosa
Brillen: BrilleBrilleBrilleBrilleBrille

Ortskunde

von Kati Fränzel

»Man wird förmlich hineingesaugt in die Stimmung durch Sprache und Rhythmus, und am Schluss hält man ebenfalls still und rätselt darüber, was einem gerade widerfahren ist. Das ist eigentlich mehr wert als 5 Brillen«, meint Malte Bremer und zieht seinen Kritikerhut vor der Autorin des heutigen Textes.

Lassen auch Sie sich hineinsaugen in einen Text, in dem der Frost nach Sommer schmeckt.

Textkritik vom 25. September 2012 | Textart: Prosa
Brillen: BrilleKeine BrilleKeine BrilleKeine BrilleKeine Brille

Der Bär

von Bob Blume

»Fabeln haben eigentlich keine Moral. Diese ist eine Erfindung von Pädagogen aus dem 19. Jahrhundert«, meint unser Textkritiker Malte Bremer.

Doch egal, ob mit oder ohne: Die heutige Textkritik einer Fabel zeigt erneut, dass viele Fehler im Detail den Gesamteindruck trüben.

Streichen, überarbeiten und die Logik überprüfen, das sind die Grundpfeiler der Textarbeit. Dem Autor fällt dies nicht immer leicht, er (oder sie) ist befangen und hat nicht die notwendige Distanz zum Text. Da hilft nur ein ehrlicher und konstruktiver Kritiker.

Textkritik vom 29. August 2012 | Textart: Prosa
Brillen: BrilleBrilleBrilleBrilleKeine Brille

Locken

von Marcus Pauli

Dass man Liebesgeschichten auch mal ganz anders präsentieren kann, zeigt dieser von unserem Textkritiker besprochene Prosabeitrag.

Kurz, knapp und ironisch lässt er den Kritiker schmunzeln – und hoffentlich auch den Rest der Leserschaft.

Höchstens an Details wäre zu feilen. Und wie so oft gilt: Gute Literatur lässt Raum für die Gedanken von Leserin und Leser. Lassen Sie sich locken!

Textkritik vom 11. Mai 2012 | Textart: Drama
Brillen: BrilleKeine BrilleKeine BrilleKeine BrilleKeine Brille

Meaulnes

von Julian Staff

Unser Textkritiker bespricht meist Prosa und Lyrik. Doch ab und zu widmet er sich auch anderen Formen. Diesmal ist ein Drama dran – also ein Theatertext.

Auch diesmal wird an diesem Text Exemplarisches gezeigt, denn es sollen ja alle aus den Kritiken lernen können.

Ein Problem des Dramentextes besteht in den Regieanweisungen. Wann sind sie notwendig? Wann sind sie überflüssig? Wann sind sie unlogisch? Und wann schränken Sie später Regisseur oder Schauspieler zu sehr ein?

Textkritik vom 16. April 2012 | Textart: Lyrik
Brillen: BrilleBrilleBrilleBrilleKeine Brille

Innenhof der Bibliothek

von Gabriele Knoten

Wasser ist nass, Schnee ist kalt und Vergissmeinnicht ist blau. Das weiß man und das muss man nicht sagen.

Hinterfragen Sie in einem Gedicht jedes Wort. Nie sollte eines als Notreim dienen oder überflüssige Adjektive des Rhythmus‘ wegen im Satz verbleiben. Es gibt immer bessere Alternativen – zumindest für den guten Dichter.

In der heutigen Textkritik hat Malte Bremer jedoch nur wenig Überflüssiges gefunden.

Textkritik vom 12. März 2012 | Textart: Lyrik
Brillen: Keine BrilleKeine BrilleKeine BrilleKeine BrilleKeine Brille

Allein

von Andrea Schatt

Krankheit, Liebeskummer, Tod, sexueller Missbrauch, Umweltkatastrophen und Depressionen: Erlebnisse, die oft spontan in einem Gedicht verarbeitet werden.

Lyrik kann Lebenshilfe sein, doch man sollte solche Werke besser im Tagebuch belassen, bei der Gruppentherapie vortragen oder bei der nächsten Sitzung dem Psychiater zeigen.

Auf keinen Fall sollte man sie veröffentlichen oder gar bei Wettbewerben einsenden, denn dann leiden auch Leser, Kritiker oder Juroren, wenngleich eher unter missglückten Sprachbildern, Grammatik, Syntax, Form und Versmaß.

Unser Kritiker Malte Bremer blickt diesmal auf solches Leid.

Textkritik vom 17. Februar 2012 | Textart: Prosa
Brillen: BrilleBrilleBrilleBrilleBrille

Normal

von Cornelia Stella Gliem

Der Text, den Malte Bremer heute bespricht, ist kurz. Und kurz sind auch seine Anmerkungen. Viel gibt es nicht zu sagen, da der Prosabeitrag von ihm eine 5-Brillen-Wertung bekommt.

Wenn sich an vielen besprochenen Texten beispielhaft Fehler aufzeigen lassen, so kann man hier beispielhaft Positives sehen. Und das ist die fehlende Moralkeule.

Viele Texte und Gedichte triefen oftmals von einer Moral und einem Sendungsbewusstsein. Die Botschaft scheint dem Autor wichtiger als die Qualität des Textes.

Doch hier ist es anders. Ein kurzer Text, der dem Leser Freiraum lässt und Platz für eigene Gedanken und Interpretationen. Ein Text, der nicht beim Schlusspunkt endet. So muss gute Literatur sein.

Textkritik vom 9. Januar 2012 | Textart: Lyrik
Brillen: BrilleBrilleKeine BrilleKeine BrilleKeine Brille

Hundephilosophie

von Corinna Holz

Manche Menschen glauben, wenn Wörter unter- statt nebeneinander stehen, dann sei das schon ein Gedicht. Allerdings können ein paar Jamben und Reime nie schaden.

Vieles kann in der Lyrik freier gestaltet werden – auch das Setzen von Satzzeichen. Doch fehlende Satzzeichen machen ebenfalls noch kein Gedicht aus. Im Gegenteil: Man macht es dem Leser oft nicht einfach, den Sinn zu erfassen.

Und dann ist da noch der Inhalt. Der sollte nicht zu überfrachtet sein, meint unser Textkritiker Malte Bremer.

Textkritik vom 26. September 2011 | Textart: Prosa
Brillen: BrilleBrilleBrilleKeine BrilleKeine Brille

Eine Tür fällt ins Schloss

von Tilman Caspar

Unser Textkritiker Malte Bremer hat im heutigen Prosa-Beitrag durchaus einige »ganz wunderbare Sätze« gefunden. Dennoch erhält der Text als Gesamtwertung nur drei von fünf Brillen.

Denn die Erzählung sei zwar raffiniert gesponnen, doch zu selten blitze das Können des Autors auf. Stattdessen muss ein Leser mit vielen Nicklichkeiten kämpfen wie viel zu flüchtig Hingeschriebenem, Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehlern.

Malte hat sich durchgekämpft!

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