In dieser Rubrik finden Sie Tipps und Hinweise, die Ihnen Hilfe und Anregungen für Ihren literarischen Schreiballtag geben sollen. Von der Normseite bis zur Autoren-Software, vom Profi-Tipp bis zur Warnung vor dubiosen Websites.
Etwa eine halbe Million Menschen, so wird geschätzt, sitzen in den Wohnzimmern der Republik vor Laptops oder sogar Schreibmaschinen und verfassen »Romane«.
Ihre Qualifikation: Deutschunterricht.
Ihr Ansatz: autobiografisch.
Ihr Impetus: Schriftsteller werden, also vor allem reich und berühmt.
In einer fünfteiligen Serie analysiert der Autor Tom Liehr schonungslos, warum diese Werke dennoch kein Verlag veröffentlicht. Immer am Freitag erscheint ein neuer Teil.
Etwa eine halbe Million Menschen, so wird geschätzt, sitzen in den Wohnzimmern der Republik vor Laptops oder sogar Schreibmaschinen und verfassen »Romane«.
Ihre Qualifikation: Deutschunterricht.
Ihr Ansatz: autobiografisch.
Ihr Impetus: Schriftsteller werden, also vor allem reich und berühmt.
In einer fünfteiligen Serie analysiert der Autor Tom Liehr schonungslos, warum diese Werke dennoch kein Verlag veröffentlicht. Immer am Freitag erscheint ein neuer Teil.
Die Idee hatte sich viel Zeit gelassen. Bis sie endlich Konturen annahm, musste sie über zwei Jahre im Kopf reifen. Nachdem ich die ersten Ideefetzen auf Papier gespuckt hatte, war der Rohbau schnell fertig. Die Worte flogen von der Tastatur auf den Bildschirm, als ob ein Ghostwriter im Computer gesessen hätte. Das erste Manuskript war nach vier Monaten fertig, doch wie sollte es weiter gehen?
Aller Anfang ist nicht nur schwer, sondern entscheidend für den Erfolg. Aus diesem Grund ließ ich die ersten Seiten meines jungfräulichen Manuskripts von zwei Personen lesen – von einem Spezialisten des Genres und von einer Vertreterin des anderen Geschlechts. Schließlich sollten auch Frauen als Leser infrage kommen.
Nachdem der Anfang passte, schickte ich das Manuskript an fünf Erstleser, natürlich nach vorheriger Absprache. Zwei Exemplare bekamen meine größten Kritiker in zwei unterschiedlichen Foren – zum einen die wohl größte und älteste deutsche Literaturplattform und zum anderen ein Meinungsforum, in dem auch Literatur veröffentlicht wird.

Nina Weber (Foto: Seashell Productions)
Am 21. März 2009 hatte sie sich bei Twitter unter dem Namen angemeldet und nur einen einzigen Tweet verfasst. Es war ein Gedicht, das sie zum 1. Twitter-Lyrik-Wettbewerb einreichte. Sie genau 137 Zeichen: es ist kristallklar und still/ein Kreuz, ein Zaun,/die Spitzen pietätvoll zugeschneit/während Elstern/auf einem Hasen sitzen/und fressen
Das Werk überzeugte die Jury, die unter anderem feststellte: Ein im besten Sinne poetisches Werk, das nachwirkt, indem es beschreibt und nicht doziert. @Nanuscha gewann den 1. Twitter-Lyrik-Preis und somit auch einen iPod touch.
Doch @Nanuscha meldete sich nicht und blieb ein Phantom. Gerüchte um ihre Identität entstanden. Hatte sich jemand einen Spaß erlaubt? Doch wer würde freiwillig auf den iPod verzichten?
Und plötzlich, über ein Jahr später, meldete sich @Nanuscha .
Ich habe gerade erst gesehen, dass ich den Twitter-Lyrikwettbewerb gewonnen habe … 2009. Ich war wohl zu sehr in meinem Roman vergraben, schreibt sie am 10 Juni 2010. Mittlerweile war bereits die Gewinnerin des 2. Twitter-Lyrik-Wettbewerbs gekürt.
Es wird also Zeit, das Geheimnis aufzuklären. Wir haben uns mit @Nanuscha unterhalten, die im wahren Leben Nina Weber heißt.
»Mit der DDR sind die aus der BRD immer noch leicht zu kriegen.« Mit dieser Feststellung aus ihrem Ratgeber »Wie man den Bachmannpreis gewinnt« hat Angela Leinen auch in diesem Jahr Recht behalten. Der Hauptpreis beim alljährlichen Wettlesen in Klagenfurt ging an Peter Wawerzinek, der eine Kindheit in der DDR beschreibt.
Doch das Buch von Angela Leinen mit dem Untertitel »Gebrauchsanweisung zum Lesen und Schreiben« will kein Kriterienkatalog für den Preisgewinn sein, wie etwa die Automatische Literaturkritik der Riesenmaschine. Leinens Buch ist eben so wenig eine humoristische Anekdotensammlung noch eine Art Geschichtsbuch über Preisträger und Jury-Mitglieder.
Nein, Angela Leinens Buch »Wie man den Bachmannpreis gewinnt« ist ein hervorragender und intelligenter Ratgeber für literarische Texte, der Gutes und Schlechtes anhand von Bachmannpreistexten aufzeigt. So hilft das Buch Autoren und Lesern gleichermaßen.
Für den Schweizer Verlag Nagel & Kimche (zu Hanser gehörend) hat das Literatur-Café die redaktionelle Betreuung der Website SchreibStar.tv übernommen. Die Website stellt Milena Mosers Roman »Möchtegern« vor, in dem es um eine fiktive TV-Castingshow für Schriftsteller geht. Im »Trainingscamp« auf der Website kann man sich selbst in Schreibaufgaben aus dem Buch versuchen.
Heute startet die 7. und letzte Runde, die bis zum 4. Juli 2010 läuft. Die Schreibaufgabe lautet: »Gründen Sie eine Schreibgruppe« – natürlich nur auf dem Papier und nicht länger als 1.500 Zeichen. Die Teilnehmer aller 7. Runden können einen eintägigen Schreibkurs mit Milena Moser in der Schweiz gewinnen – Anreise und Hotel inklusive.
Außerdem bespricht unser Kritiker Malte Bremer exklusiv sechs Romananfänge, die man ihm zusenden konnte. Seit letzte Woche ist Kritik 4 online. Diesmal fiel sie wieder sehr positiv aus. Lernen Sie aus der »Reise nach Meschuggistan«.
Zur Website SchreibStar.tv mit Schreibaufgabe und Textkritik »
Dieses Büchlein macht einfach Freude! Alleine, es zur Hand nehmen, es anzufassen, lässt das Autoren – und Leserherz höher schlagen. Ein Buch, eher ein Büchlein, im Format eines Notizkalenders, dazu in Leinen gebunden und mit Lesebändchen versehen. So etwas kann sich sehen lassen. Denn die Textmanufaktur hat nicht nur ein Faible für gute Texte, sondern schön gemachte Bücher.
Für den Inhalt zeichnet sich Titus Müller, Autor zahlreicher historischer Romane, verantwortlich. Der Klappentext empfiehlt das Buch für »Schreibanfänger und für fortgeschrittene Autoren, die sich ihrer Fähigkeiten wieder versichern wollen.«
Doch das kleine Bändchen ist weit mehr als nur ein Leitfaden zum Schreiben. Titus Müller versteht es auf meisterhafte Weise, seine Tipps und Erfahrungen in Geschichten zu packen. So liest sich das Buch nicht wie ein Ratgeber, sondern eher wie ein Roman.
Isa Schikorsky hat ein feines, kleines und nützliches Buch für Prosa-Autorinnen und -Autoren geschrieben, welches exakt das enthält, was sein Untertitel verspricht: 50 Tipps zum Schreiben und Veröffentlichen. Mit den Rubriken »Schreibtipps für Erzähltexte«, »Erste Schritte auf dem Literaturmarkt«, »Professionell in Formfragen«, »Aspekte der Verlagssuche« und »Literatur zum Schreiben und Veröffentlichen« sind nahezu alle wichtigen Aspekte beleuchtet.
Isa Schikorsky, die als Autorin und freie Lektorin arbeitet, schreibt wunderbar verständlich, und da bei 50 Tipps auf 132 Seiten einige Themen nicht länger als eine Seite behandelt werden, gibt die Autorin wertvolle und hilfreiche Literaturhinweise zum Weiterlesen – oder rät, wenn es angebracht ist, auch von zweifelhafter Ratgeberliteratur ab.
Natürlich dürfte erfahrenen Autorinnen und Autoren vieles von dem, was Schikorsky beschreibt, bekannt sein. Das Buch ist in erster Linie für Schreibanfänger ideal, doch gibt es auch erfahrenen Autoren neue Impulse oder bringt einige Dinge wieder ins Bewusstsein.
Die Textmanufaktur in Leipzig hat ihr mittlerweile drittes Halbjahresprogramm präsentiert. Vom Januar bis Juni 2010 werden an den Wochenenden wieder erstklassige Seminare mit Top-Referenten angeboten – wie immer zu sehr moderaten Preisen.
Diesmal mit dabei u. a. Bastian Sick (»Der Dativ ist dem Genitv sein Tod«), Verleger Klaus Schöffling, die Autoren Feridun Zaimoglu, Thomas Gsella (Titanic-Magazin) und Titus Müller. Das vollständige Seminarprogramm lesen Sie hier.
Ebenfalls mit dabei: Wolfgang Tischer, Herausgeber und Chefredakteur von literaturcafe.de. Am 6. und 7. Februar 2010 wird er zusammen mit den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern Blogs, Twitter und Facebook ansehen und erläutern, welche Möglichkeiten zur Selbstvermarkung für veröffentlichte oder geplante Bücher hier bestehen – und wo die Grenzen liegen.
Ab sofort starten wir für dieses Seminar eine Weihnachtsaktion: Wer sich über das Literatur-Café bis zum 26.12.2009 für »Blog, Twitter, Facebook für Autoren« anmeldet, die oder der erhält auf den Seminarpreis 10 Euro Nachlass. Statt 195 Euro kostet die Teilnahme dann nur 185 Euro. Vielleicht ja auch eine schöne Geschenkidee?
Das Manuskript ist fertig und es beginnt die Verlagssuche. Neben der Frage, an welche Verlage man den Text schicken sollte, steht die nach der Form an zweiter Stelle. Wie bringe ich den Lektor dazu, dass er mein Manuskript liest?
»Sie brauchen ein Anschreiben und ein aussagekräftiges Exposé« lautet der Ratschlag. Aber was steht im Anschreiben – und was genau ist ein (gutes) Exposé?
»Die Kunst des Exposés oder: Wie ködere ich Verlage?« lautete der Titel eines Seminars bei der Leipziger Text-Manufaktur, das sich genau diesen Fragen im Detail widmete.