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Literatur online

In dieser Rubrik finden Sie Beiträge, die sich generell mit dem Thema »Internet und Literatur« befassen. Wir werfen dabei auch immer wieder einen kritischen Blick auf literarische Websites oder Internet-Angebote von Verlagen und stellen interessante Entwicklungen in diesem Bereich vor.

Beitrag vom 21. Februar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

11 MB geballte Inkompetenz

Es ist immer wieder erschreckend, wie inkompetent nach wie vor einige Verlage in Sachen Internet-Nutzung und eMail-Marketing sind. Da verschickt der Gerhard Hess Verlag aus Bad Schussenried eine eMail, der als Textdatei eine Buchbeschreibung anhängt – und eine Cover-Abbildung des Buches im fürs Internet ungeeigneten TIFF-Format. Die Datei ist sage und schreibe 11 Megabyte groß! Der Download mit einem Modem hätte gut eine halbe Stunde betragen. Allerdings werden in einigen Firmennetzen eMails mit mehr als 5 oder 10 MB Größe ohnehin abgeblockt und nicht zugestellt.

Zudem war es nicht mal eine persönliche Mail, sondern eine Massenaussendung. Man könnte auch Spam sagen. Vermutlich war es die gleiche TIFF-Datei, die die Druckerei für den Druck verwendet. Hatte der Praktikant wohl auf der Festplatte gefunden. Im Text der eMail natürlich keinerlei Hinweis, um was es geht.

Nachtrag: Aha, wahrscheinlich sind dem Verlag – wie von uns bereits vermutet – die von den Mailservern zurückgewiesenen Mega-Mails um die Ohren geflogen, denn heute (22.02.2007) kommt die Mail erneut, und zwar mit einem Bild im JPG-Format. Dieses ist mit über 600 kByte immer noch sehr groß – aber immerhin. Am Inhalt der Mail hat man jedoch nichts ergänzt.

Beitrag vom 15. Februar 2007 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literatur online

Rainald Goetz schreibt wieder Abfall für alle

Abfall für alle in BuchformEr war in Deutschland der erste literarische Blogger. Und das zu einer Zeit, als es noch gar keine Weblogs gab. In den Jahren 1998 und ’99 notierte Rainald Goetz in seinem Internet-Tagebuch, was ihn so bewegte.

Dreck macht traurig. Beim Putzen in der Küche. Es kommen auch wieder sauberere Zeiten. Das einzige was noch trauriger macht, ist frenetischer Beifall. Die Lottoshow beginnt.

Später wurde www.abfall-fuer-alle.de aus dem Netz genommen und bei Suhrkamp als Buchbrikett veröffentlicht. So wurde Abfall zu Geld.

Doch jetzt ist Goetz wieder da. Und er macht da weiter, wo er vor acht Jahren aufgehört hat. Für das neue People-Magazine Vanity Fair schreibt er wieder ein Weblog. Das sei konsequent, so die FAZ, denn schließlich bedeute auch Vanity Fair – ins Grobe übersetzt – Abfall für Alle. Und wer könnte diesen besser liefern als Goetz.

Nachtrag vom 22.06.2008
Am 21.06.2008 beendete Goetz sein Internet-Tagebuch wieder. Hat es jemand gemerkt?

Beitrag vom 8. Februar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Stuttgarter Zeitung zu den Marbacher Literaturportal-Pannen

Stuttgarter Zeitung vom 07.02.2007Die Stuttgarter Zeitung berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe von unserer Kritik am Marbacher Literaturportal. Leider hat man dort die FAZ-Zusammenhänge nicht ganz verstanden und stellt sie verwirrend und nicht korrekt dar.

Neben Zitaten aus unserem Artikel kommt in der StZ auch Roland Kamzelak, der Leiter der Direktionsabteilung im Deutschen Literaturarchiv Marbach, zu Wort. Bemerkenswert ist, dass Kamzelak mittlerweile die Kosten für das Portal mit 20.000 Euro beziffert. Eine Förderung durch das Bundesministerium in Höhe von 150.000 Euro habe es nicht gegeben. Diese Zahl stamme aus einer Vorlage, mit der der Minister das Projekt in einer Pressekonferenz vorgestellt habe. Mittlerweile habe man auf vieles verzichtet.

Beitrag vom 5. Februar 2007 | Rubrik: Literatur online

Kein toitsches Wort für SPAM

SPAM(tm)-Tasse aus dem SPAM-Fanshop von Hormel Foods Ltd.Schön, dass ausgerechnet »BusinessNews«, Deutschlands erste Office-Zeitung, über das Bemühen der Stiftung Deutsche Sprache berichtet, ein deutsches Wort für Spam zu finden. Vorschläge und Einreichungen hierzu können unter www.aktionlebendigesdeutsch.de gemacht werden.

Freilich muss man nicht immer alles mit englischen Begriffen bezeichnen, aber wozu hier die Mühe? Denn es gibt doch bereits einen deutschen Begriff für Spam. Der lautet: Spam. Denn Spam ist ein Markenname der Hormel Foods Corporation aus England. Hierfür einen deutschen Begriff zu finden wäre genauso unsinnig, als suche man eine deutsches Wort für Tempo oder UHU. Und wer statt Tempo oder UHU die markenneutralen Begriffe Papiertaschentuch und Klebstoff verwendet, der kann statt Spam auch Dosenfleisch oder Frühstücksfleisch sagen.

In einem TV-Sketch der britischen Komiker-Truppe Monty Phyton schwebt ein Ehepaar in ein Café ein, in dem sämtliche Gerichte grundsätzlich auch Spam enthalten. Darüber hinaus besingt eine Gruppe Wikinger am Nebentisch mit lauten Gesängen »lovely Spam«.

Aufgrund der penetranten Spam-Flut auf der Speisekarte und per Gesang wurde Spam durch diesen Sketch später zum Synonym für unerwünschte (Werbe-)eMails. Die Hormel Foods Corporation klagte sogar gegen die Verwendung ihres Markennamens in diesem Zusammenhang, scheiterte jedoch damit vor Gericht.

Hast du viel Frühstücksfleisch in deinem elektronischen Briefkasten? – Nein, ich habe einen Frühstücksfleisch-Filter für mein Kleinweich Ausguck im Einsatz.

Beitrag vom 2. Februar 2007 | Rubrik: Literatur online

Börsenblatt über Literaturportale

Selbstverständlich müssen wir noch unserer Chronistenpflicht nachkommen und erwähnen, dass in der Ausgabe 3/2007 des Börsenblatts vom 18. Januar 2007, dem Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel, ein ausführlicher Beitrag über Literaturportale im Web zu finden ist (leider nur in der Ausgabe aus totem Holz, Seite 28). Da’s ja in der Regel etwas dauert, bis das

Beitrag vom 2. Februar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

150.000 Euro an Bundesmitteln für die Frankfurter Allgemeine Zeitung?

Ein aktueller Screenshot vom 02.02.2007Im Juni 2006 ging www.literaturportal.de online. 150.000 Euro an Bundesmitteln flossen in dieses überflüssige Portal, das das Literaturarchiv Marbach zu verantworten hat. Wir wollten in einem offenen Brief an Minister Neumann wissen, aus welchem Grund dieses Projekt eine solch hohe Fördersumme erhalten hat, die die Website in keiner Weise widerspiegelt. Der Brief blieb unbeantwortet. In der Tradition von Altkanzler Kohl sitzt der Minister das Problem aus. Allerdings wissen wir, dass unser Brief für einige Aufregung im Ministerium sorgte und der Minister gar nicht mehr gut auf das Portal zu sprechen ist.

Damals sagten wir bereits voraus, dass das Portal schnell zur Ruine werden wird. Ein aktueller Blick auf das Web-Angebot zeigt, dass unsere Prophezeiung schon nach einem halben Jahr eingetreten ist. Es hat sich seit der Eröffnung dort so gut wie nichts getan. Zuverlässig spuckt die Datenbank die aktuellen Autorengeburtstage als Kalenderblatt aus. Der Literaturkalender, der seinerzeit von den Marbacher Machern als eines der Kernstücke des Portals gelobt wurde, nennt für den heutigen Freitag für ganz Baden-Württemberg gerade mal fünf Literaturveranstaltungen – allein vier davon sind Dauerausstellungen.

Beitrag vom 26. Januar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Buch- und Autorenmarketing mit Second Life

Für einige ist Second Life die Zukunft des Internet, für andere ist es bestenfalls ein Online-Spiel, das hohe Anforderungen an die Hardware des Computers stellt. Doch egal: Second Life ist derzeit mega-in. Egal ob Spiegel Online oder Bildzeitung, alle berichten darüber, und namhafte Firmen wie Adidas, Sony oder Toyota nutzen Second Life als Marketing und

Beitrag vom 25. Januar 2007 | Rubrik: Literatur online

Literaturwebsite »Berliner Zimmer« ist endgültig geschlossen

Eine der ambitioniertesten Literatur-Websites wird nicht mehr aktualisiert. www.berlinerzimmer.de schließt endgültig seine Tür. Dies gaben die beiden Gründer Enno E. Peter und Sabrina Ortmann nun offiziell bekannt. Bereit seit über zwei Jahren wurde die Website nicht mehr nennenswert aktualisiert, jetzt ist die Schließung offiziell. Die Website bleibt jedoch zunächst als Archiv im Web bestehen. Als

Beitrag vom 21. Januar 2007 | Rubrik: E-Books, Literatur online

Google plant den Verkauf von eBooks

Wie die Times berichtet, arbeitet Google daran, demnächst elektronische Bücher (eBooks) zu verkaufen. Die Zeitung zitiert Jens Redmer, den Chef von Google Book Search in Europa, der bestätigt, dass man an einer Plattform arbeite, über die Verlage ihre Bücher digital zugänglich machen können. Neben dem Verkauf erwähnt Redmer auch die Möglichkeit, beispielsweise digitale Reiseführer lediglich für die Dauer der Reise auszuleihen oder ein Buch kapitelweise zu kaufen.

Evan Schnittman vom Verlag Oxford University Press, einer der Verlage, die mit Google Book Search bereits zusammenarbeiten, führt im Times-Artikel wieder mal das beliebte Argument für eBooks auf: »Wollen Sie wirklich im Urlaub vier Romane und einen Reiseführer mitschleppen?«

Beitrag vom 17. Januar 2007 | Rubrik: Literatur online

Spam von Mama Schopenhauer

Vermeintliche Mail der PostbankIn den letzten Tagen werden leider bei uns in der Redaktion einige Spam-Mails, die angebliche von der Deutschen Postbank stammen und uns verleiten sollen, unsere PINs und TANs in die Formulare irgendwelcher Phisher einzugeben, von unserem Spam-Filter nicht erkannt.

Markiert man den Text der Mail mit der Maus, so wird unter der falschen Postbank-Box ein zuvor weißer Text auf weißem Grund sichtbar. Dieser klingt sehr literarisch und nachdem man Google bemüht hat, stellt sich raus, dass der Text von Schopenhauer stammt. Allerdings nicht von Arthur, sondern von seiner Mutter Johanna Schopenhauer (1766-1838). Ein Auschnitt aus »Reise durch England und Schottland«, der vom Spam-Versender offenbar willkürlich dem amerikanischen Project Gutenberg entnommen wurde, in dem sich auch deutsche Texte befinden.

Der so eingestreute Text, der zwar aus dem Zusammenhang gerissen aber dennoch sinnvoll ist, soll Spamfilter verwirren und ihnen eine normale Mail vortäuschen. Der Postbank-Text darüber ist nämlich eigentlich ein Bild, sodass ein rein textbasierter Filter dort nicht die üblichen Texte findet, die auf eine Phisher-Mail hinweisen.

Und das Austricksen mittels literarischem Text funktioniert bei unserem Filter leider recht gut. Zeit für einen neuen Filter, der per OCR auch die Texte in Bildern erkennt? Denn die Mail einfach so als »Mark as Spam« zu bewerten… hm, da zögert man, denn es dürfte die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass deutschsprachige Nicht-Spam-Mails fälschlicherweise im Spamtopf landen.

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