Hier finden Sie ausführliche Berichte, Interviews und Tipps für Leser und Autoren. Informationen aus der und über die Welt der Literatur innerhalb und außerhalb des Netzes. Auch hier freuen wir uns immer über Beiträge unsrer Gäste.
Die Buchbranche hat nicht den Ruf, der Zukunft und den technischen Möglichkeiten gegenüber besonders aufgeschlossen zu sein. Wie jedes Jahr traf man sich in der vergangenen Woche auf den Buchtagen in Berlin. Diesmal hielt Michael Krüger, der Verleger des Hanser Verlags, die Eröffnungsrede.
Krüger schien alle Vorurteile zu bestätigen. Doch so einfach war die Rede des Verlegers nicht strukturiert. Er baute unzählige Paralipsen und andere rhetorische Stilmittel ein, die jeden Latein- und Griechischlehrer erfreut hätten.
Doch ein Eindruck blieb: Michael Krüger sieht im Internet den Anfang vom Untergang der Kultur.
Der Informatiker und Autor André Spiegel antwortet dem Hanser-Verleger.
Was hat die Diskussion ums Urheberrecht nur aus den stolzen und von uns bewunderten Schriftstellern gemacht? Wir haben ihre Bücher geliebt, gekauft und gelesen. Doch jetzt?
Verängstigt kritzeln sie ihre Namen unter öffentliche Erklärungen und nehmen an peinlich-blutigen Aktionen teil. Gestandene Männer wie Ferdinand von Schirach, die Bestseller über brutale Verbrechen schreiben, jammern uns plötzlich im SPIEGEL vor, wie anstrengend das Leben als Schriftsteller sei, und der Katholik Matthias Matussek wirft im gleichen Blatt die adverbiale Atombombe.
»Wir Autoren haben keine Gnadengesuche nötig«, meint hingegen David Gray.
Warum spielt in den Castingshows die Literatur keine Rolle? Milena Moser hat eine solche Fernsehsendung in ihrem Roman »Möchtegern« entworfen. Es gibt den Bachmannpreis, bei dem vorgelesen wird, bei dem es aber um Inhalt statt Auftritt geht. Und es gibt Poetry-Slams, bei denen oftmals Auftritt vor Inhalt geht.
Doch es gibt sie: Vorlesewettbewerbe. Allerdings finden sie weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Es wird Zeit, sich in die Parallelwelt zu begeben, die in diesem Fall im futuristischen Porsche-Museum in Stuttgart beginnt. Wolfgang Tischer hat die Reise angetreten.
Von David Gray – Reden wir über Mord. Und tun wir es mit einem der ganz besonderen Säulenheiligen der Literatur, von dem der bemerkenswerte Satz überliefert ist: »Wir haben lange genug aus Not gemordet, tun wir es jetzt mit Überzeugung und Geschmack.«
Weshalb wir hier über Mord reden sollten und dann auch noch im Sinne des berüchtigten Marquis de Sade, denn von keinem anderen stammt der oben zitierte Satz?
Weil Mord derzeit in aller Munde ist. Außerdem Geschmack und Not.
Vermeintlicher Mord nämlich an uns Autoren und unserem Einkommen, vermeintlicher Mord auch an der Kultur und dem literarischen und künstlerischem Niveau ganz allgemein.
Von wegen »Kostenloskultur«! Wer in der Fußgängerzone einer deutschen Kleinstadt einen guten Roman verschenken will, hat es verdammt schwer.
Ich will wildfremden Menschen ein Buch schenken, nämlich den Roman »Agnes« von Peter Stamm. Ich bin einer von 33.333 Lesefreunden am Welttag des Buches. Ich darf 30 Exemplare einfach so verteilen.
Begleitet von einer Reporterin des SWR ziehe ich los und muss die Erfahrung machen, dass Menschen, die etwas verschenken wollen, verdächtig sind. Eine zweite gewonnene Erkenntnis ist sogar noch erschreckender.
Niemand bringt so viele Autoren- und Promi-Namen in einem Text unter wie sie: Barbara Fellgiebel. Regelmäßig schreibt sie über ihre Buchmesse-Impressionen in Frankfurt und Leipzig. Und man muss sich fragen, wie diese Frau das immer alles schafft.
Lesen Sie Barbara Fellgiebels Rückblick auf die Leipziger Buchmesse 2012 und erfahren Sie, wo die Autorin überall war, wo Sie nicht waren.
Am Sonntag endete die Leipziger Buchmesse. Unter dem Motto autoren@leipzig wendeten sich die Veranstalter erstmals gezielt den Schriftstellern zu – oder denen, die es werden wollen. Zahlreiche Vorträge, Veranstaltungen und Aussteller widmeten sich dem Thema Schreiben und Veröffentlichen.
Im Digitalen Wohnzimmer erlebten wir wie nie zuvor die Kluft zwischen schreibenden Profis und naiven Möchtegerns. Denn mittlerweile sind es nicht nur Bezahlverlage, die den Autoren oft falsche Hoffnungen machen, sondern auch Social-Media-Unternehmen und -Berater zeichnen ein merkwürdig verzerrtes Bild des Autorenlebens.
Unsere Eindrücke von einer Messe mit Miss, von schreibenden Vollprofis, menschlichen Dramen – und warum autoren@leipzig überfällig war.
Kann man mit E-Books reich werden? Es gibt Ratgeber und Websites, die dies suggerieren. In der Verbrauchersendung »Servicezeit« ging der WDR dieser Frage nach und sprach u.a. mit literaturcafe.de-Herausgeber Wolfgang Tischer, der sich einem E-Book-Selbsttest stellte.
Außerdem wollte der WDR wissen, wie Verlage reagieren, wenn man dort ein E-Book veröffentlichen will und wie die Konditionen sind.
Das literaturcafe.de half den Machern des WDR bei der Beschaffung eines geeigneten Romanmanuskripts, das vom Sender an Verlage geschickt wurde. Es ist wenig erstaunlich, dass sich nur Zuschussverlage gemeldet haben, die für eine Veröffentlichung Geld wollten. Die Inhalte der Angebote waren jedoch sehr überraschend – und amüsant.