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Literarisches Leben

Hier finden Sie ausführliche Berichte, Interviews und Tipps für Leser und Autoren. Informationen aus der und über die Welt der Literatur innerhalb und außerhalb des Netzes. Auch hier freuen wir uns immer über Beiträge unsrer Gäste.

Beitrag vom 15. Februar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Schreiben

Der Beruf des Lektors hat sich verändert

Hans-Jürgen Balmes ist Lektor für ausländische Literatur beim Fischer Verlag in Frankfurt. »Wie bitte?«, werden jetzt vielleicht einige sagen. »Warum hat ein deutscher Verlag einen Lektor für ausländische Literatur? Die deutschen Verlage kaufen doch ohnehin nur Lizenzen von fremdsprachigen Titeln ein, die im Ausland bereits ein Erfolg waren. Die deutschen Verlage gehen doch kein Risiko

Beitrag vom 10. Februar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben

Ist es gut, dass Übersetzer unterbezahlt sind?

Titelblatt eines Buches von Umberto EcoAcht der zehn Titel auf der aktuellen SPIEGEL-Bestseller-Liste sind Übersetzungen. Übersetzer spielen gerade in Deutschland eine bedeutende Rolle, denn erst durch ihre Arbeit erschließt sich vielen Lesern ausländische Literatur. Trotz dieser wichtigen Funktion gelten Übersetzer als unterbezahlt. Die Verlage argumentieren, dass bei höheren Honoraren viele Übersetzungen einfach nicht mehr finanziert werden könnten, da die Leser höhere Buchpreise nicht akzeptieren würden.

In der Neuen Zürcher Zeitung stellt Joachim Güntner zudem die These auf, dass eine Unterbezahlung der Qualität der Übersetzungen dienlich sei. Kunst – und somit auch Übersetzungskunst – sei immer dann am besten, wenn mit ihr ein persönliches Opfer verbunden sei. Außerdem, so Güntner, sei das Jammern vieler Übersetzer über ihre schlechte finanzielle Situation oftmals schlichtweg nur Propaganda.

Diesen Vorwurf kann sich selbst ein Übersetzer, der nach Güntner zu den »privilegierten« des Berufsstandes zählt, nicht gefallen lassen. Burkhart Kroeber antwortet daher auf den Artikel Güntners. Er ist als der Übersetzer von Umberto Eco bekannt geworden und gilt in der Branche als einer der bestbezahlten, da er am Umsatz der Bücher beteiligt ist. Kroeber rechnet in seiner Antwort jedoch vor, dass selbst er keinesfalls üppig verdient.

Beschämend findet man es bei Text & Blog, dass Burkhart Kroeber sich in der Honorardiskussion auf diese Ebene herablassen muss. Gleichzeitig sei es ihm hoch anzurechen, dass er es tue.

Beitrag vom 9. Februar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben

»Romane? Wozu soll das gut sein?«

Der Autor Titus Müller (Die Brillenmacherin) schildert in seinem Weblog die Begegnung mit einem künftigen Leser – vielleicht.

Beitrag vom 8. Februar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Stuttgarter Zeitung zu den Marbacher Literaturportal-Pannen

Stuttgarter Zeitung vom 07.02.2007Die Stuttgarter Zeitung berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe von unserer Kritik am Marbacher Literaturportal. Leider hat man dort die FAZ-Zusammenhänge nicht ganz verstanden und stellt sie verwirrend und nicht korrekt dar.

Neben Zitaten aus unserem Artikel kommt in der StZ auch Roland Kamzelak, der Leiter der Direktionsabteilung im Deutschen Literaturarchiv Marbach, zu Wort. Bemerkenswert ist, dass Kamzelak mittlerweile die Kosten für das Portal mit 20.000 Euro beziffert. Eine Förderung durch das Bundesministerium in Höhe von 150.000 Euro habe es nicht gegeben. Diese Zahl stamme aus einer Vorlage, mit der der Minister das Projekt in einer Pressekonferenz vorgestellt habe. Mittlerweile habe man auf vieles verzichtet.

Beitrag vom 8. Februar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Schreiben

Klagenfurter Literaturkurs ist wieder ausgeschrieben

Auch in diesem Jahr wird in Klagenfurt anlässlich der Tage der deutschsprachigen Literatur wieder ein Literaturkurs angeboten. Dieser richtet sich explizit nicht an diejenigen, die bereits beim Bachmannpreis lesen. Für den Kurs muss man sich mit einem Text bewerben und zudem die folgenden Dinge beachten:

  • nicht älter als 35 Jahre (Stichtag: 16. März 2007)
  • mindestens eine literarische Veröffentlichung (deutschsprachig, keine Übersetzung). Als adäquate Veröffentlichung gelten Prosaarbeiten in Buchform, Beiträge für im Buchhandel erhältliche Anthologien und Zeitschriften (keine Texte, die im Eigenverlag erschienen sind)

Somit gelten offensichtlich auch Veröffentlichungen im Internet nicht als literarische Veröffentlichung im Sinne der Ausschreibung. Weitere Infos sind hier nachzulesen.

Beitrag vom 6. Februar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Schreiben, Zuschussverlage

Mit 18 drei Jahre lang auf Buchmessen

Eigentlich möchte man sich mit Judith freuen. Da sitzt die 18-Jährige und hält stolz ihr eigenes Buch in der Hand. »Wir stellen mal das Notebook daneben«, könnte der Fotograf gesagt haben, »sozusagen das Schreibwerkzeug. Und den siebenarmigen Leuchter, denn schließlich geht es in dem Buch um Israel. Und jetzt lächeln!« Der Fotograf ist gleichzeitig auch

Beitrag vom 6. Februar 2007 | Rubrik: Hörbücher, Literarisches Leben

Hörbücher bei den Feierschweinen

Gibt es demnächst Hörspiel DJs im Neon?Vor gut einer Woche hatten wir an dieser Stelle Verlagen und Autoren empfohlen, den aktuellen Hype um die digitale Scheinwelt Second Life für das Marketing in eigener Sache zu nutzen. Jetzt ergreift ein namhafter Hörbuch-Verlag diese Chance: Der Audio Verlag richtet in Second Life eine Hörlounge ein. Unter anderem kann man dort das Hörbuch "Drachenglut" von Jonathan Stroud, gelesen von Rufus Beck, noch vor der offiziellen Veröffentlichung anhören.

Wie von uns empfohlen, baut der Audio Verlag hierfür zunächst kein eigenes Gebäude, sondern nutzt einen bei deutschen Second-Life-Nutzern angesagten Ort, nämlich den Neon-Club, der auch als Heimat der Feierschweine firmiert. Eine Woche lang soll dort die Lauschecke aktiv sein, und in Live-Chats sollen zudem die Avatare bekannter Sprecher und Autoren auftreten. Den Anfang macht am  22. Februar der SPIEGEL-Online-Kolumnist und Läufer Achim Achilles. Die Hörlounge selbst soll ab dem 19. Februar 2007 aktiv sein. Eine im Internet verdammt lange Zeit zwischen Ankündigung und Umsetzung. Aber wie schon gesagt, mag die mediale Aufmerksamkeit für ein solches Ereignis größer sein als dieses selbst.

Beitrag vom 2. Februar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

150.000 Euro an Bundesmitteln für die Frankfurter Allgemeine Zeitung?

Ein aktueller Screenshot vom 02.02.2007Im Juni 2006 ging www.literaturportal.de online. 150.000 Euro an Bundesmitteln flossen in dieses überflüssige Portal, das das Literaturarchiv Marbach zu verantworten hat. Wir wollten in einem offenen Brief an Minister Neumann wissen, aus welchem Grund dieses Projekt eine solch hohe Fördersumme erhalten hat, die die Website in keiner Weise widerspiegelt. Der Brief blieb unbeantwortet. In der Tradition von Altkanzler Kohl sitzt der Minister das Problem aus. Allerdings wissen wir, dass unser Brief für einige Aufregung im Ministerium sorgte und der Minister gar nicht mehr gut auf das Portal zu sprechen ist.

Damals sagten wir bereits voraus, dass das Portal schnell zur Ruine werden wird. Ein aktueller Blick auf das Web-Angebot zeigt, dass unsere Prophezeiung schon nach einem halben Jahr eingetreten ist. Es hat sich seit der Eröffnung dort so gut wie nichts getan. Zuverlässig spuckt die Datenbank die aktuellen Autorengeburtstage als Kalenderblatt aus. Der Literaturkalender, der seinerzeit von den Marbacher Machern als eines der Kernstücke des Portals gelobt wurde, nennt für den heutigen Freitag für ganz Baden-Württemberg gerade mal fünf Literaturveranstaltungen – allein vier davon sind Dauerausstellungen.

Beitrag vom 29. Januar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben

Zu Besuch beim Verlag des Jahres

Der in München ansässige Hanser Verlag wurde von den Lesern des Buchmarkt zum Verlag des Jahres gewählt. Felicitas von Lovenberg hat den erfolgreichen Verlag für die FAZ besucht und einen Bericht geschrieben. Die dicke Haustür ist an diesem Januarmittag nur angelehnt, das Pförtnerzimmer nicht besetzt. Nachdem man so ohne Klingeln und Anmeldung hereingeplatzt ist, wäre andächtiges Herumlungern Zeitverschwendung, zumal hier keine lebensgroßen Schriftstellerporträts hängen, die den Kratzfuß fordern. Dynamischen Schrittes vorbeieilende Menschen lächeln den Besucher freundlich, aber zerstreut an.

Für den Hanser Verlag hat das literaturcafe.de im letzten Jahr den Podcast »Die Arbeit der Nacht« realisiert.

Beitrag vom 28. Januar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Schreiben

Zadie Smith über das Schreiben und Bewerten von Romanen

In einem etwas zu langen und ermüdenden Essay lässt sich Zadie Smith (»Von der Schönheit«) über das Schreiben von Romanen und über die Selbstbeurteilung durch den Schriftsteller aus. Der Artikel war in der heutigen FAZ am Sonntag zu lesen und ist in einer noch längeren Fassung unter faz.de zu finden. Schriftsteller können über die Qualitäten ihrer Bücher nicht viel Verlässliches sagen – die meisten machen sich weiß Gott reichlich Illusionen über ihr Talent. Aber sie wissen andere Dinge als die Professoren oder Kritiker. Gelegentlich lohnt es sich, ihnen zuzuhören.

Beitrag vom 26. Januar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Literatur online

Buch- und Autorenmarketing mit Second Life

Für einige ist Second Life die Zukunft des Internet, für andere ist es bestenfalls ein Online-Spiel, das hohe Anforderungen an die Hardware des Computers stellt. Doch egal: Second Life ist derzeit mega-in. Egal ob Spiegel Online oder Bildzeitung, alle berichten darüber, und namhafte Firmen wie Adidas, Sony oder Toyota nutzen Second Life als Marketing und

Beitrag vom 26. Januar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben

Vorlesen statt germanistischer Folteristrumente

2007 ist das Jahr der Geisteswissenschaften. Der Deutschlandfunk hat sich daher mit Verleger Klaus Wagenbach über die Rolle der Literatur unterhalten. Ein lesenswertes Interview, das auch als MP3-Download bereitsteht.

Unter anderem wird Wagenbach gefragt, wie man Kindern die Liebe zur Literatur beibringt: Ich würde sagen Vorlesen, Vorlesen, Vorlesen, Vorlesen. Alles das, was die Eltern nicht mehr tun, was die Großeltern nicht mehr tun, was der Pfarrer sowieso nicht tut, Vorlesen. Texte vorlesen, ohne sie weiter zu kommentieren und besonders ohne sie mit diesen furchtbaren germanistischen Folterinstrumenten zu interpretieren, sondern einfach Gedichte vorlesen.

Beitrag vom 20. Januar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben, Notizen

reading is sexy

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Thanks to pinksnapper for the picture.

Beitrag vom 19. Januar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben

Unsichtbares Unwort

Wenn ein Wort zum »Unwort des Jahres« gekürt wird, dann gehen wir eigentlich davon aus, dass dieses Wort in der Regel durch die Medien eine gewisse Bekanntheit erlangt hat – und zwar vor der Kür. »Ja«, sollte man dann sagen, »das war ein gar garstig Wort, das dort von Politikern, Wirtschaftsbossen oder Medien verwendet wurde. Diese Auszeichnung hat es uns nochmals vor Augen geführt. Hinfort!«

Entlassungsproduktivität. Sagt Ihnen das was? Wie? Das sei kein Wort, das Ihnen aufgefallen ist? Es gehört nicht einmal zu Ihrem passiven Wortschatz? Entlassungsproduktivität war das Unwort des Jahres 2006, gekürt wie immer von einer Expertenjury. Thomas Knüwer vom Handelsblatt hatte sich seinerzeit gefragt, woher denn dieses Unwort stammt, denn auch er als Wirtschaftsjournalist hatte es zuvor noch nie gehört.

Achja, in diesem Jahr lautet das Unwort »Freiwillige Ausreise«. Laut der Expertenjury ist es der euphemistische Begriff für eine doch nicht so ganz freiwillige Ausreise von Asylbewerbern. Nicht gewonnen haben in diesem Jahr »Problembär Bruno« oder die »Unterschicht«.

Heißer Kandidat für das Unwort des Jahres 2007 dürfte natürlich »Stoiber« sein.

Beitrag vom 19. Januar 2007 | Rubrik: Literarisches Leben

Was sagt ein Foto über den Schriftsteller aus?

Die Literatin wird fotografiertDas Literaturarchiv Marbach zeigt derzeit die Ausstellung »In der Geisterfalle« mit Porträts von deutschen Schriftstellern. Sie ist bis zum 18.03. verlängert worden. Vielleicht sollten wir also mal wieder mit der S-Bahn hinfahren.

Die ZEIT nimmt dies zum Anlass, sich mit der Physiognomik-Expertin und ehemaligen Lektoren Claudia Schmölders aktuelle Verlagsprospekte anzuschauen, um über die Wirkung von Autorenfotos zu sprechen.

Es gibt aber noch einen praktischen Grund für diesen Realismus [der aktuellen Autorenporträts]. Die Autoren müssen ja einerseits im Fernsehen auftreten, andererseits auf Lesereisen. Überall sind sie live zu erleben. Das Foto ist nur noch das Kürzel, es darf nicht wesentlich anders aussehen als der Lebende. Sonst würden die Besucher der Lesungen verdrossen sagen: Ach je, so sieht er gar nicht aus, das ist doch ein ganz einfacher Junge. Sie erinnern sich vielleicht an Daniel Goldhagen, von dem dieses ungeheure Buch mit seiner grauenhaften Botschaft erschien, und als dieser nette, süße Junge hier ankam, waren wir doch alle hin- und hergerissen. Ein Autor kann sich heute hinter einem Foto nicht mehr verstecken. Mehr bei der ZEIT…

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