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Buchkritiken und Tipps

In dieser Rubrik finden Sie Notizen über Bücher, ausführliche Buchkritiken und kurze Tipps. Wenn Sie ein gutes Buch gelesen haben, das Sie weiterempfehlen möchten: Schreiben Sie uns eine kurze Kritik. Egal, ob es nur zwei Sätze sind oder es eine ausführliche Besprechung ist. Egal, ob das Buch eine aktuelle Neuerscheinung ist oder schon seit Jahren erhältlich ist. Einzige Bedingung: Das Buch sollte noch über den Buchhandel erhältlich sein.

Beitrag vom 14. September 2013 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Deutscher Buchpreis 2013: Kurzer Blick auf die 6 der Shortlist

deutscher buchpreis 2013Bei neuen Büchern lese ich nur die erste Seite (manchmal reichen wenige Sätze), um dann zu entscheiden, ob ich das weiterhin lesen mag.

In dieser Woche wurde die Shortlist der letzten sechs Kandidaten für den Deutschen Buchpreis veröffentlicht: Drei sind männlich, drei weiblich. Alle sechs mir völlig unbekannt – das ist gut so, da gibt es keine Erwartungen und ich bin einfach nur neugierig!

Beitrag vom 9. September 2013 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

feine post zum reinweinen von horst, hund und brodt

host, hund und brodt - nur die Postkarte, das Buch ist im Papier darunter eingewickeltEs steckt vieles im Briefkasten der Redaktion und immer viele Bücher. Man freut sich über die, die man angefordert hat, was selten passiert (das Anfordern, nicht das Freuen).

Und da sind die, die man nicht angefordert hat, die man aus dem Umschlag nimmt und deren Cover bereits verkündet, dass man sie nach dem Lesen des ersten Satzes weglegen wird. Aber wohin?

Und dann einer der raren Momente, in denen das Auspacken bereits Poesie ist und inmitten des Papiers Lyrisches schläft.

Beitrag vom 30. August 2013 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Ilija Trojanow und Christian Muhrbeck: Mehr Bulgarien als im Baedeker

Wo Orpheus begraben liegt von Ilija Trojanow und Christian Muhrbeck»Der Weltensammler« aus dem Jahr 2006 hat ihn bekannt gemacht: Ilija Trojanow. Er schreibt über Reisen und Reisende. Zusammen mit Juli Zeh verfasste er zudem ein Buch gegen den Überwachungs- und Sicherheitswahn der Staatsmacht.

Ilija Trojanows Familie stammt aus Bulgarien. Dorthin reiste er mehrfach, und sein Buch »Wo Orpheus begraben liegt« erzählt von diesem Land am Rande Europas.

Von Christan Muhrbeck stammen die Fotos in diesem Buch, und Bernhard Horwatitsch hat es sich angesehen und gelesen.

Beitrag vom 27. August 2013 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literarisches Leben

Winteräpfel-Video: Wenn Romanfiguren wandern

James Purdey (Egon Klauser)Vor 10 Jahren erschien »Winteräpfel« von Heidi Knoblich in der ersten Auflage. Bis heute wird das Buch als gebundene Ausgabe verkauft. Ein historischer Roman der Feldberggegend, der nebenbei die Geschichte des Schwarzwaldtourismus erzählt.

Der Stil des Buches ist karg und direkt, wie die Hochmoorlandschaft auf dem höchsten Berg des Schwarzwalds – doch basierend auf der wahren Geschichte Fanny Mayers entwickelt der Roman einen eigenwilligen Lesesog.

Doch der Roman lässt sich nicht nur lesen, sondern auch erwandern. Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de war mit den Romanfiguren auf dem Feldberg unterwegs.

Beitrag vom 19. August 2013 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Virginia Ironside: Zu dumm für den Seniorenteller?

Ironside-Seniorenteller»Sag mal, du kennst dich doch mit Literatur aus?« fragte mich meine Nachbarin. »Ja, schon, wieso?« – »Also, da hat mir jemand ein Buch geschenkt, das ich unbedingt lesen muss, es soll ganz doll witzig sein, aber ich weiß nicht, ich muss überhaupt nicht lachen, ich finde da nichts Witziges! Vielleicht bin ich zu dumm für das Buch? Könntest du da nicht mal reinschauen und mir erklären, was da witzig sein soll?«

Beitrag vom 26. Juli 2013 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Rohstoff: Vergessen Sie Jörg Fauser nicht, denn irgendein Mexiko brauchen wir alle!

Jörg Fauser: RohstoffMichael Köhlmeier hat es geschafft: Ich habe Jörg Fauser gelesen. Köhlmeiers Rede zur deutschsprachigen Literatur beim diesjährigen Bachmannwettbewerb war ein Plädoyer für Fauser.

Eigentlich. Denn aufgrund der drohenden Absetzung des Wettbewerbs entschied sich Köhlmeier, sein Fauser-Credo in Paralipsen zu verpacken. Köhlmeiers Rede war bewegend und emotional. Wie Fauser hatte auch Köhlmeier 1984 selbst beim Bachmannpreis gelesen, seitdem waren sie befreundet gewesen. Fauser sei seinerzeit vom »Klagenfurter Literaturgerichtshof« verrissen worden. Die schreibenden Kollegen wollten mit »dem da« nicht gesehen werden, so Köhlmeier. Das lachende Publikum bezeichnete Köhlmeier als Pöbel.

Beitrag vom 25. Juli 2013 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Ein unbeschriebenes Blatt – Markus Bundi: Emilies Schweigen

Markus Bundi: Emilies SchweigenWas bisher nur zweimal bei mir vorgekommen ist: Ich lese ein Buch, und kaum bin ich fertig, muss ich es unverzüglich nochmals lesen, verbunden mit ausführlicheren Notizen zum Inhalt, Motiven, wiederkehrenden Sätzen.

Weil es mich gepackt hat, und dem will ich auf die Spur kommen.

Das erste Mal ereignete es sich bei Sibylle Bergs »Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot«.

Das zweite Mal ist bei Markus Bundi eingetreten.

Beitrag vom 23. Juli 2013 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Die Maske: Verfilzte Binsen von Siegfried Lenz

Cover: Siegfried Lenz: Die MaskeSiegfried Lenz ist fraglos einer der großen deutschen Schriftsteller. Schon als Schüler mochte ich ihn: Seine Erzählungen So zärtlich war Suleyken und Das Feuerschiff, seine Romane Deutschstunde und Das Vorbild. Ja: Ich schätzte ihn, erinnere mich noch an Gefühle während des Lesens, weniger an die Inhalte. Dann wurden andere Schriftsteller für mich wichtiger.

Vor ein paar Jahren las ich Lenz’ Novelle Schweigeminute, eine Liebesgeschichte zwischen ungleichen Partnern, schnörkellos und berührend: Doch, Siegfried Lenz kann was.

Vielleicht schreibt er zu viel? Die fünf Erzählungen in »Die Maske« zumindest enttäuschen zutiefst!

Beitrag vom 2. Juli 2013 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

»Denkwürdigkeiten« von Eckhard Henscheid: Ein erledigter Fall?

Buchumschlag: Eckard Henscheid - DenkwürdigkeitenAuf der Suche nach Interessantem forschte ich bei meinem Lieblingsbuchhändler in den Regalen, denn was ausliegt, sind meist Massenware, so genannte Bestseller, also etwas, wovon ich aus Erfahrung die Finger lasse: Ausnahmen bestätigen diese Regel! Im Regal stieß ich auf Eckhard Henscheids »Denkwürdigkeiten – Aus meinem Leben«.

Freudig schnappte ich mir die über 400 Seiten starken Erinnerungen und legte sie auf den Tresen. »Toll, nicht?« strahlte mich mein Lieblingsbuchhändler an, und ich strahlte zurück.

Beitrag vom 6. Juni 2013 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Klischees sind nicht ironisch, Zoten schon gar nicht

Cover: Ich kann nicht, wenn die Katze zuschautBedauerlicherweise kommt es doch immer wieder vor, dass mir Wohlmeinende ein Buch schenken im Wissen, dass ich gerne und viel lese, aber ohne Vorstellung, was ich zu lesen pflege.

Sowas wie dieses Buch bestimmt nicht: Ich liebe Humor, aber ich hasse Witze – und ganz besonders, wenn jemand – passend zu den umjubelten  Dünnbrettbohrern aus dem Bestiarium der privaten Sender wie Lück, Barth, Pastewka, Schmitz und wie sie alle heißen mögen – seine in die Jahre gekommenen Plattitüden über Männer und Frauen loslässt.

Zum Glück war das Buch verpackt, so konnte ich mich artig bedanken und musste den Überbringer nicht enttäuschen.

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