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Buchkritiken und Tipps

In dieser Rubrik finden Sie Notizen über Bücher, ausführliche Buchkritiken und kurze Tipps. Wenn Sie ein gutes Buch gelesen haben, das Sie weiterempfehlen möchten: Schreiben Sie uns eine kurze Kritik. Egal, ob es nur zwei Sätze sind oder es eine ausführliche Besprechung ist. Egal, ob das Buch eine aktuelle Neuerscheinung ist oder schon seit Jahren erhältlich ist. Einzige Bedingung: Das Buch sollte noch über den Buchhandel erhältlich sein.

Beitrag vom 14. Januar 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Notizen

Der Nebel: Stephen Kings literarischer Schluss-Trick

Stephen King: Im MorgengrauenSelbstverständlich werden auch wir uns die Verfilmung von Stephen Kings Kurzroman »Der Nebel« ansehen. Bei uns konnten Sie mit etwas Glück Freikarten für den Film gewinnen. Der Film wird u.a. mit einem Zitat der us-amerikanischen Ausgabe der Zeitschrift MAXIM beworben. Diese attestiert der Literaturverfilmung »eines der überraschendsten Enden der Filmgeschichte«. Nicht nur diese Aussage war Grund genug für uns, vor dem Kinobesuch die literarische Vorlage zu lesen. Sie befindet sich im Band »Im Morgengrauen« (Ullstein Taschenbuch, deutsch von Alexandra von Reinhardt). King hat den Kurzroman Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts geschrieben, er ist also schon über 20 Jahre alt. Und wie endet die literarische Vorlage?

Nun, wir verraten wohl nicht zu viel, wenn wir sagen, dass im Buch die Geschichte absolut offen endet. Es gibt weder ein Happy-End noch ein dramatisches Ende, bei dem alle tot sind. Interessant ist jedoch der Kniff, mit dem King den Leser darauf vorbereitet, dass die Handlung zwei Seiten später einfach ohne großen Knalleffekt enden wird.

Beitrag vom 29. Dezember 2007 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Notizen

Unendlich dank Deutschlehrer

Unendliche Geschichte im KalenderDer Harenberg-Literaturkalender erinnert mich heute daran, dass es lange vor Harry Potter bereits ein Kinderbuch an der Spitze der Bestsellerliste gab. Vor 25 Jahren, also im Jahre 1982, war Michael Endes Unendliche Geschichte das meistverkaufte Buch.

Das Kalenderblatt erinnert mich auch daran, dass uns unser damaliger Deutschlehrer im Unterricht daraus vorgelesen hat. Ja, solche Lehrer gab es, die nicht nur die Klassiker behandelt haben. Auf meinem Weihnachtswunschzettel stand dann die Unendliche Geschichte ganz oben. Es war wohl das erste Buch, das ich mir explizit gewünscht habe. Also ist klar, in welcher Lektüre ich dank meines Deutschlehrers vor genau 25 Jahren versunken war.

Wolfgang Tischer 

Beitrag vom 29. Dezember 2007 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Jaan Kross ist tot

Bücher von Jaan KrossWie sein amerikanischer Kollege Philip Roth wurde auch der estnische Schriftsteller Jaan Kross immer wieder als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt. Man hatte ihm sogar schon den Anruf aus Schweden prophezeit. Doch er kam nie, und Kross wird ihn auch nicht mehr erleben, den er starb am vergangenen Donnerstag im Alter von 87 Jahren nach einer schweren Krankheit.

Kross’ hat sich oft den historischen Stoffen gewidmet und seine Protagonisten waren meist der realen Geschichte Estlands entnommen. Die Sprache Jan Kross’ ist präzise und detailreich und obwohl er damit seinen Figuren scheinbar sehr nahe kommt, bleibt ihr Innerstes doch dem Leser verborgen und unbegreiflich. Da ist beispielsweise der loyale Diplomat Friedrich Fromhold Martens (Professor Martens’ Abreise), der in seiner politischen Karriere alles erreicht hat und doch damit hadert, dass er mit den politischen nicht immer auch die menschlichen Ideale verfolgt hat. Oder Timotheus Eberhard von Bock, der der Verrückte des Zaren genannt wird, der in Verbannung und Haft leben muss, obwohl er nicht verrückt ist – und er dies später dann doch sogar selbst behauptet. Im geschichtlichen Stoff zeichnete Kross immer wieder Parallelen zu jüngsten Geschichte Estlands und Russlands. Doch als Leser muss man dies nicht wissen, um seine Romane zu lieben und einiges über die estnische Seele zu erfahren. Leider sind nur zwei seiner Bücher derzeit auf Deutsch lieferbar.

Jaan Kross: Das Leben des Balthasar Rüssow: Roman. Gebundene Ausgabe. 1995. Carl Hanser. ISBN/EAN: 9783446163874. EUR 34,89 (Bestellen bei Amazon.de)
KALEVIPOEG: Das estnische Nationalepos. Gebundene Ausgabe. 2004. Info 3. ISBN/EAN: 9783932386749. EUR 34,00 (Bestellen bei Amazon.de)

Beitrag vom 20. Dezember 2007 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Schreiben

Kostenloser Online-Workshop für Autoren

Coverausschnitt: Ein Roman in einem JahrAnlässlich des neuen Buches »Ein Roman in einem Jahr«, das im März 2008 erscheinen wird, startet der Autorenhaus-Verlag einen kostenlosen Online-Workshop, der im Januar 2008 beginnt. Jede Woche gibt es dann ein neues Kapitel des Buches zu lesen und jede zweite Woche eine Übungsaufgabe, zu der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Übungstexte eintragen und mit anderen Autoren lesen und kommentieren können.

»Ein Roman in einem Jahr« ist die deutsche Ausgabe eines Lehrbuches über kreatives Schreiben von Louise Doughty. Basis war eine Literatursendung der BBC.

Der Autorenhaus-Verlag hat sich mit seinem Programm auf Fach- und Sachbücher für Autorinnen und Autoren spezialisiert. Schon seit Jahren gibt er das Deutsches Jahrbuch für Autoren, Autorinnen heraus, das neben dem Handbuch für Autorinnen und Autoren des Uschtrin-Verlags ein Werk ist, das jede(r) Schreibende besitzen sollte.

Louise Doughty, Kerstin Winter: Ein Roman in einem Jahr - Kreatives Schreiben in 52 Kapiteln. Broschiert. 2008. Autorenhaus Verlag. ISBN/EAN: 9783866710351. EUR 16,80

Beitrag vom 18. Dezember 2007 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Hörbücher

Unbedingte Weihnachtshörempfehlung mit einer Warnung

WeihnachtserinnerungenMit Nachdruck und noch vollkommen im Bann dieser fantastischen Produktion empfehlen wir überschwänglich ein Weihnachtshörbuch aus dem Hause Kein & Aber. Noch ist es Zeit, diese CD online zu bestellen oder in der nächsten Buchhandlung zu schauen, ob sie dort vorrätig ist.

Es sind zwei Erzählungen von Truman Capote, zusammen 60 Minuten lang. Die eine stammt aus dem Jahre 1956, die andere wurde 26 Jahre später geschrieben. Zwei Geschichten über eine wunderbare und ungewöhnliche Freundschaft, die die gleiche Hauptfigur besitzen, einen kleinen Jungen namens Buddy. Capote erzählt meisterlich leicht von zwei unterschiedlichen Weihnachtserinnerungen. Eine Melancholie liegt über allem, Geschichten mit der Stimmung eines ruhigen Weihnachtsmorgens – mit einem leichten Schuss Kitsch. So wie schöne Weihnachtsgeschichten eben sein müssen.

Beitrag vom 23. November 2007 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Notizen

Die literarische Antwort darauf, warum man seine Kinder verhungern lässt

Michael Kumpfmüller: DurstEltern, die ihr Kind verhungern lassen, sind ein boulevard-medialer Glücksfall. Betroffen kann man die Frage nach dem »Warum?« stellen und sich über das auflagenfördernde Interesse der Öffentlichkeit freuen. Die Frage lässt sich nicht beantworten. Doch gerade das macht sie so faszinierend-interessant, und darüber hinaus darf man sich an der eigenen Abscheu erfreuen. »Hast du das gelesen? Unglaublich, dass sowas in Deutschland… da müssen doch die Behörden…«

Wie sowas passieren könnte, ist Michael Kumpfmüller in seinem 2003 erschienen Roman »Durst« nachgegangen. Mit einer nüchternen sachlichen Sprache schildert er in seinem Buch, wie es dazu kommt, dass eine Mutter ihre beiden Söhne in der Wohnung verdursten lässt. Wir weisen daher aus aktuellem Anlass auf unsere Buchbesprechung von damals hin.

Die Frage lässt sich nicht beantworten, aber die Lektüre von Kumpfmüllers Buch ist erhellender und intelligenter als die B***-Zeitung.

Michael Kumpfmüller: Durst: Roman. Taschenbuch. 2006. Fischer Taschenbuch Verlag. ISBN/EAN: 9783596158010. EUR 8,95 (Bestellen bei Amazon.de)
Michael Kumpfmüller: Durst: Roman. Kindle Edition. 2012. (Herunterladen bei Amazon.de)
Michael Kumpfmüller: Durst: Roman. Gebundene Ausgabe. 2003. Kiepenheuer&Witsch. ISBN/EAN: 9783462033168. EUR 15,00 (Bestellen bei Amazon.de)
Francoise Stoll: Der Prozess der geistigen Umnachtung: Ein Vergleich zwischen Büchners "Lenz", Handkes "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" und Kumpfmüllers "Durst". Taschenbuch. 2013. Grin Verlag Gmbh. ISBN/EAN: 9783656509028. EUR 14,99 (Bestellen bei Amazon.de)

Beitrag vom 19. November 2007 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Schreiben

Duden Korrektor im Test: Wahnsinnig umgangssprachlich

In der Ausgabe 23/2007 hat die Computerzeitschrift c’t die Qualität von Rechtschreibprüfungen getestet. Bewertet wurden sowohl die Funktionalitäten, die Anwendungen wie Microsoft Office oder Open Office von Haus aus mitbringen, als auch die von Online-Schreibprogrammen wie Google Text & Tabellen und die externer Programme wie des Duden Korrektors. Eindeutiger Testsieger war der Duden Korrektor, der die meisten Fehler im Demo-Text erkannte.

Der DUDEN Korrektor prüft den Wahnsinn

Dies war für die Redaktion des literaturcafe.de der Moment, an dem wir beschlossen haben, das Programm zu erwerben und auf einem Redaktionscomputer zu testen.

Beitrag vom 30. Oktober 2007 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Notizen

Die Abgeschiedenheit des Krankenhauslebens

Cover: Wenn du schläfstÜber Matias Grzegorczyks Debütroman »Wenn du schläfst«

Als seine Freundin Alex einen Tisch gegen sein krankes Bein wirft, verlässt dieser ihre Wohnung und humpelt zum Bahnhof. Dort nimmt er den Zug, um in eine Spezialklinik zu fahren. Ihm gegenüber sitzt ein Mann, von dem ein Strahlen ausgeht: Paul. Alex verliert Blut, viel Blut. Im Zug wird er ohnmächtig und Paul kümmert sich darum, dass er ins Krankenhaus gebracht wird. Als Alex in der Klinik aufwacht, liegt neben ihm Clemens, sein Bettnachbar. Clemens hat kein Gesicht. Es ist bei einem Unfall verbrannt. Statt eines Antlitzes hat er nur noch Haut. Was macht eine solche Erfahrung aus einem Menschen? Nichts Gutes. Clemens hasst alle. Clemens ist einsam. Clemens ist böse.

Das trifft sich ganz gut, denn ab der ersten Seite begreift man, dass Alex, der Held in Matias Grzegorczyks Roman, ebenfalls kein sympathischer Zeitgenosse ist. Alex ist schlau, kalt und hart. Und genauso einsam wie sein Bettnachbar, nur dass ihm eine nicht ganz so hoffnungslose Zukunft bevor steht wie Clemens, den keiner mehr angucken mag. Außer den Ärzten, für die er eine Sensation ist.

Beitrag vom 1. Oktober 2007 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literarisches Leben

Unabhängige Verlage ein subjektiver Bericht

Skulptur "Unabhängige Verlage"Kleine Verlage, junge Verlage, Independent-Verlage, junge Verleger und Büchermacher: Spätestens seit der Leipziger Buchmesse 2005 liest man so einiges über dieses Phänomen und das Interesse daran lässt nicht nach. Worüber spricht man eigentlich, wenn es um diese Verlage mit so prägnanten Namen wie Blumenbar, mairisch, Tisch 7 oder Kookbooks (keine Rezepte!) geht?

Jung und klein und unabhängig

Das sind drei durchaus sprechende Eigenschaften, will man das Phänomen beschreiben. Denn immer sind die Verlage personell klein und werden meist von nicht mehr als fünf Leuten gestemmt.

Konzernunabhängig sind sie zudem und die Verlagsprogramme können tendenziell wohl als »Independent« tituliert werden, oder zumindest »als ab vom Mainstream der großen Publikumsverlage«. Und jung? Wo hört jung auf und wo fängt alt an?

Beitrag vom 23. Juli 2007 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literatur online

Riesenmaschine-Buch im Buchhandel – und kostenlos zum Download

Die Riesenmaschine als PDF-DateiWährend einige Verlage das Internet immer noch nicht verstanden haben und stattdessen die Kriminalisierung ihrer Kunden in Arbeitskreisen vorantreiben und man anscheinend den Lemmingen gleich der Musikindustrie in den Abgrund folgen will, hat sich der Heyne Verlag (Bertelsmann Konzern) auf ein Experiment eingelassen: 150 Beiträge des Weblogs Riesenmaschine erscheinen nun in Buchform und sind für 8,95 Euro im Buchhandel zu kaufen. Gleichzeitig ist das Buch kostenlos im PDF-Format auf der Websites des Verlags und des Weblogs herunterzuladen.

So schreibt Riesenmaschine-Autorin und Bachmann-Preisträgerin Kathrin Passig: Preisen wir an dieser Stelle kurz den Heyne Verlag, der der Riesenmaschine nicht nur vollständige Buchgestaltungsfreiheit liess, sondern auch den kostenlosen PDF-Download freudig unterstützt, während andere Verlage noch damit beschäftigt sind, herauszufinden, was dieses Internet eigentlich ist, von dem in letzter Zeit alle reden.

Laut Angaben im Buch hat die PR- und Werbeagentur »Zentrale Intelligenz Agentur«, die das Weblog Riesenmaschine betreibt, die Herstellung des Buches vollständig selbst übernommen. Der Heyne Verlag ist offenbar nur für Druck und Vertrieb der Papierversion zuständig. Ist das ganze also in Wahrheit gar nicht so innovativ, sondern nur so eine Art dickere Werbebroschüre für die Autoren der Riesenmaschine?

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