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Buchkritiken und Tipps

In dieser Rubrik finden Sie Notizen über Bücher, ausführliche Buchkritiken und kurze Tipps. Wenn Sie ein gutes Buch gelesen haben, das Sie weiterempfehlen möchten: Schreiben Sie uns eine kurze Kritik. Egal, ob es nur zwei Sätze sind oder es eine ausführliche Besprechung ist. Egal, ob das Buch eine aktuelle Neuerscheinung ist oder schon seit Jahren erhältlich ist. Einzige Bedingung: Das Buch sollte noch über den Buchhandel erhältlich sein.

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Beitrag vom 19. März 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Notizen

Drecksbagage: Gerhard Polt signiert im Internet

Gerhard Polt: DrecksbagageNicht immer sollte man Bücher sofort bei Amazon & Co. bestellen. Manchmal lohnt sich der Blick auf die Verlagswebsite. Der Schweizer Verlag Kein & Aber, der seit der Neugestaltung seiner Website bereits mit einem netten Hörbuchradio aufwartet, lädt regelmäßig zur Online-Signierstunde. Die Umsetzung ist einfach, jedoch für Fans des jeweiligen Autoren lohnenswert: Neben der eigenen Adresse gibt man auf der Verlagswebsite einen kurzen Widmungstext ein, den der Autor dann persönlich von Hand ins Buch schreibt.

Aktuell signiert seit gestern kein geringerer als Kabarett-Großmeister Gerhard Polt sein Buch Drecksbagage »online«. Bis zum Versand des persönlichen Exemplars muss man sich jedoch gedulden: erst Anfang Mai ist der Meister offenbar wieder mal beim Verlag in Zürich zu Gast. Zum Buchpreis von 12 Euro 90 kommen 5 Euro Versand- und Verpackungskosten. Dafür verschickt der Verlag das Buch vertrauensvoll mit Rechnung.

Vor Polt signierten bereits Philipp Tingler und Konstantin Richter. Noch hält sich laut Verlag die Resonanz auf die virtuelle Signierstunde in Grenzen. Zwar wird auf der Startseite darauf hingewiesen, jedoch wird der signierende Autor nicht genannt. Bei Polt dürfte der Promi-Faktor und der Wunsch nach einer persönlichen Widmung natürlich höher sein. Man sieht ihn schon förmlich im Lagerraum des Verlages fluchend mit Füllfederhalter zwischen Büchertürmen sitzen.

Beitrag vom 14. März 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Notizen

Cicero veröffentlicht Liste der 20 wichtigsten Buchverlage

CiceroDie Zeitschrift Cicero veröffentlicht in ihrer April-Ausgabe 2008 eine Liste der 20 wichtigsten Verlage. Die Liste ist auch im Internet einsehbar. 20 Literaturexperten wurden gebeten, die ihrer Meinung nach drei wichtigsten Verlage zu benennen, aus denen die 20 Top-Verlage ermittelt wurden. Unter den Experten sind Feuilletonchefs großer Tageszeitungen, Literaturhausdirektoren und Leute wie Denis Scheck (druckfrisch) und Wolfgang Herles (aspekte).

Platz 1 der Liste verwundert nicht und ist absolut berechtigt: es ist der Hanser Verlag aus München. Erfreulich – und vielleicht gar nicht mal so erstaunlich -, dass es sich hierbei nicht um einen Konzernverlag handelt. Platz 2 geht an den S. Fischer Verlag. Ein Verlag mit Tradition und hervorragendem Buchprogramm. Dass auf Platz 3 nach wie vor der Suhrkamp Verlag steht, hätte man nicht erwartet. Nach den internen Auseinandersetzungen im Verlag, dem Weggang renommierter und wichtiger Autoren ist der Suhrkamp Verlag nicht mehr das, was er einst war. Doch bei den Literaturexperten wirkt offenbar noch die positive Vergangenheit nach.

Bereits auf Platz 4 steht ein Verlag, der der sogenannten Independent-Szene entstammt, also ein kleiner unabhängiger Verlag mit guten Programm: Kookbooks. Es folgen weitere Verlage, die man auf der Liste natürlich erwartet, wie z. B. Rowohlt, Diogenes, C.H.Beck, Kiepenheuer & Witsch, Kein & Aber, Eichborn, Tropen.

Spannend natürlich auch, wer nicht auf der Liste steht.

Beitrag vom 13. März 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Notizen

Abschiedsbriefe von Männern und ein Dankesbrief von einem davon

Sibylle Berg (Hrsg.): Das war's dann wohlDaniel Grandpair hat uns eine eMail geschrieben, die wir mit seiner Erlaubnis hier gerne veröffentlichen.

Sehr geehrte Damen und Herren vom literaturcafe.de,

ich möchte mich hiermit herzlichst bei Ihnen bedanken.
Wofür möchten Sie wissen?

Ganz einfach.
Vor ca. einem Jahr habe ich auf Ihrer Webseite einen Artikel darüber gefunden, dass Frau Berg noch Abschiedsbriefe von Männern sucht, um sie in ihrem neuen Buch: »Das war’s dann wohl. Abschiedsbriefe von Männern.« zu veröffentlichen.

Auch ich schickte damals einen Brief an Frau Berg, und dieser wurde in die bunt gemischte Sammlung aufgenommen. Zwar werde ich, als kleines Licht, nur als »Daniel G.« bezeichnet, aber wie sagt man so schön? Dabei sein ist alles. Immerhin fühle ich mich auch den Seiten 140-143 recht wohl, über den Mangel an guter Gesellschaft kann sich mein Beitrag jedenfalls nicht beklagen.

Beitrag vom 12. März 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

The Secret: Das Hochglanzbuch des positiven Denkens

The Secret: Das Geheimnis liegt oft im BanalenGanze Regalmeter an Büchern könnte man in den Lebenshilfe-Abteilungen der Buchhandlungen durch ein Blatt Papier ersetzen, auf dem zu lesen ist: »Denke positiv! Glaube an dich selbst! Der Rest wird schon werden!«

Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Würden mehr der problemgeplagten und ewig jammernden Menschen danach leben, ginge es ihnen ohne Zweifel wirklich besser. Aber leider nicht den Autoren der Selbsthilfebücher. Also müssen diese ständig neue Verpackungen für diese einfache Weisheit erfinden.

Besonders gut ist dies der Autorin Rhonda Byrne gelungen. Sie erklärt in ihrem Buch die Lebenshilfe-Banalität schlichtweg zum Geheimnis und behauptet von Leuten, die sich nicht mehr dagegen wehren können, wie Einstein, Platon und da Vinci, dass diese das Geheimnis gekannt hätten.

So schwadroniert sie in ihrem hübsch aufgemachten Büchlein »The Secret« munter drauflos, um das »Geheimnis« nach und nach zu enthüllen. Und dieses lautet: »Denke positiv! Glaube an dich selbst! Der Rest wird schon werden!« und kostet 16 Euro 95. Oder kaufen Sie doch die gleichnamige DVD für 31 Euro 95. Oder wie wäre es mit dem Hörbuch in der – leider – ungekürzten Fassung?

Beitrag vom 9. März 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Notizen, »Bis Klagenfurt anruft«

Cornelia Travnicek liest auf der LITERA in Linz

LesungCornelia Travnicek, die im literaturcafe.de in lockerer Folge über ihre Erfahrungen als Jungautorin berichtet, wird am 23. April 2008 gleich zweimal auf der LITERA aus ihrem Buch »Aurora Borealis« lesen. Die LITERA ist die neue internationale Buchmesse, die in diesem Jahr zum ersten mal vom 23. – 27. April im österreichischen Linz stattfindet.

Als Gewinnerin des Jugendpreises beim Marianne-von-Willemer-Preises der Stadt Linz liest Travnicek zunächst auf der ORF-Bühne, später dann um 17 Uhr im Forum der Messe.

Das Buch »Aurora Borealis« ist in der Edition Linz erschienen und wir offiziell am 31. März 2008 um 19:30 Uhr im Stifter-Haus der Stadt Linz der Öffentlichkeit vorgestellt. In diesem Band sind neun Prosastücke der Autorin enthalten. Die Auflage ist auf 300 Stück limitiert.

Aktuell ist zudem im UniStandard ein Interview mit  Cornelia Travnicek und anderen Jungliteraten erschienen, das auch online nachzulesen ist.

Wir hoffen natürlich, dass Cornelia Travnicek für das literaturcafe.de wieder von Ihren Erfahrungen auf der LITERA berichten wird.

Cornelia Travnicek: Aurora Borealis (edition linz). Gebundene Ausgabe. 2008. Bibliothek der Provinz Verlag für Literatur, Kunst. ISBN/EAN: 9783852528755. EUR 13,00

Beitrag vom 5. März 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, E-Books, Notizen

Verlage beginnen zu verstehen: Heyne bietet »Upload« kostenlos zum Download an

Cory Doctorow: UploadPaulo Coelho macht es am Rande der Legalität. Auch die Riesenmaschine hat es schon gemacht. Und jetzt geht der Heyne Verlag in diese Richtung weiter: Kostenlos bietet der zu Bertelsmann gehörende Verlag auf seiner Website die aktuellen Science-Fiction-Romane »Upload« und »Backup« von Cory Doctorow in der deutschen Übersetzung zum Download an. Sogar unter CC-Lizenz! Einfach so, als PDF-Datei. Man muss sich nicht einmal registrieren und seine eMail-Adresse keiner Werbeschleuder anvertrauen. Da ist einfach nur ein Link auf der Website. Unglaublich! Die Verlage scheinen das Internet langsam zu verstehen.

Nun könnte man vermuten, dass der umtriebige Autor und Netz-Aktivist Doctorow, der für ein Umdenken bei Copyright und Verwertungsrechten plädiert, den Verlag zu diesem Schritt gebracht hat. Aber nein, es war die Idee des Heine Verlags, wie Doctorow in einer kurzen Notiz auf boingboing schreibt. Doctorow freut sich jedoch über diesen Schritt und findet ihn »pretty cool«.

Wir auch! Und selbstverständlich muss erwähnt werden, dass man das Buch auch in gedruckter Form kaufen und lesen kann. Allerdings – und das erstaunt dann doch wieder – erst ab Mai 2008.

Beitrag vom 20. Februar 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literarisches Leben

Kein gedruckter Brockhaus mehr oder doch? oder vielleicht?

Der BROCKHAUSDas Bibliographische Institut & F.A. Brockhaus (Bifab) bemüht sich zu betonen, dass die Aussage »es gibt keinen gedruckten Brockhaus mehr« falsch sei. Dieser Eindruck sei durch die Medienberichte darüber entstanden, dass die mehrbändige Brockhaus Enzyklopädie demnächst frei und werbefinanziert im Internet einsehbar sei. Nachwievor werde Bifab gedruckte Nachschlagewerke zu speziellen Themen verlegen. Das Börsenblatt zitiert in seiner Online-Ausgabe den Bifab-Vorstand Ulrich Granseyer mit den Worten: »Es gibt Inhalte, Umgebungen und Situationen, in denen das Buch auch künftig nicht ersetzt werden kann«.

Und auch die Aussage, dass die aktuell gedruckte 21. Auflage der 30-bändigen Brockhaus Enzyklopädie die letzte sei, wird relativiert. So sagt Andreas Langenscheidt, geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen Verlagsgruppe, die mit der Langenscheidt KG Mehrheitsaktionärin der Bifab ist, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung: »Da wir technologisch in der Datenerstellung und -speicherung gut aufgestellt sind, könnten wir später auch wieder in kleinen Auflagen bei entsprechender Nachfrage weiterhin Enzyklopädien in Printform anbieten.«

Mit anderen Worten: Man weiß es nicht und kann die künftige Entwicklung im Internet nicht einschätzen. Man reagiert statt zu agieren.

Beitrag vom 13. Februar 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Literatur online

Harper Collins Verlag stellt aktuellen Bestseller von Paulo Coelho kostenlos ins Netz

Jeweils einen Monat lang bietet der Harper Collins Verlag ab sofort ausgewählte Bücher vollständig und kostenlos im Internet an, darunter aktuell die englische Ausgabe von Paulo Coelhos »Die Hexe von Portobello« (The Witch of Portobello). Ob Coelho mit seinen provokanten Thesen zum Thema »Raubkopien« Einfluss auf diese Aktion hatte? Coelho selbst gibt sich in gewohnter Weise naiv und schreibt in seinem Blog, er habe davon in der Zeitung erfahren.

Die kostenlosen Bücher werden Seite für Seite als Bilddateien angeboten, sodass ein Ausdruck schwer möglich ist. Auf Handys oder gar dem Amazon Kindle kann das Werk nicht gelesen werden, theoretisch muss man also am Bildschirm schmökern. Es ist klar, dass die Aktion zum Kauf der Bücher anregen soll. Wie in einer Buchhandlung kann man allerdings vor dem Kauf im Werk blättern und mal hier und mal dort reinlesen. Zum Einbetten des Buches in die eigene Website steht zudem ein Flash-Widget bereit, das wir hier rechts beispielhaft eingebettet haben. Über ein Eingabefeld kann der Text vollständig durchsucht werden.

Unsere Meinung: Eine begrüßenswerte Aktion, die zeigt, dass mittlerweile einige Verlage das Internet verstanden haben.

Beitrag vom 11. Februar 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Wikipedia zerstört den gedruckten Brockhaus – 50 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze

Der BROCKHAUSDer 11. Februar 2008 ist ein historischer Tag, denn die Jahrhunderte alte Ära der gedruckten Lexika geht zu Ende. Das geduckte Nachschlagewerk schlechthin, die Brockhaus Enzyklopädie in 30 Bänden, wird es künftig nicht mehr geben. Die aktuelle 21. Auflage ist die letzte, eine 22. erscheint nicht mehr. Zu groß ist die kostenlose digitale Konkurrenz im Internet. Die Herausgeber des Brockhaus’, das Bibliographisches Institut und die F. A. Brockhaus AG (Bifab), treten die Flucht nach vorne an und stellen die Inhalte ab Mai kostenlos und mit multimedialen Inhalten angereichert ins Netz. Finanziert werden soll das Angebot durch Werbung. Speziell für Schulen ist ein werbefreier Zugang geplant. Erste Erfahrungen hatte der Verlag bereits mit dem kleinen Bruder des Brockhaus’, dem Meyers-Lexikon, gemacht, das bereits seit einiger Zeit kostenlos im Netz verfügbar ist.

Beitrag vom 14. Januar 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Notizen

Der Nebel: Stephen Kings literarischer Schluss-Trick

Stephen King: Im MorgengrauenSelbstverständlich werden auch wir uns die Verfilmung von Stephen Kings Kurzroman »Der Nebel« ansehen. Bei uns konnten Sie mit etwas Glück Freikarten für den Film gewinnen. Der Film wird u.a. mit einem Zitat der us-amerikanischen Ausgabe der Zeitschrift MAXIM beworben. Diese attestiert der Literaturverfilmung »eines der überraschendsten Enden der Filmgeschichte«. Nicht nur diese Aussage war Grund genug für uns, vor dem Kinobesuch die literarische Vorlage zu lesen. Sie befindet sich im Band »Im Morgengrauen« (Ullstein Taschenbuch, deutsch von Alexandra von Reinhardt). King hat den Kurzroman Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts geschrieben, er ist also schon über 20 Jahre alt. Und wie endet die literarische Vorlage?

Nun, wir verraten wohl nicht zu viel, wenn wir sagen, dass im Buch die Geschichte absolut offen endet. Es gibt weder ein Happy-End noch ein dramatisches Ende, bei dem alle tot sind. Interessant ist jedoch der Kniff, mit dem King den Leser darauf vorbereitet, dass die Handlung zwei Seiten später einfach ohne großen Knalleffekt enden wird.

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