In dieser Rubrik finden Sie Notizen über Bücher, ausführliche Buchkritiken und kurze Tipps. Wenn Sie ein gutes Buch gelesen haben, das Sie weiterempfehlen möchten: Schreiben Sie uns eine kurze Kritik. Egal, ob es nur zwei Sätze sind oder es eine ausführliche Besprechung ist. Egal, ob das Buch eine aktuelle Neuerscheinung ist oder schon seit Jahren erhältlich ist. Einzige Bedingung: Das Buch sollte noch über den Buchhandel erhältlich sein.
Timur Vermes war Ghostwriter und textete unter anderem für Michael Hirte. Nun ist bei Eichborn sein erster Roman »Er ist wieder da« erschienen, der es im November 2012 bis auf Platz 2 der SPIEGEL-Bestsellerliste schaffte.
Diesmal hat Vermes seine Stimme einer ganz besonderen historischen Gestalt geliehen: Adolf Hitler. Denn der wacht plötzlich im Berlin des Jahrs 2011 wieder auf, als hätte es die Jahre und das Ende im Bunker nie gegeben.
Rasch ist der Führer wieder beim Volk beliebt, doch nicht als Politiker, sondern als Comedian. Das Showbusiness ist für Hitler eine logische Lösung, mein Vermes in Videointerview.

Jess Jochimsen (Foto: Birgit-Cathrin Duval)
Jess Jochimsen ist Buchautor, Kabarettist, Fotograf, und er moderiert im SWR2 regelmäßig die »Nacht der Poeten«.
Für unterschiedliche Zeitschriften und online auf seiner Website schrieb Jochimsen regelmäßig seine Tom-Geschichten. Jetzt sind die Besten erstmals in einem Buch vereint, das bei dtv erschienen ist.
»Krieg ich schulfrei, wenn du stirbst?« lautet der Titel der Geschichtensammlung über den neugierigen und manchmal vorlauten Sohn Tom und seinen Vater.
Im Video-Interview mit dem literaturcafe.de berichtet Jess Jochimsen über die Entstehung des Buches, über Dichtung und Wahrheit und warum er öffentlich auf Bühnen steht, doch Facebook lieber meidet.

Ausschnitt aus dem Comic »La Douce« von François Schuiten
»La Douce« heißt der neue Comic des preisgekrönten belgischen Zeichners François Schuiten. Im Buch geht es um die Veränderung der Welt und die Liebe eines Lokführers zu seiner »sanften« Schönheit – einer Dampflok.
Das Besondere an diesem düsteren Zukunftsszenario: Per Webcam kann man aus dem Buch dreidimensional eine Lok herausfahren lassen – Beschleunigen und Bremsen durch den Leser inbegriffen.
Wolfgang Tischer stellt das Buch in einem Video vor, bevor er sich im zweiten Teil des Films in Paris mit dem Autor François Schuiten unterhält.
Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de ist im Auftrag des Hanser Verlags nach Zürich gereist, um sich mit der Schriftstellerin Sibylle Berg zu treffen.
Entstanden ist ein Video-Podcast in 8 Folgen. Ein Gespräch ohne Drehbuch über Sibylle Bergs neues Buch »Vielen Dank für das Leben«, ihre Kolumne bei SPIEGEL Online, das Leben als Schriftstellerin, den Umgang mit Kritik, , das Internet und die Debatte um das Urheberrecht.
Ab heute geht immer dienstags bis zum 6. November 2012 eine neue Folge auf der Website des Hanser Verlags, bei iTunes und YouTube online.

Stefan Nink (Foto:privat)
Stefan Nink ist Reisejournalist. Und Stefan Nink hat seinen ersten Roman geschrieben. Darin geht es um eine Erbschaft unter erschwerten Bedingungen – und ums Reisen. Der Titel: »Donnerstags im Fetten Hecht«, erschienen im Limes Verlag (Random House).
Birgit-Cathrin Duval ist ebenfalls Reisejournalistin. Sie war ab und zu mit dem Kollegen unterwegs, hat dessen Buchdebüt gelesen und fürs literaturcafe.de mit dem Autor über die Entstehung des Romans gesprochen – und welche Rolle dabei das Schreibprogramm Scrivener spielte.
Und: An welchen coolen Orten schreibt ein Reisender seinen Roman?
Das habe ich nun davon!
Nachdem ich kürzlich – skeptisch wie immer bei allem, was Bestseller betitelt ist – Jonas Jonassons Spiegel-Bestseller vom Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg, angelesen und dann über alles geliebt habe, griff ich unter Zeitdruck in einer Bahnhofsbuchhandlung angesichts einer bevorstehenden dreistündigen Bahnfahrt zu obengenanntem Spiegel-Bestseller, ohne auch nur den Anfang gelesen zu haben!
Einen Sitzplatz hatte ich tatsächlich ergattert im ICE, begann zu lesen – und zu stöhnen:
»… wünschen wir Ihnen guten Appetit bei Ihrem Frühstück.«
Auf den Inhalt des Buches kommt es an? Von wegen! Der Umschlag ist das wichtigste Werbemittel. Er muss zum Hingreifen oder – im Falle von E-Books – zum Draufklicken animieren. Erst dann folgt die Leseprobe.
Wer sein Buch als E-Book oder Print-on-Demand-Ausgabe selbst veröffentlicht, muss sich Gedanken über das Cover machen. Gerade Anfänger und Nicht-Designer geraten dabei in Gestaltungsfallen, weil sie eine emotionale Bindung zu einem Covermotiv entwickeln und nicht erkennen, dass die gewählte Abbildung nüchtern betrachtet kontraproduktiv ist.
Wir nennen die beliebtesten Gestaltungsfallen.
Es gibt Bücher, die erfreuen mich bereits beim bloßen Anblick und Anfassen: Fester Einband im Prägedruck, Lesebändchen, ein überraschend ausführlicher Text auf dem Buchrücken, und wenn man das Buch aufschlägt, erblickt man unterschiedliche Schrifttypen und zwei verschiedene Schriftfarben: rot und schwarz. Das hört sich vielleicht wild an – aber in diesem Roman entwickelt sich der Sinn dieser Maßnahmen ganz von selbst: Es musste einfach so sein!
Es ist ein erstaunliches Erstlingswerk, und die Autorin hat einen ganzen Kosmos um den Kyrptographen entwickelt (was das ist und wer, wird im Roman erläutert).

Alina Bronsky (Foto: Birgit-Cathrin Duval)
Abgelebte Holzstühle und Tische mit Kratzern und Einkerbungen, auf einer Regalzeile an der Wand hinter der Theke reihen sich bunte Spirituosen. So die Atmosphäre des schnuckeligen Cafés »Linie 3«, das Alina Bronsky für das Gespräch ausgewählt hat. Unweit davon wohnt die junge Schriftstellerin mit ihren drei Kindern. Als sie in grünem Parka und mit Hund Akira, einem Eurasier, zur Tür hereinkommt, kann sie den hibbeligen Vierbeiner kaum ruhig halten. Es schließt sich eine angeregte Unterhaltung über ihr neues Buch »Spiegelkind« an.
Christian Hoffmann war in Darmstadt und hat sich mit Alina Bronsky unterhalten.
Herzlichen Glückwunsch! Cornelia Travnicek wird in diesem Jahr beim Bachmannpreis in Klagenfurt lesen. Ob sie selbst daran geglaubt hat, als sie genau vor fünf Jahren hier im literaturcafe.de den ersten Teil ihrer Serie »Bis Klagenfurt anruft« schrieb?
Unser Textkritiker Malte Bremer hat ihr literarisches Talent bereits im Jahre 2003 erkannt, als er das Gedicht »maßnehmen« der damals 15-Jährigen mit 5 Brillen bewertete.
Im Frühjahr 2012 erschien Cornelia Travniceks erster Roman »Chucks«. In Leipzig haben wir mit ihr ausführlich darüber gesprochen, und sie hat ihre Serie mit einem »Reloaded«-Teil fortgesetzt. Malte Bremer hat nun Cornelia Travniceks Erstling »Chucks« gelesen.