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Buchkritiken und Tipps

In dieser Rubrik finden Sie Notizen über Bücher, ausführliche Buchkritiken und kurze Tipps. Wenn Sie ein gutes Buch gelesen haben, das Sie weiterempfehlen möchten: Schreiben Sie uns eine kurze Kritik. Egal, ob es nur zwei Sätze sind oder es eine ausführliche Besprechung ist. Egal, ob das Buch eine aktuelle Neuerscheinung ist oder schon seit Jahren erhältlich ist. Einzige Bedingung: Das Buch sollte noch über den Buchhandel erhältlich sein.

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Beitrag vom 7. August 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Vito von Eichborn will vergriffene Buchschätze heben und baut auf Ihre Mitarbeit

Vito von Eichborn wartet auf Ihr VorschlägeDer Journalist, Publizist, Herausgeber, Ex- und Wieder-Verleger Vito von Eichborn plant eine neue Buchreihe. Unter dem Label »vitolibri1000« will er vergriffene Bücher aus den letzten 30 Jahren neu auflegen. Die Auflage pro Titel soll jeweils nur 1.000 Stück betragen. Damit sich ein solches Projekt überhaupt rechnet, setzt Eichborn auf Belletristik und narrative Sachbücher deutschsprachiger Autoren, um Übersetzungskosten zu sparen. Lektoratskosten würden bei einer Neuausgabe ebenfalls nicht mehr anfallen. »Ich denke an büttenartige Broschuren, es geht um die Inhalte, nicht also um kostenträchtige bibliophile Effekte«, so Eichborn.

Auch die Leser und Besucher des literaturcafe.de sind aufgerufen, Vorschläge für zu unrecht vergriffene Bücher zu machen, die eine Neuausgabe verdient hätten.  Eichborn: »Ich habe ein breites Spektrum, konnte ja bekanntlich noch nie E und U trennen. Starten möchte ich mit etwa einem Dutzend Titeln, habe jedoch keinerlei Zwänge.« Jedoch muss eine realistische Chance bestehen, dass von den Titeln auch 1.000 Exemplare verkauft werden.

Vito von Eichborn freut sich über Ihre Vorschläge, entweder per Mail an vitolibri(at)web.de oder direkt hier in den Kommentaren. Vito von Eichborn liest dort mit und gibt ggf. seinen Senf dazu.

Welches vergriffene Buch hat eine Neuausgabe verdient? Machen Sie hier Ihre Vorschläge »

Beitrag vom 30. Juli 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Richard Stark: Fragen Sie den Papagei – Gekonntes Schriftstellerhandwerk

Cover: Richard Stark - Fragen Sie den PapageiSelten ist die Sprache eines Romans so eng am Geschehen wie bei Stark. Man könnte sie sachlich nennen – oder kalt. Ohne Schnörkel treibt sie die Handlung voran.

Und da ist die Hauptfigur Parker. Ein Mann ohne Vornamen und ohne Gefühl, ein Profi, ein Krimineller. Auch er treibt die Handlung konsequent voran.

»Fragen Sie den Papagei« von Richard Stark ist ein Roman für die, die etwas anderes lesen wollen als die immer gleichen Gut-gegen-Böse-Geschichten. Es ist nicht so, als empfände man irgendwelche Sympathien für Parker, der kaltblütig stiehlt und mordet, wenn es die Situation erfordert – Handwerk eben. Man folgt ihm mit Neugier und einer gewissen gruseligen Bewunderung darüber, wie professionell er seinen dunklen Weg geht.

Beitrag vom 25. Juni 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Feuchtgebiete für alle! Literaturkritik für alle!

Feuchtgebiete und Mieses KarmaWir müssen reden. Und zwar darüber, wie aktuell über Literatur geredet wird.

Feuchtgebiete ist derzeit nicht nur Nummer 1 der Bestsellerliste, sondern auch bei Google der Suchbegriff Nummer 1, mit dem die Leute auf das literaturcafe.de stoßen. Die Kommentare zu einer Kritik des Debutromans von Charlotte Roche sind zahlreich.

Wörter wie »Ekel« und »widerlich« beherrschen die Diskussion. Und natürlich nicht nur im literaturcafe.de, sondern auch in anderen Medien. Ich habe Leute in meinem Bekanntenkreis, von denen ich nicht einmal geglaubt habe, dass sie wissen, dass es Fachgeschäfte für Bücher gibt. Doch selbst die haben sich »Feuchtgebiete« gekauft. Natürlich nur, um das Buch nach wenigen Seiten angeekelt und angewidert wegzulegen und hinterher immer und überall zu erzählen, dass man es nicht verstehe, dass derzeit immer und überall über dieses widerliche Machwerk geredet werde. »Literatur«, so hört man es laut und deutlich, »Literatur sei so was ja wohl nicht.«

Und plötzlich werden an den viel zitierten Stammtischen dieselben Fragen erörtert wie in den Feuilletons.

Ist das nicht großartig!

Beitrag vom 4. Juni 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Buchkritik mit Hörprobe: »Blindband« von Gilbert Adair – Grandioses Spiel und ärgerliche Fehler

Blindband von Gilbert AdairDer Anfang des Romans »Blindband« des in Schottland geborenen Schriftstellers Gilbert Adair macht neugierig: 15 Seiten, die ausschließlich aus dem Dialog zweier Männer bestehen.

Mehr als diese 15 Seiten und den Auftrag, sie zu vertonen, hatte das literaturcafe.de zunächst nicht. Bereits seit einiger Zeit produzieren wir akustische Leseproben für den C. H. Beck Verlag in München. Und »Blindband« ist eine der Neuerscheinungen des ersten Halbjahres 2008.

Neu ist der Roman jedoch nicht. 1999 war er in deutscher Übersetzung im kleinen Schweizer Verlag Edition Epoca erschienen. Dem Beck Verlag kommt das Verdienst zu, dass er die zwischenzeitlich vergriffenen Romane Adairs wieder verfügbar macht.

Und der Roman hält, was der Anfang verspricht.

Beitrag vom 8. Mai 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Buchtipp: Erinnerungen an den Packraum 2003-2007

Das Beste aus dem Packraum 2003-2007»Der Packraum« wurde 2007 geschlossen. Leider. Es war ein Weblog mit »Notizen aus den Niederungen des Buchhandels«, das es auch nicht ansatzweise ein zweites Mal gab und gibt.

Eine bis heute anonym geblieben Sortimentsbuchhändlerin, die sich selbst »Die Packerin« nennt, schrieb mit wunderbar respektloser Ironie über sonderbare Buchtitel, Klappentexte, Verlage, Kunden und über den Alltag einer Buchhändlerin schlechthin, die überwiegend Bücher auspackt oder an die Verlage zurückschickt und sich dabei so ihre Gedanken macht.

Jetzt gibt es die Texte aus den Jahren 2003 bis 2007 in Buchform. Wer im Buchhandel arbeitet, der muss dieses schmale Bändchen einfach haben. Enthalten sind darin die undatierten Blogeinträge. Es gibt kein Vor- und kein Nachwort, das Cover ist grau und unscheinbar gestaltet. Dafür amüsiert man sich beim Lesen umso mehr.

Beitrag vom 30. April 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Schulbuchpädagogik: Wie man ein Gedicht verhunzt

Ausschnitt aus Trainingsheft Deutschbuch 1Wer bisher in der Schule noch nicht gelernt hat, wie man ein Gedicht verhunzt, dem hilft jetzt der Cornelsen-Verlag in seinem »Deutschbuch 1 – Trainingsheft für Klassenarbeiten und Vergleichsarbeiten« gewaltig auf die Sprünge: geopfert wird dabei Christian Morgenstern:

Gruselett
Der Flügelflagel gaustert
durchs Wiruwaruwolz,
die rote Fingur plaustert,
und grausig gutzt der Goltz.

Damit soll der Schüler einer Unterstufe sich jetzt selbständig beschäftigen. Unter der Überschrift »Ein Gedicht verstehen« wird ihm Staunens- und Wissenswertes mitgeteilt, nämlich: Auch andere Autoren haben sich mit Unheimlichem beschäftigt. Hier siehst du eine Gedicht von Christian Morgenstern. Neben diesem Text sieht man ein Bild - das Gedicht sieht man nicht hier, sondern darunter, aber vor allem nutzt das Sehen nichts, denn man muss es lesen. Und danach folgen pädagogisch ausgefeilte Aufgaben:

Beitrag vom 26. April 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Buchempfehlung nicht nur für Autoren: Urheberrecht im Alltag

Sollten Sie haben: Urheberrecht im AlltagNicht zuletzt die »Copy-and-Paste«-Kultur und der Kostenlos- und Download-Wahn im Internet haben dazu geführt, dass die Rechte von Künstlern und Urhebern immer weniger respektiert und wahrgenommen werden. Dazu hat auch die »Raubkopierer sind Verbrecher«-Kampagne von Musikindustrie und Verlagen beigetragen, die im öffentlichen Bewusstsein die Meinung verankert hat, dass es beim Schutz des geistigen Eigentums lediglich darum gehe, dass die großen Konzerne noch mehr Geld verdienen.

Doch der Schutz des geistigen Eigentums ist wichtiger denn je! Künstler, Journalisten und andere Urheber müssen für ihre Arbeit gerecht entlohnt werden. Es ist wichtig, dass sowohl die Urheber als auch die, die – in welcher Form auch immer – von deren Arbeit profitieren, ihre Rechte und Pflichten kennen.

Als Autor wird man ständig mit urheberrechtlichen Fragen konfrontiert: Was muss ich tun, damit mein Text geschützt ist? Wie kann ich es verhindern, dass jemand meine Texte als seine eigenen ausgibt? Was mache ich, wenn ich mein Gedicht plötzlich auf einer anderen Website sehe? In welchem Umfang darf ich die Texte von anderen zitieren? Was muss ich mit einem Verlag alles rechtlich regeln?

Aber auch als Leser oder Hörer von Texten ergeben sich Fragen wie: Darf ich als Hesse-Fan das Gedicht »Stufen« abtippen und auf meiner Fan-Website veröffentlichen? Darf ich das neue Hörbuch von Frau Roche von CD auf meinen MP3-Player kopieren – oder gar auf den meiner Freundin?

All diesen Fragen – und noch vielen mehr – geht nun ein fast 400 Seiten starkes Buch nach, das verständlich und ohne juristische Fachsprache daherkommt. Und das Beste: Das Buch kostete nur 2 Euro!

Beitrag vom 11. April 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

»Ich bin nicht meine Eltern« – Über das Buch »Räuberhände« von Finn-Ole Heinrich

Cover RäuberhändeDas Paradies der Jugend ist ein Schrebergartenhaus, es gehört Samuel und Janik. Hier kiffen sie, hier trinken sie Criss, Bier, Schnaps und Cola, reden und schweigen, lachen und posen. Samuel und Janik stehen kurz vor dem Abitur und vor allem: Sie sind Freunde. Ungefähr die besten, die man sich vorstellen kann. Janik, der Sohn aus gutem und furchtbar liberalen Holzelternhaus, und Samuel, Sohn der alkoholkranken Pennerin Irene. Ohne Vater aufgewachsen, hat sich Samuel in den Kopf gesetzt, dass sein namenloser Erzeuger Türke sei. Und so beschließen sie, gemeinsam in Istanbul nach Samuels Vater zu suchen. Kurz vor der Abreise macht Janik einen verhängnisvollen Fehler und stellt ihre Freundschaft auf eine harte Probe. Ihre Reise steht unter einem schlechten Stern. Die beiden fahren trotzdem los.

In seinem Romandebüt erzählt der 25-jährige Finn-Ole Heinrich die Geschichte einer Freundschaft und liefert damit einen herausragenden Coming-of-Age-Roman. Die beiden Jungs sind wie Brüder von zwei verschiedenen Planeten. Sie entdecken das Leben, die Liebe und die Schuld, versuchen die Ablösung vom Elternhaus und suchen nach ihrem Plan fürs Leben.

Beitrag vom 3. April 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Schreiben

Kurt Vonneguts hinterlistige Ratschläge für kreatives Schreiben

Kurt Vonnegut: Suche Traum, biete michDer im letzten Jahr verstorbene Kurt Vonnegut – vor allem bekannt durch seine Science-Fiction-Romane und -Erzählungen – hat auch einmal einen Kurs für kreatives Schreiben geleitet – und seine Regeln sind ganz schön hinterlistig! Gefunden haben wir sie in der Einleitung zu seiner Sammlung von Kurzgeschichten »Suche Traum, biete mich« (übersetzt von Harry Rowohlt). Diese Regeln – zu finden auf Seite 19 des Werkes – möchten wir Ihnen nicht vorenthalten:

  1. Gehen Sie mit der Zeit eines wildfremden Menschen so um, dass er nicht das Gefühl hat, die Zeit verplempert zu haben.
  2. Geben Sie dem Leser mindestens eine Figur, der er die Daumen drücken kann.
  3. Jede Figur sollte etwas wollen, und sei es nur ein Glas Wasser.
  4. Jeder Satz muss eins von zwei Dingen tun: Charaktereigenschaften enthüllen oder die Handlung vorantreiben.
  5. Fangen Sie so nah am Schluss an wie möglich.
  6. Seien Sie Sadist. Egal, wie süß und unschuldig Ihre Hauptpersonen sind – lassen Sie ihnen schreckliche Dinge zustoßen, damit der Leser sehen kann, wie sie beschaffen sind.
Beitrag vom 22. März 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Gegen alle Tabus: »Feuchtgebiete« von Charlotte Roche

Feuchtgebiete von Charotte RocheHelen Memel ist spektakulär. Helen ist 18 und hat einen roten Riesenpo, aus dem Hämorrhoiden und eine Wundblase heraushängen, und zwar so, dass jeder es sieht – seit sie nach einer missglückten Intimrasur seitwärts im Krankenhausbett liegt und auf ihre Operation wartet.

So kauert sie im Hospital und lenkt sich ab von ihrer Angst vor der OP. Es kommt der Pfleger Robin, es folgen OP und Schmerzen, die Heilung, dann noch eine OP und zwischendurch Besuch von Mama, von Papa sowie jede Menge absolut laut gedachter Gedanken und Spleens rund um Sex und Körperlichkeit. Um genau zu sein, geht es um »Kackeschwitzen«, Muschischleim, trüffeligen Smegmageschmack & Co.

Der Handlungsort des Romans ist das Krankenhaus, ein Ort, an dem per se jeder Mensch auf seine körperlichen Vorgänge heruntergebrochen wird – von außen, also seitens des Klinikpersonals, wie von innen, d.h. in Hinsicht auf Angst, Scham und widerwillige Kooperation: Offenbarung der Regelmäßigkeit des Stuhlgangs. Das psychologische Gerüst der Geschichte fußt auf Helens irrwitzigem Glauben, sie könne durch ihre Arsch-OP ihre geschiedenen Eltern am Krankenhausbett wieder vereinen – des Scheidungskindes sehnlichster, zarter Wunsch.

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