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Rodja Smolny und Lindbergh & Well: Bauernfängerei unter arglosen Autoren

Abgeschaltet: Die Website von Lindbergh & WellAus gegebenem Anlass warnen wir alle Autorinnen und Autoren davor, direkt oder indirekt Geld für eine Veröffentlichung zu zahlen! Dies gilt auch für etwaige Lektoratsdienstleistungen, egal wie diese begründet werden. Eine Ausnahme hiervon bilden selbstverständlich seriöse Print-on-Demand-Anbieter wie BoD [1] oder lulu.com [2].

In letzter Zeit wurden Autorinnen und Autoren von einem Mann namens Rodja Smolny angeschrieben, der als Agent der angeblich aus Schweden stammenden Literaturagentur Lindbergh & Well auftritt (Websites mittlerweile gelöscht). Er schreibt bevorzugt Autoren an, die in Internet-Foren veröffentlichen und schaltete Werbebanner auf entsprechenden Websites, um neue »Kunden« zu gewinnen. Sein Auftreten ist dabei tadellos und sein Stil absolut Vertrauen erweckend. Er warnt sogar vor Zuschussverlagen und betont glaubhaft, dass es absolut in seinem Interesse sei, dass ein Autor gerecht bezahlt werde. Eine flüchtige Google-Recherche weist ihn ebenfalls als absoluten Experten im Agenturgeschäft aus. Zitat aus einem Artikel:

“Ich bekomme jetzt noch Anfragen, ob ich auf der Buchmesse Zeit für Autoren habe”, sagt Rodja Smolny, Aushängeschild der schwedischen Literaturagentur “Lindbergh & Well” im deutschsprachigen Raum. “Dabei bin ich seit Wochen ausgebucht, selbst beim Essen sitze ich mit Kollegen aus aller Welt zusammen”, so Smolny. Er macht dabei allerdings keinen traurigen Eindruck, er freut sich auf das weltgrößte Treffen seiner Branche.

Die meisten dieser Artikel wurden jedoch zuvor von ihm selbst in Presseportalen wie open-pr.de [3] veröffentlicht, was für den Laien nicht immer sofort ersichtlich ist. Mit diesen Artikeln will Smolny offenbar verhindern, dass seine nicht unumstrittenen Tätigkeiten als Geschäftsführer der mittlerweile insolventen MeinBuch oHG sofort ins Auge fallen und entsprechende Artikel von Google nicht gleich auf der ersten Seite gelistet werden. Unliebsame Beiträge in Weblogs lässt er auch schon mal gegen den Willen der Bloggerin durch den Blog-Provider entfernen [4].

Schickt die Autorin oder der Autor einen Text an Smolny, so erhält sie oder er in der Regel eine positive Rückmeldung zum Manuskript und die Zusage des Agenten, den Autor zu vertreten. Der zugeschickte Vertrag zwischen Agentur und Autor ist dabei rechtlich absolut einwandfrei und die nur bei Vermittlungserfolg zu zahlenden Provisionen absolut branchenüblich.

Zunächst sieht alles vielversprechend aus, aber dann…

Dann meldet Smolny kurze Zeit später, dass er einen Verlag für das Manuskript begeistern konnte. Natürlich dürften die meisten Autoren und Autorinnen hocherfreut sein. Doch dann kommt eine schlechte Nachricht: Der Verlag sei nicht bereit, das Manuskript anzunehmen, solange noch so viele Fehler enthalten seien. Der Agent empfiehlt nun dem Autor, das Manuskript kostenpflichtig überarbeiten zu lassen, um die Chancen auf Vermittlung zu erhöhen. Soll man als Autor so kurz vor dem Ziel aufgeben?

Für die Korrektur des Manuskripts wird von Smolny gleich ein konkreter und dem Agent bekannter Dienstleister genannt, da nur so dem Agenten eine Qualitätskontrolle möglich sei. Die Kosten für die Korrektur habe leider der Autor zu zahlen.

Nicht selten wird für das Lektorat ein Betrag im fünfstelligen Bereich verlangt.

Wir warnen daher Autorinnen und Autoren dringend davor, eine solche Dienstleistung in Anspruch zu nehmen, da Kosten und Nutzen in keinerlei Aufwand zum Resultat stehen, egal wie glaubhaft dies begründet wird!

Es ist zu vermuten, dass ein solches Vorgehen zwar in keinster Weise illegal ist, jedoch handelt es sich um das, was man gemeinhin als Bauernfängerei bezeichnet. Wer zahlt, dürfte somit rechtlich keine Chance haben und sein Geld nie wiedersehen.

Wie eingangs erwähnt, erfolgt die Warnung aus gegebenem Anlass, da sich beim literaturcafe.de bereits einige Autoren gemeldet haben, denen das genannte Widerfahren ist.

Kritiker versucht Smolny zudem mit Beleidigungen und Drohungen per eMail einzuschüchtern. Dabei schreckt er auch vor der Behauptung falscher Tatsachen nicht zurück.

Aufruf: Melden Sie sich bitte bei der Redaktion des literaturcafe.de

Sollte auch Ihnen Ähnliches passiert sein, so melden Sie sich bitte beim literaturcafe.de, denn wir wollen versuchen, die Fälle weiter zu dokumentieren. Schreiben Sie uns an redaktion@literaturcafe.de [6]. Selbstverständlich garantieren wir Ihnen einen vertrauensvollen Umgang mit Ihren Daten und Informationen.