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Beitrag vom 22. März 2008 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Gegen alle Tabus: »Feuchtgebiete« von Charlotte Roche

Feuchtgebiete von Charotte RocheHelen Memel ist spektakulär. Helen ist 18 und hat einen roten Riesenpo, aus dem Hämorrhoiden und eine Wundblase heraushängen, und zwar so, dass jeder es sieht – seit sie nach einer missglückten Intimrasur seitwärts im Krankenhausbett liegt und auf ihre Operation wartet.

So kauert sie im Hospital und lenkt sich ab von ihrer Angst vor der OP. Es kommt der Pfleger Robin, es folgen OP und Schmerzen, die Heilung, dann noch eine OP und zwischendurch Besuch von Mama, von Papa sowie jede Menge absolut laut gedachter Gedanken und Spleens rund um Sex und Körperlichkeit. Um genau zu sein, geht es um »Kackeschwitzen«, Muschischleim, trüffeligen Smegmageschmack & Co.

Der Handlungsort des Romans ist das Krankenhaus, ein Ort, an dem per se jeder Mensch auf seine körperlichen Vorgänge heruntergebrochen wird – von außen, also seitens des Klinikpersonals, wie von innen, d.h. in Hinsicht auf Angst, Scham und widerwillige Kooperation: Offenbarung der Regelmäßigkeit des Stuhlgangs. Das psychologische Gerüst der Geschichte fußt auf Helens irrwitzigem Glauben, sie könne durch ihre Arsch-OP ihre geschiedenen Eltern am Krankenhausbett wieder vereinen – des Scheidungskindes sehnlichster, zarter Wunsch.

Die sezierende Genauigkeit und Präzision der körperlichen Beschreibung ist Dreh- und Angelpunkt dessen, was das Romandebüt von Charlotte Roche zu dem Buch der Saison macht. Die Autorin, die man vor allem als Fernsehmoderatorin kennt, nimmt nicht nur kein Blatt vor den Mund, nein, sie schreibt Schwarz auf Weiß, was so absolut verboten, so weit entfernt von salonfähig wie nur möglich ist. Bloß: Das Spektakuläre, das Schockierende ist im Prinzip das Normalste der Welt, nur spricht man darüber nicht. Es geht um den Körper von vorne bis hinten, aber vor allem geht es um die Diskrepanz zwischen dem Körperlichen, also irgendwie auch Sterblichen, und dem, was man so darzustellen sucht. Es geht um den Pimmel unter dem Anzug, um die Muschi unterm Kostümchen, um nachwachsende Achselhaare und Kacke beim Analsex. Und da jeder und jede zu guter letzt aus Fleisch und Blut besteht, außerdem mehr oder weniger oft Sex hat, sind das Themen, die jeden und jede betreffen.

Ist es nicht so, dass Sex neben dem sinnlichen Aspekt auch einfach scheißkomisch ist? Was sind das eigentlich für Verrenkungen, Verzerrungen, An-, Ab- und Aufschwellungen, ganz zu schweigen von Ausflüssen, Ergüssen und dem ganzen Rest? Wer darüber nicht auch mal wenigstens lachen kann, der ist wohl schon erwachsen geboren worden.

Zugegeben, Charlotte Roche lässt ihre Heldin Extreme erleben, die über das, was man selbst kennt und tut, hinausgehen. Da gibt es z. B. das »Muschihygieneselbstexperiment«: Helen sucht öffentliche Toiletten vornehmlich mit dem Ziel auf, einmal, zwei Mal, drei Mal rundherum mit Muschi und Po sämtliche Bazillen, Bakterien und fremde Körpersäfte von der Toilettenbrille zu wischen. Das ist derb, nicht lecker oder wie der Angelsachse sagen würde: »Thanks for sharing.«

Charlotte Roche ist nicht die Erste, die die schiere Körperlichkeit beschreibt. Jedoch ist die schiere Körperlichkeit ja vor allem im Zusammenhang mit der Gesellschaft, die sie umgibt, interessant; das wussten schon Michel Foucault und Georges Bataille. Dass ihre »Feuchtgebiete« auf ein riesiges öffentliches Interesse stoßen, ist nicht nur der Medienbekanntheit der Autorin – und der Unumstößlichkeit der Regel sex sells – geschuldet, sondern der Tatsache, dass in Roches Buch jedermann auf unerhörte Weise angesprochen wird.

Charlotte Roche schreibt witzig und schlau wider alle Tabus, gegen die Konventionen des perfekten Frauenkörpers der Hochglanzmagazine. Und darum ist »Feuchtgebiete« ein Buch, für das man auf dem sauberen Buchmarkt dankbar sein kann.

Anika Stracke

Charlotte Roche: Feuchtgebiete. Broschiert. 2008. DuMont Buchverlag. ISBN/EAN: 9783832180577. EUR 14,90 (Bestellen bei Amazon.de)
Charlotte Roche: Feuchtgebiete. Filmausgabe. Broschiert. 2013. DuMont Buchverlag. ISBN/EAN: 9783832197315. EUR 12,00 (Bestellen bei Amazon.de)

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60 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Johanna Sibera schrieb am 22. März 2008 um 22:25 Uhr

    Die “Feuchtgebiete” polarisieren – die einen sagen, hurra, endlich beschreibt einmal jemand die Wahrheit, wie das wirklich so ist beim Analverkehr etc, die anderen meinen, das hätte in der Literatur nix verloren, weil die sollte ja allemal erhebend wirken und der schönen Kunst verbunden. Darüber kann man eben diskutieren und so soll es auch sein! Nur eine Frage stellt sich mir: Hätte Charlotte Roche nicht schon ihren bekannten Namen als Moderatorin – wäre es ihr so toll gelungen, einen Verlag für ihren Roman zu begeistern? Ich denke, da wäre sie wohl auf Probleme gestoßen.

    beste Grüße

    Johanna Sibera

  2. Michael Koehn schrieb am 23. März 2008 um 08:32 Uhr

    so/was schreibe ich selber;
    war/um soll ich es fremd lesen?

  3. Johanna Sibera schrieb am 23. März 2008 um 13:30 Uhr

    Tja, lieber Herr Michael Koehn – für mich ist es halt immer noch ein Kriterium, wenn man im Feuilleton unserer altehrwürdigen, konservativen österreichischen Tageszeitung “Die Presse” erscheint, und zwar am Samstag im “Spectrum”. Genau da wurde ein Hohelied auf Charlotte Roche gesungen (was völlig wider jede Erwartung war) und darum hab ich mir sofort die “Feuchtgebiete” gekauft. Ja, ja, ich weiß schon, man schreibt sich das alles ja eh selbst, mach’ ich auch dauernd – aber leider sind wir beide noch nie in so einer gediegenen Rezension wie dem “Spectrum” aufgetaucht! Kann aber alles noch werden!

  4. Wolfgang Tischer schrieb am 23. März 2008 um 17:55 Uhr

    Man kann sicher sagen, dass dieses Buch keinen Verlag gefunden hätte, wäre es nicht von Frau Roche geschrieben worden. Der Verlag Kiepenheuer & Witsch, dem der Text zuerst angeboten wurde, hatte es abgelehnt. Wäre da nicht der Promibonus, würde das Buch eher auf dem Index anstatt in den Feuilletons zu finden sein.

    So gibt es aber gleich zwei Verkaufsanreize: a) der Promibonus und b) eine hübsche Frau schreibt einen Porno. Hat sie sicher alles selbst erlebt. Geil!

    Doch wer rein- oder das Buch an einem Nachmittag sogar durchliest, wird rasch feststellen, dass das Werk alles andere als pornografisch ist. Ohnehin werden es die meisten Leser und Leserinnen nach wenigen Seiten angewidert weglegen. Wessen Ekelgrenze nicht sehr hoch ist, wird nur ein paar Seiten aushalten und sich negativ über dieses Buch äußern. Man muss nur in den Amazon-Besprechungen nachsehen. Schleim, Sperma, Eiter, Blut und Smegma bedecken den Text. In jeder Besprechung stehen sie im Vordergrund.

    In diesem Gemisch geht leider auch die Hauptfigur, Helen Memel, völlig unter. Das wiederum ist schade.

    Roche zeichnet eine interessante Persönlichkeit, die in diesen Feuchtgebieten lebt. Ohne den drastischen Text würde man sich dieser Person jedoch nicht so dicht nähern können – so man die Ekelgrenze überhaupt überwinden mag. Man kann also froh sein, dass der Text den Promibonus besitzt und nur so an die Öffentlichkeit gelangen konnte. So kann man, wenn man sich darauf einlässt und all die Körpersäfte akzeptiert, ein sehr interessantes Psychogramm entdecken.

    Während viele an einem krankhaften Hygienewahn leiden, ist es bei Helen gerade umgekehrt. Für viele Jugendliche ist Sex und Ficken bereits wichtiger als Liebe und Romantik. Roche zeigt eine 18jährige, die diese Grenze mehr als überschritten hat. Und diese Hauptfigur macht den Roman jenseits der Körpersäfte interessant und lesenswert.

  5. mochies schrieb am 24. März 2008 um 19:10 Uhr

    nach dem interview auf spiegel.de war ich sehr gespannt auf das endprodukt, doch die story war -obwohl halbwegs angekündigt- mal wieder nichts weltbewegendes :(

  6. Dino schrieb am 25. März 2008 um 20:46 Uhr

    Das ist doch wieder mal das beste Beispiel dafür, wie unpreviligiert unsere Gesellschaft doch ist und das sie genau so ein Buch braucht. Da werden Themen angesprochen, für die sich der größteil der Gesellschaft zu fein ist, mal einen Gedanken zu hegen und gleich gibt es einen riesen Aufriss, wie schlimm das alles doch ist. Wie im Kindergarten….

    Alles was in dem Buch beschrieben wird, ist nichts Sureales, das haben wir alle oder besser könnten wir alle haben. Und es war klar das sich wieder die darüber beschweren, welche sowieso die Scham für sich gepachtet zu haben scheinen und genau aus diesen Gründen sich lieber und andern das Lebe unötig erschweren müssen, anstatt einfach mal die Augen zu öffnen und hinzusehen. Albern, absurd und längst überfällig.

    Traurig ist es wohl, das dieses Buch ohne die Medien Präsens von der großartigen Charlotte Roche, vielleicht keinen Verlag gefunden hätte.

    Aber die deutsche Verlagslandschaft, ist sowieso nicht ernst zu nehmen, wenn man sich anschaut um was ein geschiss gemacht wird und was für Quak als große Literatur dargestellt wird. Bestes Beispiel ist dieser Harry Potter unfug.

  7. Renate schrieb am 26. März 2008 um 11:42 Uhr

    Dieser Medienrummel über eine Aneinanderreihung von Unappetitlichkeiten ist mir ein Rätsel. Und als Literatur kann man dieses Werk aus meiner Sicht auch nicht bezeichnen.
    Frage an Herrn Tischer: Was genau macht das Buch für Jugendliche aus der Geschichte lesenswert?

  8. Renate schrieb am 26. März 2008 um 11:43 Uhr

    … “aus der Geschichte” in meinem Kommentar … bitte streichen

  9. Johanna Sibera schrieb am 26. März 2008 um 13:21 Uhr

    Ich bin zwar nicht der Herr Tischer, aber vielleicht kann ich doch die Frage beantworten, was die “Feuchtgebiete” für Jugendliche lesenswert macht? Sagen wir einmal so: Wer behauptet denn, dass das Buch für Jugendliche ist? Charlotte Roche ist dreißig, sie schildert die Geschichte einer Achtzehnjährigen – und so richtig verstehen im wahrsten Wortsinn wird es die Generation vierzig, fünfzig plus, die von all dem, was hier geschildert wird, sei es die Komplettrasur, sei es der in gewissen artfremden Körperhöhlen stattfindende Sex, schon gehört und geträumt, es vielleicht sogar schon probiert hat, aber schließlich als zu mühsam und womöglich mit erklärungsbedürftigen Folgen behaftet wieder abgetan hat. Und schlussendlich hat das Gebiet der Proktologie rein gar nix mit Sex zu tun, sondern bietet sehr differenzierte, schmerzhafte Krankheitsbilder, die den Patienten oder die Patientin im Krankenhaus dazu zwingen, Schamgrenzen aufzugeben und zu ignorieren, ob sie es nun wollen oder nicht!

  10. Renate schrieb am 26. März 2008 um 13:41 Uhr

    Herzlichen Dank für die Antwort, Frau Sibera.
    1. Meine Frage war an Herrn Tischer gestellt – weil er das Buch als für Jugendliche lesenswert findet. (siehe oben – seinen Kommentar)
    2. Ihre Antwort, Frau Sibera, beantwortet meine Frage trotzdem nicht. Im Gegenteil.
    Was die Proktologie betrifft, so lese über dieses Thema – falls es mich interessiert – ein Fachbuch.

  11. Wolfgang Tischer schrieb am 26. März 2008 um 15:32 Uhr

    Ich kann mich der Antwort bzw. der Gegenfrage von Frau Sibera nur anschließen und sie wiederholen: Wer behauptet denn, dass das Buch für Jugendliche ist?

  12. Johanna Sibera schrieb am 26. März 2008 um 15:44 Uhr

    Also, lesenswert für Jugendliche ist das Buch allemal, und zwar aus zwei Gründen: Erstens ist Helen ein Scheidungskind und teilt damit das Schicksal von hunderttausenden anderen Kindern, die in derselben Lage sind und ihre Eltern gerne wieder vereint sehen würden. Ihre Versuche in diese Richtung sind rührend; dass sie, zumindest soweit wir lesen können, nicht von Erfolg gekrönt sind, ist eben Tatsache, aber wohl nicht zu ändern. Zweitens hat Helen ein schreckliches Erlebnis hinter sich, nämlich den Selbstmordversuch der Mutter, die den kleinen Bruder “mitnehmen” wollte. Dieser “erweiterte Selbstmord” gehört wohl zum Ärgsten, was man dem Geschwisterkind antun kann. Im Hause Memel wird aber dann nicht mehr darüber gesprochen, so wie man eben über die wirklich wichtigen Dinge nicht zu sprechen pflegt, das ist leider in vielen Familien der Fall! Die Problematik dieser Situation ist allemal ein lesenswertes Thema für Jugendliche, finde ich!

  13. Michael Koehn schrieb am 27. März 2008 um 07:15 Uhr

    nun, ich habe beim querlesen ab seite 2,37 nicht weiter gelesen – denn irgendwie empfinde ich die erzählweise der autorin wie schreiben nach zahlen – von aalräucherei (möse) bis hin zu zylinderstiften (hämorrhoiden) – und nicht besonders ‘schön’ – aber das thema treffend – wie auch: am arsch hängt der hammer.

  14. Hanna schrieb am 27. März 2008 um 13:15 Uhr

    Die Sprache von Charlotte Roche ist die Sprache der Jugendlichen, bzw. jungen Menschen, weshalb vielleicht sofort diese Zielgruppe in den Köpfen der Leser auftaucht. Ungewöhnlich ist dieser Sprachduktus als literarisches Werkzeug allemal – ungewöhnlich zeitgemäß.
    Ihre Sprache mag dem-/derjenigen anrüchig erscheinen, der/die auch die Themen in aller ihrer Deutlichkeit und Transparenz als anrüchig empfindet. Themen, mit denen sich Menschen auseinandersetzen – entweder weil sie es müssen (denn es sind solche, denen sich niemand entziehen kann) oder weil sie es gern tun.
    Niemand, der den freien Umgang mit dem nackten Körper und damit alle Spielarten des sexuellen Erlebens oder aber eine offene Kommunikation über die Geilheiten und Unzulänglichkeiten des menschlichen Körpers verabscheut, wird dieses Buch mögen.
    Demnach liegt die Zielgruppenortung wohl eher weniger in der Suche nach einer bestimmten Altersgruppe als im Finden einer modernen, offenen und unverklemmten Leserschaft.

  15. Claus Bachmann schrieb am 27. März 2008 um 21:39 Uhr

    Tut mir leid, als freien Umgang mit dem nackten Körper und offener Kommunikation über PiPaPo kann ich die staccatohafte Aneinanderreihung so genannter “geiler” Ausdrücke nun wirklich nicht empfinden. Schon gar nicht sexuell erregend; die geht immer noch realiter mit einem zufrieden stellenden Koitus einher. Deshalb habe ich auch keine Bedenken, dass die Produktion von Fr. Roche nach kurzem Getöse wieder in Vergessenheit geraten wird. Es ist ein zu verklemmtes und artifizielles Konstrukt.

  16. Renate schrieb am 27. März 2008 um 22:54 Uhr

    Die Sprache der Autorin ist nicht die Sprache der heutigen Jugendlichen. Denn die haben weiß Gott andere Bedürfnisse. Wer sich nur ein bisschen damit beschäftigt, weiß das. Es gibt genügend Literatur darüber. Fachliteratur, meine ich. Literatur, die sich tatsächlich mit den Bedürfnissen der Jugendlichen beschäftigt.

    Im übrigen sollte Offenheit nicht mit Vulgarität verwechselt werden.

  17. anna schrieb am 30. März 2008 um 11:54 Uhr

    da ich vermutlich zur zielgruppe gehöre – sprich 22 jahre alt und weiblich – und ich das buch gelesen habe, würde ich gerne meine sicht darlegen.
    das mädchen helen dümpelt an einer seichten oberfläche und reißt mit ihren überlegungen alle gesellschaftlich tabuisierten bereiche wie mösenschleim in allen erdenklichen haltbarkeitsstufen, sowie analverkehr nebst allem anderen kram an; ich lese mit humor, ekel und interesse, und werde dann in allen literarischen ebenen enttäuscht. sätze, wortfindungen, handlung: alles zu flach. das ende: an den haaren herbei gezogen, drückt der geschichte den stempel absolut unglaubhaft auf.
    unterm strich bleibt:
    aha, hygiene erziehung und selbstentscheidung wie mit hygiene umzugehen bekommt von weiblicher reinlichkeit neue sichtweisen (oder vll. nicht neue, aber plötzlich öffentliche)
    interessant finde ich tatsächlich den aspekt, wie mensch mit seinen hygiene verhältnissen umgeht. die frauen, die den ganzen klodeckel vollpissen auf öffentlichen toiletten, weil sie sich nicht hinhocken, sondern drüberschweben. ekelhaft. das helen das problem mit aufwischen durch schambereich löst – ist zwar makaber und bestenfalls komisch, aber zeigt den konflikt: irgendwas mit frauen und hygiene hat in den letzten 1000 jahren einen merkwürdigen verlauf bekommen.

    was bleibt, ist die frage ob ich das buch meiner 14jährigen cousine empfehlen würde? sollte? dürfte? wollte? und ich denke, nach spätestens 6 monaten kräht kein hahn mehr nach dem buch. zu seicht, zu simpel un letztendlich zu banal. skandal und ekel abgestrichen (!) und was bleibt ist eine schlecht erzählte geschichte, wo durch einstreuungen von scheidung, versuchter selbstmord und gescheiterte bindungen versucht wird, der armen protagonistin wenigstens etwas profil zu geben. das ist dann in meinen augen ein buch, was als trivialliteratur nach dem lesen vergessen wird.

  18. anna schrieb am 30. März 2008 um 12:01 Uhr

    hm. ich vergaß: aber grundsätzlich bilde ich mir selbst ein urteil über reinlichkeit – zum thema vollgepisste klobrillen. Und brauche nicht FRau Roches Überlegungen zum Thema Hygiene. die frage ist: will ich da drüber diskutieren? MIt ihnen, Renate, oder ihnen Frau Sibera? Nein. Will ich nicht. Ich habe Kleenex und Sagrotan Tücher und wische die Klobrille ab, damit ich mich bequem zum pissen hinsetzen kann. Ist das jetzt diskussionswürdig? Nee. Das ist ein Informationsgehalt wie: Ich drehe die Handflächen nach außen um zu winken. Irgendwie macht das jeder, und jeder macht es anders. Aber es ist nicht zu diskutieren.
    Vll. enthemmt es FRauen ab 40 aufwärts, die im dunkeln sex haben und bei sexwerbung ab 23h schnell wegzappen – aber die generation 1978-1988 wirds kaum schocken.

  19. anna schrieb am 30. März 2008 um 12:09 Uhr

    a propos Vokabular der Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Mitnichten sind wir weniger pervers oder versaut. Ich, ordentlich immatrikuliert, 4. Semester, weiss wovon ich spreche.

  20. Renate schrieb am 30. März 2008 um 12:14 Uhr

    Wer über die Jugend-Generation von heute etwas wissen möchte, dem sei das Buch “Die neue Moral der Netzwerkkinder” empfohlen. Es ist zwar nicht mehr taufrisch, sondern 2003 erschienen, aber innerhalb von fünf Jahren ändern sich die Einstellung einer Generation nicht.
    In diesem Buch gibt es sehr viele Aussagen von jungen Leuten und Teenagern. Nach der Lektüre weiß man, wie Jugendliche von heute tatsächlich denken, mit was für Problemen sie sich rumschlagen und was ihnen wichtig ist. Denn was die Prioritäten betrifft, so hat sich im Vergleich zu der 60er-Generation einiges verändert.
    Und: da hat Anna absolut Recht – Hygienetipps brauchen sie nicht. Genauso wenig wie Frauen ab 40…

  21. Renate schrieb am 30. März 2008 um 12:25 Uhr

    Herr Tischers Ansicht zu den Jugendlichen und ihrer Einstellung zu Sex versa Romantik ist zwar populär, stimmt aber nicht. Im erwähnten Buch nachzulesen …

  22. Johanna Sibera schrieb am 30. März 2008 um 13:35 Uhr

    Jetzt muss ich mich glatt noch einmal in die Diskussion einmischen – liebe Anna, wo leben Sie eigentlich, dass Sie glauben, dass Frauen ab 40 “im Dunklen Sex haben und bei Sexwerbung ab 23 Uhr schnell wegzappen”? Hat Ihnen das Ihre Oma erzählt? Glauben Sie ihr bitte kein Wort! Übrigens: Das Buch von Charlotte Roche ist so etwas von nicht sexuell anregend und so etwas von auf keinen Fall antörnend, mir fällt so schnell gar kein anderes ein, wo man so wenig Lust auf irgendwas kriegt! Klar, viele Männer der Generation 40 plus und 50 und mehr träumen von gewissen ausgefallenen Praktiken, weil sie eben schon ein bisschen mehr Reize brauchen – aber die lesen die “Feuchtgebiete” sicher nicht! Eines hat die Autorin erreicht, und das ist das einzig Wesentliche: Sie steht in Bestsellerlisten bei der Belletristik auf Platz eins (“Die Presse” vom 22. März 08, unsere konservativste österreichische Tageszeitung). In einem einzigen Jahr erscheinen in der deutschsprachigen Verlagslandschaft zig-tausende neue Romane; sich da abzuheben und die Charts zu stürmen – das ist das, worauf es ankommt. Und keiner, der schon versucht hat, mit einem Roman zu landen, kann mir da widersprechen!

  23. Wolfgang Tischer schrieb am 30. März 2008 um 14:03 Uhr

    Ich bin erstaunt. Ich habe nirgendwo von “den Jugendlichen” geschrieben. Wenn hier nicht getätigte Pauschalaussagen kritisiert werden, ist das für mich wie Spiegelfechen, dem ich mich nicht anschließen möchte. Das ist wie mit “den Frauen ab 40″ :-)

    Die Kunst- und Medienfigur Roche will provozieren und polarisieren. Das hat sie getan, als sie noch öfters im Fernsehen zu sehen war, das hat sie in YouTube getan und das gelingt ihr auf jeden Fall auch mit ihrem Buch sehr gut. Das ist keine Folge des Medienrummels, das ist der Medienrummel.

  24. anna schrieb am 30. März 2008 um 15:34 Uhr

    für die älteren dachte ich eher an die nette erika korhut, die klavierspielerin.
    das meine großmutter sexuell unbefriedigt ist – tatsache. aber glauben sie im ernst, dass alle 40plus frauen offen mit ihren männern über den sex den sie nach meistens nun 15-20 ehejahren haben (über sich ergehen lassen), mit ihren männern drüber reden? ich schätze dass immerhin noch 20-30% der frauen ab 40 dort redebedarf haben. im übrigen stimme ich zu: spontan fällt mir kein buch ein, dass weniger lust auf sex macht. wobei es bei den feuchtgebieten nicht wirklich um sex geht, wo wir uns ebenfalls einig sind.

  25. Renate schrieb am 30. März 2008 um 15:50 Uhr

    Liebe Anna, ich gebe dir vollkommen Recht. Für die heutigen Jugendlichen und jungen Leute ist Sex bestimmt anders als es für viele meine Generation gewesen ist. Ich denke aber, dass wir damals nicht weniger Sex hatten als die jungen Leute heute. Nur darüber gesprochen haben wir nicht.
    Aber das Problem des “Unbefriedigtseins” haben nicht nur Frauen (über 40). Ich kenne einige “unbefriedigte” Männer, die den Intimbereich ihrer Frau noch nie im Leben von der Nähe gesehen, geschweige denn ihren Kopf darin versenkt haben. Und ein “blow job” ist für viele Frauen ein Tabu – bei meinen Freundinnen, die von 30 – 60 reichen, allerdings nicht. Wir reden da ganz offen drüber. Vielleicht ist das auch der Grund: die Scham überwinden und einfach darüber sprechen. Das hat meine Generation erst lernen müssen oder ist dabei, es zu lernen. Für Euch ist das selbstverständlich, Gott sei Dank.

    Herzlicher Gruß von Renate

  26. she schrieb am 2. April 2008 um 12:31 Uhr

    Zum Glück sind alle Frauen anderst. Ich finde das Buch für Mädchen ab 16 j. perfekt. “Ist das nur bei mir so oder bei allen Frauen”. Gewisse Dinge sind … eigenartig… aber auf ihre Art und Weise speziell. Denke nicht viele sind wie Helen. Gut so.

    Wer so offen ist wie Helen hat nichts zu verlieren. Man muss es ja nicht gleich übertreiben wie Helen. Richtig. Das ist ja jedem das seine. Viele der gut katholisch erzogenen Mädels sehen das bestimmt anderst.

    Von Frauen und Herren ab 40 hab ich keine Ahnung. Meine Mutter und mein Vater haben jedoch ihren Spass! Freu ich mich für sie. Muss ich mir nicht bildlich vorstellen. Freue mich für jeden der gut und oft Sex hat.

    Wie gesagt – andere Länder und go on.

    Das Testosteron an meiner Seite fand das Buch eklig aber unterhaltsam. Jedoch meint er ab der Mitte verliert sich das Buch in sich selbst. Mag sein. Ich würds nicht nochmals lesen… oder doch? :)

    und so ich weiss ja nicht wie es in DEUTSCHLAND ist, aber UNSERE JUGENDLICHEN REDEN NICHT SO! Die haben anderen SLANG. Sie sind nicht wie HELEN. NIEMALS. Ihr “erwachsenen” unter euch seid einfach verloren. Ihr kennt nicht mal euere eigenen Kinder. Schämt euch.

    So far. Arbeit wartet. Tschüss.

  27. Jutta Ouwens schrieb am 3. April 2008 um 13:13 Uhr

    Charlottes Müffel-Manifest
    glänzt zäh-viskös
    im Medientest.
    Frau Roche hat ein feines Näschen,
    und kriegt der Leser Herpesbläschen,
    soll er doch Pipi darauf schmieren!
    Er braucht sich keineswegs genieren.
    Schon Carmen Thomas hat vor Jahren,
    der Körpersäfte Glück erfahren,
    und Lottes Weg gut vorbereitet,
    auf dem sie schleimig vorwärts gleitet.
    Die Spur durchzieht die Fernsehwelt
    und bringt ihr jede Menge Geld.
    Das hat sie doch perfekt erschnüffelt!
    Ob Lotte jetzt auch selber müffelt?

  28. Cornelia Lotter schrieb am 3. April 2008 um 16:48 Uhr

    Vielen Dank, Frau Ouwens, für dieses wundervolle Gedicht, in dem Sie so einiges auf den Punkt und ins Reimschema bringen. Ich habe sehr geschmunzelt. Das sollte man auch über dieses Pseudo-Skandal-Romänchen tun, das einen ganz unverdienten Hype ausgelöst hat. Als ob es nicht genügend Neuerscheinungen gibt, denen diese Aufmerksamkeit wirklich zu wünschen wäre. Und als ob es nicht genügend echte Probleme im Leben gäbe – denn für mich haben die in die Handlung hineingeschusterten pseudopsychologischen Tragödien den einzigen Zweck, der Handlung etwas Tiefe zu geben und der Autorin die Möglichkeit, ihre Provokationen unter die geschockte Bevölkerung zu bringen. (Wie sich das auf die Verkaufszahlen auswirkt, wissen wir von ähnlichen Machwerken.) Wer’s braucht…

  29. Ulrike Bussmann schrieb am 16. April 2008 um 19:08 Uhr

    Es war wohl dieser verheißungsvolle Titel Feuchtgebiete gedruckt auf einem farblich ansprechenden Buchcover, gepaart mit dem Namen der Autorin Charlotte Roche, die mich im hochgeschlossenen Kleidchen vielsagend von der Rückseite ihres Buch anblickt und der positiven Rezension des Roger Wilhelmsen, die mich wahrscheinlich in die Erwartungshaltung versetzt haben, beim Lesen auf einen spektakulären und im besten Fall meinen Horizont erweiternden Inhalt zu stoßen. Zugetraut habe ich das Charlotte Roche schon, wie sie wissbegierig, intelligent und sympathisch über den Bildschirm flatterte. Dazu in der Spiegel Bestseller-Liste ganz vorne, also kann es doch nur richtig gut sein!? Da passt alles zusammen – Gekauft! Wenn ich ein Buch dieses Umfangs lese, geschieht es meistens ziemlich schnell innerhalb von ein bis zwei Tagen. Für dieses Buch aber brauchte ich fünf anstrengende Tage, die auch mit Selbstüberwindung verbunden waren, um es wieder in die Hand zu nehmen und zu Ende zu lesen. Weniger aus dem schon häufig erwähnten Ekelgefühl heraus, sondern vielmehr aus unendlicher Langeweile. Mit jedem neuen Kapitel hoffte ich, jetzt aber, jetzt muss doch einfach was kommen, irgendetwas. Weit gefehlt! Mit jeder Seite ging ein Stück Lesemotivation verloren. Leider im Ganzen nur eine ziemlich schlecht erzählte Geschichte, die sich auf einen mehr oder weniger ramponierten weiblichen Anus und seinen Leidensweg fokussiert. Garniert wird das Ganze mit der Beschreibung von vielfältigen Körperflüssigkeiten, die von rektaler, vaginaler und anderweitiger Herkunft sind. Rauf und runter, immer wieder und immer flacher! Nichts Aufregendes, Neues oder Spannendes. Da drängt sich dann irgendwie so ein Gedanke auf: Könnte es sein, dass die Autorin mit ihrem Buch nur einen Test unternimmt? Schaffe ich es mit dem Produkt Sch relativ viel Geld zu verdienen? Falls ja, so hat sie den Testlauf auf jeden Fall bravourös bestanden. Als letztes Fazit denke ich, hervorragendes Marketing, 15,- Euro im wahrsten Sinne des Wortes im A und ein Roger Wilhelmsen, der für seine (kauf-) animierende Kritik an den Buchtantiemen beteiligt worden sein muss. ;-)

  30. Übelkeit schrieb am 17. April 2008 um 15:13 Uhr

    Manchmal wird einem einfach nur … schlecht

  31. Johanna Sibera schrieb am 18. April 2008 um 12:57 Uhr

    Ob Roger Willemsen – so schreibt er sich nämlich – an den Buchtantiemen beteiligt ist oder nicht, steht da gar nicht so sehr zur Debatte; er scheint vor allem Humor zu haben, der vielen der von mir sehr geschätzten Diskutanten wohl völlig abgeht! Einige mehr oder weniger sinnfreie Unappetitlichkeiten aus dem Nähkästchen der internen Medizin und schon ist ein Bestseller geboren. Wird aber Frau Roche so bald keiner nachmachen können!

  32. Ulrike Bussmann schrieb am 23. April 2008 um 19:21 Uhr

    Besonderen Dank an Frau Sibera für die Korretur ;-)

  33. Ulrike Bussmann schrieb am 23. April 2008 um 19:33 Uhr

    Besonderen Dank an Frau Sibera für die Korrektur ;-) ;-)

  34. Johanna Sibera schrieb am 24. April 2008 um 13:24 Uhr

    Na, alles bestens, man hat sich gleich mal vertippt, wenn man seine Kommentare hämmert! Aber abgesehen davon wäre ich echt gespannt, ob Charlotte Roche in der absehbaren Zeit von, sagen wir einmal, zwei oder drei Jahren diesen Schreiberfolg wiederholen kann. Es ist jetzt recht viele Jahre her, manche von Euch waren wohl kaum auf der Welt, da gab es zwei Sensationsromane, von und für Frauen – “Wie kommt das Salz ins Meer” und “Beim nächsten Mann wird alles anders”. Beide Autorinnen konnten meines Wissens nach nie an diese Bombenerfolge anknüpfen, ebenso wenig wie Benoite Groult an “Salz auf unserer Haut”. Andererseits: e i n Superbestseller ist ja eigentlich ohnehin genug!

  35. robert schrieb am 1. Juni 2008 um 09:59 Uhr

    hallo ich bin 21 jahre alt und wollte einfach mal ein heißes buch lesen. bisher habe ich mir das nicht getraut – aber weils auf platz 1 der besten war und einen sehr interessanten titel hatte, war es mir nicht so peinlich. schon nach wenigen seiten habe ich erfahren was das pflasterchen auf dem cover soll :-) – sehr nett gemacht. nach den wenigen seiten wusste ich auch warum mich die verkäuferin so komisch angeguckt hat – lol. also was in dem buch abgeht ist allererste sahne – wie offen und selbstverständlich die da über alles redet ist schon schön, auch wenn ich mich bei manchen szenen fast übergeben hätte ( 1. frisst popel – 2. frisst mitesser und 3. sammelt mit ihrer muschi bakterien auf einem klo ). also die grenze zwischen kotzen und lachen war beim 3ten pkt wirklich nicht weit weg. insgesamt muss ich sagen das ich mir noch mehr heiße szenen gewünscht hätte und nur selten einen steifen bekommen habe. meine lieblingsszene war die wo sie robin erklärt was sie macht wenn sie ein date hat und ihm zeigen will, dass sie sex haben will – sie schneidet nämlich vor dem date ein lach in ihrem slip und der jenige der dann da rangeht weiß bescheid – loooooool ( ein sehr guter tipp für alle frauen :-) )

  36. clairchen schrieb am 14. Juni 2008 um 18:53 Uhr

    stopp dafür keine löcher in die guten h&m slips schnibbeln, die gibts schon fertig zu kaufen und heißen modell > ouvert < und ernsthaft das buch ist nur trash!

  37. Nicole schrieb am 18. Juni 2008 um 12:37 Uhr

    ich als 27 jährige Frau, die gerne über Sex spricht, diesen relativ tabulos pfelgt und diverse Literatur sowie Filmmaterial gelesen + gesehen hat, kann dieses Buch (das mir geschenkt wurde) nur als absolut wiederwärtig beschreiben. Als gute Literatur kann man soetwas nicht bezeichnen. Schon gar nicht als lesenswert für Jugendliche.
    Den Verlag kann man nur fragen ob es so schlecht um ihn steht das so etwas verlegt wurde…

  38. anna schrieb am 18. Juni 2008 um 21:03 Uhr

    noch ekelhafter, dafür aber bei weitem nicht so dilettantisch, allerdings nicht zuende-lesbar, ist wohl der gute marquis und seine 120 tage in sodom.
    das sprengt dann den rahmen des guten geschmacks – ist aber auch nicht bestseller.
    naja. im endeffekt: ich weiss jetzt schon nicht mehr, was drin stand und werds bei ebay verkaufen.

  39. Roland Wolf schrieb am 18. Juni 2008 um 23:06 Uhr

    Dieses Buch hat so viele Schwachstellen, dass man sein Erscheinen wirklich nur auf den Promibonus reduzieren kann. Hier nur ein Beispiel von vielen sehr schlecht recherchierten Stellen sei angeführt “…Am liebsten an Raststätten, wo es für Männer und Frauen nur eine Toilette gibt…” Diese Raststätten soll die Autorin mir einmal zeigen.

  40. Michaela schrieb am 19. Juni 2008 um 15:34 Uhr

    Oh man, warum regt ihr euch so auf?
    Muss man denn alles wörtlich nehmen?
    Muss man alles nach machen?
    NEIN!

    Aber das Buch hat zum Nachdenken angeregt. Über seine eigene Sexualität und sein Körpersekret und den Umgang damit, über die Art, wie man in dieser Hinsicht erzogen wurde sowie die Tabuisierung in der Gesellschaft. Und das find ich gut.

    Ich glaube nicht, dass die Autorin sagen wollte, dass wir jetzt alle die Toilettenbrille mit unserer Vagina abwischen sollen. Es geht mehr darum sich Gedanken zu machen, inwieweit man es mit Hygine auch übertreiben kann.

    Ich muss sagen, dass ich sehr hygienisch bin und mich hat dieses Buch zum Nachdenken über meine Hygiene und Einstellung zur Sexualität und dem Umgang mit Körperflüssigkeit angeregt.
    Manche Szenen fand ich schon ekelig, vieles aber auch lustig und ich war die ganze Zeit neugierig, wie es weiter ging.
    Sexuall anregend fand ich es im großen und ganzen nicht.

    Nein, ich werde jetzt nicht mein Erbrochens wieder zu mir nehmen und so dies und das andere auch nicht umsetzen. Aber vielleicht werd ich bei der nächsten Magen-Darm-Grippe nen kleines Schmunzeln haben und mich nicht so sehr vor meinem Erbochenen ekeln.

    Ich finde es komisch, wenn Menschen ein Buch beurteilen, wovon sie nur einen kleinen Ausschnitt gelesen haben. Ich hoffe, dass meine Profs das nicht tun werden, wenn ich meine Bachelorarbeit abgebe. – Das find ich wenig professionell. – Klar, niemand muss das Buch lesen und kann es auch gerne nach 3 Seiten weg legen, wenn er es nicht weiter lesen will. Aber man sollte nicht nen komplettes Urteil über eine Sache fällen, die man nur zu 2% kennt, oder?

    Und das es sich bei dem Buch nicht um eine wissenschaftlich fundierte Fachliteratur handelt, war an der Aufmachung des Buches sowie am Klappentext zu erkennen. – Warum also im Nachhinein drüber beschweren?

    Ich gehöre nicht zu den Menschen, die vorwiegend Frauenromane lesen. Ich lese oft Bücher mit Tiefsinn und kann auch Fachbüchern was abgewinnen. Doch auch dieses Buch hat mir gefallen und das sag ich auch ganz offen.

    Am besten hat mir die (sich ab und zu wiederholende) Aussage “lieber nicht vorhanden Gott” gefallen.
    (Naja, Gläubigen wird das wohl negativ aufgestoßen sein.)
    Solche Aussagen zeigen meiner Meinung nach, das das Buch schon Tiefgang hat, aber das man diesen Tiefgang auch mit einer gewissen Leichtigkeit ausdrücken kann.
    Mit dem Tiefgang meine ich die Tatsache, dass es symbolisieren soll, dass Helen sich mit diesem Thema schon mal auseinander gesetzt, sich ihre Meinung gebildet hat und auch dazu steht.

    Genauso sehe ich das mit dem Thema des Suizidversuches der Mutter. Helen geht das nämlich sehr nahe und es beschäftigt sie – verständlicherweise – auch noch Jahre danach. Die Endszene im Krankenhaus verdeutlicht ja auch, dass sie für sich versucht das Ganze zu verarbeiten.

    Wenn man möchte, dann hat dieses Buch sehr viel Tiefgang.
    Wenn man alleine an ein paar evtl. ekeligen Szenen gedanklich kleben bleibt und nicht überlegt, was und dadurch verdeutlicht werden soll, dann kommt man leider nicht weiter und wir diese Buch wohl ablehnen.

    Ich möchte zum Schluss noch betonen, dass das alles einfach nur meine Meinung ist und dass ich niemanden damit angreifen oder zu nahe treten möchte.

  41. meike schrut schrieb am 25. Juni 2008 um 10:13 Uhr

    “Feuchtgebiete”, da lasse ich mal meine ganz persönliche Phantase kreisen und denke an tolle Naturgegenden wie unberührter Urwald, wo höchstens ein einsames Völkchen glücklich lebt, weil es nicht genervt wird von Touristen usw. Geht es aber um das Beschriebene, dreht sich mir der Magen um. Habe das mal probeweise für mich allein geschrieben, es keinem zu lesen gegeben, so sehr habe ich mich geschämt vor mir selbst. Da wird Geld gemacht mit einer sicher schönen Gegend, reichen die Gedanken nicht, muß man irgendwie alles erörtern?! Klatsch und Tratsch im TV genügt öfters schon, daran gewöhnt man sich wohl. Aber ich muß dieses “Werk” weder lesen – ausgeliehen – noch kaufen, da schreibe ich lieber selbst – und es wird 100%ig gelesen, bewertet und kommentiert! Ekel schon in der Kritik drinngewesen, muß mir also nicht zusätzlich was hochkommen, wenn ich Zeit verschwende, um so etwas zu lesen. Ist mir auch egal, ob die “Feuchtgebiete” beider Geschlechter erörter würden oder nur wieder der Frau. Frauen werden auch im TV nackt vorgeführt, nun also auch in der Literatur, was soll das? Dann hat die Autorin keinerlei Schamgefühl mehr, keine Achtung vor sich selbst als Frau..

  42. meike schrut schrieb am 25. Juni 2008 um 10:16 Uhr

    Autorin Nr.27 – Gedicht – sie sollte weitermachen, Witziges, was keinem echt weh tut, das sollte mal mehr in Gedichten auf den Markt kommen, weiter so!

  43. S0NNABEND schrieb am 25. Juni 2008 um 11:03 Uhr

    Ekel, oder Nichtekel … dieses Buch zeichnet weniger ein Psychogramm der Protagonistin als das seiner Leser, denn Abgründigeres finden wir allemal bei z.B. de Sade und obszöner- und vulgäreres jeden Morgen beim Bäcker in Form der “BILD”-Zeitung …

  44. claudia schrieb am 2. Juli 2008 um 08:11 Uhr

    die beschriebene Figur Helen/valerie hat in ihrer Kindheit ein sehr belstendes Ereigniss erlebt,infolgedessen leidet sie an einer hochgradigen emmotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderlinetypus
    Flashbacks selbstverletzendes verhalten u.s.w.Die Ausdrucksweise einiger Passagen ist nicht das Problem.sondern das Alter dieser Figur,die Jugend von heute lernt doch so wie man was und wo einsetzen kann,um aufmerksamkeit und seine Dinge durchzusetzen kann.Ich hätte der Romanfigur etwa ein Alter von Ende 20 gegeben.IM Nachsatz hätte stehen müsse,das Robin sie zu einer therapeutischeneinrichtung brigt

  45. JessiG. schrieb am 7. Juli 2008 um 20:31 Uhr

    Ich kann kaum glauben, was man hier teilweise liest…Charlotte Roche würde es niemals wagen, das Bild der Frau nieder zu machen. Ihr Vorbild war einst Alice Schwarzer (bis diese Werbung für BILD gemacht hat). Hier kommt mal eine Frau, die sagt was sie denkt und schon heißt es, alles sei eklig was in ihrem Buch geschrieben steht. ich finde, dass es sehr mutig ist, auch über unangenehme Themen zu schreiben. Ich dachte auch, dass die Frauen emanzipiert genug sind, um das zu verkraften. Frauen, die das Buch zu schamhaft finden, erzählen in der Öffentlichkeit auch, dass sie nicht mastubieren (ganz ehrlich, glaubt eh keiner!!!) und halten Sex and the City für ein Spätabendprogramm.Und was die Bekanntheit angeht, von Charlotte Roche, kann ich nur eines sagen: Ihr Buch wurde von einem anderen Verlag abgelehnt, Promi hin oder her…
    Hoffe, dass Frauen, die sich schämen das Buch zu lesen langsam aus ihrem Häkelstuhl aufstehen, die Badekappe unter der Dusche abnehmen und dazu stehen Frau zu sein, auch wenn man nicht immer fraulich sein muss….

  46. meike schrut schrieb am 9. Juli 2008 um 16:23 Uhr

    Literatur “muß” “Feuchtgebiete” schon deshalb sein, weil es in gedruckter Form verkauft wird. Heutzutage darf sich jeder im Internet als Autor oder eben “Autor” (also nicht ausgebildeter!) betätigen, aber ob er/sie davon leben kann ist die andere Frage. Scherz von mir an meinen Freund: “Soll noch verdorbener sein als du..” Und schon findet das Buch per Mundpropaganda Aufmerksamkeit und neue Leser, ich nenne es mal “Feuchttraumzone”, wenn ich in der Art was schreiben sollte, klingt irgendwie edler, oder?!

  47. arbiter schrieb am 9. Juli 2008 um 16:27 Uhr

    Na ja, wer heute Tante Alice bemüht, um IN zu sein, übersieht, die Tante ist schon länger out. Für einen Psychoanalytiker mag die Protagonistin der Roman titulierten Handlung eine Fundgrube sein. Psychoschocker gibt es nicht erst seit “Das Schweigen der Lämmer”. Neu ist die Verbindung pubertäre Schnoddrigkeit, die sich in Enttabuisierung der Sprache erschöpft, mit einem gewissen Promibonus auch nicht. Allenfalls neu ist die Anhäufung im Text.. Das so angesammelte Konglomerat? In Wörtern und im Sinne des Wortes gesammelter/gestammelter Dreck. Nun bilde ich mir nicht ein, in unserer humanitätsbesoffenen Tierernährungswelt gehe es klinisch rein zu. Wenn aber schon offene Sprache, warum darf man dann Dreck nicht mehr Dreck nennen. Wer braucht, wer empfiehlt Dreck zum Gebrauch/Lesen? Literatur geht anders!

  48. anna schrieb am 9. Juli 2008 um 19:14 Uhr

    an Claudia:
    dein Psychologie Grundkurs in allen Ehren; aber die Oberflächligkeit mit der Helen gezeichnet ist, lässt keine tiefgründigen Interpretationen zu. Grob fahrlässig finde ich deine Orthographie. In einem “Literatur”Cafe einfach unangemessen.

    an Meike Schrut:
    Willst du vielleicht noch eine Website angeben, damit wir alle in den “Genuß” deiner Texte kommen? Danke, erspare mir da weiter zu lesen, wo deine Kommentare aufhören.

    an JessiG
    genau. raus mit den Oma-Allüren und zack den Slip ouvert an. (Helen hilft mit ner Schere nach… jaja)

    an Arbiter:
    ohne Polemik: Was ist deiner Meinung nach ein Kriterium für Literatur? Ausgrenzen ist leichter als die Dinge konkret zu benennen… Würde mich persönlich interessieren, wenn du Lust & Zeit hast.

  49. meike schrut schrieb am 10. Juli 2008 um 09:35 Uhr

    Vorurteile, Vorurteile, Vorurteile, ist doch irgendwie “nett”, daß man “Genuß” schreibt, lasse mir das Schreiben und Lesen auch von A. nicht vermiesen, nehme an, DU bist einer von den Profitextern, die in einem abgeschiedenen exclusiven “Raum” im Internet vor sich hin texten. Hast nix von mir gelesen und beleidigst? Pfui und noch einmal Pfui! Soll doch Meinungsfreiheit hier sein oder habe ich mich da geirrt?!

  50. arbiter schrieb am 10. Juli 2008 um 10:20 Uhr

    @ anna:
    Einen lexikalischen Grundkurs oder ein Seminar über `Literatur´ kann und will ich hier nicht liefern, auch nicht über `literarische Werung´ und ihre Kriterien. Da gibts in diesem Blog MALTE, der kompetenter ist als ich. Das schließt persönliche Meinung nicht aus. Also ein `kurzer´ Versuch, der schon wegen der Kürze relativ und höchst unvollständig bleibt:
    `Literatur´ist das Fachwort für im weitesten Sinne “Gelehrsamkeit”, unterscheidet sich nach Nation, Region, Sprache in Gattungen, die sich aus historischen Prozessen der Kultur- und Literaturgeschichte entwickeln. Sie übernimmt damit die Rolle der Debatte und des Bildungsgegenstandes mit ihrem Kanon künstlerischer Qualität und der Interpretation ihrer Fiktion. Literatur überführt das Autorenoeuvre, Gattung, Bewegung, Epochen in gedanklich, logisch und emotional nachvollziehbare poetologische und ästhetische Konzepte mit den Stilmitteln der Sprache und der Schrift in einen zusammenhängenden, schriftlich niedergelegten Text. Dabei über- und unternimmt Literatur Wertungen aller möglichen wahrnehmbaren Sachverhalte und Phänomene ethischer, politischer und sozialer Natur innerhalb ihrer selbst und innerhalb des Kosmos. Für ein in sich geschlossenes Werk bedingt dies begründete Umsetzung des vorrationalen Initiationsprozesses in sprachliche und argumentative Perspektive für Handlungen und Personen unabhängig von Wertungskonzepten kultureller und/oder eingeschränkter und situationsabhängiger Gültigkeit. Der “Wert” Literaratur selbst definiert sich für die -subjektive!- Beurteilung eines Textes im abstrakten Sinne an Begrifflichkeiten wie >GutesIdealesMaßstab<. Insgesamt fügen sich hier subjekt- und objektbezogene Argumente zu einer normativen Wertungseinheit. `Tabubruch´ und `Prominenz´ zählen nicht zu den literarischen Wertungskriterien, sondern sind Aufmerksamkeitseffekte eher negativer Qualität.
    Bei auch nur teilweiser Annahme/Übernahme der vorstehenden Aspekte erfüllt Charlotte Roches Werk nicht annähernd den an Literatur zu stellenden Anspruch, weder inhaltlich noch formal oder verbal. Dem ein oben nicht aufgezähltes Kriterium hinzugerechnet, nämlich `Wahrhaftigkeit´, bleibt das Konstrukt um die Protagonistin in der Oberfäche der Unwahrscheinlichkeit verhaftet, unwahrscheinlich. Die Figur findet weder zu psychologisch begründeter, noch zu persönlich motivierter Struktur. Ihre gewollte Fiktion zur Aneinanderreihung von Tabubrüchen generiert Aufmerksamkeit für die Autorin, nicht für ihr Werk.
    Wäre ich Kritiker oder Rezensent, gar einer vom Format RR oder EH, würde ich Roches Arbeit unter “Machwerk” einreihen wollen, durchaus im Sinne von `gemacht´. Im Grunde ist all das Vorstehende also ohnehin zu viel an Aufmerksamkeit für ein Machwerk.

  51. meike schrut schrieb am 10. Juli 2008 um 11:07 Uhr

    ach anna:habe genügend webseiten gesehen, wenn ich da meinen senf dazugebe, genügt mir das vollkommen, sei gewiß: meine übrigen zeilen werden mehr gelesen als deine..
    arbiter: liest sich sehr interessant, echt professionell!

  52. meike schrut schrieb am 10. Juli 2008 um 11:11 Uhr

    anne möchte meine zeilen nicht unter meinem originalnamen suchen..

  53. arbiter schrieb am 10. Juli 2008 um 11:12 Uhr

    @ meike schrut: Schön verlinkt nach nirgendwo ist auch nur `n schwarzes Loch! Verurteilen, verurteilen, verurteilen ist auch nur Vorurteil, das nicht mit demjenigen anderer übereinstimmt. Wo sind sie denn, Deine beispielgebenden Texte? Post im Block und Schreiben verhalten sich zueinander ungefähr so, wie Waschen und Bügeln. Plattmachen und Meinungsfreiheit reklamieren? Pfui!

  54. arbiter schrieb am 10. Juli 2008 um 11:58 Uhr

    meike schrut: Professionell? Nee!!! Nur verschwurbelt, um meine Auffassung von `Literatur´so umständlich, wie gerade noch zulässig, rüberzunringen. Aus diesem meinem Blickwinkel ein Buch in die Hand nehmen, genau genommen ist das auch nur Verfolgung mühsam erworbenen Vorurteils. Auch wenn einige Zeitgenossen solche Vor-Urteil mit mir teilen, richtig muß es deswegen ja nicht sein. Aber Meinung darf jeder kund tun, heißt es.

  55. m.tuffi schrieb am 10. Juli 2008 um 12:21 Uhr

    warum muß meike schrut diese “beispielgebenden Texte” jedem auf die nase binden? wer möchte das? Selber dichten macht doch auch Spaß..

  56. Frank Höffler schrieb am 10. Juli 2008 um 21:02 Uhr

    Hat einer überhaupt das Buch BIS ZUM ENDE GELESEN UND VERSTANDEN??
    Dann würden nicht solch viele blödsinnigen Kommentare hier stehen.
    Die derbe Sprache ist Mittel zum Zweck und sehr passend! In unserer Ach-so-liberalen Maulkorb-Gesellschaft ist dieses Werk eine sehr positive Erscheinung. Ein sehr gutes Buch mit einem tollen ENDE!
    Man muss es nur verstehen! Ist eben kein Bildzeitung-Niveau!

  57. n´abend schrieb am 11. Juli 2008 um 00:44 Uhr

    woher kommt denn diese unterschwellige aggression hier? dann geht euch doch lieber mal ordentlich beim sport austoben oder sonstwo. wir haben meinungsfreiheit, aber das sollte nicht bedeuten, dass hier zielgerichtete abwertungen auf bestimmte personen oder personengruppen abgelassen werden. sofern “arbit” hier einen auszug aus seinem lexikon zum begriff literatur einschreibt, ist es sein persönliches bedürfnis und auch ok. allerdings möchte ich zu den kommentaren von “anna” etwas sagen, die sich ja bereits, wenn ich nicht irre, zu beginn dieses dikussionsforums eingebracht hat. vllt. gibt es einen schlichten grund (legasthenie) für die fehlerhafte orthographie einer anderen mitstreiterin und dennoch kann sie genau wie jeder andere ihre gedankengänge hier publizieren. Auch scheinst du mit deinen angegebenen 22 jahren offengründig genau über die sexualität der frauen jenseits der 40 bescheid zu wissen. kommt das von mutti oder von omi? schon erstaunlich dieses schubladendenken . ich bekomme dabei fast den eindruck, du hast angst vor deinem eigenen älterwerden; denn sicherlich wirst du in deinem alter auch schon bemerkt haben,dass da eine/zwei jüngere generation(en) nach dir unterwegs ist/sind. ja so ist der lauf der dinge. besser du übst dich in toleranz mit weitblick, schon alleine in deinem eigenen interesse. bereits ab den geburtenjahrgängen der 50er jahre entwickeln frauen mehr selbstbewusstsein als in vorangegangenen zeiten. inbesondere ab den jährgängen der 60er jahre kommt das deutlich zum tragen, d. h. die kinder der 68-er generation, die heute um die 40 sind. diese frauen leben, falls sie sich nicht zu stark ihrem mann angepasst haben, die ja nun leider frühzeitiger in ihrer aktiven sexualität (biologisch begründet) abbauen, ein durchaus erfülltes leben und das in jeder hinsicht. meistens sind es da aber leider auch häufiger die besser gebildeten, die sich mehr und mehr verwirklichen. aber bildung ist glücklichereise bereits seit längerem jedem zugänglich, wenn er es denn nutzen möchte. das eigentliche objekt dieses forums “feuchtgebiete” habe ich gelesen und auch zu ende gelesen. es ist einfach schlecht vom stil und inhalt und damit meine ich nicht die “derbe” wortwahl. muschi, pfotze, schwanz oder ficken sind doch längst gängige gebrauchswörter, die niemandem mehr die röte ins gesicht schießen lassen sollte. die masturbation mit dem duschkopf ist ein wahnsinnsgefühl für jede frau (kann auch mal kurzfristig einen partner ersetzen), aber ich bin überzeugt, dass das jede frau bereits in sehr sehr jungen jahren selbst herausfindet und dann bestimmt auch ordentlich praktiziert. ansatzweise interessant finde ich allerdings den bordellbesuch zum lesbischen sex mit einer nutte. diese passage hätte ich jedoch lieber als heterosexuellen akt mit einem käuflichen mann gelesen. sowieso finde ich, dass bordelle mit käuflichem männern zum unkomplizierten schnellen oder mittelschnellen sex eine absolute notwendigkeit für frauen darstellen und längst überfällig sind. eine richtige marktlücke, an die sich bislang jedoch noch niemand aktiv herangetraut hat. frau roche könnte, statt des angekündigten pornodrehs, mit dem bucherlös über eine solche investition nachdenken, hat sie sicherlich auch schon.

  58. arbiter schrieb am 11. Juli 2008 um 01:24 Uhr

    Nun gut, jedem seinen eigenen PISA-Test, damit es schief geht! Die derbe Sprache ist also Mittel zum Zweck? Zu welchem bitte? Und dann ist die Sprache auch noch sehr passend, wird behauptet. Passend wozu? Irgendwer hat hier gepostet, der Umgang der Leser mit dem Buch sei sehr aufschlußreich hinsichtlich Leserschaft und Gesellschaft. Am aufschlußreichsten zeigt es allerdings sowohl hinsichtlich Plot, Inhalt und Sprache die Autorin. Natürlich ist es toll, daß das Buch ein Ende hat. Das haben Bücher so an sich. Hier wäre vielleicht nach Absatz 1 auch schon ein tolles Ende zu haben gewesen. Zugegeben, es ist nicht einfach, das Vier-Buchstaben-Niveau zu unterbieten. Aber muß das gleich so perfekt gelingen?

  59. anna schrieb am 11. Juli 2008 um 09:59 Uhr

    @arbiter: danke für den “kurzen Versuch”. Ich finde ihn dennoch der Kürze gelungen.

    @n`abend: ich schlafe mit Frauen über 40.

    es gibt Unterschiede – da magst du mehr als Recht haben. In diversen
    Sexclubs sind so i so eher ältere Semester vertreten. Dennoch gibt es einen Anteil X von Frauen ü 40 deren Sexualität zu wünschen übrig lässt. Vermutlich ist das allerdings eine Temperaments – und / oder Entscheidungssache. Und trotzdem gibt es min. 25-30 Prozent die alles ablehnen, was mit sexuellen Handlungen über das jährliche Beine spreizen, weil er sonst unzufrieden ist, hinaus ginge.

    der Gedanke der Bordelle mit käuflichen Männern ist interessant…

  60. Redaktion schrieb am 11. Juli 2008 um 11:38 Uhr

    Liebe Leute, da die Kommentare im Ton rauer werden und sich diese thematisch immer mehr vom Buch wegbewegen, schließen wir die Kommentare an dieser Stelle. Es gibt für diese Themen andere Orte im Web.

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