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In
letzter Minute
von Gundula Lendt
Die Kerzen auf
dem Esstisch flackerten, zauberten unruhige Schatten in den Raum. Lara stand an
der Terrassentür, schaute den Schneeflocken zu, die seit heute Mittag die Landschaft
verzauberten. Neben ihr stand Chris, seine braunen sanften Augen schauten sie
erwartungsvoll an. Lara senkte langsam ihren Kopf, hob ihn wieder und bewegte
sich anmutig auf ihn zu. Als ihr Körper ihn streifte, sog er ihren Duft tief ein.
Noch stand ihm Marcel im Weg und er ahnte, dass dies kein leichtes Spiel werden
würde. Marcel sah verdammt gut aus, er war größer als er, schlank, dabei auf ästhetische
Art und Weise muskulös, und sein Blick verriet äußerste Wachsamkeit.
Bevor Lara den Raum verließ, schaute sie Chris und
Marcel herausfordernd an. Chris taumelte ihr in den Flur hinterher - er hatte
nur noch Augen für ihre sanft geschwungenen Hüften, die langen Beine mit ihren
schlanken Fesseln. Er zoomte diesen Anblick zu sich heran - ihre Schenkel in Großaufnahme
- »Ja, jetzt... na' komm, bleib schon stehen...!« Marcel tauchte auf, drängte
sich zwischen die beiden. Er atmete schnell und keuchte dabei, er schubste Chris,
sodass dieser mit dem Rücken auf den Teppich fiel. Marcel stolperte, knallte mit
dem Kopf gegen die Garderobe und heulte kurz auf. Lara flüchtete in das Speisezimmer
zurück, Chris hinterher und auch Marcel tauchte etwas lädiert mit einer kleinen
Schramme an der Stirn wieder auf.
Marcel wusste nicht, wie er sich verhalten sollte
- vorhin im Flur hatte sie ihn mit ihren blauen Augen verzehrend angeschaut, als
er sich zwischen Chris und sie drängte. Für einen Moment hatte er ihre rechte
Hüfte an seinem linken Oberschenkel gespürt, da war ihm heiß geworden. Ihre Energie:
Wie ein Stromschlag war sie durch seinen Körper gezuckt. - Für Lara würde er alles
wagen! Ihm war nur nicht so recht klar, wen sie wollte, wollte sie überhaupt?
- spielte sie nur mit ihm? Wollte sie, dass er Chris...? - War es möglich, dass...
sie beide...?
Er schaute zu Chris hinüber, Chris wirkte wie gehetzt,
er tippelte unruhig hin und her, seine Augen waren mal auf Marcel, dann wieder
auf Lara gerichtet, die zur Terrassentür hinaus schaute. Welch ein wundervoller
Körper! Und wie sie mit ihrem Hintern wackeln konnte...!
Das Geräusch an der Wohnungstür ließ ihn aufhorchen.
Schnell spurtete er in den Flur. Die Tür öffnete sich. Mit lautem Gebell begrüßte
er sein Herrchen und schleckte mit seiner feuchten Zunge ein paar mal über sein
Gesicht. »Ja, ist ja gut Marcel, wo ist denn deine Freundin? - Und wo ist Chris?
...Chris? .... Chrissy!!!«
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