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Beitrag vom 8. September 2004 | Rubrik: Notizen

Sterne am Himmel und Stars im Fernsehen

Wir schätzen die Beiträge von SPIEGEL-Autor Thomas Tuma sehr, die sich häufig mit der Wirklichkeit der Medien beschäftigen. Anlässlich eines Fernsehfilms mit der unlängst verstorbenen Jennifer Nitsch zeichnet Tuma ihre Darstellung in den Medien nach. Tote bieten im Medien-Monopoly einen entscheidenden Vorteil: Sie fordern keine Gegendarstellungen mehr.

Dies sei zum Anlass genommen, an dieser Stelle nochmals auf den hervorragenden Roman “Tödlicher Chat” hinzuweisen, den Tuma seinerzeit als Online-Projekt startete. Sehr glaubhaft wird darin von einem Mörder berichtet, der seine Opfer im Chat kennenlernt. Besonders realistisch ist dabei auch die Berichterstattung der Medien über Morde und Mörder dargestellt.

Tuma, Thomas: Tödlicher Chat. Roman. rororo Taschenbücher Nr. 23344. 2002. 328 Seiten. ISBN 3-499-23344-4. 8,90 EUR

Beitrag vom 8. September 2004 | Rubrik: Notizen

Oli liest voll gut bei McDonald’s vor

Es wird Wasser gereicht, auch Gummibärchen in Tüten, aber ganz kleine, wo nur ganz bißchen Zucker reinpaßt, und lesen kann man letztlich auch ohne Zähne, das ist ja das Gute am Lesen. Oli Bierhoff ist auch schon wieder da, macht Fußball, Vorlesungen, Lesungen, als nächstes steht wohl die Wickert-Nachfolge an. Er kümmert sich als erstes ein bißchen um die Kinder, sagt eine Stimme aus den Lautsprechern, das ist auch super wichtig. Die FAZ übers Lesen in der Fleischklopsbraterei.

Beitrag vom 8. September 2004 | Rubrik: Notizen

Besprochene Bücher der nächsten Lesen!-Sendung

Am 14. September 2004 um 22:15 Uhr sendet das ZDF eine neue Folge der Sendung Lesen! mit Elke Heidenreich. Gast ist diesmal Roger Willemsen.
Folgende Bücher werden besprochen:

John von Düffel
Houwelandt
DuMont Verlag
314 Seiten
19,90 Euro
ISBN 3-832-7882-1

Markus Werner
Am Hang
S. Fischer Verlag
192 Seiten
17,90 Euro
ISBN 3-10-091066-4

Knut Hamsun
Mysterien
Aus dem Schwedischen von Siegfried Weibel
Deutscher Taschenbuch Verlag
360 Seiten
11,50 Euro
ISBN 3-423-11157-7

Per Olov Enquist
Hamsun
Aus dem Schwedischen von Alken Bruns
Edition Akzente – Hanser Verlag
224 Seiten
18,40 Euro
ISBN 3-446-20541-1

Terézia Mora
Alle Tage
Luchterhand Literaturverlag
429 Seiten
22,50 Euro
ISBN 3-360-87185-2

Europa erlesen – EU Ost-Erweiterung
Sonderausgabe
Wieser Verlag, Klagenfurt
50 Euro
ISBN 3-85129-4750

Eduard Mörike
Gelassen stieg die Nacht ans Land
Herausgeber: Helmut Koopmann
Artemis und Winkler Verlag
592 Seiten
24,90 Euro
ISBN 3-538-06979-4

Eduard Mörike
Werke in einem Band
Hanser Verlag
1056 Seiten
19,90 Euro
ISBN 3-446-12436-5

Arno Schmidt
Nachrichten von Büchern und Menschen
Elf originale Radio-Essays

Aufnahmen d. Süddeutschen Rundfunks – 1955-1961
Cpo-ton/SWR
12 CDs, circa 750 Minuten
49,50 Euro
ISBN 3-935840-02-0

Beitrag vom 6. September 2004 | Rubrik: Notizen

Aus unserem Gästebuch

Werbung und anderer Müll kommt normalerweise nicht in unser Gästebuch. Den folgenden Eintrag fanden wir aber so schön, dass wir ihn unseren Gästen nicht vorenthalten wollen und er nun hier seinen Platz findet:

frage: hat JAHWE SHIVA erschaffen?
warum hypen SIE dekadente pseudoliteraten(ich kenne SIE gar nicht muss das aber neurotisch wie ich bin schreiben weil das hier eine polemik ist) die noch nie im knast waren auch keine 10 jahre, auch kein lebenslänglich, ausgerechnet giger?
sie mästen das goldene styroporkalb mit dem fäkalgoldspray.SIE (literaturcafe und ihre vorstandskollegen aus dem bundestag von der franfurter buchmesse in der verlagshauptstadt lynchen mit den 22.0101010010 wichtigsten verlagen) schwer enttäuscht und auch IHRE stumpfe art die raubfische zu decken geld in der schwyz zu waschen der langsame schweizer blitz trifft ihren goldanus in zeitlupe. da hat IHM aber jemand geholfen.
angesichts der 500000000 fangprämie(knast lebenslänglich) für my doomvirus(“mein verhängnis”,abgehängt,sie kennen ja den kunstmarkt) und den 3ppm in der autoindustrie, sie wissen welchen leidensdruck die auf dem organmarkt mit ihrem adrenalinhandel erzeugen, elftes gebot,laß dich erwischen mit deiner verwischten sahnespülung aus dem großhandel.
nanotechnik, biotechnologie bis euch der arsch verdampfend abfällt

Anonymer Gästebucheintrag vom 6. September 2004

Beitrag vom 6. September 2004 | Rubrik: Notizen

Pressefreiheit à la SPIEGEL Online

Nach dem Straßburger “Caroline”-Urteil vom 24. Juni ist eine Berichterstattung über Personen des öffentlichen Lebens künftig nur noch dann zulässig, wenn es um ihre offizielle Funktion geht. Schreibt heute der SPIEGEL Online. Und damit schreibt der SPIEGEL Online schlichtweg die Unwahrheit. Dies fällt wieder einmal besonders unangenehm auf, da man hier die Tatsachen im eigenen Interesse verdreht. Denn bei diesem Urteil ging es nicht um jedwede Berichterstattung, sondern gezielt um Paparazzifotos. Und es betrifft auch nicht alle Personen des öffentlichen Lebens, denn Ausnahmen bei Politikern sind ausdrücklich zugelassen. Noch schlimmer ist aber, dass der SPIEGEL noch am 02.09.2004 einen Artikel mit der Überschrift “Promis privat, Paparazzi desolat” online hatte, der sehr schön beschrieb, dass der Verlegeraufruhr reichlich scheinheilig ist und die Pressefreiheit hier in keinster Weise bedroht ist, sondern eher bestimmte Blätter der Yellowpress. Folgt man dem Link zum Artikel heute, so erscheint die Meldung “Dokument nicht gefunden”. Aber das läuft wohl unter Pressefreiheit.

Beitrag vom 3. September 2004 | Rubrik: Notizen

Zeitgemäßer Horror-Crash

Früher hatte man einen “schweren Unfall”. Heute hat man einen Horror-Crash – mit oder ohne Bindestrich. Oder beginnt der Horror-Crash erst ab 300 km/h?

Beitrag vom 2. September 2004 | Rubrik: Notizen

Buchmesse doch nach München?

Der SPIEGEL Online meldet, dass die Frankfurter Hotels zur Buchmesse nun doch absurd hohe Preise verlangen. Demnach hat das Muskelspiel der Buchmesse nichts genützt, die im letzten Jahr mit Abwanderung nach München gedroht hat, falls die Hotels weiterhin solch hohe Preise verlangen würden. Man gelobte Besserung, hält sich nun aber scheinbar nicht daran. Mit den Hotelbesitzern, die sich an ihre Zusagen nicht gehalten hätten, werde nach der Messe ein klärendes Gespräch geführt. Warum erst danach? Oder doch gleich nach München?

Beitrag vom 2. September 2004 | Rubrik: Notizen

Die Neutralität der Medien

Schon bei der Rückkehr zur kaiserlich verordneten Rechtschreibung von 1901 hat sich insbesondere der SPIEGEL nicht mit Ruhm bekleckert. Plötzlich wurde dem Leser sehr bewusst, dass man auch beim SPIEGEL konservativ verbohrt sein kann und in diesem Punkte keine Neutralität gelten lässt.
Nun wird eine neue Kampagne in eigener Sache geführt. Vorn dabei wieder mal Springer (BILD) und mit dabei wieder mal der SPIEGEL. Von Zensur der Medien ist plötzlich die Rede. Doch das eigentlich nur, weil eine Kammer des europäischen Gerichtshof es für nicht zulässig erklärt hat, dass heimlich aufgenommene Paparazzi-Fotos von Prinzessin Caroline veröffentlicht werden. Dies soll nur mit Zustimmung erfolgen oder wennn sie einen “Beitrag zur Debatte mit Allgemeininteresse” leisten. Und hierzu zählt sicherlich nicht der Tratsch und Klatsch beim Frisör.
Ausnahmen lässt das Gericht sehr bewusst für Politiker zu, denn hier besteht sehr wohl ein Interesse, wer mit wem private Geschäfte macht.
Zweifelsohne ist dieses Urteil eine Bedrohung des Boulevard-Journalismus, der u.a. von Paparazzi-Fotos und erfundenen Promi-Geschichten lebt. Peinlich, dass sich hierzu scheinbar auch der SPIEGEL zählt. Sehr lesenswert der Artikel von Hans Leyendecker in der Süddeutschen.
Uns erinnert die Diskussion und die sofortigen albernen Zensur-Rufe sehr an die übliche Foren-Aufregung, wenn dort ein Artikel aus gutem Grund gelöscht wird, weil er gegen die Regeln und guten Sitten verstößt.

Beitrag vom 31. August 2004 | Rubrik: Notizen

Ein Buch für Anne Frank

Alle im Alter zwischen 10 und 16 Jahren sind aufgerufen, an einem “Buch für Anne Frank” mitzuwirken. Veranstalter sind das Anne Frank Zentrums und das Deutsche Kinderhilfswerk. Thema ist wieder mal *gääähn* Zivilcourage. Da müssten doch viele noch Texte vom letzten Deutschaufsatz übrig haben. Und auch im Redaktionskeller liegen noch zwei DIN A4-Ordner mit den Beiträgen des Wettbewerbs re:spect der Aktion Mensch. Könnten wir eigentlich gleich unfrei ans Anne Frank Zentrum weiterschicken. Und die Tipps unseres Redaktionsleiters gibt es für alle Teilnehmer gratis als Zugabe. Und wehe wir lesen nochmal was über angepöbelte Ausländern in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf dem Schulhof! Das ist verboten!

Beitrag vom 31. August 2004 | Rubrik: Notizen

Hörbücher werden digital

Während in vielen Branchen die Gewinne zurückgehen, hat es zumindest die Musikindustrie geschafft, die Schuld hierfür nicht der Konjunkturlage, sondern ausnahmslos den Raubkopierern in die Schuhe zu schieben, um durch geschickte Lobby-Arbeit auch gleich noch das Urheberrecht zugunsten der Konzerne zu ändern. Dabei ist ein Zusammenhang zwischen den weniger verkauften CDs und der Zahl der verkauften Rohlinge nicht bewiesen.
Nicht zuletzt der aktuelle Hype um den Apple iPod zeigt aber, dass die Zukunft ohnehin in den digitalen Musikdateien liegt. CDs sind dann bestenfalls Träger von MP3-Dateien oder anderen kodierten Formaten. Welche Auswirkungen die Digitalisierung hat, zeigt die Fotobranche: die Kodak-Entwicklungslabore sind insolvent, und Agfa verkauft die Foto-Sparte ganz.
Natürlich hat die Digitalisierung auch Auswirkungen auf den Hörbuchmarkt. Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft wird man es als reichlich absurd empfinden, dass man ein Hörbuch übers Internet bestellen konnte, dann aber CDs im Audio-Format erhielt, anstatt gleich in der digitalen Version, die auch der MP3-Player oder iPod versteht, ohne dass man diese CDs konvertieren muss, was zwischenzeitlich obendrein bei kopiergeschützten CDs widerrechtlich ist, was man wiederum der Musikindustrie zu verdanken hat (sieh oben). Wie einfach wäre es da doch, die Dateien gleich im passenden Digitalformat übers Netz zu beziehen. audible.com bietet dies seit einiger Zeit. Nun berichtet heise.de, dass der Dienst auch bald in Deutschland starten wird.

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