Textkritik: Die unsichtbare Frau – Prosa
Eine Textkritik von Malte Bremer
Eine Textkritik von Malte Bremer
Ein Interview mit dem kaufmännischen Geschäftsführer des Suhrkamp Verlags, Philip Roeder, über eBooks, die illegale Verbreitung des neuen Walser-Romans und die Gegenmaßnahmen des Verlags.
Als Jörg Kantel in seinem Weblog »Der Schockwellenreiter« einen Link auf die illegale Kopie des neuen Walser-Romans »Tod eines Kritikers« legte, reagierte der Suhrkamp Verlag heftig. Kantel erhielt eine Abmahnung und sollte hierfür Anwaltskosten in Höhe von 1.200 Euro zahlen (wir berichteten). Einige Tage später verzichtete der Verlag auf seine Forderung. Wir sprachen mit dem kaufmännischen Geschäftsführer des Suhrkamp Verlags, Philip Roeder, über die Beweggründe und die Auswirkungen der Aktion. Zunächst jedoch wollten wir wissen, welche Chancen der Suhrkamp Verlag dem elektronischen Buch allgemein einräumt. Das Gespräch führte Wolfgang Tischer.
Eine Textkritik von Malte Bremer
Suhrkamp wollte 1.200 Euro Abmahnkosten wegen eines Links auf eine eBook-Datei kassieren, die der Verlag zuvor selbst in Umlauf gebracht hat. Nachdem ein Proteststurm durchs Internet ging, lenkt Suhrkamp dann aber schließlich doch noch ein.
Es war ein Glückstag für den Suhrkamp Verlag. Als Frank Schirrmacher in einem offenen Brief in der FAZ den Vorabdruck des neuen Walser Romans ablehnte, weil dieser angeblich antisemitische Tendenzen enthalte, konnte man in der Marketing-Abteilung des Verlages eigentlich die Beine hochlegen. Die Arbeit an einer groß angelegten Werbekampagne übernahmen nun andere. Vornehmlich die Feuilletons von SZ und FAZ stritten über den Roman, und unser »Allerlautester« (Henscheid über Marcel Reich-Ranicki), der im Roman persifliert wird, gab in seiner Fernsehsendung die beleidigt-getroffene Leberwurst. Durchs Land hallte ein bombastisch lauter Theaterdonner, dem wir es sogar zu verdanken haben, dass das Fernsehen eine Lesung(!) übertrug. Das letzte Mal, dass man dort längere literarische Prosatexte vorgetragen hatte, muss wohl zu Zeiten von Kuhlenkampfs Nachtgedanken gewesen sein.
Eine Textkritik von Malte Bremer
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Das Aus kam nicht völlig überraschend: im April 2002 teilt der Vorsitzende der International eBook Award Foundation, Alberto Vitale, mit, dass der Preis in diesem Jahr nicht mehr vergeben wird. Die Stiftung selbst löst sich gleichzeitig auf.
Mit viel Prunk und Pomp wurde der eBook Preis zum ersten Mal im Jahre 2000 in der Frankfurter Oper verliehen. Der rote Teppich war ausgerollt, die Zeremonie glich einer kleinen Oscar-Verleihung und nach dem reichhaltigen Buffet wurden die Besucher mit einem Limousinenservice nach Hause gebracht. Lobbyarbeit in Bestform, um Verlage und Presse davon zu überzeugen, dass der Siegeszug des elektronischen Buchs beginnt.
Getragen wurde die Stiftung überwiegend von Hard- und Softwareherstellern und wichtigen großen Medienkonzernen wie Bertelsmann und AOL Time Warner. Hauptsponsor war jedoch der Microsoft-Konzern, der so den Erfolg seiner eBook-Lösungen ankurbeln wollte.
Ein Jahr später machte sich Ernüchterung breit, denn nichts hatte sich auf dem Markt geändert.
Eine Textkritik von Malte Bremer
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