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Beitrag vom 7. Juli 2013 | Rubrik: Bachmannpreis 2013, Literarisches Leben

ORF-Chef Wrabetz: »Der Bachmannpreis bleibt, weil er wichtig ist«

Alexander Wrabetz unterschreibt seinen #bbleibt-Zettel (Foto: Tischer)

Alexander Wrabetz unterschreibt seinen #bbleibt-Zettel (Foto: Tischer)

Überraschender Besuch: Ziemlich genau um Mitternacht mischte sich ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz unter die feiernden Bachmannpreis-Fans am Klagenfurter Lendhafen. Kurz zuvor ging am Samstagabend der »Bachmannpreis-Song-Contest« zu Ende, bei dem jeder mitraten konnte.

Wrabetz war tatsächlich nach Klagenfurt gereist, wohin ihn Politik und die Bachmann-Jury eingeladen hatten. Über die Zukunft des Preises, dessen Abschaffung er zunächst aus Kostengründen gefordert hatte, äußerte sich Alexander Wrabetz eindeutig und schriftlich: »Der Bachmannpreis bleibt, weil er wichtig ist«, tippte der ORF-Chef auf einer elektrischen Schreibmaschine für die Aktion »Bachmann bleibt« (#bbleibt).

Wrabetz war von den Mitgliedern der Bachmann-Jury an den Lendhafen gebracht worden, nachdem sich diese zuvor mit dem ORF-Generaldirektor zu einem Gespräch über die Fortführung des »Bewerbs« getroffen hatten.

Der ORF-Chef konnte sich so vor Ort ein Bild von den Bachmannpreis-Fans machen und dass der Literaturpreis für viele weit mehr bedeutet als nur eine Fernsehübertragung. Viele reisen extra zu den Tagen der deutschsprachigen Literatur in die Kärntner Landeshauptstadt. Dass sein Bild, wie er seinen #bbleibt-Beitrag unterschreibt, schon längst via Twitter seinen Weg in die große Öffentlichkeit gefunden hatte, überraschte den ORF-Mann. Kathrin Passig – Bachmannpreisträgerin 2006 – erläuterte ihm zudem den »Automatischen Literaturkritik Preis der Riesenmaschine«.

Zuvor hatte Wrabetz seine Gründe getippt, warum es den Bachmannpreis weiter geben wird:

  • weil er wichtig ist
  • weil die Bedeutung vielen bewußt geworden ist
  • weil es viel Unterstützung gibt
  • weil es #bbleibt gibt

Von Alexander Wrabetz aufgeführte Gründe, warum der Bachmannpreis bleibt (Foto: Tischer)

Von Alexander Wrabetz aufgeführte Gründe, warum der Bachmannpreis bleibt (Klick vergrößert/Foto: Tischer)

Die Aktion #bbleibt (Bachmann bleibt) ist eine Aktion des Kulturvereins Lendhauer, die wir in unserem Video-Podcast bereits ausführlich vorgestellt haben. Auf einer elektrischen Schreibmaschine kann man Zettel mit dem Satzanfang »Der Bachmannpreis bleibt, denn …« ergänzen, die dann an der »Hafenmauer« des Lendhafens angebracht werden. Am Lendhafen selbst findet während der Tage der deutschsprachigen Literatur das »Public viewing« des Bachmannpreises statt, und abends gibt es ein Rahmenprogramm zum »Bewerb«.

Dass Wrabetz die Abschaffung des Bachmannpreises lediglich aus strategischen Gründen gefordert habe, um die Fans und Befürworter zu mobilisieren, damit sich diese klar für den Literaturwettbewerb aussprechen, wies er im Gespräch mit dem literaturcafe.de deutlich von sich zurück.

Jedoch: Hochoffiziell ist die Weiterführung des Bachmannpreises noch nicht verkündet worden. Auch die genaue Ausgestaltung ist noch unklar. Am heutigen Sonntag (7. Juli 2013) wird es weitere Gespräche des ORF-Generaldirektors mit Politikern auf Stadt- und Länderebene geben. Allerdings sprach sich Klagenfurts Kulturreferent und Vizebürgermeister Albert Gunzer gegenüber dem literaturcafe.de bereits klar für die Fortführung aus.

Alexander Wrabetz wird zudem bei der heutigen Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Literaturpreises anwesend sein.

Nachtrag: Bachmannpreis für weitere fünf Jahre gesichert

Bei der Preisverleihung gab Wrabetz in seinem Grußwort die Fortführung des Literaturwettbewerbs »im Fernsehen und im Internet« für weitere fünf Jahre offiziell bekannt. Sehen Sie ein ausführliches Interview mit dem ORF-Chef in Folge 6 unseres Bachmann-Podcasts 2013.

Wolfgang Tischer

3 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Eva Jancak schrieb am 7. Juli 2013 um 09:54 Uhr

    Das ist dann schon ein bißchen eine Farce oder viel Lärm um nichts?

  2. Helene Thielen schrieb am 11. Juli 2013 um 09:49 Uhr

    @Eva Jancak: Ich denke, Sie haben es erfasst. Dieses “wir kürzen”/ “wir kürzen jetzt doch nicht”-Spiel wirkt im Nachhinein all zu durchschaubar.

    Gut finden muss man solche PR-Aktionen jedenfalls nicht, eher im Gegenteil:

    http://truelemming.wordpress.com/2013/07/10/juchuuh-der-blodmann-preis-er-ist-gerettet/

  3. Eva Jancak schrieb am 11. Juli 2013 um 17:50 Uhr

    So ganz, wie in dem verlinkten Beitrag, sehe ich es nicht, obwohl ich in der letzten Woche daraufgekommen bin, daß es mir persönlich eigentlich egal sein kann, ob es den Bachmannpreis jetzt weiter gibt oder nicht. Dieser war jedenfalls einer der besten der letzten Jahre, da stimme ich Iloma Mangold goll zu. Und hier noch der Link zu meinen http://literaturgefluester.wordpress.com/2013/07/07/letztes-bachmannpreiskolloquium/

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