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Beitrag vom 13. Mai 2016 | Rubrik: Preise und Wettbewerbe, Self-Publishing

Nummer kleiner: Kindle Storyteller Award geht in die zweite Runde

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Nummer kleiner: Kindle Storyteller Award geht in die zweite Runde

Zum zweiten Mal veranstaltet Amazon in diesem Jahr den Kindle Storyteller Award. Autorinnen und Autoren sind aufgerufen, ab Juni 2016 ihre Texte bei Amazons Self-Publishing-Plattform KDP hochzuladen.

Namhafte Autoren in der Jury und bekannte Verlagspartner fehlen allerdings in diesem Jahr. Stattdessen ist Schauspieler und TV-Produzent Christian Ulmen mit dabei. Mit Preisen im Gesamtwert von 30.000 Euro bleibt der Textwettbewerb gut dotiert.

Was die Zahl der Einreichungen und die Platzierung in den Amazon Verkaufscharts anging, war der Wettbewerb des letzten Jahres ein voller Erfolg: Wie vom literaturcafe.de vorausgesagt nahmen über 1.000 Autorinnen und Autoren teil. 46 der eingereichten Titel schafften es in die Top-100 bei Amazon E-Book-Verkäufen. Gewonnen hatte im letzten Jahr Phillip P. Peterson mit einer Science-Fiction-Geschichte.

Gewinner Philip P. Peterson (rechts) und Amazon Senior Vice President Russell Grandinetti

Gewinner des Jahres 2015 Philip P. Peterson (rechts) und Amazon Senior Vice President Russell Grandinetti

Das Magazin FOCUS ist als Medienpartner 2016 weiterhin mit dabei, ebenso unterstützt der Freie Deutsche Autorenverband den Wettbewerb erneut.

Namhafte Partner aus der Autoren- und Verlagsszene hat Amazon als Unterstützer offenbar nicht mehr finden können. Waren im letzten Jahr noch das Krimi-Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr und Ebenfalls-Schriftstellerin Andrea Sawatzki mit dabei, so fehlen in diesem Jahr bekannte Namen der Literaturszene. Amazon setzt auf das Quasi-Eigengewächs Poppy J. Anderson, Deutschlands erfolgreichste Self-Publisherin. Stattdessen hat man sich mit Christian Ulmen einen Promi aus einem anderen Bereich hinzugeholt. Ulmen schlüpft gern in andere Identitäten, lässt sich aktuell auch von einem Discounter zur Grillparty laden. Ob er bei der Preisverleihung auf der Buchmesse als Christian Ulmen oder Uwe Wöllner auftritt, ist nicht bekannt.

Da die Durchschnittsqualität der Einsendungen – wie beim Self-Publishing üblich – nicht sehr hoch sein dürfte, ist die Jury-Tätigkeit sicherlich nicht immer eine Freude. Volker Klüpfel lies dies im letzten Jahr durchblicken, als er meinte, man könne aus den Einsendungen auch lernen, wie man besser nicht schreiben sollte.

Auch einen der breiteren Masse bekannten Verlagspartner gibt es in diesem Jahr nicht mehr. Die Printausgabe des Gewinnertitels wird bei HarperCollins Germany erscheinen. Im letzten Jahr war noch Bastei Lübbe mit dabei. Das Kölner Verlagshaus war bei Amazons Marketing-Aktionen immer wieder gerne mit im Boot. Doch nach einer Verschenkaktion mit Dan Brown im Januar 2016 will man offenbar erst einmal nicht mehr mit dem US-Kumpel gesehen werden. Für die Aktion hagelte es massiv Kritik aus der Buchbranche. Der Einkaufsverband eBuch klagte sogar gegen das Verschenken von Büchern – glücklicherweise erfolglos.

Dennoch – das zeigen die Platzierungen in den Verkaufsrankings – setzt sich Masse durch, und für Amazon dürfte es ein Leichtes sein, das relativ hohe Preisgeld auszuzahlen, da es mehrfach durch die Verkäufe wieder reinkommen wird. Da die eingereichten Titel zumindest während der Laufzeit des Wettbewerbs bis zum Herbst, exklusiv nur bei Amazon veröffentlicht werden dürfen, sorgt der US-Konzern so indirekt auch dafür, dass bei anderen E-Book-Portalen in dieser Zeit weniger neue Titel eingereicht werden dürften.

Da die Amazon-Bindung nach dem Wettbewerb problemlos gelöst werden kann, ist dies für Autorinnen und Autoren kein Nachteil. Enorm wichtig ist jedoch, dass Titel, die ab dem 15. Juni und bis zum 15. September 2016 bei Amazons Plattform KDP hochgeladen werden, unbedingt im dafür vorgesehenen Feld mit dem Stichwort kindlestoryteller2016 versehen und bei KDP-Select angemeldet werden.

Kürzer und kleiner ist zudem die Textlänge geworden, die sich für den Wettbewerb qualifiziert. Waren es im letzten Jahr noch mindestens 45.000 Zeichen, die der eingereichte Text haben musste, wurde die Beschränkung nach unten in diesem Jahr komplett aufgehoben. Dies dürfte im Gegenzug die Zahl der Einreichungen weiter nach oben treiben.

Wie bei jedem Schreibwettbewerb gilt: Lesen Sie sich die Teilnahmebedingungen genau durch, vor allen Dingen die ausführlichen, kleiner geschriebenen.

Wolfgang Tischer

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