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Narrativa: Lektorin Lisa Kuppler über Probleme beim Präsens

Lisa Kuppler auf der Narrativa (Foto: Tischer)

Lisa Kuppler auf der Narrativa (Foto: Tischer)

Das Präsens ist beliebt. Insbesondere unterhaltende Frauenliteratur wird heutzutage gerne in der Jetzt-Zeitform erzählt. Bekanntestes Beispiel ist »50 Shades of Gray«, doch auch in »Die Tribute von Panem« schildert die Ich-Erzählerin Katniss ihre Abenteuer ohne Zeitversatz im Präsens.

Ist die Verwendung des Präsens eine Modeerscheinung? Vor einiger Zeit mochten manche Leser die Gegenwartsform gar nicht. Jetzt hingegen könnte in einigen Genres die Vergangenheitsform von Lesern und Leserinnen als antiquiert betrachtet werden.

Die Lektorin Lisa Kuppler berichtet im Gespräch mit Wolfgang Tischer und Fabian Neidhardt, welche Probleme das Präsens mit sich bringen kann.

Lisa Kuppler stellt in ihrem Arbeitsalltag als Lektorin immer wieder fest, dass nicht alle Autoren mit dem Präsens umgehen können. Oft wird eine Rückblende im Präteritum eingebaut – und dann bleibt die Autorin in dieser Zeit und kehrt nicht mehr ins Präsens zurück. Nicht immer fällt das der Schreiberin auf.

Speziell in Verbindung mit dem Ton der Ich-Erzählerin kann das Präsens problematisch sein. Das unmittelbare unreflektierte Erzählen wirkt nicht immer stimmig.

Lisa Kuppler bedauert, dass Genre-Texte so gut wie nie sprachkritisch beleuchtet werden. Oftmals geht es bei Besprechungen nur darum, ob die Story spannend oder gut gemacht ist, Betrachtungen zur Sprache finden sich kaum.

Im Gespräch von der Narrativa [1] gibt die Lektorin auch einen Ausblick, welche weiteren Sprachtrends auf dem Buchmarkt anstehen könnten.

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