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Beitrag vom 16. Mai 2017 | Rubrik: Podcast

Narrativa: Bettina Soller über Fanfiction und die Auflösung der Autorenschaft

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Literaturwissenschaftlerin Bettina Soller auf der Narrativa (Foto: Tischer)

Literaturwissenschaftlerin Bettina Soller auf der Narrativa (Foto: Tischer)

Im Netz entwickeln Fans das Universum von Büchern, Serien, Filmen oder Computerspielen weiter. Basierend auf dem Original werden Geschichten um Figuren, Plots oder andere Elemente geschrieben, gelesen und kommentiert. Das bekannteste Beispiel für den kommerziellen Erfolg solcher Satellitentexte ist »50 Shades of Grey«.

Die Literaturwissenschaftlerin Bettina Soller arbeitet an ihrer Dissertation zum Thema Fanfiction. Wolfgang Tischer und Fabian Neidhardt sprachen mit Bettina Soller nach ihrem Vortrag auf der Narrativa unter anderem darüber, warum Feminismus und Fanfiction eng zusammenhängen und ob sich die Rolle des Autors ändert oder gar auflöst.

Fanfiction, so Bettina Soller, sei ein populärkulturelles Phänomen, das sich im Internet abspielt. Anknüpfung an traditionelle Methoden sind zwar vorhanden – man denke an die Adaption von Volksmärchen –, doch erst die Werkzeuge im Netz und auch die sozialen Medien ermöglichen einen steten Austausch über die Texte aus dem Fan-Universum.

Interessant ist die Frage, ob aus Fan-Fiction-Schreibern auch etablierte Autoren werden können. E. L. James ist ein Beispiel dafür, dass sich Texte mehr oder weniger aus der Community lösen können und dass diese auch unabhängig von der Vorlage funktionieren. »50 Shades of Grey« war ursprünglich Fanfiction zu Stephenie Meyers Vampirsaga »Twilight« (»Bis(s) zum …«). Vor dem Übergang zum kommerziellen Massenerfolg wurden jedoch sämtliche übersinnlichen Bezüge zum Original entfernt.

Die Fans der Fanfiction-Szene sind auch für Verlage ein wichtiger Aspekt, wenn es um die Kommerzialisierung der Texte geht. Dies kann durchaus kritisch gesehen werden. Jedoch sorgt eine entsprechende Fan-Basis dafür, dass auch Bücher gut verkauft werden, die – objektiv betrachtet – nicht zu den besten Genre-Texten gehören.

Hören Sie das vollständige Gespräch mit Bettina Soller im Podcast des literaturcafe.de.

Links zu im Gespräch erwähnten Fanfiction-Websites:

  • fanfiction.net
    Die wohl größte internationale Plattform. Hier überwiegt das Englische, es finden sich jedoch auch deutschsprachige Texte.
  • archiveofourown.org
    Eine weitere populäre internationale Fanfiction-Site.
  • wattpad.com
    Wattpad ist eine allgemeine Textveröffentlichungsplattform, jedoch ist der Anteil an Fanfiction hier sehr hoch.
  • fanfiktion.de
    Deutsche Fanfiction-Website, die nicht ganz so umfangreich ist, wie die internationalen Websites.

1 Kommentar zu diesem Beitrag lesen

  1. Dirk schrieb am 17. Mai 2017 um 08:18 Uhr

    Fanfiction ist vielleicht heute ein Phänomen, das sich hauptsächlich im Internet abspielt. Aber Fanfiction gab es schon, als das Internet nocht nicht allgemein verfügbar war. Und auch früher konnte man sich über solche Dinge austauschen. Wenn man derartige Aussagen liest (“doch erst die Werkzeuge im Netz und auch die sozialen Medien ermöglichen einen steten Austausch über die Texte aus dem Fan-Universum”), könnte man meinen, früher haben die Leute zuhause gesessen und mit niemandem kommuniziert. Erst seit es diese tollen neuen Medien gibt, ist das Leben überhaupt möglich…

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