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Beitrag vom 24. Oktober 2017 | Rubrik: Hörbücher, Literarisches Leben

Musik zum Lesen: Delia Derbyshire Appreciation Society

Delia Derbyshire Appreciaton Society

Wenn Sie beim Lesen absolute Ruhe brauchen, dann sollten Sie jetzt mal weghören. In einer losen Artikelserie stellen wir ruhige Musik und Klänge zum Lesen und Entspannen vor.

Wir beginnen mit einem Album, das so heißt wie das Projekt dahinter: Delia Derbyshire Appreciaton Society. Klangflächen ohne Gitarren und Rhythmen.

Delia Derbyshire Appreciaton Society – Gesellschaft zur Anerkennung von Delia Derbyshire: Der Name klingt sperrig und ist ein Zungenbrecher. Versuchen Sie mal, einen digitalen Sprachassistenten wie Siri oder Alexa zum Abspielen des digitalen Albums zu bewegen. Es wird Ihnen nicht gelingen.

Googelt man hingegen nach diesem Namen, so findet man schnell heraus, dass es eine Frau mit dem Namen Delia Derbyshire wirklich gab. Die Engländerin lebte von 1937 bis 2001, wäre als am 5. Mai 2017 80 Jahre alt geworden. Sie gilt als Pionierin der elektronischen Musik. Zusammen mit David Vorhaus gründete sie 1968 die Band »White Noise«, die bis heute exisitiert. Derbyshire komponierte und realisierte in den 1960er-Jahren viele Musikstücke für Radio- und Fernsehsendungen der BBC. Delia Derbyshire arbeitete und experimentierte viel mit Oszillatoren und Tonbändern, die rückwärts oder in Schleifen liefen. Digitale Synthesizer gab es damals schließlich noch nicht. Ihr bekanntestes Werk ist die Titelmusik zur Fernsehserie Dr. Who aus dem Jahre 1963. Hier setzte sie eine Komposition von Ron Grainer elektronisch um. Obwohl das Ergebnis auch den Komponisten begeisterte, verhinderten die Regelungen der BBC, dass die Musikerin Delia Derbyshire namentlich im Vor- oder Abspann auftauchte.

So gesehen hat die »Delia Derbyshire Appreciaton Society« bereits ganze Arbeit geleistet, denn durch diesen Artikel im literaturcafe.de wissen auch Sie mehr über die Musikerin.

CD-Innenseite: Harvey Jones und Garry Hughes

CD-Innenseite: Harvey Jones und Garry Hughes

Harvey Jones und Garry Hughes stecken hinter dem Projekt, dem Album – oder wie immer man es nennen mag – mit dem »Titel Delia Derbyshire Appreciaton Society«. Gibt es neben der elektronischen Klangerzeugung Parallelen zu Delia? »There are no guitars on this record« ist im Innenteil zu lesen, und die Website spricht von »Beat free electronic music«. Tatsächlich haben die beiden schon etwas älteren Herren mit grauem Haar ein musikalisches Werk geschaffen, in das man eintauchen kann. Die elektronischen Klänge schieben sich vielschichtig und dennoch zart ineinander, und wiederkehrende Phrasen und Loops schaffen einen hohen Wiedererkennungswert ganz ohne Rhythmen und mit dennoch oftmals ruhigem Pulsschlag. Im Stück »Half Light« kann man ein klein wenig die Musik von Lasse Dahlberg zum Film »Die Gebrüder Löwenherz« heraushören.

Mit sieben Titel haben Jones und Hughes ein Album geschaffen, das an die Ambient-Werke Brian Enos erinnert. Musik, bei der man den Eindruck hat, dass Licht in Klänge verwandelt wurde, ohne dass daraus ein kitschiger Wellness-Sound geworden ist.

Eine perfekte Klangbasis, um entspannt zu lesen.


Delia Derbyshire Appreciation Society. Audio CD. Six Degrees Records (Hoanzl). ISBN/EAN: 0657036125025. EUR 8,11 » Bestellen bei Amazon.de

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