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Beitrag vom 26. März 2017 | Rubrik: Literatur online

21 Möglichkeiten, wie man mit Buchblogs Geld verdienen kann

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Geld fürs Bloggen

Immer wieder liest man von erfolgreichen Bloggern, die mit ihren Blogs monatlich vier- oder gar fünfstellige Summen verdienen.

Geht das auch mit Buchblogs? Wer viel Zeit in Buchbesprechungen und Rezensionen investiert, stellt sich irgendwann die Frage: Kann ich mit meinem Buchblog nicht auch Geld verdienen oder gar davon leben? Kann mein Hobby zum Beruf werden?

In einer umfassenden Übersicht stellen wir alle Möglichkeiten vor, beleuchten Vor- und Nachteile und bewerten die Gesamtsituation für Buchblogs in Deutschland.

Die Gründe, warum jemand über Bücher bloggt, sind vielfältig. Manchmal beginnt es damit, dass man sein persönliches Lesetagebuch ins Netz stellt, andere wollen sich und ihren Lesegeschmack präsentieren, vielleicht will man durchs Bloggen Gleichgesinnte finden oder mit dem Buchblog ein Gegengewicht zu einem langweiligen Alltagsjob schaffen, vielleicht nutzt man das Blog, um Kontakte zu Verlagen zu knüpfen. Das Buchblog oder das Literaturblog gibt es nicht.

Wer etwas im Internet veröffentlicht, bekommt irgendwann Leser. Vielleicht immer die gleichen, vielleicht kommen aber auch neue hinzu. Auf Facebook und Twitter weist man auf die Blogbeiträge hin. Man erhält Lob, Zuspruch und Kritik. Die Dinge entwickeln sich.

So kann es passieren, dass sich erste Verlage mit Infos über Bücher melden oder gar gleich Leseexemplare zusenden. Vielleicht melden sich andere Medien, um über die Tätigkeit als Buchblogger zu berichten. Man bekommt möglicherweise Einladungen zu »Blogger-Events« oder wird für Diskussionsrunden auf Buchmessen angefragt.

Buchbloggerinnen und Buchblogger werden allgemein gelobt. Die Bedeutung der Feuilletons nehme ab oder werde weiter abnehmen, stattdessen würden Buchblogs und soziale Medien immer mehr die Funktion übernehmen, lesenswerte Bücher zu entdecken und deren Ruf zu mehren – so oder ähnlich ist es seit geraumer Zeit  zu lesen.

Viele Buchbloggerinnen und Buchblogger stellen sich daher irgendwann die Frage: Kann ich vielleicht vom Bloggen leben? Immerhin verhilft man Verlagen zu Umsätzen und investiert Zeit ins Verfassen von Blogbeiträgen. Warum sollte man nicht auch davon profitieren? Kann dafür nicht mehr abfallen als nur kostenlose Leseexemplare? Zeitungen und Zeitschriften verdienen schließlich auch Geld mit Texten. Warum also nicht auch Buchbloggerin und der Buchblogger? Man wäre frei und unabhängig, könnte von daheim aus arbeiten oder von den schönsten Plätzen der Welt.

Hinzu kommen immer wieder Berichte aus anderen »Bloggerbranchen«. Modeblogger bekommen für einen Beitrag unglaublich viel Geld von Firmen gezahlt. Reiseblogger leben frei und unabhängig, reisen um die Welt und finanzieren sich allein durch ihr Blog. Es gibt sogar – überwiegend im US-amerikanischen Bereich – Bloggerinnen und Blogger, die ihre Verdienste öffentlich machen. Dort werden bisweilen unglaubliche Summen genannt. Und irgendwo erzählt jemand, ein Instagramer hätte auch in Deutschland 200 Euro für das Foto eines bestimmten Buches erhalten.

Geld fürs Bloggen

Wie also lässt sich mit Buchblogs Geld verdienen? Welche konkreten Möglichkeiten und Wege gibt es? Welche Vorteile und Nachteile bieten sie?

In der folgenden Liste haben wir alle Arten und Möglichkeiten zusammengestellt, wie man als Bloggerin oder Blogger Geld verdienen oder geldwerte Vorteile erlangen kann. Wenn darauf noch Punkte fehlen, so freuen wir uns über Hinweise und ergänzen die Liste gerne.

Am Ende findet sich dann ein Fazit zur Frage, ob und wie man mit Buchblogs am besten Geld verdienen kann.

Grundsätzlich ist hier immer von Buchblogs, von Bloggerinnen und Bloggern die Rede, obwohl die meisten Dinge natürlich auch für andere Arten von Blogs relevant sind und vieles auch für YouTuber bzw. BookTuber, Instagramer, Podcaster und andere gilt.

Rezensionsexemplare

Was ist darunter zu verstehen?

  • Verlage stellen ein kostenloses Buch für eine Rezension bereit. Ursprünglich wurden nur Journalisten und Redaktionen der Printmedien, Radiostationen und Fernsehsender für Rezensionsexemplare berücksichtigt, mit steigendem Einfluss der Bloggerszene bekommt auch diese Bücher zur Verfügung gestellt. Für die Verlage ist das Teil des Marketings, in der Hoffnung, durch (positive) Rezensionen potenzielle Käufer zu erreichen. Wer »wichtig« genug ist, Rezensionsexemplare zu erhalten, entscheidet der Verlag für sich selbst. Webseiten wie Netgalley, Blogg dein Buch und das Bloggerportal der Random House Gruppe sind Schnittstellen zwischen Verlagen und Blogger.

Pro: Was spricht dafür?

  • Keine Kosten für Bücher.
  • Kontakt zu Verlagen.
  • Bücher können manchmal noch vor Veröffentlichungstermin gelesen werden.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Blogger müssen sich die Frage stellen, wie kritisch sie rezensieren können und wollen, wenn sie das Buch nicht gekauft, sondern geschenkt bekommen haben. Man will ja auch in Zukunft noch Bücher von den Verlagen erhalten. Grundsätzlich weiß die Buchbranche, dass auch negative Besprechungen nützlich sein können, dennoch kann beim Blogger auch eine »Schere im Kopf« entstehen.
  • Werden Bücher nicht oder nicht in einem bestimmten Zeitraum besprochen, kann man aus dem Verteiler der Verlage fallen. Hier kann ebenfalls unbewusst Druck entstehen.

Pressereisen // Akkreditierungen

Was ist darunter zu verstehen?

  • Verlage und Veranstalter wie beispielsweise Buchmessen oder Filmverleiher laden Blogger zu Abendessen, Interviews, Kinovorführungen, Reisen oder Veranstaltungen ein und erhoffen sich eine Berichterstattung. Auch dies ist schon lange Teil von Marketing und PR und für Pressevertreter normal. Hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Öffentlichkeit genießen manche Blogger mittlerweile ähnliches Ansehen.

Pro: Was spricht dafür?

  • Kostenersparnis, weil keine Eintrittspreise für Buchmesse und ähnliches gezahlt werden müssen.
  • Zutritt zu exklusiven Events wie Presse-Essen, Treffen mit Autoren oder Verlagsbesuche, die sonst nicht erlebt werden können.
  • Die Möglichkeit, Filme oder Theaterstücke vor Veröffentlichung zu erleben.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Auch hier stellt sich die Frage, wie kritisch ein Blogger über eine Veranstaltung schreiben will, wenn er nächstes Mal immer noch in den Genuss kommen will.
  • Ggf. Verlust der Glaubwürdigkeit.

Werbung, selbst akquiriert

Was ist darunter zu verstehen?

  • Bezahlte Werbebanner oder ähnliche Werbeformen, die auf der Site eingeblendet werden. Hier verhandelt der Blogger selbst mit seinen Werbekunden.

Pro: Was spricht dafür?

  • Keine Provision für Vermarkter, somit höhere Einnahmen für den Blogger oder günstigere Preis für den Werbekunden.
  • Selbstbestimmte Auswahl der Werbepartner und beworbenen Produkte.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Hoher Akquise-, Verwaltungs- und genereller Zeitaufwand.
  • Die Auswertung der Ansichten, Klickzahlen und Wirksamkeit der Banner muss technisch gewährleistet sein.
  • Werbeblocker auf Leserseite reduzieren ggf. die Zahl der ausgelieferten Banner.

Werbung, über Vermarkter akquiriert

Was ist darunter zu verstehen?

  • Verkaufte Bannerplätze oder ähnliche Werbeformen, die von einem Vermarkter verwaltet werden. Dieser ist die Schnittstelle zwischen Blogger und Werbekunde und verteilt die Werbung. Neben dem unten genannten Google AdSense gibt es zahlreiche kleinere und größere Agenturen, die sich auf die Vermarktung von Web-Werbung spezialisiert haben.

Pro: Was spricht dafür?

  • Geringerer Zeit- und Verwaltungsaufwand für den Blogger, weil der Vermarkter dies übernimmt.
  • Ggf. profitiert man von den hoffentlich zahlreichen Werbekunden im Netzwerk des Vermarkters.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Werbeblocker und somit nicht angezeigte Werbung schmälern die Gewinnmöglichkeit.
  • Provision an den Vermarkter muss abgegeben werden.
  • Ggf. wird thematisch nicht passende oder für den Leser gar abschreckende Werbung angezeigt.
  • Gewisse Reichweite notwendig, viele Vermarkter nehmen Blogs erst ab einer bestimmten Abrufzahl auf.
  • Unpassende Werbung kann alle Mühe in das Aussehen des Blogs zunichte machen.

Werbung, Google AdSense

Was ist darunter zu verstehen?

  • Google ist mit AdSense weltweit der größte Vermarkter von Werbung auf Websites Dritter.

Pro: Was spricht dafür?

  • Riesiges Netzwerk an Werbekunden.
  • Keine Einstiegshürde, jeder kann mitmachen und seinen Werbeplatz zur Verfügung stellen.
  • Plugins für WordPress erleichtern die Einbindung.
  • Werbung kann thematisch oder nach Werber-Webadresse ausgeschlossen werden.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Gewisser Zeitaufwand, um die Daten zu pflegen und ggf. unerwünschte Werbung auszuschließen.
  • Werden die Daten nicht gepflegt, kann auf dem Blog unerwünschte Werbung auftauchen. Eher unwahrscheinlich und dennoch in der Vergangenheit vorgekommen: über Werbung wurden sogar Trojaner ausgeliefert.
  • Google zahlt ausschließlich bei Klick und nicht auf Basis der angezeigten Werbung.
  • Werbeblocker reduzieren auch hier den Großteil der beim Leser angezeigten Werbung und somit die Einnahmen.
  • Generell sind die Einnahmen eher gering, da sich pro Klick Centbeträge addieren müssen.

Sponsored Posts // Advertorial // Bezahlte Rezensionen

Was ist darunter zu verstehen?

  • Werbung im Gewand eines Blogposts, selbstgeschrieben oder zugeliefert. In der Regel mehr oder weniger deutlich gekennzeichnet.

Pro: Was spricht dafür?

  • umgeht Werbeblocker.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Ggf. Verlust der Glaubwürdigkeit.
  • Aufwand für Akquise und Verwaltung der Beiträge.
  • Reichweite notwendig.
  • Je nach Kennzeichnung sind solche Posts ethisch fragwürdig. Vielen Werbekunden ist es ganz lieb, wenn man den Posts nicht anliest, dass sie bezahlte Werbung sind. Deshalb sind solche Posts manchmal nicht so deutlich als Werbung gekennzeichnet, wie sie sein sollten.
  • Ein Übermaß an bezahlten Beiträgen kann sich negativ auf die Platzierung im Google-Suchergebnis auswirken (siehe auch SEO-Links).

SEO-Links

Was ist darunter zu verstehen?

  • Bezahlte Verlinkung auf eine Website, die dadurch mehr Reichweite und eine bessere Positionierung bei Suchergebnissen von Google bekommt.

Pro: Was spricht dafür?

  • Umgeht Werbeblocker.
  • Einfach zu integrieren.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Ggf. Verlust der Glaubwürdigkeit.
  • Je nach (Nicht-)Kennzeichnung ethisch fragwürdig.
  • Bad Neighbourhood: Wenn der Google-Algorithmus die verlinkte Seite als nicht seriös einstuft und damit abwertet, wird die eigene Seite ebenso abgewertet.
  • Die verlinkten Angebote wirken oftmals nicht seriös (oder sind es tatsächlich nicht.).

Preisausschreiben und bezahlte Aktionen

Was ist darunter zu verstehen?

  • Verlage zahlen für Aktionen wie Preisausschreiben, Lesemarathons, Challenges etc. die Blogger für und mit ihren Lesern veranstalten. Verlage stellen im einfachen Fall Gewinne bereit und übernehmen ggf. den Versand.

Pro: Was spricht dafür?

  • Animiert ggf. zum Besuch des Blogs und zieht mögliche Leser an.
  • Umgeht Werbeblocker.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Aufwand für Akquise und Verwaltung.
  • Reichweite notwendig.
  • Je nach (Nicht-)Kennzeichnung ethisch fragwürdig.
  • Ggf. Verlust der Glaubwürdigkeit.
  • »Gewinnspieljäger« werden selten zu Lesern des Blogs.

Sponsoring

Was ist darunter zu verstehen?

  • Firmen unterstützen das Blog durch Geld und Dienstleistungen, dafür werden sie mehr oder weniger prominent genannt.

Pro: Was spricht dafür?

  • Längerfristige, garantierte Finanzbasis.
  • Selbstbestimmte Auswahl.
  • Dezenter als Werbebanner (hoffentlich!)
  • Umgeht in der Regel Werbeblocker.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Je nach Absprache und Kommunikation gegenüber den Lesern entsteht eine tatsächliche oder zumindest vermutete Abhängigkeit vom Sponsor.
  • Aufwand für Akquise und Pflege der Sponsoring-Partnerschaft.
  • Damit eine Firma überhaupt jemanden sponsorn will, ist in der Regel eine gewisse Reichweite notwendig.

Affilliate-Links

Was ist darunter zu verstehen?

  • Der Blogger erhält eine Verkaufsprovision, wenn Leser über einen bestimmten Link zu einem Online-Shop gelangen und dort bestellen.

Pro: Was spricht dafür?

  • Service für den Leser, er wird direkt dorthin verwiesen, wo er das Buch (und alles andere) kaufen kann
  • Unaufdringlich für die Leser.
  • Keine Kosten für die Leser, das Buch kostet genauso viel, wie sonst auch.
  • Keine (laufenden) Kosten für den Blogger.
  • Je nach Online-Shop gibt es Plugins für WordPress, die die Links einfach generieren.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Ggf. geringe Provision bzw. jederzeit Änderungen der Modalitäten möglich.
  • Ggf. Aufnahmehürde.
  • Ggf. Glaubwürdigkeitsverlust bei einigen Besuchern z. B. durch Links zum polarisierenden Unternehmen Amazon (siehe unten).
  • Speziell bei positiven Besprechungen könnte der begründete oder unbegründete Verdacht bestehen, dass Leser nur zum Kauf animiert werden sollen.

Affilliate-Links zu Amazon

Was ist darunter zu verstehen?

  • Der Blogger erhält eine Verkaufsprovision, wenn Leser über einen bestimmten Link zu Amazon gelangen und dort bestellen.

Pro: Was spricht dafür?

  • Service für den Leser.
  • Viele Menschen sind bereits Kunde bei Amazon und kennen den Anbieter.
  • Unaufdringlich für die Leser
  • Keine Kosten für die Leser, die Produkte werden dadurch nicht teurer.
  • Keine Kosten für das Blog.
  • Amazon liefert Plugins für WordPress und sehr einfache Möglichkeiten der Einbindung, samt leistungsstarker Schnittstelle (API), die Cover, Lieferbarkeit und Preis aktuell hält.
  • Rechtliche Sicherheit bei der Nutzung von Coverabbildungen durch Amazon gewährleistet.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Das Unternehmen Amazon polarisiert. Einige Leser könnten abgeschreckt sein.

Abo-Modell // Bezahlsperren

Was ist darunter zu verstehen?

  • Texte können nur gegen Gebühr oder mit Abo gelesen werden.

Pro: Was spricht dafür?

  • Jeder Leser zahlt.
  • Möglichkeit, einzelne Artikel kostenpflichtig anzubieten, die dann nur mit dem Abo gelesen werden können.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Geringe Zahlungsbereitschaft.
  • Leser werden abgeschreckt, wandern ggf. ab.
  • Artikel oft auch nicht für Suchmaschinen zugänglich.
  • Artikel sind der öffentlichen Diskussion entzogen, da für die Masse nicht zugänglich.
  • Oft entfällt bei einem Abo-Modell die Möglichkeit, einzelne Artikel zu “kaufen”.

Laterpay

Was ist darunter zu verstehen?

  • Micropaymentdienst eines deutschen Anbieters, bei dem Leser für einzelne Artikel kleine Beträge bezahlen müssen, sobald ein gewisser Betrag zusammengekommen ist. Beispiel: Auf einer Seite kostet das Lesen der Artikel jeweils 39 Cent, die Leser können die Artikel aber kostenlos lesen, bis 5 Euro überschritten sind. Erst dann werden die Leser zur Zahlung aufgefordert. Zahlen sie nicht, sind keine weiteren kostenpflichtigen Artikel der jeweiligen Website mehr abrufbar.

Pro: Was spricht dafür?

  • Möglichkeit, einzelne Artikel kostenpflichtig anzubieten.
  • Geringe Schwelle, weil sehr kleine Beträge.
  • Leser haben erstmal eine “Probezeit”, weil sie erst nach einer gewissen Anzahl von Artikeln zahlen müssen.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Hürde durch Anmeldung für den Leser.
  • Wenig verbreitet, dadurch steigt auch der Suspekt des Unbekannten.
  • Hohe Grundgebühr für den Blogger (mindestens 99 Dollar im Monat).

Flattr

Was ist darunter zu verstehen?

Pro: Was spricht dafür?

  • Nach einmaligem Einrichten sehr unkompliziert.
  • Für die oft genutzte Blogsoftware WordPress sind Plugins verfügbar, deshalb ist die Einbindung sehr einfach.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Sehr wenige Nutzer.
  • Zahlungswillige müssen sich zunächst anmelden; dieser Prozess kann abschrecken.
  • Flattr zieht für seine Dienstleistung eine Provision ab.

Spende via Paypal

Was ist darunter zu verstehen?

  • Geldspende über den US-amerikanischen Bezahldienst Paypal, eher für ganze Blogs als für einzelne Artikel relevant. Neben Paypal selbst gibt es mehrere Dienstleister, beispielsweise Ko-fi, die solche Geldspenden ermöglichen. Viele Anwender nutzen auch in Online-Shops und bei anderen Transaktion Paypal. Deshalb sei hier Paypal als größter und bekanntester Anbieter genannt.

Pro: Was spricht dafür?

  • Hohe Verbreitung, da sehr viele Paypal nutzen.
  • Niedrige Hürde durch einfache Zahlungsabwicklung.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Wer es nicht einsetzt, muss sich erst anmelden.
  • Die generelle Spendenbereitschaft ist extrem gering.
  • Paypal behält sich für die Dienstleistung eine Provision ein.

VG-Wort-Zählpixel

Was ist darunter zu verstehen?

  • Vereinfacht gesagt ist die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) so etwas wie die GEMA für Schreibende. Für Texte im Netz zahlt sie den Autoren Geld. Näheres kann hier nachgelesen werden.

Pro: Was spricht dafür?

  • Keine Grundkosten, keine Anmeldegebühr.
  • Einbau der notwendigen Zählpixel relativ einfach. Für WordPress gibt es Plugins.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Texte müssen eine gewisse Länge aufweisen (aktuell 1.800 Zeichen) und pro Jahr eine gewisse Zahl an Seitenabrufen von Lesern aus Deutschland erreichen.
  • Hoher Verwaltungs- und Meldeaufwand.
  • Über ein Jahr verspätete Ausschüttung. Höhe der Zahlung pro Beitrag vorher ungewiss bzw. ob überhaupt für einen Beitrag etwas gezahlt wird.
  • Viele Adblocker unterdrücken die VG-Wort Zählpixel.

Amazon-Wunschzettel

Was ist darunter zu verstehen?

  • Öffentliche, selbst erstellte Wunschliste bei Amazon, über die Leser dem Blogger Artikel aus dem Sortiment des Online-Shops schenken können.

Pro: Was spricht dafür?

  • Hohe Verbreitung und Bekanntheit von Amazon. Viele Menschen sind dort bereits Kunde.
  • Einfache Bedienung, da der Prozess ähnlich abläuft wie der allgemeine eigene Einkauf bei Amazon.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Amazon polarisiert, Leser könnten gerade deshalb diese Option nicht nutzen.
  • Die generelle Spendenbereitschaft ist extrem gering.
  • Da auf der Liste von Büchern bis hin zu Fernsehern alles stehen kann und der Leser entscheidet, was er schenken will, ist es unberechenbar, ob, wann und was man aus seiner Liste geschenkt bekommt.

Crowdfunding

Was ist darunter zu verstehen?

  • Vorfinanzierung von Produkten (im weitesten Sinne) durch Leser, bzw. Kunden, ähnlich der Subskription bei Büchern. In einem festgelegten Zeitraum (um die zwei Monate) wird versucht, eine festgelegte Summe zu erreichen. Erst bei Erreichen dieser Summe bezahlen die Kunden tatsächlich. Dafür erhalten diese sogenannte Dankeschöns, die von ideellen Werten bis zu günstigeren Versionen des Endproduktes reichen. Die größte deutsche Crowdfundingseite ist Startnext.

Pro: Was spricht dafür?

  • Größere Projekte können risikoarm realisiert werden.
  • Die Aufmerksamkeit für die Crowdfundingkampagne schlägt sich auch auf das Blog nieder.
  • Bei erfolgreicher Finanzierung ist ein gesichertes Arbeiten am finanzierten Projekt möglich.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Eigentlich für alleinstehende, einmalige Projekte gedacht, die dauerhafte Finanzierung eines Blogs ist schwierig zu realisieren.
  • Eine Crowdfunding-Kampagne kostet extrem viel Energie und bedeutet für mindestens ein halbes Jahr sehr viel Aufwand und Sorgen, ob sie erfolgreich wird.
  • Leser und Kunden gehen in Vorleistung. Wer Großes verspricht, muss auch Großes liefern.
  • Eine gescheiterte Kampagne kann zu Imageverlust führen.
  • Der Anbieter der Funding-Plattform behält eine Provision für sich ein.

Patreon

Was ist darunter zu verstehen?

  • Modernen Mäzenatentum, Menschen unterstützen auf Patreon persönlich ausgesuchte Künstler und Kreative (zu denen auch Blogger gehören), die sich im Gegenzug verpflichten, regelmäßig Artikel, Lieder, Videos oder ähnliches zu veröffentlichen. Patreon steht hier auch stellvertretend für Startups, die entsprechende Methoden und Möglichkeiten entwickeln, für digitale Güter kreativ zu bezahlen oder diese zu fördern.

Pro: Was spricht dafür?

  • Regelmäßige Einnahmebasis. Der Großteil der Unterstützer verpflichtet sich zu einem eher kleinen, aber regelmäßigen Geldbetrag.
  • Unterstützer können direkt Rückmeldung geben und helfen, die “Produkte” zu verbessern.

Contra: Was spricht dagegen?

  • In Deutschland derzeit viel zu unbekannt.
  • Patreon behält für seine Dienste eine Provision ein.

E-Books verkaufen

Was ist darunter zu verstehen?

  • Thematisch passendes Know-How (»22 Steuertipps für Buchblogger«) oder gebündelte Artikel des Blogs als E-Book oder Buch verkaufen.

Pro: Was spricht dafür?

  • Nach der Erstellung des E-Books kein großer Aufwand, trotzdem mögliche Einnahmen (»Passives Einkommen«).
  • Service für den Leser.
  • Über Verkaufskanäle der E-Books können neue Zielgruppen für das Blog erreicht werden.
  • Zweitverwertung der Blog-Beiträge, die Arbeit lohnt sich also mehrfach.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Schwarze Schafe auf diesem Gebiet, die versuchen, mit minderwertigen oder geklauten und maßlos überteuerten Inhalten Geld zu verdienen.
  • Der Aufwand für die Erstellung ist je nach Vorkenntnissen und Anspruch relativ hoch.

Drittaufträge generieren

Was ist darunter zu verstehen?

  • Das Blog wird als Visitenkarte und Referenz für andere Auftraggeber und Arbeiten genutzt, sodass Drittaufträge wie Zeitungsartikel, Vorträge, Wettbewerbe, Lesungen, Konferenzen oder Moderationen akquiriert werden können.

Pro: Was spricht dafür?

  • Wachsendes Netzwerk, Aufträge generieren Aufträge.
  • Aufbau von Reputation.
  • Kein Zusatzaufwand, das Blog selbst ist die Werbung.

Contra: Was spricht dagegen?

  • Möglicherweise zeitintensiver Zusatzaufwand durch zu erledigende Drittaufträge und weniger Zeit fürs Bloggen.

Fazit: Kann man mit Buchblogs Geld verdienen?

Wie am Anfang erwähnt, gibt es den Buchblogger oder die Buchbloggerin nicht. Daher gibt es auch nicht den Weg, um mit den oben aufgeführten Möglichkeiten Geld zu verdienen. Selbstverständlich spielen zunächst Reichweite und Relevanz des Blogs eine Rolle. Wie viele Leser erreicht man über sein Blog und die sozialen Medien im Umfeld? Wer liest die Blogbeiträge? Beides ist eng verbunden mit der Qualität der Beiträge, wobei Qualität nie absolut zu sehen ist, sondern immer mit Blick auf die Zielgruppe.

Geld fürs Bloggen

Sodann ist beim Geldverdienen ein zweiter Aspekt äußert wichtig: Wie und wo stellt man sich selbst als Blogger auf? Welche ethischen, moralischen oder journalistischen Ansprüche stellt man an die eigene Arbeit? Salopp gesagt: Findet man es ok, für ein Buch eine Jubelarie und einen nicht als Werbung gekennzeichneten Beitrag zu schreiben, weil man dafür Geld von einem Verlag bekommt?

Nochmal anders ausgedrückt: Sehen Sie sich als Bloggerin oder Blogger eher auf der Seite Ihrer Leserinnen und Leser und agieren Sie eher journalistisch, um ausgewogen oder unterhaltsam über Bücher zu schreiben? Markieren Sie Werbung oder Affiliate-Links? Machen Sie nach Möglichkeit klar, was Inhalt und was Werbung ist?

Oder sehen Sie sich schwerpunktmäßig eher als  Dienstleister, der von Verlagen Geld dafür bekommt, Informationen zu verbreiten oder zu berichten, wie gut und spannend einige Bücher sind?

Die Trennlinie zwischen diesen beiden Bereichen verläuft mitunter fließend – und dennoch lässt sich der eigene Standpunkt und das Selbstverständnis als Blogger gut analysieren, wenn Sie versuchen, sich für eine Gruppe zu entscheiden.

Beide Formen sind legitim, wenn man entsprechend transparent und fair agiert. Gewisse Möglichkeiten des Geldverdienens schließen sich aber auch aus, wenn man sich der einen oder anderen Gruppe zuordnet.

Und eine dritte Gruppe an Buchbloggerinnen und Buchbloggern existiert: Diejenigen, die monetär keine Ambitionen haben, die ihr Schreiben als Hobby sehen oder als Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und sich über Bücher und Lektüre-Erfahrungen auszutauschen. Dass daraus aber der Wunsch nach Mehr entstehen kann, wurde Eingang beschrieben. Spätestens dann sollte man sich die Frage nach der eigenen Positionierung stellen, um für sich eine klare Grenze zu ziehen, welche Geldeinnahmequellen ok sind.

Schwarze Schafe und »Make-Money-Fast«-Typen wird es auch unter Bloggern immer geben. An ihnen sollte man sich nicht orientieren. Und wenn sich herausstellt, dass selbst große Medienunternehmen mitunter mit zweifelhaften Methoden arbeiten, sollte man sie nicht als Vorbild nehmen oder auf sie zeigen und sagen: »Aber die machen es doch auch!«

Zudem muss bei der Frage »Wie kann ich mit meinem Buchblog Geld verdienen?« eines klar sein: Die Buchbranche ist nicht die Mode-, Auto- oder Reisebranche. Die Ausgaben für Werbung und PR bewegen sich hier in ganz anderen Dimensionen. Das liegt wiederum daran, dass Bücher eine viel kleinere Zielgruppe erreichen, als die anderen genannten Branchen. Während die Buchbranche in Deutschland jährlich rund 9 Milliarden Euro umsetzt, sind es bei der Modebranche knapp 75 Milliarden. Wenn einem Bücher alles bedeuten, vergisst man sehr schnell, dass man sich in einer kleinen Welt bewegt, in der sowohl von Lesern als auch von Verlagen nicht allzu viel abfallen kann.

Das große Geld ist mit Buchblogs nicht zu machen. Wer davon träumt, muss auf ein anderes Thema umsteigen.

Wolfgang Tischer (literaturcafe.de) und Fabian Neidhardt (mokita.de)

Diese Liste wurde ursprünglich für die buchmesse:blogger sessions 17 der Leipziger Buchmesse zusammengestellt. Sie wird laufend ergänzt und aktualisiert.

2 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Marc schrieb am 28. März 2017 um 08:23 Uhr

    Ein sehr schöner Artikel, der viele Möglichkeiten aufzeigt, aber vielen ist der Verlust der Glaubwürdigkeit in Verbindung mit dem Zeitaufwand gemein. Vielen Dank für die Mühe an euch zwei.

  2. Literarischer Blog schrieb am 5. Juni 2017 um 18:16 Uhr

    Vielen Dank für den Beitrag. Auch ich schreibe über die von mir gelesenen Bücher. Für ein wenig Starthilfe und interessierte Leser bin ich immer dankbar :)
    https://literarischer.blogspot.de/

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