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Beitrag vom 5. November 2008 | Rubrik: Bücher

Michael Crichton ist tot

Romane von Michael CrichtonDer us-amerikanische Schriftsteller Michael Crichton ist gestern (Dienstag, 4. November 2008) im Alter von 66 Jahren gestorben. Crichton habe bereits seit längerem an Krebs gelitten, berichten die Medien.

Der breiten Öffentlichkeit wurde der Autor bekannt, als sein Roman Jurassic Park 1993 von Stephen Spielberg verfilmt wurde. Crichton schrieb hierfür auch das Drehbuch. Der Roman erschien 1991 auf deutsch noch mit dem niedlichen Titel DinoPark. Crichtons Roman über die mit Hilfe der Wissenschaft wiederbelebten Dinosaurier war typisch für seine Stoffe. Häufig waren sie als Science-Fiction einzustufen, doch immer verstand es der Autor meisterlich, auch komplizierte Dinge so darzustellen, dass sie für den Leser glaubhaft erschienen.

Noch wurden freilich keine Saurier aus Genmaterial wiedererweckt, doch griff Crichton in seinen Werken auch immer wieder Themen auf, die kurze Zeit später alle bewegen sollten. Er schrieb Thriller über den Mobilfunkmarkt (Disclosure), gefälscht Flugzeugteile (Airframe), Mikromechanik (Prey) und unser Ökosystem (Welt in Angst). Crichton selbst vertrat zuletzt in der Öffentlichkeit die Meinung, dass die globale Erderwärmung keine von Menschen geschaffene drohende Katastrophe sei, sondern einem natürlichen Zyklus unterliege, den die Menschen nicht beeinflussen können, und wurde dafür von Umweltschützern heftig kritisiert.

Michael Crichton verfasste nicht nur Romane und Drehbücher für Filme (Twister) und Fernsehserien (Emergency Room), sondern führte am Beginn seiner Karriere auch selbst Regie. Neben Coma, stand er auch bei dem Vergnügungspark-Science-Fiction-Thriller Westworld (1973) hinter der Kamera. Darin spielt Yul Brynner eine außer Kontrolle geratene Roboter-Puppe, die eigentlich von Urlaubern zum Vergnügen in einem Duell à la High-Noon erschossen werden sollte.

Seine Thriller konstruierte und komponierte Crichton oft meisterlich, sowohl was Handlung, Spannungsbogen und Personen betraf. Selbst Nebenfiguren, die die Handlung kurz betraten, werden nie ohne Absicht eingeführt, sondern spielen später in der Handlung garantiert eine Rolle. Perfekte, für den Leser geschaffene Unterhaltung mit oft ernstem Hintergrund. Wie kein anderer erläutert Crichton technische Hintergründe und Zusammenhänge fast beiläufig, ohne dass dies – wie so oft in anderen Romanen – die Handlung bremst und den Leser nervt. Nie verkamen seine Bücher zur Bekehrungsprosa.

Nachdem der Tod Michael Crichtons bekannt wurde, war seine Website für Stunden nicht erreichbar.

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  1. LeserEins » Blog Archive » Zukunft, Crichton, Journalisten, Söldner und Wickelväter verlinkte am 7. November 2008 um 21:24 Uhr

    [...] Michael Crichton ist tot berichtet das Literatur-Café. [...]

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