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Gesammelte Erzählungen über Pfarrer Menzel von Malte Bremer.

Gesammelte Erzählungen über Pfarrer Menzel von Malte Bremer.

Pfarrer Menzel

Beitrag vom 22. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 79 und letzte: Pfarrer Menzel stirbt

Als Pfarrer Menzel starb, merkte er davon nichts. Übrigens hat niemand etwas davon bemerkt, weder während, weder hinterher.

Beitrag vom 21. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 78: Pfarrer Menzel dankt

Vollständig war sich Pfarrer Menzel darüber im Klaren, dass der Mensch ein wunderbares, ja: einzigartiges Wesen sein musste, da er leichtere Beschädigungen einfach so hinnehmen konnte; er war eben wahrhaftig und in jeder Beziehung ein Ebenbild. Und dafür war Pfarrer Menzel aus tiefstem Herzen dankbar, was er beim Predigen zum Ausdruck brachte.

Beitrag vom 18. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 77: Pfarrer Menzel befriedigt sich

Der manichäische Einfluss auf die sogdische Literatur war evident: Das konnten selbst die hartgesottensten Kritiker nicht so einfach vom Tisch wischen! Jetzt aber galt es, die Jurchen-Schrift endgültig als Fälschung zu brandmarken und sich der Tangutologie energisch zuzuwenden, um den Beweis zu erbringen, dass IRI mit INRI aber auch gar nichts zu tun haben konnte. Seine Befunde gedachte er im Rahmen seiner Samstagspredigt zu Gehör zu bringen. Seine Gemeinde würde ihn dafür noch mehr achten und lieben.

Beitrag vom 17. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 76: Pfarrer Menzel hat Angst, von der Kanzel zu fallen

Einmal hatte Pfarrer Menzel Angst, von der Kanzel zu fallen.

Beitrag vom 16. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 75: Pfarrer Menzel lächelt

Als Pfarrer Menzel während des Predigens die Vorstellung ereilte, dass ihm genau jetzt der Kehlkopf aus dem Halse fallen könnte, versagte für einen Augenblick die Stimme. Aber ein kräftiges Räuspern half über diese Verlegenheit hinweg, ja, Pfarrer Menzel musste sogar unwillkürlich lächeln.

Beitrag vom 15. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 74: Pfarrer Menzel findet eine Lösung

Ein kurzzeitiges Verschließen des Kopfloches, wo die Backe gewesen, mit der Hand ermöglichte Pfarrer Menzel die fast lautreine Artikulation eines em als auch eines Em, ganz zu schweigen – allerdings ziemlich unerwartet doch erst nach intensivem und teilweise sehr heftigem Üben – von der eines Bes oder sogar Pes. Dabei geriet das zungenlose Predigen allerdings wieder – zum Glück aber nur vorübergehend – in Vergessenheit.

Beitrag vom 14. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 73: Pfarrer Menzel zweifelt

»Uein GOtt!« missbrauchte Pfarrer Menzel den Namen seines HErrn im Vollbesitz seiner geistigen und seelischen Kräfte und im Vorgriff auf den schlechten Eindruck, den so überraschend bereits schon am kommenden Sonntag hinterlassen zu müssen er sich genötigt sah, fühlte er sich doch jener auferlegten Prüfung durchaus noch nicht gewachsen, nämlich dass er gerade – und heute war Freitag – auf einen Schlag die ganze rechte Backe verloren hat: »Ueißt du, uas du uir antust?«

Beitrag vom 11. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 72: Pfarrer Menzel freut sich

Beide Arme waren vollständig in Ordnung, und die Hände erst recht! Selbst wenn der ganze Kopf wegbröckeln sollte, er könnte schreibend predigen! Satzmelodie, Lautstärke, Pausen, Betonungen… eine ganz neue Notation zu entwickeln gilt es, damit dermaleinst die Leser ob der Predigt Wucht erschauerten wie jetzt noch die Zuhörer!

Beitrag vom 10. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 71: Pfarrer Menzel übt

»Bamahh pap Hiob beimem Mump auf ump veafmuhhpe beimem Pap.« Ziemlich zufrieden mit sich klappte Pfarrer Menzel die Bibel wieder zu.

Beitrag vom 9. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 70: Pfarrer Menzel beruhigt sich

Andererseits: Sollte sich das Tempo des Bröckelns nicht ganz unverhofft dramatisch steigern, könnte er noch gut 30 Jahre predigen – vorausgesetzt, Kiefer oder auch Zunge würden nicht als unmittelbar Nächstes in Mitleidenschaft gezogen. Und außerdem könnte er vorbeugen, gewissermaßen das Schlimmste vorwegnehmen: Er könnte lernen, ohne Zunge zu predigen, indem er schon jetzt bei voll entfalteter Funktionstüchtigkeit dieses Organs schlichtweg so tat, als hätte er es nie gehabt.

Beitrag vom 8. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 69: Pfarrer Menzel grübelt

Als das erste Stück seines Kopfes wegbröckelte, erfasste Pfarrer Menzel doch eine leichte Unruhe. An das Zerbröckeln der Beine hatte er sich gewöhnen können, denn es zeigte sich, dass die Standfestigkeit nicht beeinträchtigt wurde. Aber wie würde das beim Kopf werden? Wenn die Augen bröckelten, das Gehör, die Nase, der Kiefer, der vor allem? Würde er dann noch predigen können? Gut: Es ist lediglich ein Stück Schädel mit Gehirn zu Boden gefallen. Vielleicht beschränkte sich das Bröckeln ja nur auf diesen Teil des Kopfes. Aber wenn nicht? Und wenn er noch würde predigen können, aber nicht mehr sehen, wem – obwohl: jemanden sehen und nicht predigen können, das wäre schlimmer. Vielleicht sollte er sozusagen auf Vorrat predigen, auf Band speichern und bei Bedarf vorspielen? Aber eine Entscheidung, welches der gespeicherten Bänder nun in Anwendung gebracht werden müsste, setzte ein Sehen voraus und ein Hören. Und dieser Fähigkeiten durfte er nicht mehr sicher sein, auch wenn bisher erst 1 Stück seines Kopfes abgebröckelt ist.

Beitrag vom 7. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 68: Pfarrer Menzel missioniert

Anlässlich der Kieler Woche befiel Pfarrer Menzel die einmalige Berufung, den Fahrensleuten aller Kategorien und Couleur Frohes zu vermitteln. Doch inmitten der drängelnden Menschenmassen an der Kiellinie begann sein Mut zu schrumpfen, und ganz versackte der, als angesichts von Gaffeln, Rudern, Riemen, Rümpfen, Tampen und Klampen, Dreieckssegeln und Trapezen, Innen- und Außenbordern mit ihren steuerbordigen bzw. backbordigen Luvs und Lees, ganz zu schweigen von Achtern und Bug und Verklicker, Pfarrer Menzel jedes Zutrauen in seine Missions-Fähigkeiten verlor und beschämt zum Bahnhof zurück schlich. Eine Knackwurst mit Brötchen hat er sich trotzdem gegönnt.

Beitrag vom 4. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 67: Pfarrer Menzel ruht

Pfarrer Menzel ruht mit Vorliebe in halbsitzender Stellung. Unter seinem Rücken ruht dabei das Hauptkissen, sein Haupt hingegen ruht auf seinem Lieblingskissen; die Beine ruhen längelang ausgestreckt, Fußspitzen leicht nach außen. Die Hände ruhen handflächig auf dem Bauch, wobei die Spitzen von Zeige- und Ringfinger mit den korrespondierenden der jeweils anderen Hand in leichten Kontakt treten. Die Augen blinzeln währenddessen gemächlich statt zu ruhen. Ganz anders ruht Pfarrer Menzel auf dem Frisierhocker, allerdings das Blinzeln bleibt.

Beitrag vom 3. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 66: Pfarrer Menzel hilft sich

Einmal packte Pfarrer Menzel aus unerfindlichen Gründen der Übermut, so dass er einen Apfelbeutel mit Wasser füllte und durch das Fenster auf die Straße warf. Niemand nahm Notiz davon, Pfarrer Menzel aber wurde schlagartig wieder normal. Seitdem befinden sich in der Kanzel immer zwei wassergefüllte Apfelbeutel.

Beitrag vom 2. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 65: Pfarrer Menzel widerruft

Nach Rücksprache mit seinem Beichtvater, den er auf Anraten seines protestantischen Amtsbruders ins Vertrauen gezogen hatte, widerrief Pfarrer Menzel seine allzu leichtgläubige Meldung für die angeblich vom Vatikan ausgeschriebenen Sprengelmeisterschaften im Monstranz-Weitwurf gerade noch fristgerecht. Bedauerlicherweise hatte das Gerät schon eine mittelprächtige Delle, die Pfarrer Menzel bei zeremonieller Präsentation aber geschickt zu verbergen wusste.

Beitrag vom 1. Juli 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 64: Pfarrer Menzel harrt

Beim nächsten Einkaufsgang zum erzbischöflichen St.Josefs-Handels-Center – die geweihten Kerzen waren verbrannt – machte sich Pfarrer Menzel sehr frühzeitig auf den Weg und harrte in einen Hauseingang gepresst in der Gasse auf eine Wiederkehr zumindest einer der beiden Erstkommunikantinnen (Karpfinnen). Doch nach etwa zwanzig Minuten gab er auf wegen Schmerzen in den gepressten Körperzonen. Außerdem waren zu diesem Zeitpunkt die Beine auch schon nicht mehr die ganzesten.

Beitrag vom 30. Juni 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 63: Pfarrer Menzel staunt schon wieder

Nach Abklingen des Toilettenspülungphänomenons konnte Pfarrer Menzel endlich wieder dürfen wollen, wenn er musste. Als die Schüssel daraufhin zum zweiten Male nacheinander randvoll war, entquoll Pfarrer Menzels Lippen ein lustvoll erstauntes »Mama Mia« – was ihn sehr wunderte, konnte er doch kein italienisch!

Beitrag vom 27. Juni 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 62: Pfarrer Menzel argwöhnt

Dass es Poltergeister nicht giebt, war Pfarrer Menzel geläufig wie das Ave Maria oder jenes memento mori. Jesus, dem Heiligen Geist oder Gottvater nun mochte er auch nicht dafür die Verantwortung zusprechen; und sollte der leibhaftige Gottseibeiuns tatsächlich bei ihm eingekehrt sein, so wäre sein, Pfarrer Menzels, Zustand wohl doch ernster als gedacht. Vielleicht könnte sein Beichtvater ihm einen diesbezüglichen Hinweis geben? Aber noch bevor Pfarrer Menzel einen endgültigen Entschluss fassen konnte, versandete, wie es gekommen war, dieses Phänomen: dass die Klospülung zu rauschen begann, wenn er sich ihr bis auf ca. 5 Meter näherte, und die Schüssel überlief, sollte er noch näher herangetreten sein.

Beitrag vom 26. Juni 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 61: Pfarrer Menzel staunt erneut

Unterwegs zu einer Besorgung in das erzbischöfliche St.Josefs-Handels-Center – die Eucharistie-Chips gingen zur Neige – versperrten zwei jugendlich-weibliche Figuren die Gasse, alldieweil sie mit weit aufgesperrtem Mund sich gegenüberstanden und offenbar versuchten, einander jeweils in den oberen Teil des Schlundes ernsthaft forschend zu schauen. Es überstieg sehr wohl Pfarrer Menzels Vorstellungsvermögen, eine Antwort auf die Frage zu finden, was die Weibchen denn da zu entdecken gedächten. Jedoch zügelte er energisch seine Neugier, hatte er doch eh schon alle Hände voll damit zu tun, energisch anzukämpfen gegen aufsteigende Bilder von Karpfinnen und gar Erstkommunikantinnen.

Beitrag vom 25. Juni 2008 | Rubrik: Pfarrer Menzel

Folge 60: Pfarrer Menzel staunt

Dass nach einer seiner aufwühlenden Predigten drei ältere Menschenwesen an die vier Stunden vor dem Kirchenportal stunden und eifrig-heftig einander Wichtig-Erhebendes mitzuteilen hatten, schmeichelte Pfarrer Menzel; und als er bei unauffälligem Vorbeischlendern und Umkreisen der Beflissenen feststellen musste, dass beileibe nicht seine Predigt Gesprächsinhalt war, sondern ihm weitgehend rätselhafte Sachverhalte wie Enkelaufzucht oder Schwägerinnenvorteile oder Kriechwurz, staunte er, wo all solch Wissen wohl aufbewahrt sein mag. Und das Staunen findet kein Ende, geht das mit den Dreien doch inzwischen schon seit drei Jahren so!

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