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Beitrag vom 20. März 2014 | Rubrik: Buchmesse-Podcast Leipzig 2014, Podcast

Matthias Nawrat über einarmige Unternehmer im Schwarzwald

Matthias Nawrat (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Matthias Nawrat (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

»Mich interessiert die Provinz«, sagt Matthias Nawrat. Daher spielt sein Roman »Unternehmer« wieder im Schwarzwald. Den Schwarzwald findet der Autor faszinierend.

»Unternehmer« ist eine Familiengeschichte – aber alles andere als ein Heimatroman. Der Schwarzwald des Romans scheint nicht der der Wirklichkeit zu sein.

Bestimmte Dinge der Geschichte und der Zeit bleiben bewusst im Unklaren. Ein bisschen sei es in diesem Roman wie in der Science-Fiction. »Ich mag es, wenn mich meine Geschichte selbst überrascht«, sagt Nawrat. Und: »Ich bin der Leser meines eigenen Textes.« Seine Geschichten seien daher nicht vorab auf dem Reißbrett entworfen.

Schreiben sei für ihn wie Forschung, und daher sei er auch sprachlich immer auf der Suche nach unentdeckten Gegenden. »Wir leben in einer Floskelwelt«, so Nawrat, und in seinen Texten will er dem entkommen. Am Anfang stehe das Zerbrechen der Sprache, die dann zu Neuem zusammengesetzt wird.

»Unternehmer« war ursprünglich eine Kurzgeschichte, mit der Matthias Nawrat im Jahre 2012 beim Bachmann-Wettbewerb teilnahm und den Kelag-Preis gewann. Schon damals fand es die Jury bedauerlich, dass sein Beitrag nicht der Anfang eines Romans sei. Jetzt ist aus dem kurzen Text tatsächlich das längere Werk »Unternehmer« geworden und im Rowohlt Verlag erschienen.

Der Roman »Unternehmer« ist eine Parabel auf das Leben im Kapitalismus, das überzeugte Unternehmer braucht, die von Neuseeland träumen, um in ihrer Welt zu bestehen, auch wenn dabei Körperteile verloren gehen.

Übrigens: Die im Interview erwähnte Erzählung »Rosa«, die zusammen mit Nawrats erstem Buch »Wir zwei allein« seine Schwarzwald-Trilogie vervollständigt, findet sich in der Anthologie »Zum Kuckuck«, die zum baden-württembergischen Literatursommer 2012 erschienen ist.

Hören Sie im Podcast des literaturcafe.de den Mitschnitt eines Gesprächs mit Matthias Nawrat vom 14. März 2014 auf der Bühne autoren@leipzig auf der Leipziger Buchmesse.

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1 Kommentar zu diesem Beitrag lesen

  1. Renate Blaes schrieb am 21. März 2014 um 13:40 Uhr

    Der Einblick ins Buch bei amazon hat mich nicht zu verlockt, das Buch zu bestellen. Was mir besonders aufgefallen ist, und was ich in einem Buch absolut nicht ausstehen kann: Wörtliche Rede ohne Anführungszeichen.
    Wofür haben wir diese Hilfsmittelchen denn? Ja, richtig! Um einen Lesestoff leichter lesbar zu machen.
    Autoren, die darauf verzichten, haben ihren Grund dafür. Egal, wie er lautet: ich mag wörtliche Rede ohne Anführungszeichen nicht. Schon allein das reicht, um das Buch nicht zu kaufen. Aber auch die Textpassagen im Einblick kommen wir sehr maniriert vor. Und manierite Texte mag ich ebenfalls nicht. Ich liebe es klar und (scheinbar) einfach. Unter diesem Aspekt ist “Die Wand” von Marlen Haushofer eines der besten Bücher für mich. Weltliteratur!

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