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Beitrag vom 12. April 2012 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Buchmesse-Podcast Leipzig 2012, Leipziger Buchmesse 2012, Podcast

Martin von Arndt: Interessantere Geschichten sind in Osteuropa zu finden – Buchmesse-Podcast Leipzig 2012

Martin von Arndt (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Martin von Arndt (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Man muss von Deutschland aus nur zwei Staatsgrenzen überschreiten und schon ist man in Weißrussland – so man sie denn überschreiten darf. Der letzte Visumantrag von Schriftsteller Martin von Arndt wurde abgelehnt. Ob es an seinem neuen Roman »Oktoberplatz« liegt, kann er nur vermuten.

»Oktoberplatz« spielt in Weißrussland, in den Medien gerne als »die letzte Diktatur Europas« bezeichnet.

Den Leser des Romans mag es jedoch zunächst verwirren, dass die Hauptfigur Wasil offenbar seine Tante umbringen will, mit der er ansonsten eher Sex hat.

Das erfahren wir bereits auf den ersten Seiten, im ersten Kapitel, das die Überschrift trägt »Tümpel, so tief, daß auf ihrem Grund Höhlen sein könnten«.

Warum die Sprache in seinem Roman zunächst lyrisch-poetischer ist und dann einem eher nüchternen Stil weicht, das erläutert Martin von Arndt im Gespräch.

Doch spätestens, wenn auf Seite 24 der Familienstammbaum aufgezeichnet ist, sind dem Leser, die Verwandtschaftsverhältnisse klar.

Ein Ambiente wie bei »Druckfrisch«: Martin von Arndt im Gespräch mit Wolfgang Tischer (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Ein Ambiente wie bei »Druckfrisch«: Martin von Arndt im Gespräch mit Wolfgang Tischer (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Zudem ist es hilfreich zu wissen, dass am Ende des Buches ein Personenverzeichnis zu finden ist. Denn sonst kommt man sich vor wie in einem Dostojewskij-Roman, wenn sich Kosenamen, Vatersnamen und Nachnamen und noch dazu russische und weißrussische Varianten abwechseln.

Martin von Arndt verbrachte längere Zeit in Weißrussland, verkehrte in oppositionellen Kreisen und verarbeitete viele Eindrücke in seinem Roman. Zusammen mit seiner Hauptfigur Wasil, Jahrgang 1974, erleben wir die Perestroika und den Fall des Sowjetreiches, dessen Einfluss in Weißrussland jedoch bis heute nachwirkt.

Im Podcast-Interview erzählt der Autor, wie er die Situation vor Ort erlebt hat und dass das imposanteste Gebäude in Minsk nach wie vor das des KBG sei, der auch heute dort noch so heißt. Wer sich als Ausländer längere Zeit in Weißrussland aufhält, muss damit rechnen, dass ihn früher oder später ein KGB-Mitarbeiter anspricht.

Die interessanteren Geschichten sind heutzutage in den osteuropäischen Ländern zu finden, sagt von Arndt, dessen Eltern beide aus Ungarn stammen.

Das Gespräch mit Martin von Arndt führte Wolfgang Tischer auf einer Holzpalette in einer leeren Halle am Rande der Leipziger Buchmesse. Viel Spaß beim Anhören!

Martin von Arndt: Oktoberplatz - Meine großen dunklen Pferde. Roman. Gebundene Ausgabe. 2012. Klöpfer + Meyer GmbH + Co. KG. ISBN/EAN: 9783863510237. EUR 19,90 (Bestellen bei Amazon.de)
Martin von Arndt: Oktoberplatz: Meine großen dunklen Pferde. Kindle Edition. 2012. Klöpfer & Meyer Verlag (Herunterladen bei Amazon.de)

1 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Andreas J. Kampe schrieb am 18. April 2012 um 03:13 Uhr

    Weitere Geschichten auch anderswo?
    Ich weiss ja nicht, ob dies hier reinpasst. Hundertausende Plastiksärge auf amerikanischen Feldern, erwarten die USA weitere geschichtliche Schläge? Auf eine ziemlich atemberaubende Geschichte wurde ich vor etwa 14 Tagen durch ein Blog hingewiesen, das leider Gottes allen möglichen Verschwörungs-Konstruktionen anhängt. Das hier Geschilderte ist jedoch ein Faktenbereich, nur sind die Auslegungen und Erklärungen verschieden. Die Bekanntweit wächst in dem Maße, wie in den Staaten diese “Sarg-Ansammlungen” von Autofahrern und Videofilmern nun registriert und gefilmt werden. Kann man da einfach sagen, wie das eine Buch: Leute, lächelt nur, beruhigt Euch doch?

    Die dortige Katastrophenbehörde ´Fema` hat, sich steigernd, einige Felder und Plätze angemietet, auf denen mehrere tausend Plastiksärge gelagert werden. Ihre Zahl wird insgesamt auf viele hundert tausend, bis ein paar Millionen geschätzt. Es entstehen immer mehr Youtube Filme, und hier und da gehen Leute raus, und filmen unter anderem “Massengräber” nennen. (Dafür gäbe es jedoch natürliche Erklärungen, Sumpfgebiete, in denen diese rechteckigen Betonwannen nicht einsinken würden.)

    Und filmen immer wieder mal diese kolossalen Ansammlungen mit Kunststoffsärgen, Reihe hinter Reihe, die immer 15 übereinander gestapelt sind. Tausende und tausende davon. Nachweislich hat eine bestimmte Sargfabrik, oder auch weitere Lizenznehmer, sie hergestellt. Nach einer Auskunft sind es Sargumhüllungen, in die man Särge legt, damit angeblich das Erdreich darüber nicht einsinkt. Und es werden mehrere Erklärungen gegeben: Seuchen, Kometeneinschlag, Terror mit Bio- oder Nuklearwaffen, und weiteres.

    Auffindbar sind diese YouTube Streifen, wenn Ihr “fema coffins” und “fema camps” eingebt. Darunter sind 600 bis 800 Lager gemeint, die mittlerweile real bestehen, nach einander erbaut wurden. Teils sind sie wie Gefangenenlager, teils wie einfache Internierungslager, mit Stacheldraht “barbed wire”, und Bewachungstürmen. Anscheinend sind sie auch wie Barackenlager, in der Art gleich wie die KZ-Anlagen, Reihe an Reihe mit Holzbarracken.

    Alle Camps sind jedoch “noch” leerstehend. Da flog einer mit einem UL Flugzeug drüber, andere machen Videoaufnahmen vom Rand aus. Vielfach finden sich die verworrenen Erklärungen aus den Schubladen der Verschwörungstheorien. Auch Bürgerkriege werden angedacht, falls das Dollarsystem kollabiert, oder wenn den Erdölvorräten plötzlich die Puste ausgeht?

    Eine andere Geschichte ist diese dezente Sichtbarkeit dieses Holy Spirit- oder Gotteswesens in meinem Umfeld, durchgehend seit 1976. Nur dieses stille Antlitz, Gnadenantlitz ist zu sehen, beständig und für viele. Viele könnten und können es sehen, wenn sie wollen. Seit 2007 schreibe ich im net darüber. Es läßt sich auf fotografieren, man kann es auch auf Fotografien sehen. Nun habe ich eine bessere Nikon erwerben können, um endlich bessere Fotos ins Netz zu stellen. Auf allen ist dieses stille, hindurchschimmernde Antlitz sichtbar, erforschbar, untersuchbar, besser als in Lourdes. Kirchlich und Sektenmäßig nicht unterworfen, scheint diese ´Gotteserscheinung` doch das Abendland zu unterstützen -

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  1. Literaturcafé-Podcast Martin von Arndt | Schriftsteller | Musiker | Dozent verlinkte am 7. Oktober 2012 um 15:45 Uhr

    [...] der Leipziger Buchmesse, ein etwas ausführlicheres Interview zum Roman, zu Belarus im allgemeinen. PRESSEINFO ▸ Biobibliographie[PDF / 80KB] ▸ [...]

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