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Beitrag vom 8. November 2016 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps

Martin Eden von Jack London: Ich will Schriftsteller werden! – 6 Video-Besprechungen

Wolfgang Tischer bespricht Martin Eden von Jack Lodon

Martin Eden ist verliebt. Doch hat er Chancen bei Ruth? Schließlich ist er ein ungebildeter Arbeiter und Seefahrer, und sie stammt aus besseren Kreisen. Doch Martin will es sich, ihr und der Welt beweisen, dass er zu Höherem berufen ist. Er will Schriftsteller werden! Er will Ruhm! Er will Reichtum!

»Martin Eden« gilt als Schlüsselroman zum Leben des amerikanischen Schriftstellers Jack London. Zum 100. Todestag ist er jetzt in einer Neuübersetzung erschienen.

Wie liest sich London? Sechs Leserinnen und Leser erzählen es per Video.

Mitleserinnen und Mitleser konnten sich um ein Exemplar der Neuübersetzung von Lutz-W. Wolff bewerben, wenn sie ihre Meinung zu »Martin Eden« in einem Video dokumentieren. Fünf Videos stellen wir auf dieser Seite vor. Zudem gibt es eine Video-Anmerkung von literaturcafe.de-Herausgeber Wolfgang Tischer und von Journalisten-Kollegin Birgit-Cathrin Duval.

Video-Besprechung von Wolfgang Tischer

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Martin Eden steht einem Fremden bei einer Schlägerei mit einer üblen Bande bei. Martin ist Arbeiter und Seefahrer. Ein Mann, der körperliche Arbeit gewohnt ist. Ein Mann aus einfachen Verhältnissen, was man auch an seiner Sprache merkt. Arthur, dem Martin geholfen hat, stammt aus besseren Kreisen. Zum Dank wird Martin von Arthur zum Essen eingeladen. Dort lernt Martin Arthurs Schwester Ruth kennen und verliebt sich sofort in sie. Und Ruth verliebt sich in Martin. Aber sind die Unterschiede zwischen den beiden nicht zu groß?

Video-Besprechung von Birgit-Cathrin Duval

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Jack London: Martin Eden

Obschon Martins Bildung einfacher ist, hat er früh die Leidenschaft für Literatur und Bücher entdeckt. So beschließt er, Schriftsteller zu werden, um vor Ruth bestehen zu können, und um überhaupt allen besserverdienenden Nichtstuern zu zeigen, dass alles nur eine Sache des Willens ist.

Jack London schrieb »Martin Eden« im Jahre 1907, und 1908 erschien der Roman als Fortsetzungsgeschichte. Da hatte Jack London bereits das geschafft, was er seinen Martin erst noch erleben lässt: Er wird vom Fabrikarbeiter und Seefahrer zum bekannten Schriftsteller. Die Figur des Martin Eden ist eng an Jack Londons eigener Geschichte angelehnt.

Videobesprechung von Horst-Dieter Radke

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Jack London

So ist »Martin Eden« eine Liebesgeschichte, in der jedoch auch die Frage gestellt wird, wie echt und ehrlich eine Liebe ist, wenn sie einer prominenten Persönlichkeit entgegengebracht wird. Wem oder was gilt da diese Liebe?

Video-Besprechung von Tadeas Cibula

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Mitleseaktion: Martin eden

»Martin Eden« ist zudem die Geschichte eines mühsamen Aufstiegs zum Schriftsteller. Obwohl der Roman über 100 Jahre alt ist, erkennt man alles wieder, was Schreibende auch heute erleben: zunächst der Wunsch und die Hoffnung, durchs Schreiben berühmt und reich zu werden. Noch bevor Martin seine erste Story veröffentlicht hat, rechnet er sich seinen noblen Verdienst aus.

Doch von den Verlagen hagelt es zunächst Absagen und wie die Schreibenden der heutigen Zeit, wettert Martin gegen so viel Ignoranz der Verleger gegenüber seinem Talent.

Video-Besprechung von Carmen Lüßmann

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Mitleseaktion: Martin Eden von Jack London

Dann erhält er endlich erste Zusagen, auch finanziell. Doch die Verleger halten nicht immer ihr Wort, Schecks treffen nicht ein oder Verlage gehen sogar pleite.

Nicht zuletzt hat auch Martin Eden mit Raubdrucken und Raubkopierern zu kämpfen.

Video-Besprechung von Mel of the Shell

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Mitleseaktion: Martin Eden von Jack London

Der Roman zeigt, wie zeitlos das Wollen und Werden eines Schriftstellers ist. Wer selbst schreibt, erkennt vieles wieder, und wer viel mit Schreibenden zu tun hat, ebenfalls. Das macht die Lektüre sehr amüsant, zumal Martin Eden bisweilen höchst eigenwillige und interessante Theorien über Bildung und die besseren Stände hat.

Die Meinung von Wolfgang Tischer zur Neuübersetzung von »Martin Eden«

Wie schon bei Jack Londons anderen Romanen hat Lutz-W. Wolff auch bei »Martin Eden« eine hervorragende Arbeit geleistet. Das gilt nicht nur für die gut lesbare Übersetzung, sondern auch für das Nachwort, das die Entstehung des Romans beleuchtet und die Parallelen zwischen Martin und Jack aufzeigt. Eine Zeittafel zu Jack Londons Leben und Erläuterungen runden den Text perfekt ab. Das ständige Nachschlagen in den Erläuterungen ist während der Lektüre jedoch nicht erforderlich.

Wer selbst schreibt oder in der Literaturszene unterwegs ist, der sollte Martin Eden gelesen haben, denn dieser Künstler- und Entwicklungsroman ist zeitlos, amüsant und tragisch zugleich. Dass London gerade beim Zusammentreffen von Ruth und Martin überraschend die Perspektive wechselt, irritiert bisweilen. Zudem ist Martin gelegentlich etwas zu geschwätzig, was die eigene Person angeht. Doch bei einem Klassiker, dessen Autor seit 100 Jahren tot ist, kann man den Autor nicht mehr zu Streichungen bewegen.

 

Martin Eden von Jack Lodon

Wie nah ist Martin Eden seinem Autor? Über das Ende von Martin Eden soll hier nichts verraten werden. Das seines Autors Jack London war weniger erfreulich. London konnte zwar seinen Ruhm und das Geld noch genießen, doch sein exzessiver Lebensstil führte ihn in den Ruin. Jack London, geboren im Jahre 1876, wurde nur 40 Jahre alt und starb am 22. November 1916 auf seiner Ranch in Kalifornien. Bis heute wird spekuliert, ob es nicht doch Selbstmord war, da Jack London zudem an Depressionen litt. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die großen Mengen an Alkohol und Medikamenten, die London zeit seines Lebens zu sich nahm, in dieser Nacht ihren Tribut forderten.

Jack London: Martin Eden: Roman. Gebundene Ausgabe. 2016. dtv Verlagsgesellschaft. ISBN/EAN: 9783423280815. EUR 24,00 » Bestellen bei Amazon.de
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