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Beitrag vom 25. Januar 2007 | Rubrik: Literatur online

Literaturwebsite »Berliner Zimmer« ist endgültig geschlossen

Geschlossen: Das Berliner ZimmerEine der ambitioniertesten Literatur-Websites wird nicht mehr aktualisiert. www.berlinerzimmer.de schließt endgültig seine Tür. Dies gaben die beiden Gründer Enno E. Peter und Sabrina Ortmann nun offiziell bekannt. Bereit seit über zwei Jahren wurde die Website nicht mehr nennenswert aktualisiert, jetzt ist die Schließung offiziell. Die Website bleibt jedoch zunächst als Archiv im Web bestehen.

Als Gründe gaben Peter und Ortmann die Änderung ihrer Lebensumstände an, die es ihnen zeitlich nicht mehr erlaubt, sich für das Literaturprojekt zu engagieren. Damit geht das Berliner Zimmer leider den Weg so vieler Websites und Projekte, die nicht in erster Linie aus finanziellen Gründen, sondern aus Spaß und Engagement an der Sache betrieben wurden.

Das Berliner Zimmer, das 1998 gegründet wurde, begleitete insbesondere die sogenannte Netzliteratur in ihrer Entwicklung und sammelte neben literarischen Weblinks auch wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema. Das Unterprojekt "Tagebau", in dem überwiegend Hobby-Schriftsteller bereits damals schon weblog-artig ihre Texte einstellten, gewann im Jahre 2000 den Innovationspreis bei einem einmalig ausgeschriebenen digitalen Literaturwettbewerb des Fernsehsenders arte. Durch eine 2001 im literaturcafe.de veröffentlichte Kritik der in Buchform erschienenen Web-Texte, entstand seinerzeit die kontroverse Diskussion, ob im Netz entstandene Texte, die als Buch veröffentlicht wurden, einer kritischen literarischen Betrachtung standhalten müssen. Die Diskussion ist weiterhin hier im literaturcafe.de dokumentiert.

Nachwievor erscheint das Berliner Zimmer auf den ersten Blick umfangreich und erweckte daher selbst bei aktuellen Besprechungen den Eindruck, dass hier noch viel passiere. Es ist zu hoffen, dass die beiden Herausgeber zumindest noch die Zeit finden, einen deutlicheren Hinweis auf den Archiv-Charakter der Website zu platzieren, denn der kleine Eintrag auf der Startseite wird leicht übersehen.

So übernahm unlängst der renommierte Lehrbuchverlag Europa unkritisch einen Text zum Thema digitale Literatur aus dem Berliner Zimmer für das gedrucktes Lehrbuch »Kommunikation com.pakt«, der bereits um Jahre veraltet war und nicht die aktuelle Situation widerspiegelt.

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