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Beitrag vom 4. März 2011 | Rubrik: Preise und Wettbewerbe

Jokers Lyrik-Preis 2011: Bitte erfreuen Sie die Jury mit einem guten Gedicht

Jokers Lyrik-Preis 2011

Der Jokers Lyrik-Preis 2011 hat begonnen. Seit dem 1. März 2011 sind Lyrikerinnen und Lyriker aufgerufen, ihre Gedichte auf der Website des Buchversenders einzureichen.

1.000 Euro gibt es für das beste Gedicht. Die Plätze zwei und drei sind mit 500 bzw. 250 Euro dotiert. Außerdem gibt es über 100 weitere Preise zu gewinnen. Einsendeschluss ist der 31. März 2011.

Das literaturcafe.de zählt wieder zu den Unterstützern des Wettbewerbs. literaturcafe.de-Herausgeber und Jury-Mitglied Wolfgang Tischer wünscht sich nur eines: viele gute Gedichte.

Ein Wunsch, der leider nicht immer erfüllt wird.

Stumme Schreie haben keine Chance

Jurymitglied Wolfgang Tischer: »Manchmal habe ich den Eindruck, die Leute lesen was von ›1.000 Euro zu gewinnen‹, dann rufen die sofort das Einsendeformular auf und tippen einfach irgendwas ein, was sie für ein Gedicht halten. Bei manchen Gedichten frage ich mich, ob die Leute ernsthaft glauben, sie hätten Chancen auf einen Preisgewinn. Da gibt es schwülstig-kitschige Liebeslyrik oder furchtbar moralisierende Gesellschaftskritik. Und vieles holpert daher, dass ich mich ebenfalls frage, ob diese Leute jemals ihr Gedicht laut gelesen haben. Allein wenn ich Phrasen wie ›stummer Schrei‹ oder ›unendliches All‹ lese, weiß ich, dass das Werk keine Chance hat.«

Ein zu hartes Jury-Urteil?

Tischer: »Mit Sicherheit nicht. Natürlich ist solch ein Wettbewerb immer auch Werbung für den Veranstalter. Aber man darf sich da nicht täuschen: Das bedeutet nicht, dass es egal ist, was man an Werken einschickt. Immerhin sitzen Fachleute in der Jury wie beispielsweise Anton G. Leitner. Wer gewinnen will oder wer in die Lyrik-Datenbank gelangen will, dessen Werk muss ein Mindestmaß an lyrischer Qualität besitzen.«

Jedes der 11 Jury-Mitglieder muss einige hundert Gedichte sichten und für sich eine Vorauswahl treffen.

Was sind die Kriterien, die ein gutes Gedicht ausmachen?

In einem »kleinen Leitfaden für die Beurteilung und Optimierung eigener Texte« gibt es auf der Jokers Website hilfreiche Tipps, die man sich gut durchlesen könnte. Die Überschriften des Leitfadens verraten die wichtigen Dinge: Originalität, Sprache, Aussage, Form.

Tischer: »Ich kann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in diesem Jahr nur auffordern: Bitte erfreuen Sie die Jury mit einem guten Gedicht! Zeigen Sie uns, dass Sie an ihrem Gedicht gefeilt haben und dass Sie selbst davon überzeugt sind, dass es das Preisgeld wert ist.«

Link ins Web:

1 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Angi schrieb am 4. März 2011 um 20:19 Uhr

    Auch wenn das Gedicht ”Stummer Schrei” nicht von mir stammt, so verstehe ich nicht wieso diese Phrase so niedergeschmettert wird und gleich in der untersten Schublade landet. Ist sie zu abgedroschen oder was stört daran? Immerhin bedient sich da jemand eines bekannten und altbewährten Stilmittels.s.: ”http://de.wikipedia.org/wiki/Oxymoron
    Liebe Grüße von Angi

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Blogs, die auf diesen Beitrag verlinken

  1. Im Tchibo und in München | Literaturblog Bayern verlinkte am 8. März 2011 um 09:03 Uhr

    […] Jahr einen Lyrik-Preis aus – literaturcafe.de-Herausgeber und Jury-Mitglied Wolfgang Tischer bittet bereits um Gnade bzw. gute Gedichte. /// Man muss kein gebürtiger Bayern sein, um ein Buch über den Freistaat zu schreiben, meint […]