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Jens Sparschuh im Gespräch: »Bei Rollenprosa muss ich mich ganz auf die Hauptfigur verlassen«

Veröffentlicht von Redaktion am 12. Juni 2012 @ 10:05 in Buchmesse-Podcast Leipzig 2012,Podcast | Keine Kommentare

Jens Sparschuh (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Jens Sparschuh (Foto: [1] Birgit-Cathrin Duval)

Jens Sparschuhs Buch »Im Kasten« war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2012. Sein Charakter Hannes Felix ist wohl einer der skurrilsten des ersten Bücherhalbjahrs 2012. Er möchte der Welt die Ordnung bringen, doch wahrscheinlich ist er doch nur ein fauler und merkwürdiger Mensch. Wie kreiert man so einen Charakter?

Wir präsentieren Ihnen in den kommenden Tagen weitere Interview- und Vortragshighlights von der Leipziger Buchmesse, die fast mit einer Speicherkarte verloren gegangen wären.

Jens Sparschuh schöpfte für seinen Roman aus eigenem Erleben, als er beobachten musste, wie Menschen wegen einer Haussanierung ihr im Keller gelagertes Hab und Gut neu umsortieren mussten. Sein Charakter betreibt diese Umstrukturierung der Welt ganz konsequent weiter.

Erzählt ist der Roman aus der Ich-Perspektive. »Wenn ich aus dieser Perspektive schreibe, bin ich immer ganz weit weg von mir«, sagt Sparschuh. »Hannes Felix und ich hatten eine ganz fidele Zeit, und ich war das Medium, das bereit stand, um das Buch zu schreiben.« Bei dieser Art von Rollenposa müsse sich Sparschuh ganz auf die Hauptfigur verlassen.

Felix ist auf seine Art unerträglich und nervig, und dennoch fasziniert dieser Charakter sowohl Autor als auch Leser.

»Es gibt Leute, die sind auf der Suche nach sich selbst. Ich suche hin und wieder Dinge des täglichen Lebens, wie meine Teetasse oder meine Pfeife«, so der Autor. Es gehe in dem Buch um Suchstrategien der unterschiedlichsten Art.

Musste sich Sparschuh bremsen, um im Text nicht zu grotesk zu werden? Für den Roman musste er den dümmsten Kalauer und die tiefste Weisheit auf engstem Raum zusammenbringen. Das mag manche Kritiker in den Feuilletons irritieren. Sparschuh: »Ich kann nicht für die paar, die das nicht mögen, anderen die Freude daran vorenthalten.«

Letztendlich, sagt Sparschuh, sei Hannes jedoch gar kein so merkwürdiger Außenseiter, sondern einer von uns. In seinem Verhalten können wir viel von uns wiederentdecken.

Wer Spaß an subtil angelegten Hauptfiguren mit Ecken und Kanten hat, der sollte sich »Im Kasten« einmal umsehen – und unser Interview hören. Viel Spaß!

Jens Sparschuh: Im Kasten: Roman. Gebundene Ausgabe. 2012. Kiepenheuer&Witsch. ISBN/EAN: 9783462044171. EUR 12,99 ([3] Bestellen bei Amazon.de)
Jens Sparschuh: Im Kasten: Roman. Kindle Edition. 2012. ([4] Herunterladen bei Amazon.de)


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