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Beitrag vom 18. Januar 2016 | Rubrik: Buchkritiken und Tipps, Jack London, Kanada und Yukon – Eine literarische Reise, Reiseberichte

Jack London: Der Ruf der Wildnis – und der Beginn einer Reise

Es wird extrem – und ziemlich kalt. Das Yukon Territorium liegt hoch im Norden Kanadas, grenzt an Alaska. Im Winter sinkt dort das Thermometer auf bis zu minus 40 Grad. Von Kanadas Hauptstadt Ottawa aus wird Wolfgang Tischer im Februar an den Ort reisen, an dem im Jahre 1897 der bekannteste Goldrausch der Geschichte ausbrach. Einer, der damals dem »Lockruf des Goldes« folgte, war der Schriftsteller Jack London.

Im Video stellt Wolfgang Tischer Jack Londons Roman »Der Ruf der Wildnis« vor, die brutale Geschichte eines Hundelebens.

Video Thumbnail
Jack London: Ruf der Wildnis

Kaum Gold gefunden – aber die Inspiration

Der amerikanische Schriftsteller Jack London wurde nur 40 Jahre alt. Am  12. Januar 2016 war sein 140. Geburtstag, am 22. November 2016 ist sein 100. Todestag.

Als Jack London 1897 nach Dawson City im Yukon kam, dort wo der Klondike in den breiten Yukon River mündet, war er noch kein Schriftsteller. Heute hat Dawson rund 1.400 Einwohner, damals lebten in dem kleinen Ort 40.000 Menschen, die hofften reich zu werden. Jack London verbrachte einen Winter in der extremen Kälte. Das Gold, das er fand, sollte nur 4,50 Dollar wert sein. Schwer an Skorbut erkrankt, kehrte er im Juli 1898 nach Kalifornien zurück.

Und dennoch wurde der Yukon für Jack London zur Goldgrube, denn sein Aufenthalt in Kanadas Norden inspirierte ihn zu vielen seiner Geschichten. Die Leute liebten und lieben seine Texte aus der Region des rauen Winters: »Lockruf des Goldes«, »Wolfsblut« und viele Kurzgeschichten.

Der Ruf der Wildnis – nach 48 Absagen

Es war jedoch »Der Ruf der Wildnis«, mit dem Londons Aufstieg als Schriftsteller begann. 1903 erschien die Geschichte des Hundes Buck zunächst in vier Fortsetzungen. Schriftsteller wollte London schon immer werden. Der Weg dorthin war nicht einfach. 48 Verlagsabsagen hatte er zunächst erhalten.

Schlittenhunde waren Nutztiere im extremen Winter. Mit ihnen wurden Güter und die Post nach Dawson transportiert. Der Bedarf an starken Zugtieren war groß. Jack London beschreibt, dass Hunde in den USA verschleppt und entführt wurden, um sie in Kanada zu Schlittenhunden zu machen – meist mit Schlägen. So ergeht es auch dem stattliche Hund Buck, dessen Vater ein Bernhardiner war. Vom sonnigen Kalifornien kommt Buck in den unwirtlichen Norden Kanadas.

Londons Sprache ist karg und knapp

Auch Londons Geschichten wurden oft misshandelt, gekürzt, entschärft und »jugendgerecht« umgebaut. Ein Buch mit Tieren als Hauptfiguren, das war für viele offenbar automatisch eher was für Kinder.

Lutz-W. Wolff hat Londons Romane neu übersetzt – ungekürzt. »Call of the Wild« in dieser Neufassung ist ein Lesetipp. Londons Sprache ist karg und knapp, von Wolff ohne Effekthascherei ins Deutsche gebracht. Wie London die Geschichte aus Sicht des Hundes erzählt, ist meisterlich. Bei ihm findet man keine sprechenden Tiere oder anderen Kitsch.

In Dawson City gibt es heute ein Jack-London-Museum, das an den literarisch bedeutsamen Aufenthalt des Amerikaners erinnert.

Im Februar wird sich Wolfgang Tischer dorthin auf dem Weg machen und seine Reise im literaturcafe.de und auf Youtube dokumentieren. Ob auch per Schlittenhund? Mehr dazu demnächst.

Jack London: Der Ruf der Wildnis: Roman. Taschenbuch. 2013. dtv Verlagsgesellschaft. ISBN/EAN: 9783423142779. EUR 8,90 » Bestellen bei Amazon.de

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Mitte Februar 2016 geht es los. Von Kanadas Hauptstadt geht es in den Westen und dann in den Norden.

2 Kommentare zu diesem Beitrag lesen

  1. Elli Radinger schrieb am 20. Januar 2016 um 07:28 Uhr

    Danke Wolfgang, für die tolle Rezension.

    Als Autorin, die selbst viel über Wildnis, Abenteuer und besonders über Wölfe schreibt, hat mich Jack London schon immer fasziniert.
    Auch ich war schon auf seinen Spuren im Yukon und werde gespannt deiner Reise folgen.
    Sollte es dich mal nach Kalifornien ziehen, dann kann dir und allen London-Fans den “Jack London State Historic Park” empfehlen. Dort hat er seine letzten Jahre verbracht. Man kann sein Grab besichtigen und das Wolf House, wo er viele seiner Bücher geschrieben hat:
    http://www.jacklondonpark.com

    Gute Reise und viele spannende Geschichten
    Elli

  2. Zauberfee schrieb am 3. Februar 2016 um 13:36 Uhr

    Danke Herr Tischer,

    da steigt die Vorfreude. Eine gute Reise mit vielen schönen Augenblicken. LG Zauberfee

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