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Wellers Wahre Worte am Café Tisch
April 2000 - Die monatliche Kolumne von Wilhelm Weller


Neue Liebe & Neuer Markt
Von den Freuden des Aktzeichnens
Wilhelm Weller

Ich bin geldgeil. Seien wir doch ehrlich, Sie doch auch, oder?
     Würde mich die FAZ in ihrem Magazin nach meinen Helden im wirklichen Leben fragen, meine Antwort wäre eindeutig: Dagobert.
     Und auch mein Motto käme aus SEINEM Mund: »... mir macht es eben Spaß, wie ein Seehund in mein Geld zu springen, und wie ein Maulwurf darin herumzuwühlen und es in die Luft zu schmeißen, damit es auf die Glatze prasselt« (D. Duck).
     Und Geld macht sexy, ich schwöre es.
     Wissen Sie, welches Kompliment mir erst gestern Gaby machte? »Mann oh Mann, hast du einen knackigen Hintern!«
     Hört sich gut an - so gut wie sich ein mit 50 Tausendern prall gefülltes Portemonnaie in der Gesäßtasche anfühlt.
     Wenn Sie mir das nicht glauben, dann fragen Sie D. Trump, D wie Donald.
     Wir wollen doch alle nur das eine, Donald und ich und Ivana und Uschi und Yvonne.

Am Beginn jeder Liebe steht eine große Liebe, ich selbst erlebte sie im Sommer 96, ich meine im November 96, mit Ron von der Telekom.
     Es war eine Erfahrung, die mich tief bereichert hat.
     In Liebesdingen soll man bekanntlich auf einen Grandseigneur hören, ich tat es und hörte auf André Kostolany. Ich machte genau, ganz genau, was er mir anriet:
     »Kaufen Sie sich eine gute Aktie, legen Sie sich schlafen und machen Sie drei Jahre später Kasse.«
     Nachdem ich wieder aufwachte, war die T-Aktie um 400% gestiegen.
     Heute lege ich mir die Aktien in ein Depot, damals legte ich sie mir noch unter das Kopfkissen. 1000 Stück.
     Ich bin unverändert engagiert, allerdings nehme ich Kosto nicht mehr ganz beim Wort. Was bliebe sonst vom Tage übrig. Man will doch auch leben. Und zeichnen.
     Intershop und Openshop, Ision und Pironet, Morphosys und Varetis.
     Und Infineon. Wurde Ihnen etwas zugeteilt? Ich selbst habe alles, alles versucht.
     Auf meine Mietwohnung hatte ich ein Hypothek aufgenommen.
     Bei insgesamt 10 Banken eröffnete ich Konten, sogar bei der VHS versuchte ich mein Glück.
     Ich gebe es ja zu, ich war ein wenig durch den Wind. Einfach nicht genau hingesehen.
     »Kann ich bei Ihnen Infineon zeichnen?«, hatte ich den Kursleiter gefragt.
     »Nein, aber Isabella. Haben Sie einen Stift und einen Zeichenblock dabei?«
     Jedenfalls blieb ich dort, Aktzeichnen am Wochenende macht auch Spaß.
     Und Isabella ist nett. Übrigens meint sie ebenfalls, dass ich einen knackigen Po habe.
     Ob sie mich deswegen heiraten will?
     Infineon habe ich leider nicht erhalten.
     Macht nichts, am nächsten Montag ist wieder ein Börsentag. Ich sage nur T. Online, Robert T. Online.
     Ich verrate Ihnen auch, wie Sie ihn ganz bequem zeichnen können. Sie brauchen nur einen Computer, einen Internetzugang – und die erstklassige, vektorbasierte Software Corel Draw 9.
     Unter www.corel.com können Sie sich das Programm herunterladen. Viel Erfolg!

Wilhelm Weller


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