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Plötzlich stand die Sonne nebem dem Mond

Satz von Denis und The Hao, Dauchingen und Bad Dürrheim

 

 

Die Geschichte zum Satz:

Guten Morgen, sagte die Sonne.- Du hast Nerven, erwiderte der Mond. Du gehst auf. Ich gehe unter. Also heißt es doch wohl gute Nacht, oder? - Naja, meinetwegen, gute Nacht, sagte die Sonne kleinlaut. - Wie bitte? rief da der große Unbekannte. Von manchen Gott, von anderen Jahwe, von wieder anderen Allah und großer Guggeldimuggi geheißen. Was höre ich da? Wer sagt Gute Nacht? - Nichts weiter, Chef, rief die Sonne versöhnlich. Wir haben nur diesen kleinen Disput. - Aber der ist doch unnütz! sagte der Chef. Wie oft soll ich Euch denn noch sagen, dass ihr nie untergeht. Ihr dreht euch im Kreis. Das Auf- und Untergehen erleben nur die Menschen dort unten. Ihr tut nichts weiter als eure Pflicht. Also haltet euch nicht mit Kleinigkeiten auf. Arbeitet. Macht eure Sachen vernünftig. Klar? - Aye aye Chef! sagte die Sonne und warf glühende Protuberanzen ins All. - Schon gut, Boss, knurrte der Mond und zeigte der Sonne in einem unbeobachteten Augenblick eine lange Nase. Jedenfalls glaubte er, dass er unbeobachtet wäre. Aber das stimmte nicht. Ganz und gar nicht stimmte das, denn unten, verschlafen und ein wenig verstimmt über die etwas zu kurz geratene Nacht, hockte ein Junge am Fenster und schaute hinauf in den Himmel. Und dann traute er seinen Augen nicht. Was war denn mit dem Mond los? Was machte der? So etwas gab es doch gar nicht! - Mama! rief er. Mama, komm, schnell, schau dir das an. - Was ist denn? rief seine Mutter, die in der Küche beschäftigt war. - Der Mond spielt verrückt! rief der Junge. - Lass ihn, sagte seine Mutter. Er beruhigt sich schon wieder. - Und das tat er auch. Er ging einfach unter, während die Sonne triumphierend am Horizont aufstieg.

 

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über den Autor Hermann Mensing
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