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Warum wird mein Satz eigentlich nicht genommen?

Satz von Michael E., Düsseldorf

 

 

Die Geschichte zum Satz:

Nun, verehrter Herr E. aus D., die Antwort ist einfach: weil die eingehenden Sätze von einem diktatorischen Herrscher unter Verschluss gehalten und niemandem zugänglich gemacht werden. Weil dieser Herrscher tiefste Befriedigung darin verspürt, mit den Eitelkeiten der Einsender zu spielen. Einen Satz wählt er aus, einen anderen nicht. So ist das auch mir Ihrem, Herr E. Und so wird es noch vielen anderen gehen, die voller Hoffnung Sätze in die Welt hinaus schicken. Kein Wunder, dass so viele Menschen an Fensterkreuzen baumeln, als Wasserleichen angetrieben oder aufgedunsen, stinkend und übel verunstaltet erst nach Monaten in selten gelüfteten Single-Appartements gefunden werden. Der dikatorische Herrscher reibt sich indes die Hände. Nie hatte er größeren Spaß. Nie war seine Macht so blendend und weitreichend. Sie reicht von Taipeh bis Madrid, von Krakow bis Amsterdam, von Graz bis Rügen, von der Schweiz bis nach Griechenland. Aber auch ihn wird das Schicksal treffen. Schon Sonntag wird es so weit sein.

 


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über den Autor Hermann Mensing
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